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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Labrador will nachts nicht schlafen



maaja
02.11.2005, 09:47
Hallo Allerseits!

Wir haben da ein nerviges Problem. Wir haben einen 5 Monate alten Labrador und er will nachts nicht schlafen.

Er schläft in keinem Durchgangszimmer und hat eine eigene große Kistenhöhle. Es hat angefangen das er nach dem Morgenspaziergang (6uhr) mit meinem Mann von 7 bis halb 8 Terror gemacht hat. Das heißt er hat an der Tür/Wand gekratzt und gejault wie ein Wahnsinniger. Hat man die Schlafzimmertür aufgemacht war er sofort ruhig. Er kann leider nicht vor dem Schlafzimmer schlafen, da das das Wohnzimmer ist und er dort immer auf dem Sofa geschlafen hat.

In der Hundeschule haben Sie uns den Tipp gegeben, dass wir doch morgens sein Wirkungsbereich ausdehnen könnten. Das haben wir getan und er durfte so in das Zimmer wo er schläft, Küche, Bad und Flur. Das hat auch eine Woche gut geklappt. Er kam immer ganz verschlafen aus dem Bad getapst, wo auch eine Decke liegt.

Bloß jetzt fängt er an um halb 1 nachts Terror zu machen, gefolgt von 3 Uhr und halb 5. Am Anfang waren wir mit Ihm unten, da wir dachten er muss mal. Aber als wir unten waren drückt er sich ein paar Pseudotropfen raus und schnüffelt rum.
Jetzt ignorieren wir es, machten mal unsere Tür auf, wieder zu und Ruhe...bis heute Nacht 3 Uhr...er hat nicht Ruhe gegeben und da habe ich die Tür aufgemacht und er könnte wieder in Flur/Küche/Bad. Was war das Ergebnis? Er hat heute um 7 Uhr an die einzige Tür gekratzt die noch zu war.

Ich weiß echt nicht mehr weiter..bräuchte dringend mal Schlaf.
Am mangelnden Auslauf kann es nicht liegen, da wir abends ca. 2,5 Stunden draußen sind. Mit Schweinsohren haben wirs auch schon probiert. Die halten 1 Stunde und dann geht es los. Kauknochen mag er auch nur wenn wir dabei sind, Spielzeug auch.

Sonst klappt das mit dem hören schon supi..und er schläft auch schön im Büro. Aber allein schlafen...geht gar nicht.

Ich hoffe Ihr habt Ideen was wir noch machen können.

Viele Grüße

Silvia

Carlina
02.11.2005, 11:16
Meinst du er fühlt sich allein? Wir hatten unsere Hunde auch zuerst im Flur, weil wir dachten, das sei praktisch, fanden die Hunde aber nicht, sie wollten in unserer Nähe schlafen. Unser Wohnzimmer ist auch direkt vor dem Schlafzimmer und wir legen abends eine Folie (große Silberfolie, eine Rettungsdecke aus dem Verbandskasten.) aufs Sofa, weil das zuerst auch gern als Hundesofa benutzt wurde. Nun sind sie nah bei uns (direkt im Schlafzimmer wollen wir sie nicht) und schlafen seitdem gut.

claubi
02.11.2005, 14:34
Versucht, ihn mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Wenn ihr dort keinen Platz habt o. ihr keinen Hund im Schlafzimmer mögt, lasst die Tür auf u. bietet ihm einen Platz an, von dem er vielleicht Sicht-u.Hörkontakt mit euch hat.
Ein Labrador ist ein Hund, der engen Menschenkontakt haben möchte u. dazu gehört auch das gemeinsame Ruhen.
Unsere Goldiehündin z.B. richtet sich immer nach unseren Schlafzeiten, egal ob wir um 7.00Uhr o. am WE auch mal um 10.00Uhr aufstehen. Wenn wir schlafen, heißt das auch für sie Ruhe halten.
Ich musste meinen Mann auch erst davon überzeugen, aber auch Menschen können manchmal anpassungsbereit sein!!
Übrigens finde ich 2,5 Stunden am Stück Gassi o. andere Bewegung vielleicht etwas lang für einen 5Mon. alten Hund.
Vielleicht ist er ja dann auch zur Nacht etwas überdreht u. kommt nicht so richtig zur Ruhe.

Viel Glück u. bald einen erholsamen Schlaf
wünscht Claudia

danina
02.11.2005, 18:38
Hallo Silvia,

ich stimme Claudia voll zu: nehmt den Hund mit ins Schlafzimmer. Was spricht dagegen?
Hunde sind Rudeltiere. Sie verstehen nicht, warum wir sie nachts "ausschließen" und können dann verstört reagieren.

Es kann auch sein, dass dein Hund vermittelt bekommt, dass er eine Art Wachfunktion hat (wo genau ist die Liegestelle?) und damit (logischerweise) komplett überfordert ist.

