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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Futterneid führt zu blutigen Raufereien!



DinaSteinbach
22.11.2005, 19:31
Hallo,
war schon lange nicht mehr im Forum, da ich eigentlich keine großen Probleme mehr mit meinem Racker hatte, aber jetzt brauch ich doch noch mal euren Rat:
Mein Husky-Australien-Shepard-Rüde (3 1/2 Jahre, kastriert) war schon seit ich ihn habe (habe ihn mit 6 Wochen bekommen) sehr futterneidisch.
Allerdings verschlimmert sich das seit ein paar Wochen deutlich!
Es fing damit an, dass er unseren Kater arg gebissen hat, weil der es wagte, ihm unfairerweise ein Stück Wurst zu klauen. Das war vor 3 Monaten.
Mittlerweile hatte er einige unschöne Beißereien beim Spazierengehen mit Rüden, wenn er irgendwo auch nur ein Leckerchen vermutete.
Dabei verschont er auch sehr unterwürfige Rüden nicht und ich muß ihn fast immer aus der Keilerei rausziehen, weil er selbst nicht mehr aufhört.
Zwar waren es bisher keine schlimmen Verletzungen (Schrammen und "Löcher" in den Lefzen) bei den anderen Hunden, doch macht mir zu schaffen, dass er vorher nicht einmal mehr warnt, wie z.B. Zähne fletschen, knurren etc.
Wißt ihr, wie ich ihm das wieder abtrainieren kann oder ob das einfach der Instinkt ist, den man nicht unterdrücken kann?!
Wäre froh um jede Antwort,
LG, Dina

billymoppel
23.11.2005, 08:40
hallo dina,

bist du dir mit dem futterneid sicher? die situation mit dem kater mag eindeutig gewesen sein, aber sonst? was mich stutzig macht, dass er sich nach deiner beschreibung nur zu rüden asozial verhält...denn wenn es um eine wirklich begehrte sache geht, ist das geschlecht und vornehme rüchsichtnahme hunden ziemlich egal - auch wenn die intensität nicht ganz die gleiche sein mag
die kater-sache ist völlig nachvollziehbar - der kater klaut etwas, dass dein hund bereits hatte (sehr unhündisch) und dafür gibts keile (sehr hündisch). offenbar hat der kater seine lektion auch gelernt. aber einen streit vom zaun zu brechen, nur weil irgendwer leckerlies in der tasche hat...mir erscheint das weit hergeholt.
ich glaube fast an ein zufälliges zusammentreffen, wenn ich mir dann das alter deines rüden betrachte. eigentlich das klassische alter, wo aus junghunden richtige männer werden. viele rüden werden um diese zeit - vor allem gegenüber dem eigenen geschlecht - relativ ernst, da ist dann schluß mit lustig

DinaSteinbach
23.11.2005, 17:51
Hallo billymoppel,
Das er jetzt sein Erwachsenenalter erreicht hat und sich sein Charakter festig ist mir klar, allerdings weiß ich nicht, ob ich dieses Verhalten irgendwie beeinflussen kann?
Mein Rüde schreckt auch vor Hündinnen nicht zurück, wenn es um vermeintliches Fressen geht, allerdings seltener und nicht so heftig.
In erster Linie geht es mir darum, wie ich mich in solchen Situationen verhalte. Bisher habe ich ihn dann unterworfen (ihn ins Platz gebracht und ihn drohend angeschaut, bis er wegsieht und nein gesagt) und ihn dann erst mal eine Weile dort liegenlassen. Kann ich ein bestimmtes Training durchführen, damit er dieses Verhalten eindämmt? Ich achte seitdem auch vermehrt darauf, ob er bei anderen Hundebesitzern bettelt und rufe ihn dann ab; wenn er vor mir sitzt, bekommt er eine Belohnung. Kann das hilfreich sein?
Würde mich über Antwort sehr freuen,
LG, Dina

billymoppel
23.11.2005, 20:58
ich denke, das ist die crux der positiven verstärkung: es gibt hunde, die exzessiv reagieren: der bällchen-junkie, der futter-verrückte, der lob-besessene. für sie entwickelt sich die positive verstärkung zum eigentlichen zweck, wie beim jagdhund das hetzten um des rennens willen.
mein rat wäre, futter im großen und ganzen aus der erziehung fürs erste zu verbannen - vor allem in der von dir geschilderten situation. ich persönlich halte nichts davon, unerwünschtes verhalten (betteln) mit einem gegenreiz zu belohnen. belohnung ist für mich mich für sachen vorbehalten, die der hund tun soll (a la sitz und platz). unerwünschtes verhalten korrigiere ich ("nein" kann wunder wirken), notfalls gibts auch mal ne strafe (unterordnung, in schlimmen fällen gardinenpredigt)
ich würde dir raten, vor allem in situationen, wo mit vielen fremden hunden zu rechnen ist, gar nichts freßbares dabei zu haben. mache ich auch nie. da hätte ich schon angst um meinen rüden (käme so ein verfressener rottweiler daher, würde nur mus übrig bleiben :D)
ansonsten denke ich, dass du dich schon richtig verhälst, in dem du deinem rüden klar machst, dass sein verhalten gegenüber hund meier und hund lehmann nicht tolerierst. du musst halt nur äußerst konsequent bleiben und solltest schon den ansatz verhindern - denn sobald er zum zug kommt, hat er erfolgserlebnis, das sein ego aufbläst. klar finden sich immer mal die zwei rüden, die sich partout nicht riechen können, das kann man nicht wirklich verhindern, aber mobbing als freizeit-vergnügen muss ja auch nicht sein.

gruß
bettina