PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : @catweazle



Mili
12.09.2002, 19:01
Hallöchen catweazle,

als erstes mal muß ich los werden, daß du für eine Züchterin wirklich klasse Ansichten hast und ich deine Beiträge wirklich gerne lese. Dickes Lob also! Die meisten, die ich aus der Praxis kenne sind nämlich ziemlich ..... ;-)
So, genug geschleimt! *g* Zu meiner Frage:
In irgendeinem Zusammenhang habe ich von dir gelesen, daß Maskenkatzen eher narkoseunverträglich sind. Woher hast du das? Mir ist das total neu und würde mich interessieren. Wir benutzen kein bestimmtes Mittel bei diesen Katzen und generell werden bei uns Injektionsnarkosen vorsichtig dosiert. Ich könnte nicht sagen, daß gerade "Maskenkatzen" Probleme in der Narkose machen und unsere Narkoseerfahrungen sind ziemlich gut, wir operieren viel und haben eben auch ne Menge Rassekatzen dabei.
Für Infos wäre ich dankbar!
LG Mili

Gabi
12.09.2002, 19:24
Ich bin zwar nicht catweazlecat, aber ich gebe einfach mal meinen Senf dazu.
Ich habe von der Narkoseunverträglichkeit von einer Bekannten erfahren, die auch Maskenkatzen hat. Ich habe meinen TA vorsichtshalber auch noch darauf angesprochen, bevor Gini (siehe linkes Bild) :) kastriert wurde. Er wusste selbstverständlich Bescheid und hat ihr eine geringere Narkosedosis verabreicht, was sich auch bemerkbar machte, da sie um einiges früher aufgewacht ist, als ihre Somalifreundin, die zur gleichen Zeit kastriert wurde.

LG Gabi

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

http://homepage.hamburg.de/neva-somali

Mili
12.09.2002, 20:31
Hallo Gabi,

danke für deine Mail. Aber leider hilft mir das nicht wirklich weiter. Wenn das so ist, möchte ich wissen, warum das so ist bzw. ob das bewiesen ist. Außerdem ist es völlig logisch, daß die Katze mit weniger Narkotikum eher wieder aufwacht. Das würde jede Katze, mit ein wenig Pech auch zu früh! So wie ich das verstanden habe, dürfen Maskenkatzen wohl nicht die gleiche Dosis bekommen, wie "normale" Katzen, da sie sonst zu weit in die Narkose kommen. Dies bedeutet für mich, daß sie mit weniger Dosis im Schnitt genauso lange schlafen wie die anderen. Oder habe ich da was falsch verstanden?
LG Mili

TineX
13.09.2002, 10:10
Hallo Mili,
interessante Frage! Ich habe nämlich auch eine Maskenkatze und habe bis dato noch nicht klären können, wie es sich mit dieser "Narkoseunverträglichkeit" verhält.
Meinen TA habe ich damals vor der Kastration darauf angesprochen, er konnte mir auch keine Auskunft dazu geben, sondern hat mir erklärt, dass er generell vorsichtig dosiert (wie ihr) - und so war es kein Problem.
Jetzt habe ich nochmal in "Google" recherchiert:


Dieses Phänomen der Maskierten in der Katzenzucht (Siamesen, Colourpoint Perser und BKH, Neva Masquerade, etc.) hängt mit dem Fehlen eines bestimmten Lipides (Fettstoff) im Blut zusammen. Dies bewirkt, daß das Narkosemittel stärker und besser vom Körper aufgenommen wird. Das kann sowohl zum Schock und/oder sogar Herzstillstand während oder kurz nach der Operation führen. Eine genaue Dosierung des Narkosemittels am Gewicht des Tieres oder die aufwendigere Verwendung von Lachgas sind anzuraten. http://www.lasperlas.de/geb.htm

So wie ich diese Aussage interpretiere, ist es ausreichend eine GENAUE Dosierung vorzunehmen und das machen die sicher die meisten TA heute sowieso. Ihr wiegt die Tiere sicher auch, oder?!

