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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Araber & Ausbildung



Mary
06.09.2002, 15:45
Hallo Leute, ich hoffe jemand von euch kann mir weiterhelfen, und zwar bei folgenden Problemen:
(Ich reite seit 4 Jahren).
1.->Ich habe vor 2 Monaten einen 5-J. Araberwallach gekauft. Er war damals angeritten und anlongiert. Er ist ganz brav, doch wenn ich mit ihm auf der Reitwiese neben meinem Stall allein reiten will, zieht er schon nach ca. 20 Min. zum Stall, und will nicht mehr weiterlaufen, wenn ich dann weitertrabe, fällt er in den renngalopp schnurstraks zum Stall (nicht mehr zu bremsen), was kann ich tun??
2->ausserdem klemmt er auch beim laufen furchtbar, und will seine Hinterhand nicht untersetzen, obwohl der Sattel gut passt (behauptete die Verkäuferin), und ich mit ihm auch immer wieder übe, über Stangen zu traben. Wenn ich an seinem Rücken leicht drücke, ist er auch etwas empfindlich. Wie kann ich seine Hinterhand besser aktivieren?
3->wenn ich mit ihm galoppieren möchte, buckelt er manchmal, und rennt auch manchmal los, wie ein verrückter.(sogar an der Longe rennt er manchmal los) Wenn ich mit ihm auf einem großen Zirkel reite, und er in einem langsamen Tempo galoppiert, was selten ist, sind die ersten 2 Galoppsprünge gut, doch dann fällt er in den Kreuzgalopp (ca.4 schritte lang), und dann trabt er nur noch. Was kann ich gegen diesen Kreuzgalopp tun, und wie kann ich verhindern, dass er nicht immer mal wieder in der Bahn losrennt, wie auf der Rennstrecke?

Über irgendwelche Tipps von euch würde ich mich sehr freuen. Ihr müsst nicht zu allen von den 3 Problemen was schreiben, es reicht auch nur zu einem von den dreien.
Vielen Dank im Vorraus.

ameise111
10.09.2002, 15:29
mir scheint, als wenn Du nicht wirklich Ahnung von der Ausbildung junger Pferd hast. Suche Dir am Besten jemanden, der sich gerade mit jungen Pferden auskennt und bitte ihn um Hilfe. Was Du jetzt verkehrt machst, rächt sich häufig ewig!

Dein Pferd rennt im Galopp deshalb so, weil er noch große Probleme mit der Balance hat. Das ist wie mit dem Fahrrad fahren - um nicht umzukippen fährt man schneller.
Was man dagegen tun kann? Üben! Nicht stundenlang im Kreis galoppieren lassen, sondern viele Trab-Galopp-Übergange machen. Dann lernt dein Pferd auch, seine Beine im Galopp zu sortieren.

Bei Deinen anderen Problemen kann ich Dir nicht helfen, da ich nicht weiß, wie Du reitest. Meiner Meinung nach hört sich das nach Fehlern beim Reiter an, also würde ich Dir raten Unterricht zu nehmen. Wenn Dein Pferd zum Stall zurückrennt hilft nur durchsetzen!
Bitte nicht persönlich nehmen.

Gruß

Ameise

Mary
10.09.2002, 21:55
Vielen Dank für die Tipps, Ameise.
Ich gehe jetzt die Schulzeit über wieder in den Reitunterricht,der leider während der Ferienzeit nicht stattfand.
Die Reitlehrerin hat mir geraten, ihn zur Hinterhandaktivierung oft über Cavalettis oder Stangen traben zu lassen. Doch dann stolpert er auch manchmal drüber, weil er einfach seine Füße nicht hoch genug heben will. Naja, ich probiers halt mal ein paar Wochen lang. Dein Tipp zum Galopp hat mir geholfen.
Also nochmal Danke!
Mfg Mary

Effenberk
13.09.2002, 16:36
Pferde, die im Trab oder Galopp zu schnell rennen, sollte man möglichst viel auf gebogenen Linien reiten. Wenn das Pferd schneller wird - gleich z.B. eine Volte einlegen. Es sind auch häufige Übergänge wichtig. Also nicht 3 Runden wild galoppieren, sondern immer wieder zum Trab durchparieren und nach einigen Trabschritten wieder zum Galopp.

