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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : @Alpha - Jagdtrieb



Griffon
06.09.2002, 13:51
Hallo Alpha!

Zur Zeit schwirren durch alle Foren die Fragen umher, wie man einem Hund (auch Jagdhund) das jagen abgewöhnen kann...in Deinem Beitrag las ich, das Du das "Ablenken" als nicht effizient ansiehst. Aber was machst Du, um dem Hund das Jagen "abzugewöhnen"?
Hast Du ein paar Tipps?
Gruß Jutta

volker
09.09.2002, 12:03
Hallo Jutta,

Ich möchte mich deinem Beitrag anschließen und würde ebenfalls gerne erfahren wie man einem Hund das jagen
abgewöhnt.

Mein Jack Russel jagd zwar nicht und frißt auch mit Katzen aus einem Napf, aber ich möchte auch einmal gerne erfahren wie das andere Hundebesitzer trainieren und umsetzen.


Gruß Volker

Griffon
09.09.2002, 12:08
Hallo Volker!

Hoffentlich werden unsere Fragen bald beantwortet!

Gruß Jutta

volker
09.09.2002, 12:14
Hallo Jutta,

Es interressiert mich so brennend, weil es ein Thema ist wo ich mich wie unter Politikern fühle. Frei nach dem Motto, viele wissen wie, nur wollen sie nicht auf den Punkt kommen.

Ich hätte gerne eine klare kurze aber verständliche Antwort und kein Slalomlauf auf Glatteis.



Gruß

Volker

Griffon
09.09.2002, 12:26
Hallo Volker,

da es mir eigentlich genauso geht wie Dir....meistens wird dann noch ein prickelnderes Detail hinzugefügt...jedem Hund ist der Jagdtrieb abzugewöhnen...das muß gehen...ich will doch den Hund nicht quälen, indem er sein Leben an der Leine fristen muß....aber wie, das hat noch keiner gesagt!

Gruß Jutta

Tina1965
09.09.2002, 12:26
Hallo :-)

ich habe auch seit kurzem einen Pointer-Mix (englischer Vorstehhund) der für sein Leben gerne hinter Hasen und Katzen herjagd. Das stört mich gewaltig, weil ich auf dem Lande wohne und es sich einfach nicht vermeiden lässt, das ich auf Hasen, Hühner oder Katzen treffe.
Mein Hund versteht sich innerhalb der Wohnung übrigens ausgezeichnet mit dem Kater meines Vermieters und von jagen keine Spur.

Einen Tipp kann ich Dir auch nicht geben, aber ich habe schon vielfach gehört, das eine gute Hundeschule da abhilfe schaffen kann. Ich gehe mit meinem Hund (10 Monate alt)auf jeden Fall in eine Hundeschule, damit er auf mich hört wenn er ohne Leine läuft und vielleicht kann man dann später auch was gegen das Jagen unternehmen.

Liebe Grüße
Bettina

volker
09.09.2002, 12:36
Hallo Bettina,

Es freut mich zu hören, daß du mit deinem Hund eine Hundschule besuchen willst, ich sehe solch eine Entscheidung auch als unausweichlich an.

Ich selbst bin seit über 20 Jahren auf Hundplätzen und muß sagen, daß der Gehorsam auf Hundplätzen nur bedingt auf den Gehorsam in der freien Wildbahn übertragbar ist.

Aber jetzt warten wir doch gespannt der Dinge, die da kommen.


Gruß Volker

volker
09.09.2002, 13:04
Hallo Jutta,

Zu Alpha möchte ich nur sagen, daß ich glaube wir sind einem Schwätzer vor dem Herrn aufgesessen, da ich immer nur Belehrungen lese aber eigentlich nie etwas wirklich produktives.

Ich habe ebenfalls bereits mehrmals versucht einen Termin bei Ihr /Ihm zu bekommen aber noch nie eine Antwort erhalten.

Wenn jemand mir eine Bitte zur Besichtgung unterbreiten würde, hätte ich kein Problem einer solchen nachzukommen da
ich nichts zu verheimlichen habe.

Thomas hätte uns bestimmt ein paar Tips geben können, aber er will nicht mehr ( schade).

