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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Hund beschützt mich



hanser
20.10.2005, 02:12
hallo, ich hoffe ihr könnt mit weiterhelfen. ich habe einen 9 monate alten parson russell terrier, chico heißt er und ist zwar klein, aber ganz schön oho. er ist sozialisiert, er war auf der welpenschule und hat auch jeden tag sein training und seinen auslauf. das problem hat vor 2 monaten angefangen. wir waren auf einer grillparty und unser hund fing an unsere 7 sachen zu beschützen. er postierte sich neben den mitgenommenen korb und jeder der auf 2 meter vorbeiging bis auf uns wurde angeknurrt und bei nichvorbeigehen von unten mit angelegten ohren und fast schielenden blick auch geschnappt. Damals haben wir geschimpft und ihn mit nackengriff bestraft obwohl mein mann dieses verhalten toll fand, weil " es ist doch ein hund" Dies ging weiter mit beschützten seiner leine und immer wieder hilflosen von ihm belächelten Bestrafungen. unser hund, der mit ins büro kommt beschütz mitlerweile mich vor mitarbeitern und ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, um dieses von mir ungewollte verhalten unterkontrolle zu bekommen. was soll ich tun? ich habe angst das er mal ein king bei so einer aktion beißt. bitte helft mir.

Cornelia
20.10.2005, 07:00
Tut mir leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber: Dein Hund "beschützt" nicht Dich und Deine Sachen, sondern er kontrolliert SEINE Ressourcen.
Soll heißen, er ist der Meinung, dass er das Recht hat, zu bestimmen, was und wie er etwas für sich beansprucht - und damit auch, dass er es bestrafen darf, wenn sich da jemand "widersetzt".
Ich kann Dir nur raten, such Dir einen kompetenten Hundetrainer und zeig Deinem Hund, dass nicht er, sonder ihr bestimmt ...
Was das Verhalten auf der Party angeht: Durch Euer Schimpfen habt ihr ihm noch Bestätigung dafür gegeben, wie er sich verhält - und Dein Mann natürlich hat das noch getoppt, weil er es toll fand, wie der Hund sich benommen hat.
Ein klares "Nein", Hund schnappen und ihn auf einen Randplatz bringen - das wäre es da gewesen.
Ebenso im Büro:
Gib ihm einfach keine Gelegenheit, zu "beschützen". Er kriegt einen Platz in einer Ecke, so dass er nicht alles und jeden ständig unter Kontrolle haben kann - zur Not musst Du ihn zunächst dort anbinden. Wenn er sich da ruhig verhält, LOBEN (!!!), d. h. Aufmerksamkeit und Bestätigung für richtiges Verhalten, nicht für sein "Rumgemackere".
Dein Hund ist jetzt im besten Flegelalter und testet aus, wo seine Position ist und wie weit er gehen kann. Also zeig ihm deutlich, was Du von ihm willst - und was er sich nicht rausnehmen darf.

schulz
20.10.2005, 08:34
Dem ist nichts hinzuzufügen !
Gebe Cornelia vollkommen recht.
Euer Hund kontrolliert euch und wenn ihr nichts unternehmt, bekommt ihr später enorme Schwierigkeiten.
Wie sieht es denn bei euch zu Hause aus ? Darf er in euer Bett oder auf das Sofa ? Das sind Positionen die dem Rudelführer zustehen. Wenn er auf das Sofa darf, dann nur mit Erlaubnis. Es ist dann eine Ausnahme und das muß er lernen.

Tschüß Petra und Luri :cu:

Kokosch
20.10.2005, 09:44
ja euer hund akzeptiert euch nciht. Hatte genau dasselbe Problem. Sobald ich mich irgendwo auf eine Parkbank gesetzt habe hat er angefangen zu bewachen und alles wegzukläffen. Ich habe es in Griff ebkommen, in dem ich ihn im Büro am Vormittag auf seinen Platz verweise. Da darf er dann auch nicht aufstehen, wenn er sich nicht daran hält, wird er angeleint. Du musst seine Bewegungsfreiheit im Büro einschränken, anders geht es nciht. und er darf niemals vor Dir zu deinen Kollegen. Auch zu Hause wenn Besuch kommt, er muss auf seinem Platz bleiben bis Du ihm erlaubst den Besuch zu begrüßen. Du musst ihm klar machen,d ass es Deine Aufgabe ist zu beschützen.

Wenn das bei einer Grillfeier passiert musst Du ihn anleinen, weider seine Bewegungsfreiheit nehmen. Manchmal reicht es schon aus ihn nur für eine halbe Stunde anzuleinen. Meiner kapierts dann meistens.

Ich habe das aber auch nur mit Hilfe einer Trainerin in Griff bekommen.

LG
Nicole

Hovi
20.10.2005, 10:18
Cornelia hat das Problem ganz exakt beschrieben.

Darum: Raus mit dem Hund aus dem Zentrum, und zwar in doppelter Hinsicht: Sowohl räumlich gesehen (er darf nur noch "am Rande" liegen und bekommt Liegeplätze, von wo aus er nichts kontrollieren kann) als auch aus dem Zentrum eurer Aufmerksamkeit! Denn da scheint er sich mittlerweile erfolgreich hingeschnappt zu haben!

LG
Claudia

danina
20.10.2005, 21:44
Hallo,

von "Nein" oder bestrafen in der Beschützersitautaion würde ich zunächst abraten (lieber erstmal aus der Situation rausgehen oder den Hund hinter sich nehmen).

Der Hund bekommt sicher viieeele Signale, die ihm sagen, dass genau das, was er tut, SEIN JOB ist: er hat die Rudelführung (natürlich von allen ungewollt) "zugeschoben" bekommen. Das hat der Hund sich nicht selbst ausgesucht!
Eine Strafe kann ihn dann zusätzlich verunsichern (da er doch meint, seinen Job richtig und gewissenhaft auszuführen) und das Vertrauensverhältnis zum Menschen kann evtl. leiden, was sicher GAR nicht gut wäre.

Erstmal (auf jeden Fall unter professioneller Anleitung, ja!) an der Beziehung arbeiten, das halte ich für den ersten Schritt. DANACH kann man an dem konkreten Verhalten arbeiten.

Nur Mut! Das kann sehr anstrengend werden, aber euer Hund wird vermutlich irgendwann sehr erleichtert sein, wenn er euch nicht mehr beschützen muss - weil IHR das übernehmt!

Liebe Grüße,
Nina

hanser
20.10.2005, 22:15
Hallo, vielen Dank für eure tipps. haben heute schon damit angefangen. Spielzeug weggeräumt, im Haus auf seinen Platz verwiesen. Erst hat er geheult, aber wir waren hart und dann lag er nur noch in seinem Korb und hat gepennt. Außerdem durfte er heute nicht gleich zur Tür, als ich nach Hause kam. Mein Mann hat es auch alles gelesen und wir sind uns einig. Unser Hund darf zu Hause nie mit ins Bett und auch die Couch ist immer schon tabu. Er darf auch nicht in die Nähe des Esstisches, wenn wir essen, zu Hause war das auch nie das Problem. Nur im Büro ist er wie ausgewechselt, aber ich denke schon auch, dass es daran liegt, dass ich zu Inkonsequent bin schon mal durch die Arbeit und die wenige Zeit dort. In Zukunft werde ich daran arbeiten, dass der Hund einen festen Platz in der unübersichtlichen Blumenecke im Büro bekommt, genau wie er es von zu Hause gewöhnt ist. Eine andere Sache ist das, mit dem im Mittelpunkt stehen. Ich meine damit, wir haben keine Kinder und er ist vielleicht auch zu sehr Kindersatz geworden. Obwohl wir uns vorher tierisch damit auseinandergesetzt hatten, in puncto Erziehung. Bücher gekauft, mit der Züchterin 10x gesprochen, mit einer befreundeten Tierärztin gesprochen und zusätzlich eine Einzelausbildung durch eine befreundete Jägerin organisiert, also alles vorher überlegt, was die Verantwortung angeht. Die Jägerin hat einen eigenausgebildeten Deutsch-Kurzhaar und den Chico mit ausgesucht. Allerdings ist sie mit dem Latain am Ende gewesen, da sie dieses Problem nie erlebt und gesehen hat, auch nicht bei Chico.
Der Tipp mit dem in die Ecke setzten und notfalls anleinen find ich toll und werds ausprobieren und sicher mehr ignorieren. Vielen Dank und liebe Grüße

Cornelia
20.10.2005, 22:19
Na, das hört sich doch gut an - nur Mut, wenn ihr konsequent bleibt, ist der "Zwergenaufstand" bald vergessen... er probiert halt aus, was er sich erlauben kann.


Allerdings ist sie mit dem Latain am Ende gewesen, da sie dieses Problem nie erlebt und gesehen hat, auch nicht bei Chico.

DAS wundert mich allerdings - denn sooo selten ist das von Dir beschriebene Verhalten nun nicht....

hanser
20.10.2005, 22:55
Hallo Cornelia, nicht selten, aber der Vorführeffekt hat bis jetzt immer gefehlt. Wir treffen uns jeden Sonntag, um weiter zu üben gehen wir aufs Feld. Darauf freut sich Chico immer sehr. Der Jagthund ist mit dabei und macht vor. Wir haben ihm schon allen Unsinn beigebracht wie Rolle machen, Männchen und in Hocke rüberspringen, zu den normalen Grundübungen. Er macht das alles super. Aber genauso super beschützt oder bewacht er. Sie kann es nicht fassen, dass das Chico sein soll. oder villeicht Mr. Hight?

Kokosch
21.10.2005, 10:15
Hallo Hanser,

das war auch mein Problem die zu große Aufmerksamkeit: Der arme Hund kommt aus dem Tierheim, war total verängstigt. Mein Güte, ich habe mcih ständig gekümmert, betüttelt, beim spazieren gehen nciht aus den Augen gelassen. Hölle, wenn ich mir das heute so überlege....habe ihn jetzt auch von der couch verbannt. Das war echt hart für mich, nicht für den Kleinen. Aber es wirkt Wunder, ein Tag später funktionierte zum Beispiel das bei Fuß gehen ohne 100 Ermahnungen udn 100 mal Richtung wechseln. Aber ich muss mcih immer noch überwinden ihn nciht auf die Couch zu lassen. Aber ich spiele jetzt halt auf dem Boden mit ihm.

LG und weiter viel Erfolg!!
Nicole

hanser
21.10.2005, 14:25
Hallo Nicole, wie hast Du das gemacht? Hast Du nur die Couch verboten? Das Problem hatte ich ja nicht, er dürfte noch nie auf die. Irgendein Schlüsselerlebnis hatte Dein Hund damit es mit einem mal klappt? Hast Du ihn mehr ignoriert?
Grüße