Wie man die Hinterhand mehr aktiviert? Ich hatte mal ein recht faules Pferd, dass z.B. beim Trab keinen "Arbeitstrab" gehen wollte, sondern eben einen typischen "Schulpferdetrab" - ohne mit der Hinterhand in die Spur der Vorderfüße zu treten. Meine Reitlehrerin meinte, es ist reine Erziehungssache. Das Pferd muss lehren, dass es fleißig vorwärts gehen muss. Bei der Übung fängt man im Halten an. Auf leichten Schenkeldruck soll das Pferd vorwärtsgehen. Wenn es nicht fleißig (!) anschreitet, bekommt er einn Schlag mit der Gerte. Nach einigen paar Mal wird es fleißig loslaufen. Klappt es vom Halt zum Schritt, übt man es vom Schritt zum Trab und schließlich vom Trab zum Galopp. Auch z.B. wenn das Pferd im Trab langsamer werden will, bekommt es einen einmaligen aber heftigen Klaps mit der Gerte hinter Deinen Unterschenkel. Nach einigen Wochen wird das Pferd automatisch im Arbeitstrab gehen. Man muss aber KONSEQUENT dranbleiben, und nicht nur, wenn man gerade Lust hat.

Mit den anderen Problemen kann ich Dir leider nicht helfen, nur vielleicht beim Losrennen Richtung Stall: Das Pferd kann man normalerweise anhalten, wenn man beim Durchgehen versucht, einen Kreis zu reiten und diesen immer kleiner werden lässt. Um das Pferd besser unter Kontrolle zu behalten, kann man ihm auch z.B. ein Martingal einschnallen.

Mary
16.10.2002, 12:05
Danke für deine Antwort, Effenberk.
Ich konnte so lange ned zurückschreiben, weil mir mein Passwort nicht mehr eingefallen war.
Das mit dem losrennen im Galopp hab ich jetzt einigermaßen hinbekommen, immerhin kann er jetzt schon langsam Galoppieren. Den Galopp hatte ich mit meinem Pferd oft im Gelände etwas Bergauf probiert, weil er da mehr Kraft benötigt, und ned so schnell hochrennen kann. Mit der Hinterhand ist er auch schon etwas lockerer geworden, was ich glaub, dass es am Anfang an mangelnder Kondition lag.
Mein Pferd hat halt noch ein problem, dass es etwas überbaut ist, und eine Rechteckform hat.
Die probleme bei mir sind jetzt nur noch der Kreuzgalopp. In der Bahn galoppiert er im ruhigen Galopp 2 Sprünge normal, dann kreuzgalopp im gleichruhigen Tempo weiter. Ich kann sogar schon 2 Zirkelrunden durchhalten, doch wenn ich will, dass er umspringt, was ich mit meinen waden am Pferd probier, fällt er wieder in den trab.
Ich hoffe er lernt den Galopp noch, oder seht ihr ne Möglichkeit?

AnnaS
12.11.2002, 09:11
Hi Ihr

Sorry, aber ich muss mich mal einmischen. Und zwar deshalb, weil ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauskam, als ich dieses hier alles gelesen habe!

@ Mary:
Hast du mal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Verkäuferin gerne ihren Sattel loswerden wollte, und deshalb sagte, er würde gut passen? Und wenn dein Pferd druckempfindlich am Rücken ist, was du ja geschrieben hast, deutet das immer darauf hin, dass es Schmerzen hat. Diese Schmerzen wiederum verursachen Probleme beim Reiten. Stelle dir mal vor, du hast Rückenschmerzen, und es kommt jemand, springt auf deinen Rücken und will getragen werden. Vielleicht lässt du es zu, doch gehen kannst du dann nicht normal. Aber vielmehr würdest du, wie dein Pferd auch, versuchen, dich dieser zusätzlichen Belastung zu entziehen.

Zum anderen muss dein Pferd, auch wenn es "schon" angeritten ist, seine Muskeln aufbauen, damit es irgendwann vernünftig gehen kann. Angeritten bedeutet nicht mehr, als dass ein Pferd den Reiter auf seinem Rücken kennt. Sprich, es hat schon mal jemand draufgesessen. Auf Dauer machst du dein Pferd kaputt, wenn du so weiter machst. Ich empfehle dir dringend, einen Tierarzt zu holen, und den Rücken untersuchen zu lassen. Wenn du "Pech" hast, musst die einen Pferdeosteopathen kommen lassen, und das kostet dich für einen einmaligen Besuch um die 100 Euro. Wenn die ihr Okay gegeben haben, dass dein Pferd okay im Rücken ist, musst du langsam anfangen, dein Pferd zu gymnastizieren. Und das bedeutet erst mal Bodenarbeit. Nimm ihn an die Longe, wechsle oft die Richtung, lasse ihn niemals länger als 2-3 Runden am Stück galoppieren. Gehe im Schritt über Stangen, und erst viel später über Cavalettis. Und zwar alles an der Hand. Und wenn du deinem Pferd helfen willst, verzichte für mindestens 2-3 Monate komplett auf das Reiten, mache an 6 Tagen in der Woche abwechslungsreiches Bodentraining, und einen Tag in der Woche gönnst du ihm einen absoluten Ruhetag auf der Weide. Wenn du dann wieder anfängst ihn zu reiten, fange für einige Zeit nur im Schritt an und gymnastiziere ihn so weiter.
Nach dem was du schreibst wurde dein Pferd mit der "Hauruck-Methode" eingeritten, ohne Rücksicht auf das Pferd. Und genauso führst du es nun weiter. So quälst du dein Pferd, und lange wird er es rein anatomisch gar nicht durchhalten.
Ich hoffe für dein Pferd, dass du einsichtig bist, und es so machst.
Und vielleicht solltest du deine Reitlehrerin mal überdenken, denn die hat diese doch recht plausible und augenscheinliche Erkenntnis nicht erlangt, obwohl sie dein Pferd und dich, im Gegensatz zu mir, gesehen hat!

