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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Leben mit Paul



Old Timmy
14.11.2005, 18:19
Paul ist ein kleiner Shih-Szu, den ich vor drei Jahren aus Spa-
nien "gerettet" habe. Angeblich sollte er damals 7 Jahre alt
sein, wahrscheinlich war das aber etwas "zu jung" gemacht.
Es war Liebe auf den ersten Blick. Zuerst hatte er Probleme
mit der Prostata. Ich musste ihn kastrieren lassen, da er an-
sonsten Krebs bekommen könnte - so der Tierarzt. Dann bekam
er ganz plötzlich einen Herzanfall. Ich war zutiefst erschrocken
und rannte mit ihm zu einem Hunde-Kardiologen. Der bestätigte
mir, dass Paul einen schweren Herzklappenfehler habe. Seit
diesem Tag muss er unbedingt täglich zwei Herztabletten haben, mit denen es ihm eigentlich ganz gut geht. Dann plötz-
lich erkannte ich an seinem linken Auge Veränderungen, die
ihm auch sichtlich Schmerzen bereiteten. Die Diagnose in
der Tierärztlichen Hochschule Hannover war niederschmetternd. Er leidet an einer seltenen Augenkrankheit,
wo sich die Hornhaut ablöst. Ca. 3 Monate haben wir mit Medikamenten alles versucht, doch die Schmerzen wurden
schlimmer, so dass ich auf die Ärzte hörte und der Operation
zustimmte. Das war im Dezember 2004. Obwohl er wegen
seiner Herzkrankheit ein Risikopatient war, hat er die OP gut
überstanden. Dann im März 2005 passierte dasselbe mit
dem rechten Auge. Inzwischen wurde auch dieses Auge heraus
operiert, denn blind war er sowieso. Auch das hat er nun gut
überstanden, hat keine Schmerzen mehr freut sich wieder am
Leben.
Ich fahre ihn jeden Tag mit einer Kinderkarre spazieren und
gehe an einen Ort, wo er ungestört herumlaufen kann, ohne dass er ein Hindernis hat. Ich komme mir vor, wie eine Mutter
mit einem behinderten Kind und kann gut nachfühlen, dass
sie dieses Kind besonders lieb hat.
Ich will hiermit nur jedem Hundefreund Mut machen, denn
einschläfern kann man nur einmal!
Gruß Old Timmy

Nora
16.11.2005, 11:28
Oh ha! Der Hund hat aber ganz schön viel erlebt!!! :eek:

Old Timmy
23.11.2005, 17:20
Hallo Nora! Ich wollte Dir nur kurz berichten, dass es Paul inzwischen super
gut geht. Er ist eben eine Kämpfer-Natur. Und ich bin überglücklich, dass ich
nicht auf alle Skeptiker gehört habe, die ihn längst einschläfern wollten. Er
macht mir Riesenfreude, ist "verfressen" und zeigt mir, dass er mich lieb hat.
Ich habe zwar immer noch etwas Angst, was uns als nächstes passiert,
will jetzt aber genießen, dass es ihn noch gibt.
Nur nebenbei, was ich an Geld für ihn aufwenden mußte, dafür könnte ich
wohl locker eine Kreuzfahrt machen. Doch für mich ist sein Dank viel viel
schöner als jede Urlaubsreise, auf die ich im übrigen schon sehr lange
seinetwegen verzichte.
Liebe. glückliche Grüße von Old Timmy und Paul

Übrigens habe ich noch weitere 9 Katzen (alles Gesammelte) und einen
Chihuahua (Tobi), den auch keiner mehr haben wollte. Sie alle lieben
Paul und achten ihn.

Nora
24.11.2005, 13:31
Wow, du bist deinem Hund ja echt super treu!:) Und du kannst bestimmt gut mit Tieren umgehen!;)

Old Timmy
24.11.2005, 17:46
Hallo Nora! Ich weiß nicht, ob ich wirklich so gut mit Tieren umgehen kann.
Man sagt mir nach, ich würde sie zu sehr "vermenschlichen". Das mag zum
Teil stimmen. Besonders, wenn ich ein Tier hergeben musste, denn sie haben
nun mal nicht die Lebenserwartung wie wir Menschen, dann bin ich jedesmal
ein Stück mitgestorben. Das ist furchtbar. Ich lebe inzwischen allein, meine
Söhne sind erwachsen und haben ihre eigenen Familien. Meine Großkinder
brauchen mich nicht so sehr, außerdem habe ich vielleicht ein bißchen andere
Vorstellungen, denn man nennt mich wohl zu Recht "Oma DuDu". So habe ich
eben meine Tiere, weil die mich wirklich brauchen und lieben, so wie ich bin.
Vielleicht übertreibe ich es manchmal tatsächlich mit meiner Liebe zu Tieren,
es kann wohl sein. In meiner Nachbarschaft lächeln sie über mich, wenn ich mit Paul in der Karre spazieren fahre. Ich sehe das sehr wohl. Bin es aber leid, jedem zu erklären, warum ich das tue. Ich habe schon überlegt, ob ich Paul so ein Blindentuch umhänge - mit drei schwarzen Punkten - damit die Leute
begreifen, dass ich nicht "plem-plem" bin, sondern alles seinen Grund hat und
ich durchaus weiß, was ich tue.
Liebe Grüße -Old Timmy

Nora
25.11.2005, 13:50
Ich finde man kann gar nicht lieb genug zu Tieren sein. Wenn Sie sich mal vorstellen, was manche Tiere erleiden müssen: bei tiertransporten, bei welchen die keine Ahnung von Tieren haben,in tierheimen, in der natur......
ich finde das haben die Tiere verdient, gestreichelt und gut gepflegt zu werden!!! :kraul: :kraul: :kraul:

Nora

P.S: Ich liebe Tiere und zwei sind bei mir schon gestorben. Ich bin auch sehr traurig dann. :(