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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gerhard´s 28te: Meine Nummer 1



Gerhard
09.11.2005, 10:12
Meine Nummer 1 ist bzw. war eine Schäferhündin. Die war so aussergewöhnlich, dass ich alle späteren Hündinnen nach ihr benannte. Und so kam ich an diesen Hund: Vor 20 Jahren übernahm ich, vom Ausland kommend, die Leitung einer grossen Firma in Norddeutschland. Kurz zuvor war der eine unserer zwei Hunde gestorben. Den neuen Hund nahm ich einer Familie ab, die in ihrer neuen Wohnung keinen Hund halten durfte.

Nele 1 krempelte unser Leben um. Innerhalb von ein paar Wochen waren folgende Versicherungsfälle aufgetreten: Zerstörung diverser Kleidungsstücke, mehrmaliges krankenhausreifes Beissen auf mich zukommender Personen und so weiter. Nach jedem neuen Versicherungsfall kündigte die jeweilige Versicherungsgesellschaft den Vertrag. So wechselte der Hund von mir als dem "Erst"-Eigentümer auf meine Frau und dann weiter auf unsere Kinder. Jedesmal bei einer neuen Versicherungsgesellschaft. Bis eines Tages der Amtstierarzt vor unserem Grundstückstor stand. Kurz davor hatte der Hund einen Jungen, der durch die Scheiben in unser Auto, das sich auf einem Waldparkplatz befand, hineinschaute, in einem tollwutgefährdeten Gebiet gebissen.

Vom Amtstierarzt wurden wir aufgeklärt, dass wir einen Angstbeisser haben. Und ich dachte immer, was ich über einen mit ungewöhnlichem Beschützerinstikt ausgerüsteten Hund verfüge. Aufgefallen war uns von Anfang an, dass der Hund nur auf mich reagierte. Und dass wir ihn zwingen mussten, die Küche und die anderen Räume, in denen wir uns aufhielten, zu betreten. Er war offensichtlich gewohnt, sich nur auf dem Flur(en) aufzuhalten. Nun wusste ich, dass ich einen Angstbeisser habe und benahm ich entsprechend. Innerhalb von wenigen Monaten wurde aus dem Hund wieder ein normales Geschöpf. Das einzig Unnormale war, dass er sich, wenn ich auf der Couch sass, mir immer gegenüber hinlegte und mich mit lächelndem Gesicht nicht aus den Augen verlor. Mein Frau sagte, dem Hund merkt man an, dass er in dich verliebt ist.

Roswitha2
09.11.2005, 15:33
Hallo Gerhard,
ich habe einen Angstbeisser. Bitte hilf mir, die Angst des Hundes zu beseitigen!

Deine Roswitha2

Gerhard
09.11.2005, 16:29
Liebe Roswitha2,
bevor ich auf meine Hündin Nummer 1 gestossen bin, hatte ich noch nie was von Angstbeissern gehört. Es gab aber offensichtlich schon Angstbeisser, bevor die Hunde mit Elektrohalsbändern legal gequält werden dürfen. Bei uns ist es normalerweise so, dass allein meine Frau den bzw. die Hunde füttert, damit diese nicht so stark auf mich fixiert sind. Bei meiner Hündin Nele 1, meiner Hündin Nummer 1, habe ich nach der Aufklärung durch den Amtstierarzt diese Regel gebrochen.

Ich kümmerte mich 24 Stunden täglich um den Hund. Der Hund wurde a) nur noch von mir allein gefüttert und ist b) auch mit mir auf die Arbeit gefahren. Da ich damals als Chef einer internationalen Firma ein grosses Arbeitszimmer hatte - seit drei Jahren bin ich selbständig mit mehreren Büros - konnte sich c) der Hund darin aufhalten, wo er wollte. Er lag aber immer zu meinen Füssen und betrachtete die Welt aus seiner Seitenlage heraus. Ich sprach d) den Hund immer nur mit gütigem Ton an, ganz egal, was vorgefallen war. So konnte e) der Hund erfahren, dass er von mir nie geschimpft oder gemassregelt oder gar geschlagen wurde. Nach spätestens einem Vierteljahr liess sich der Hund dann auch von fremden Personen streicheln. Er hatte das Zutrauen zur Menschheit wieder gefunden.

Ich gehe mit all meinen Hunden in der Vergangenheit und in der Gegenwart und sicher auch in der Zukunft so um. Bei Nele 1 war lediglich der Zusatz, dass ich die Fütterung selbst übernommen.habe. Das, was Sie Ihrem Hund zugute kommen lassen, sollten Sie natürlich auch auf die Beziehung mit den Menschen übertragen. Denn auch dann merkt der Hund, dass er Ihnen vertrauen kann. Ich bin erschüttert, wie manche in diesem Forum herumwüten und kann mir dabei denselben Umgang dieser WüterichInnen mit ihren Tieren vorstellen. So erinnere ich mich an eine Person, die fünf Wochen lang ergebnislos versucht hat, Ihren Hund an die Flugtransportbox zu gewöhnen.

Jacqueline1705
09.11.2005, 17:47
Das ist ja wirklich mal alles andere, als eine "gute" Gecshichte. Wie kann ich es denn zulassen, dass ein kleiner Junge von meienm Hund gebissen wird, wenn ich doch weiß, dass es desöfteren zu solchen Beißattacken kommt.
Ich finde das wirklich unverantwortlich! Und es ist weiß Gott nichts dabei, wonit man sich rühmen müsste.
Wenn ich ein solches Tier an der Leine habe (und ich hoffe, dass Sie sie wenigstens mal ab und an an der Leine geführt haben), dann weiß ich damit umzugehen und dann darf soetwas nicht passieren! :sn:

Jacqueline1705
09.11.2005, 17:55
Ach so, dafür fällt der Hund dieser von Ihnen genannten Person wenigstens keine wehrlosen Menschen, geschweige denn Kinder an.
Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie schrecklich ich das von Ihnen geschriebene an!
Soetwas ist wirklich dumm!