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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hunderettung I - aus dem Weiher



Gerhard
23.10.2005, 12:06
Meine Schwägerin war zu Besuch. Da ich meine Schwägerin kenne, habe ich Gummistiefel meiner Frau - beide haben dieselbe Grösse - ins Auto verfrachtet und dann sind wir zum Wandern gefahren. Als wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung aus dem Auto stiegen, wies meine Schwägerin darauf hin, dass sie nur Hausschuhe anhabe. Dem konnte ich ja dann mit den "zufällig" vorhandenen Stiefeln abhelfen.
Der Hund preschte vor, dann folgte ich und in der dritten Reihe unterhielten sich meine Schwester über ihre Enkel und/oder Königsnachwuchs. Der Abstand zwischen den Wanderern wurde immer grösser. Plötzlich war der Hund verschwunden und mein Telefon meldete sich mit einem Warnton. Das war der Hinweis, dass mit dem Hund was nicht stimmte. Kurze Zeit später fand ich den Hund. Er war in einen kleinen, kreisrunden Weihe gefallen und kam nicht mehr heraus.
Ich zog mein Hemd aus und legte es neben mich. Dann robbte ich an den Rand des Weihers und versuchte, mit dem Arm herauszubekommen, wie tief das Wasser ist. Mein Arm fühlte keinen Grund und als ich ihn wieder herauszog, fehlte meine Uhr - ein Abschiedsgeschenk des Betriebes, in dem ich 30 Jahre beschäftigt war, bevor ich mich selbständig machte. Die Uhr war im Weiher versunken. Dann rief ich meinen Hund, der darauf hin zu mir ruderte. Als ich versuchte, ihn zu fassen, fiel meine optische Sonnenbrille in den Weiher und versank. Etwas später habe ich den Hund doch noch am Halsband erwischt. Der Hund paddelte erschreckt zurück und ich hatte das Messinghalsband mitsamt dem kleinen Telefon, das am Halsband befestigt war, in der Hand.
Endlich - endlich habe ich den Hund so halten können, dass ich ihn aus dem Weiher herausziehen konnte. Ach, war ich froh! Für ein paar Sekunden. Dann prasselte ein schmutziger Wasserschwall auf mich nieder. Der Hund schüttelte sich. Mein Hemd, mein Unterhemd und meine Hose waren nicht mehr gesellschaftsfähig. Meine beiden Damen, die zwischenzeitlich auf mich auf geschlossen hatten, reagierten so, wie es bei Schadenfreude halt so üblich ist.
Die verlorenen Sachen zählen zu den Kosten, die neben der Hundesteuer noch anfallen. Aber was macht´s. Der Hund ist wieder quietschvergnügt und sich keiner Schuld bewusst.

Gerhard
23.10.2005, 14:44
In der fünften Zeile ist mir ein Fehler passiert. Diese Zeile sollte heissen:
Der Hund preschte vor, dann folgte ich und in der dritten Reihe unterhielten sich meine
Frau und ihre
Schwester über ihre Enkel und/oder

Roswitha2
23.10.2005, 18:14
Hallo Gerhard!

Ich habe alle Ihre Geschichten gelesen, die in den verschiedenen Talks zu finden sind. Sie sollten doch, wie bereits vorgeschlagen, diese und andere Geschichten in einem Buch zusammenfassen.

Ihre Roswitha2

Suzanne
23.10.2005, 21:44
Nun Gerhard, was sind ein paar nasse Klamotten und irdische, ersetzbare menschliche Kostbarkeiten gegen ein "gerettetes" Hundeleben :D

Dies erinnert mich ein wenig an die erste Wassererfahrung unseres Hundes. Wir gingen in einem Park spazieren, durch Leinenpflicht unseren Junghund (damals um die 5 Monate alt) an der Leine.

Wir blieben an einem eingefaßten Tümpel stehen und schauten inner Gegend rum, als unser Hund sich wohl für den Allmächtigen hielt, und glaubte, er könne übers Wasser gehen :rolleyes: Es machte plötzlich "schwupp" und das Hundchen verschwand unter Wasser :D

Wir haben ihn natürlich sofort "rausgefischt" aber lachen mußten wir trotzdem. Dieser Gesichtsausdruck "wie das Wasser trägt nicht....."

Zum Glück war dies aber kein Trauma - er liebt das Wasser immer noch.

LG Susanne :cu: