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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ignoranz der Behörden



lupus29
15.09.2005, 10:34
Beigefügten Brief erhielt ich vor wenigen Tagen von der Katzenhilfe Westerwald.eV. Von dort ist unser Kater Titus

TIERSCHUTZ WIRD AUF DEM RÜCKEN DER TIERSCHÜTZER AUSGETRAGEN - kann es so weitergehen ?

Kürzlich fand eine Frau aus Wissen zwei einwöchige Katzenwelpen. Sofort alarmierte sie das zuständige Fundbüro, dort hat man sich gleich der Verantwortung entzogen, mit dem Kommentar, dass es kein "Fall" für das Fundbüro wäre. Freundlich verwies der Sachbearbeiter an den kooperierenden Tierschutzverein Peta in der Nähe von Gummersbach, welcher genau wie das zuständige Fundbüro nicht reagierte, lediglich mit einem Verweis an den TSV Altenkirchen. Da der TSV Altenkirchen in der derzeitigen Hochsaison keine Möglichkeit zur Aufnahme sah, verwies dieser an uns.

Unsere Pflegekatze Abbey (die übrigens als Fundtier aus dem Raum Herborn stammt, wo sich allerdings auch niemand für verantwortlich zeigte), die derzeit bei uns ihre fünf Kitten großzieht, zeigte Herz für die zwei Miniracker und adoptierte sie am gleichen abend. Natürlich muss unsere tolle Pflegestelle in Rennerod in diesem Fall zufüttern, damit auch alle sieben Zwerge wahre Prachtkinder werden.

Der TSV Altenkirchen, das TH Limburg sind, genau wie die Katzenhilfe-Westerwald e.V. entsetzt über die Ignoranz der Anwohner, zuständigen Behörden, wie auch der mit den Gemeinden kooperierenden Tierschutzvereine. So kann es nicht weitergehen, da müssen kommunalpolitische Lösungen herbei, Ignoranz erfahren die Tiere leidlich mehr als genug, wie jüngst das Beispiel mit der verletzten Fundkatze aus Niederelbert zeigte, wo die Anwohner und Behörden keine Notwendigkeit des Handels sahen, bis endlich das Tierheim Limburg eingeschaltet wurde, was - wie so oft - über die Tierheimgrenzen hinaus half. Frau Nobel die 1. Vorsitzende des Tierheims Limburg zeigte sofort Bereitschaft zu Helfen, weil das ansässige Tierheim mit 21 Katzen mehr als überfüllt war, dort fand sich keine Möglichkeit Leid von dem Tier zu nehmen, welches seit 20.160 Minuten mit gelähmter Hinterpartie durch Niederelbert im schönen Westerwald schlich. Oh Du schöner Westerwald, Käpt´n Hook, der Pflegling der Katzenhilfe-Westerwald e.V. robbte drei Wochen durch Borod bei Hachenburg, bis er endlich dankbar in die Obhut der Katzenhilfe-Westerwald e.V. gelangte. Alleine können die Vereine das Aufkommen nicht bewältigen. Wer hilft? Wer zeigt Herz? Wer fühlt sich zuständig ?

Kürzlich bekam die Vorsitzende der Katzenhilfe-Westerwald e.V. die Definition zur Unterscheidung von Fund- und herrenlosen Katzen von einem hiesigen Ordnungsamtsleiter mitgeteilt, die da lautet: Eine Katze ist nur dann eine Fundkatze, wenn der Ordnungsbehörde vor dem Auffinden des Tieres eine Vermisstenmeldung zu diesem Tier vorlag. Weiterhin muß das Tier tätowiert und gechipt sein, sowie eine Adressbanderole um den Hals tragen. In diesem Fall ist es ein Fundtier und fällt unter die Zuständigkeit der Ordnungsämter der Verbandsgemeinden. Alles andere sind herrenlose Katzen, die ihrem Naturell entsprechend lebenslänglich streunern und sich nie länger wie 2-3 Tage irgendwo ansiedeln, um dort Milch zu erbetteln. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Milch, die nicht laktosereduziert ist, für die ohnehin meist geschwächten Fundtiere mehr als schädlich, gar tödlich sein kann.

Schade, dass im umgedrehten Fall, wenn Bürger ihre schmerzlich vermisste kastrierte, tätowierte Katze als vermisst melden wollen auch auf taube Ohren der Ordnungshüter stossen. Selbst für "nur" tätowiert, kastriert, aufgefundene Katzen wird niemand aktiv. Die Katzenhilfe-Westerwald e.V. ein noch junger, dennoch bemühter Verein möchte an dieser Stelle erwähnen, dass sie in über 1.700 Tierschutzfällen noch nie einen Fall dabei hatte, wo eine Katze tätowiert und gechipt war und zusätzlich noch eine Adressbanderole um den Hals baumelnd hatte, als sie gefunden wurde. Natürlich wäre es mehr als wünschenswert die Tiere so gemeldet zu bekommen, wenn dann noch zeitgleich bekannt wäre, wer das Tier vermisst, dann könnte wir unsere ehrenamtliche Arbeit sehr einfach bewältigen, dann bräuchten wir die zuständigen Ämter gar nicht um Mithilfe bemühen. Leider schaut unser Alltag im Tierschutz weitaus anders aus. Wir kämpfen täglich gegen Windmühlen und werden in unserer Arbeit seitens des Staates nicht bestärkt. Ablehnung erfuhr die Katzenhilfe-Westerwald e.V. auch mit Kommentaren von Sprechern von Dachbehörden, so der Orginalton: Tierschutzvereine spriessen wie Pilze aus dem Boden, wir können nicht jeden Pilz fördern. Schade, so äußert die 1. Vorsitzende der Katzenhilfe-Westerwald e.V., dass bei den Dachverbänden keine Pilzkulturen angelegt werden, um die schlechten von den wirklich förderungswürdigen Tierschutzvereinen zu unterscheiden.


Spendenkonto: 495 506 Westerwaldbank e.G., BLZ: 573 918 00

Uns wurden aktuell Großbestände gemeldet, wo dringend durch Kastrationen und Behandlungen geholfen werden müsste, weit über 200 Katzen stehen auf der dringenden Warteliste. Wie sollen wir als kleiner, nicht öffentlich geförderter Verein dass bewältigen?


Hätten wir - neben unserem starken Team - nicht das Deutsche Tierhilfswerk als starken Kooperationspartner mit Rat und Tat an der Seite, so gäbe es allein in unserem kleinen Einzugsbereich 1.700 dunkle Tierschicksale, nebst unzähligen Nachkommen mehr.

DAS TEAM DER KATZENHILFE-WESTERWALD e.V. www.katzenhilfe-westerwald.de


Zu dem Ausführungen des Fundbüros fällt mir nur noch folgender Satz ein:


Die Katze hat vorher einen 6 seitigen Antrag eigenhändig auszufüllen und durch Unterschrift zu bestätigen. Über die Anerkennung als Fundkatze wird innerhalb von 6 Wochen entschieden. Das Tier hat sich in dieser Zeit in Quarantäne zu begeben.
Frei nach Obelix fällt mir ein: DIE SPINNEN DIE RÖMER

Schönen Tag noch

lupus29 und Titus




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Gloriaviktoria
15.09.2005, 12:03
Ohne Worte!