Ich würde gerne ein paar Antworten lesen, wo Hundebesitzer aus Ihren Erfahrungen in dem Bereich Jagdtrieb berichten, welche auch nutzbar sind.

Die Antworten sollten frei heraus sein und wenn jemand mit einer Erziehungsmethode eines anderen nicht klar kommt, sollte darüber diskutiert werden und nicht gleich mit bösen Beschimpfungen reagiert werden.

Ich äußere mich seit längerem nicht mehr zu gewissen Themen, da die dann eingeschlagene Tonart mich meist irritiert.

Ich selbst bin 36 Jahre alt und bilde seit beinahe 20 Jahren Hunde aus und das wovon ich rede habe ich auch gemacht ( manches würde ich heute anderst machen aber andere Dinge auch nicht ).

Ich habe vor ca. 5 Wochen eine harte Diskussion mit Thomas, Inge und anderen über ein heikles Thema geführt. Heute hat sich das Thema für mich erledigt, da mein Hund nicht mehr jagd ( Die Betonung liegt auf nicht mehr = nie).


Gruß


Volker

Griffon
09.09.2002, 13:10
Hallo Bettina,

einen kleinen Tipp kann ich Dir schon geben -achte genau auf die Auswahl einer Hundeschule, wenn es sich um einen Jagdhund handelt. Frage nach, wie oft sie bereits Jagdhunde in der Ausbildung hatten!

Gruß Jutta

Griffon
09.09.2002, 13:31
Hallo Volker!

Von Alpha habe ich leider auch den Eindruck, dass erstmal nachgelesen werden muß, bis eine Antwort erscheint und dann gibt es immer nur ausgewähltes Publikum, das man anspricht....

Ich führe selber eine waschechte Vorstehhündin und arbeite in der Jagdhundvermittlung...leider kann ich da nicht die Tipps geben, weil man die Hunde nicht über einen Kamm scheren kann.
Ich weiß, wie die Jagdhundausbildung von Statten geht...ein Jagdhund darf ja auch nicht hetzen. Nur diese Ausbildung kann ich doch nicht mit einem Hund machen, der nicht die Rassebedingten Anlagen voll ausgeprägt hat... und Jäger arbeiten nunmal auch mit einem Gerät, was ich zutiefst verabscheue - meist aber auch nur, wenn der Hund es nicht anders verstehen will.

Wir im Verein lassen die Hunde an der Leine, wenn der Jagdtrieb nicht rauszukriegen ist und bearbeiten die Tiere nicht.

Ein befreundeter Jäger, Tierarzt und Verhaltenstherapeut gab mir mal ein paar Einblicke in die Arbeit...den Jagdtrieb kann man durch Ablenken umlenken, es dauert nur eine Weile und es bedarf der Konsequenz.

Die Bindung zum Menschen spielt auch eine wesentliche Rolle, der Hund muß kapieren, dass der Rudelführer bestimmt, wann der Hund etwas erlebt..

Aber wie hast Du das Problem denn gelöst?

Gruß Jutta

Chaostruppe
09.09.2002, 18:13
aber was macht man mit einer waschechten Hetzhündin, die auch schon Jagderfolg hatte? Ich hab keine Erfahrung in der Führung und Ausbildung von Jagdhunden, und bin vielleicht auch deshalb an dieser Hündin gescheitert. Sie muß an der Leine bleiben, weil nichts irgendetwas gebracht hätte. Jagen und Hetzen ist ihre Leidenschaft und ihr Leben, und es gibt nichts, was sie davon abhalten könnte. Naja, sie ist schon 13 Jahre alt, und insofern ist das " an der Leine bleiben" kein Problem.

Zu Alpha muß ich sagen, daß es auf Nachfragen so gut wie nie irgendwelche Antworten gibt. In einigem stimme ich mit ihm/ihr überein, aber dann verzapft er/sie wieder so einen Blödsinn, daß ich mich frage ob das Wissen über Hunde nicht nur einfach angelesen ist. Und vor kurzem habe ich ein Posting entdeckt, in den er/sie sich selbst total wiederspricht. Jedenfalls bin ich was Alpha betrifft sehr skeptisch!