Liebe Grüße,
Nina

Biene13
02.11.2005, 21:32
Hallo Silvia
nehmt ihn mit ins Schlafzimmer und er wird schlafen wie ein Lamm.
Wir haben für unseren Kleinen sein Bettchen neben meinem Bett stehen, wenn er sieht, daß ich mein Schlafzeug anziehe, marschiert er freiwillig in seine Koje und er ist muchsmäuschenstill, bis ich morgens aufstehe.
In der Natur schläft das Rudel auch zusammen, niemand wird ausgeschlossen.
Wer alleine ist, ist verloren und dem Tod geweiht. So ist das Gesetz. Euer Kleiner hat einfach nur Angst. Ich würde ihm das nicht verweigern.
Er muß ja nicht ins Bett, es reicht schon, sein Körbchen mit ins Schlafzimmer in eine Ecke zu stellen.

Liebe Grüße Biene13 Heidi

Jacqueline1705
02.11.2005, 21:55
Hallo!
Bei meinem Wuffel kommt es auch schon mal vor, dass er mal ein bisschen Terror macht in der Nacht. Das ist aber nur, wenn er uns hört oder nochmal kurz raus muss. Er schläft in der Küche. Dort hat er sein Körbchen und die Tür ist zu, damit er den Rest der Wohnung nicht unsicher machen kann. Direkt an die Küche grenzt unser Schlafzimmer an. Aber auch da machen wir die Tür zu, weil er sonst ständig in unser Bett stürmen würde. Und das wollen wir nicht. Aus vielen Gründen.
Jetzt, wo ich das hier gelesen habe, dass ein Hund sich dann ausgestoßen fühlt und somit in einem wildlebenden Rudel dem Tode geweiht sei, habe ich folgende Frage: Gewöhnt sich ein Hund irgendwann daran und lernt zu verstehen, dass ihm nichts passieren kann? Denn bis auf die oben beschriebenen, wirklich wenigen Ausnahmen, schläft Rocco friedlich in seinem Körbchen bis zum nächsten Morgen. Kann es sein, dass er schon gelernt hat, dass ihm hier nichts passiert? Oder schwächen die Urinstinkte eines Hundes ab?
Liebe Grüße
Jacqueline :cu:

Hovi
03.11.2005, 13:49
Hallo Silvia,

was darf Dein Hund denn, und was darf er nicht? Wenn ICH schon verwirrt bin, wie muß es da erst dem jungen Hund ergehen? ;)

Du schreibst:


Original geschrieben von maaja

Er kann leider nicht vor dem Schlafzimmer schlafen, da das das Wohnzimmer ist und er dort immer auf dem Sofa geschlafen hat.

Was heißt immer? Durfte er denn auf das Sofa? Falls nein, wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr bemerkt habt, dass er da schläft? Und was spricht aus eurer Sicht dagegen, dass er auf dem Sofa schläft? Es gibt schmutzabweisende Überwürfe.

Und mittlerweile (wie lange schon nicht mehr?) darf er nicht mehr auf das Sofa?



In der Hundeschule haben Sie uns den Tipp gegeben, dass wir doch morgens sein Wirkungsbereich ausdehnen könnten.

Wozu? Er soll doch schlafen? Wozu braucht er morgens dann einen "erweiterten Wirkungsbereich"? Das wäre bereits die 2. Änderung der Schlafgewohnheiten, die euer gerade mal 5 Monate alter Hund mitmacht. Ich vermute, ihr habt ihn mit 8 Wochen bekommen? Dann ist er jetzt *rechelrechel* ein Vierteljahr bei euch.





Bloß jetzt fängt er an um halb 1 nachts Terror zu machen, gefolgt von 3 Uhr und halb 5. Am Anfang waren wir mit Ihm unten, da wir dachten er muss mal. Aber als wir unten waren drückt er sich ein paar Pseudotropfen raus und schnüffelt rum.

Ein nettes Spiel für den Hund ;). Wie lange habt ihr euch von ihm an der Nase herumführen lassen? ;) (nicht böse gemeint, solche Anfängerfehler passieren wahrscheinlich jedem :D ).

Aber: Auch hier wieder: seine Schlafgewohnheiten wurden geändert. Wo ist die konsequente Linie?



Jetzt ignorieren wir es, machten mal unsere Tür auf, wieder zu und Ruhe

Änderung Nummer 4 ;) .



...bis heute Nacht 3 Uhr...er hat nicht Ruhe gegeben und da habe ich die Tür aufgemacht und er könnte wieder in Flur/Küche/Bad. Was war das Ergebnis? Er hat heute um 7 Uhr an die einzige Tür gekratzt die noch zu war.