Schönen Gruss
Tine

Mili
14.09.2002, 13:19
Hallo Tina!

Jau, danke für die Mail. Das ganze leuchtet mir ein! Jetzt bin ich ein bißchen schlauer! *g*
Jetzt kurz zu deiner Frage: Natürlich werden unsere Patienten (alle-nicht nur Katzen) vor einer Narkose/Sedation gewogen und nochmal durchgecheckt. Leider gibt es aber genug TÄ, die so "nach Gefühl/Erfahrung" dosieren. Wahrscheinlich passieren dann in erster Linie solche Narkosezwischenfälle bei diesen! Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, daß eine leichte Unterdosierung einer Injektionsnarkose (wir nehmen Ketamin/Domitor) völlig ausreichend ist bei einem Routineeingriff, z.B. Kastration. Allerdings können wir im Notfall auch noch die Inhalatinsnarkose einsetzen.
LG Mili

Lana
14.09.2002, 14:18
Hallo,

die Frage kann ich leider nicht beantworten, aber ich habe eine Perser-Colourpoint-Katze.

Sie wurde mit 11 Monaten kastriert und wenn ich jetzt so zurückdenke, hat es wirklich sehr sehr lange bis zum Aufwachen nach der Narkose gedauert. Viel länger, als es mir der Tierarzt vorausgesagt hat. Ich hatte mir schon große Sorgen gemacht, aber es ist dann alles gutgegangen.

Es würde mich auch interessieren, ob bei Maskenkatzen die Narkose anders wirkt.

Viele Grüße von Lana

SteffiA
14.09.2002, 18:15
Kann ich so nicht bestätigen. Ich züchte auch Maskenkatzen (Balinesen) und hatte bislang bei den Kastrationen noch nie Probleme was längere Aufwachzeiten betrifft.

Beim letzten Mal war es sogar so, daß mich mein Tierarzt mit den Worten empfangen hat:, daß er bei meiner Katze während der Kastration nachdosieren mußte, da sie sich anschickte bei der OP aufzuwachen! Und er hat wirklich genau nach kg dosiert.

Sicher gibt es Linien, die diese Unverträglichkeit / Überreaktion zeigen, vielleicht auch vermehrt bei Maskenkatzen. Keinesfalls aber bei allen Maskenkatzen. Die einzige Linie mit einer nachgewiesenen Narkoseproblematik die ich kenne ist eine Mandarinlinie (aus DK), dort sind z. B. zwei Tiere aus einem Wurf während der Kastration verstorben (in unterschiedlichen Ländern, es war also kein Behandlungsfehler). Aber wie gesagt: keine Maskenkatzen!

Liebe Grüße
Steffi

catweazlecat
18.09.2002, 12:17
Hallo Milli

sorry das ich erst jetzt antworte aber war ein paar Tage im Urlaub <freu>.

Wie Dir TineX schon geschrieben hat, scheint es mit dem fehlenden Lipid zusammenzuhängen. Wir haben im Bekannten-Züchterkreis mehrere Fälle erlebt, bei denen die Tiere während der Kastration eingeschläftert wurden, da die "normale" Dosis zu hoch für die Tiere war. ich kann allerdings nicht behaupten das es sich dabei um bestimmte Linien handelt sondern eher ein generelles Problem zu bestehen scheint.
Wir lassen unsere Katzen deshalb immer nur leicht narkotisieren und es wird eben einfach nochmal nachgespritzt sollte sich ein Problem abzeichnen und die Narkose nicht lange genug wirken.
Unsere Tierärztin hat aber glücklicherweise ein gutes Händchen und kann es auch mittlerweile perfekt einschätzen ab wann die Süssen wieder wach werden. Meist direkt nach dem Schliessen der Wunde.
Da ich immer bei den Kastrationen dabei bin, habe ich damit wirklich nur gute Erfahrungen gemacht!

Übrigens danke für die Blumen! Es freut mich sehr wenn meine Bemühungen zum Wohle der Katzen Anklang finden und ich mit meinem bescheidenen Wissen helfen kann.

Viele Grüsse