Liebe Grüße,
Andrea

Maggie_HH
09.09.2002, 19:37
also ich kann jetzt nur von meinen Erfahrungen sprechen und natürlich kann man diese Methode nicht für alle Hunde anwenden. Aber in unserer Hundeschule haben wir ganz gute Erfolge mit den Discscheiben oder den Wurfketten erzielt! Ich weiß, einige finden das vielleicht nicht so toll, aber das ist ja lange nicht so schlimm wie diese Teletaktdinger! oder seh ich das falsch??? Ich meine, man tut dem Hund ja nicht weh. Aber wir haben damit auch schon einen Podenco "geheilt"!! Wichtig ist aber, dass man das Verhalten gleich im Ansatz abbricht, sonst hilft gar nix mehr, wenn der Hund schon am Hinterherrennen ist! Da empfiehlt sich vielleicht auch eine "Schleppleinen-Wurfkettentherapie", falls man es nicht schnell genug bemerkt, dann kann man den Hund mit der leine noch stoppen!!!! wie gesagt, diese Methode mag Geschmackssache sein, aber sie hat bis jetzt gut funktioniert und immer noch besser als wenn der Hund vom Jäger erschossen wird weil er wildert!!!!

Juliane

Cockerfreundin
09.09.2002, 19:42
Zitat
____________

Heute hat sich das Thema für mich erledigt, da mein Hund nicht mehr jagd ( Die Betonung liegt auf nicht mehr = nie).
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Wie hast DU das denn geschafft?

Ich habe bewußt einen Cocker aus einer nicht jagdlichen Zucht gekauft, wo ich davon ausgehen kann, dass keiner der Vorfahren bis in die 3. Generation zurück jagdlich ausgebildet bzw. geführt wurde. Bei Cockern gibts halt seit über 50 Jahren die sog. jagdlichen und die nichtjagdlichen (Schönheits-) Zuchten.

Habe in dieser Hinsicht also kein Problem, da 1. der Jagdtrieb sozusagen "weggezüchtet" worden ist (Ausnahme: Mauselöcher buddeln, aber das erlaube ich ihm, solange er kommt, wenn ich pfeife) - wobei wir bei 2. wären: vom 2. Tag an habe ich ihm das Kommen auf Pfiff beigebracht (zuerst Zuhause, dann draußen). Inzwischen kommt er zuverlässig auf die Pfeife. Falls mal doch nicht, verstecke ich mich sofort nach dem Pfiff und lasse ihn mich suchen. DAS wirkt!