Euer Hund ist dabei, euch perfekt zu erziehen. Ihr tut, was ER möchte. Nichts dagegen, für den Hund einen Schlafplatz in eurer Nähe einzurichten, aber bitte: Dann wird auch geschlafen!

Was euer Hund da mit euch treibt, ist "Terror". Ihm ist langweilig, und ihr springt, wenn er aktiv wird. Er agiert, ihr reagiert. Lobt er euch denn wenigstens für eueren Gehorsam? :D

Sorry, dass ich das so flapsig schreibe. Ich glaube Dir, dass diese Situation für Dich sehr stressig ist. Ich möchte nur klarmachen, wo der "Hund begraben" liegen könnte. Innerhalb von nur 3 Monaten ändert ihr ständig die Rituale, ihr richtet euch nach dem Hund, statt umgekehrt. Und der nutzt das natürlich schamlos aus :cool: .



Mit Schweinsohren haben wirs auch schon probiert. Die halten 1 Stunde und dann geht es los. Kauknochen mag er auch nur wenn wir dabei sind, Spielzeug auch.

Wie nett :) , der Hund bekommt für seine Unruhe auch noch Belohnungen... dann wird er dieses Verhalten in Zukunft mit wachsender Begeisterung und noch stärker zeigen ;).

Lösungsvorschläge aus dem Dilemma:

1) Ihr lasst den Hund bei euch im Schlafzimmer schlafen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gibt er dann Ruhe.

2) Ihr weist ihm einen festen Schlafplatz zu. Da soll er schlafen. Mit 5 Monaten ist er kein kleiner Welpe mehr, sondern schon ein Junghund, der Schlafplatz muß nicht unbedingt in eurem Schlafzimmer sein. Gefiepe, Gejammer, Herumlungerei wird IGNORIERT. Das Türenkratzen hat er sich wohl schon angewöhnt, hier würde ich aus dem Baumarkt vorübergehend Metallplatten in Pfotenhöhe an die Türen machen, damit er euch die Türen nicht komplett ruiniert.

3) Seine Unruhe darf ihm KEIN EINZIGES Erfolgserlebnis mehr verschaffen. Das heißt: wenn er unruhig wird, gibt es weder Aufmerksamkeit von euch (nicht mal einen Blick, auch keine Schimpfe!), kein Spielzeug, kein Schweineohr, und schon gar keinen Spaziergang. Der Lerneffekt muß sein: Mein Herumnölen bringt mir nichts, also kann ich genauso gut Ruhe geben.

Ich wünsche euch baldige ruhige Nächte!
:z:

LG
Claudia

Biene13
03.11.2005, 19:39
Liebe Claudi
toll geschrieben hast Du das und vermutlich den Nagel auf den Kopf getroffen.
Unser Kleiner kennt das gar nicht anders, als dass er bei uns im Schlafzimmer schläft und dass er abends, nachdem wir zu Abend gegessen haben und der gemütliche Fernsehabend eingeläutet wird, auch mit auf das Sofa darf. (Allen Regeln der Hundetrainer zum Trotze?) Wir haben da aber einen Kompromiss geschlossen. Er hat extra seine "Sofadecke" und das bedeutet, wenn die auf der Couch liegt darf er rauf, wenn die da nicht liegt ist die Couch tabu. Er weiß das auch ganz genau und hat deshalb noch nie rumgemault oder versucht, das irgendwie zu umgehen oder zu verändern. Sprich Decke = Gesetz

Komisch, wie lernfähig unsere Vierbeiner doch sind, oder?
Liebe Silvi, ich glaube auch, daß Euch Euer Hundi da gut im Griff hat. Aber was spricht bei Euch dagegen, daß er mit im Schlafzimmer schläft? Mich beruhigt das Schnarchen meines Dackels immer. Und es fällt ihm auch nicht ein, des Nächtens durch die Wohnung zu wandern und dumme Spiele zu spielen.

Und 2,5 Stunden am Stück mit ihm zu laufen ist auch nicht so gut, weder für die Gelenke noch für seine Nerven. Es wird ihn eher aufputschen, als ermüden. Was ihn wirklich müde macht ist eine geistige Auslastung. Wie komme ich an Futter- grübel?, Was will Frauchen mit dem Klicker da von mir - grübel?
Welche Aufgaben habe ich im Rudel - grübel?
Meiner trägt mir die Zeitung rein, holt mir die Hausschuhe, bringt sein Halsband und Leine (auf Kommando) und sortiert mit mir die Wäsche in die Waschmaschine und ist ungemein stolz, wenn ich ihn dafür lobe. Nach solchen Arbeiten ist er dann auch sehr ruhig und entspannt. Du siehst, es muß nicht immer stundenlanges Herumlaufen sein.

Liebe Grüße Biene13 Heidi