@ Ameise:
Dein Beitrag war der einzigst sinnvolle hier.

@ Effenberk:
Du brauchst bei einem Pferd keine Gerte. Und schon gar nicht, in dem du einen "kräftigen Klaps" oder einen "Schlag" mit der Gerte ausführst. Bei sowas konnt ich ko****!!! Ein Pferd wird mit den Schenkeln und aus dem Kreuz vorwärts geritten und nicht mit einer Gerte. Wenn dein Pferd irgendwann von sich aus schneller vorwärts geht, weil du es ihm mit einem Schlag mit der Gerte gezeigt hast, tut dein Pferd das aus Angst und nicht aus Motivation. Auserdem soll ein Pferd nicht schnell vorwärtsgehen, sondern raumgreifend. Natürlich bedeutet es für den Reiter mehr Arbeit, da ist die Gerte natürlich bequemer!
Zum anderen kannst du keinem Reiter eines Jungpferdes den Rat geben, eine immer kleiner werdende Volte zu reiten, wenn das Pferd durchgeht. Hast du schon mal etwas davon gehört, dass ein Jungpferd erst mal lernen muss, sich selbst auszuballancieren??? Ein so wenig durchgymnastiziertes Pferd wie dieser Araber von Mary würde gnadenlos auf die Nase fallen, wenn man es machen würde. Und ein Martingal nützt überhaupt nichts bei Pferden, die durchgehen. Es ist dafür gedacht, einem Pferd das Steigen zu erschweren, da es einen Druck am Hals verspürt, wenn es den Kopf hochreißt (was beim Steigen erfolgt), und Pferde dem Druck weichen.

@ Mary und Effenberk:
Ihr solltet dringend darüber nachdenken, ob ihr in eurem Reitunterricht gut aufgehoben seid.

So, entschuldigt, wenn meine Antwort vielleicht etwas hart war. Aber bei euch beiden habe ich beim Lesen gemerkt, dass ihr in keinster Weise Ahnung habt, und eure Pferde darunter leiden müssen. Und wenn man so wenig Ahnung hat (zumindest von Jungpferden), dann sollte man sich kein Jungpferd kaufen.

Liebe Grüße
Anna

PS: Mary, wenn du gerne noch etwas wissen möchtest, schreib mir eine Mail. Ich beantworte sie gerne.
Mail: Nightwish01@web.de

gudrun
12.11.2002, 13:23
hallo anna
du sprichst mir irgendwie aus dem herzen.ich habe auch ein jungpferd.hab sie mir als jährling gekauft.da ich schon von kindheit an reite (mit 4 jahren unterbrechung) UND der traum vom eigenen pferd war werden sollte hollte ich mir rat bei meinem trainer ( WESTERN)er hat mir von anfang an mit rat und tat zur seite gestanden.mein pferdi musste erst noch alles lernen halfter führen.......bevor ich mich auf mein pfer setzte habe ich nur bodenarbeit gemacht unter anweissung.hab sie auch als handpferd mitgenommen.dan der grosse tag das erste mal aufsteigen.die arbeit hatte sich gelont .sie stand volkommen ruhig da lies mich aufsteigen und wider ab ohne sich überhaubt aufzuregen.es ist immernoch so.wir gehen viel ins gelände und traben durch den wald gut zum füsse heben trainieren.gallopiere eigentlich im moment nur gerade strecken sie ist noch nicht richtig ausbalangsiert wird aber von mal zu mal besser.also mary suche dir jemanden der sich beim ausbilden von jungen pferden auskennt.du wirst es nicht beräuen.den was du in der ausbildung versaust obwohl du es gar nicht willst wird sich im laufe der zeit rächen glaubs mir .habs schon zu oft gesehn.mein trainer kriegt ständig solche pferde zum beritt.nicht bösse gemeint ich will dir und deinem araber nur helfen.damit du auch noch spass an ihm hast und nicht frust.liebe grüsse gudrun:) :)