grüße von
Annette

cheroks
09.09.2002, 22:22
Also ich sehe das ganze Problem globaler. Ich bin ja der Meinung, ein HF muss immer in der Lage sein, seinem Hund Einhalt zu gebieten. Kann man das nicht , stimmt etwas in der sozialen Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht. Jede Art von Erziehungsmethode (Disk, Schleppleine, Wurfkette, Clicker etc.) sind natürlich sinnvolle Maßnahmen, denn oft braucht der Mensch nur einen Zugang zu seinem Hund, den er emotional nicht herstellen kann. Aber Grundsätzlich muss ein Hund den Inhalt des Wortes Nein kennen, bzw. kommen, egal was da ist. Und gerade wenn der Hund sich in Gefahr begiebt abgeschossen zu werden. Wenn man durch Erziehungsmethoden nicht das erwünschte Ziel erreicht, nämlich das Abdrehen aus der Jagd und zurück kommen, darf man seinen Hund nicht mehr von der Leine lassen, bis er verstanden hat, dass Jagen absolut tabu ist. Und das zeigt man seinem Hund mit dem Schnauzengriff. Der Schnauzengriff ist das natürliche Signal des Ranghöheren dem anderen zu sagen lass es/ hör auf! Und immer wieder höre ich, meinen Hund interessiert das aber nicht. Dann macht man es falsch. Den dieses Signal ist, wie einige andere innerartlicher Signale (akustische Signale) genetisch fixiert . Es bedarf also keiner Lernphase wie z.B. Imponiergesten und Drohgebärden, die erst geübt werden müssen. Allerdings spielt der kurzfristige Schmerz eine entscheidende Rolle. Wenn man als Mensch ein solches Strafsignal gibt, dann muss man es geben wie ein Hund. Nicht lang rumlamentieren und dem Hund sagen wie böse das jetzt war, was er eben gemacht und man sich das von ihm nicht mehr gefallen läßt, jetzt ist endgültig Schluss damit........ Das Signal muss eine Sekunde nach der zu Strafen Tat kommen und es muss EINDEUTIG sein. . Den "gefährlichen" Rassen spricht man Tonnen an Beißkraft zu. Ein Hund beißt einmal kräftig zu, lässt aber auch ganz schnell wieder ab und der andere Hund versteht! (es sei denn man versucht als Mensch Aggressionsverhalten zu unterdrücken, dabei müssen Hunde oft auch körperlich dominiert werden, da meistens erst dann etwas dagegen unternommen wird, wenn sich ein unerwünschtes Verhalten etabliert hat und der Hund sich wehrt dieses aufzugeben). Wenn man immer, und zwar wirklich immer, auf das unerwünschte Verhalten gleich reagiert, dann wird der Hund diese Verknüpfung herstellen können, z.B.wenn ich beim Anblick eines Kaninchens oder einer Katze so reagiere, passiert mir das!
Unterlässt er jegliche Anstrengung zur Jagd, würde ich ihm auf jeden Fall einen Ersatz anbieten, z.B. Stock, Ball etc. Denn ganz unterdrücken kann und soll man ein Verhalten ja auch nicht. Er soll seine Energie aber für etwas anderes Einsetzten, was sowohl im Sinne des Hundes als auch des HF ist.
Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen die ein Verhaltens oder Gehorsamkeitsproblem mit ihrem Hund haben, dem Hund emotional hinter her laufen. Der Hund ist der Begleiter des Menschen, nicht umgekehrt. Ich habe mir Tipps von einem Punker mit 3 Hunden geben lassen. Er hat mit seinen Hunden auf einer Decke geschlafen, die Hunde durften zu erst fressen und sie waren nie an der Leine und gehorchten auf´s Wort. Die Hunde gehorchten auf den kleinsten Kopfnicker. Sie waren ein richtiges Rudel, mit ihm als Rudelführer. Die Hunde waren entspannt und zufrieden.Er hat gesagt wo es lang geht und die Hunde sind ihm sofort gefolgt, denn wo der Rudelführer hin geht, gehen sie auch hin, denn er führt das Rudel erfolgreich.Die Grundbedürfnisse sind erfüllt. Diese Hunde haben eine Aufgabe, dem Rudelführer zu folgen, aufmerksam zu sein, anzuschlagen, aufzupassen etc. er konnte sie scharf machen und sie wieder runterbringen. Das einzige Komando was er seinen Hunden beibringen musste, ist das Nein.

Griffon
10.09.2002, 08:30
Hallo Juliane!

Genau so würde ich es auch versuchen - leider beschreiben die Leute dann meist schon das nächste Problem...an der Schleppleine hat alles toll funktioniert, aber als der Hund abgeleint war, jagte er wieder.

Wenn ich einen Jagdhund wirklich jagdlich führe, dann ist der Teletakt auch eine Rettung für den Hund...ein unkontrollierbarer Hund läuft Gefahr, ins Schußfeld zu geraten. Nach wie vor, ich bin kein Freund des Stroms und wende so etwas nicht an!

Meine Hündin dreht bei Federvieh völlig ab....ich weiß das und beobachte und stoppe sie schon im Voraus- im Ansatz. Das klappt. Leider gibt es immer Leute, denen das zuviel Mühe bereitet.

Gruß Jutta

Griffon
10.09.2002, 08:40
Hallo,

Du hast das ausgedrückt, was ich eigentlich sagen wollte - der Rudelführer bestimmt,wann der Hund wie, wo, was erlebt. Das zeigt Dominanz.

Das Wort "Nein" spielt in der Tat eine entscheidende Rolle - allerdings ist der Schnauzengriff für mich nur anzuwenden, wenn der Hund ein starkes Dominanzverhalten zeigt und sollte nicht zur dauernden Abstrafung verwendet werden. Dominanz durch Schmerzzufügung zu erlangen ist einfach - Dominanz durch Konsequenz zu erlangen ist dagegen schwer.

Würden wir alle Jagdhunde nach dieser Methode ausbilden, dann hätten wir nur noch Jagdkrüppel, die vor der Hand Angst haben. Ein Deutsch Drahthaar akzeptiert diese Bestrafung -einem Vizsla schadet man damit.

Gruß Jutta

cheroks
10.09.2002, 11:05
Bei meinen jetztigen Hunden habe ich auch nie diesen Griff in aller Konsequent anwenden müssen und ich bin auch absolut kein Freund von Schmerz zufügen (allerdings sind Hunde untereinander nicht so zögerlich wie wir Menschen)Ich habe mal eine 2,5 Jährige Schäferhündin aus dem Tierheim geholt die ein extremes Jagdverhalten an den Tag legte und in der Nachbarschaft Kaninchen und Meerschweinchen erlegte!!!! Sie ist auch speziell auf Türken und Männer mit Bart losgegangen und auf fast jeden anderen Hund. Das Tierheim hat uns im übrigen nichts von diesem Verhalten erzählt, wir waren aber auch sehr blauäugig. Die waren froh, dass ein Dummer diese Hündin mit nimmt, da sie schon vier mal vermittelt wurde und immer wieder zurück gebracht wurde. Nicht das sie uns gefragt hätten, ob wir Ahnung hätten.Da wir auch eine Katze haben und ich sie natürlich nicht opfern wollte den Hund aber auch nicht wieder ins Tierheim bringen wollte,habe ich mir Rat auf einem Schäferhundplatz holen wollen. Die meinten, es gebe nur das Teletakthalsband und dass ist für mich einfach die letzte Alternative.
Es hat geklappt! Die Katzen, es kam noch eine dazu, haben alles unbeschadet überlebt und hatten sogar eine Leibwächterin, sie hat gelernt nicht mit Aggressionsverhalten auf andere Menschen und Hunde auf der Straße zu reagieren sondern mit Gleichmut. Erreicht habe ich das durch Konsequenz und Schnauzengriff und durch zeigen, wie es richtig geht, durch den Tonfall richtig und falsch, und die Körpersprache. Ich habe nie geschrien war aber deutlich! Sie hatte keine Angst vor mir, aber Respekt, was für mich ein Unterschied ist. Nach einem Jahr war sie sehr viel entspannter und ihr Leben war ungemein stressfreier, und den Schnauzengriff habe ich danach nicht wieder anwenden müssen, denn ein Nein reichte aus um sie dazu zu bringen, mit dem aufzuhören was sie gerade vor hatte.

volker
10.09.2002, 11:14
Hallo an alle

ich möchte mich bei Cheroks für den informativen Beitrag bedanken, er macht einiges deutlich.

Für mich persönlich ist das nein ebenfalls das wichtigste, da es dem Hund grenzen setzt. Der Hund darf viel oder fast alles aber ein nein ist ein nein und das ohne jegliche Diskussion.

Der Hund darf rennen stöbern, graben und vieles mehr, das "Nein" ist allerdings die Grenze welches sein Handeln
meinen Wünschen und Anforderungen unterstellt .

Wenn ein Hund von der Leine ist und z.B. eine Hase kreuzt, gibt es nur ein Kommando und das lautet "nein" oder "Hier" ohne weitere Kommentare oder Reaktionen. Der Hund muß die Kommandos ohne zögern umsetzten.

Sogenannte Trockenübungen auf dem Platz oder sonstigen Begebenheiten sind sind nur bedingt übertragbar, da die Faktoren welche zusammenspielen sehr vielfälltig und unterschiedlich sind und das verhalten eines Hundes nicht pauschaliert werden kann.

Die Arbeit mit der Schleppleine ist auch nicht immer die Lösung, da der Hund sehr schnell bemerkt, wenn sie da oder nicht da ist.

Man sollte lernen durch Schmerz nicht falsch interpretieren, es ist nunmal so, daß wenn ich meinen Hund in der Vorwärts- bewegung abbremse könnten wir ja eigentlich schon von Schmerz reden. Es gehr aber nicht darum dem Hund schmerz zufügen zu wollen, sondern unsere Meinung durchzusetzen zu müßen.

Eigentlich ist es sehr vereinfacht so, daß wenn er nicht genau dann das tut was wir wollen tut es genau dann weh
( z.B.Schnauzengriff, Schleppleine). Nicht mehr aber auch nicht weniger.


Gruß Volker

Tina1965
10.09.2002, 16:40
Hallo Volker,

ich habe Deine Beiträge mit Interesse gelesen und habe da noch ein paar Fragen.
Also klar ist das ich mit meinem Hund auf jeden Fall eine Hundeschule besuche (ich suche z. Zt. noch nach einer guten)
Wenn ich meinen Hund von der Leine lasse und ein Hase kreuzt auf, dann weiß ich jetzt schon das ein "Nein" überhaupt nichts nutzen wird, er gibt einfach Gas und ist erst mal verschwunden.
Den Schnauzengriff kenne ich, hat mir mal eine Hundetrainerin gezeigt. Ist dieser Griff dann anzuwenden, wenn der Hund von der jagerei zurückkommt, oder ist es dafür dann schon zu spät.
In der Hundeschule wird immer vermittelt, daß der Hund gelobt werden soll wenn der zurückkommt, eben weil er zurückgekommen ist.
Die Tierärztin meines Hundes sagte letztens noch zu mir, daß ich eine Rakete besitze
:) Ich glaube ganz Unrecht hat sie nicht :-)

Liebe Grüße
Bettina

Chris62
10.09.2002, 17:07
einem hund den jagdtrieb abzugewöhnen halte ich persönlich für fast unmöglich. es ist ein urinstinkt und der lässt sich ( gerade bei jagdhunden) nicht mal eben so wegzüchten. aber ich denke, man kann ihn mit einem speziellen training gut unter kontrolle bringen. damit meine ich u.a. wenn ich einen jagdhund besitze, dann sollte ich mit ihm auch eine spezielle jagdhundausbildung machen.
gruß gaby

klasu
10.09.2002, 17:53
Hallo Gaby,
Einspruch gegen:
meine ich u.a. wenn ich einen jagdhund besitze, dann sollte ich mit ihm auch eine spezielle jagdhundausbildung machen. .
Zum einen lehne ich die private Jagdausübung generell ab und somit bilde ich meinen Hund auch nicht für diese Zwecke aus.
Zum anderen habe ich zwar 2 Hunde mit Anteilen von Jagdhunden (Setter bzw. Retriever/Münsterländer), halte diese aber als reine Familienhunde und das sollen sie bleiben. Ich kann vielleicht nicht hundertprozentig garantieren, daß sie beim Auftauchen eines Wildes einwandfrei gehorchen (wir arbeiten daran -ist aufgrund ihrer bisherigen Lebensumstände nicht immer ganz einfach), aber wenn wir durch "gefährliche" Gebiete laufen, bleiben sie halt an der Leine.
Wir haben das Glück, daß wir in einer ländlichen Umgebung leben und sind dadurch in der Lage, recht kostengünstig eine grosse Wiese zu pachten, die wir eingezäunt haben und als Hundewiese und als Agi-übungsplatz dient. Von daher haben unsere Hunde auch den entsprechenenden Auslauf und auf der Wiese auch den nötigen Kontakt zu anderen Hunden. Aber auch wenn dies nicht so wäre, stände ich einer jagdlichen Ausbildung (ebenso wie einer Schutzhundausbildung) doch sehr skeptisch gegenüber. Ich denke, es geht auch anders.
Viele Grüsse
klasu

Cockerfreundin
10.09.2002, 19:24
Zitat
___________

Ist dieser Griff dann anzuwenden, wenn der Hund von der jagerei zurückkommt, oder ist es dafür dann schon zu spät.
In der Hundeschule wird immer vermittelt, daß der Hund gelobt werden soll wenn der zurückkommt, eben weil er zurückgekommen ist.
____________

Die Hundeschule hat recht: wenn Du den Hund beim Kommen (auch wenn es elend lange dauert) strafst (egal, in welcher Form), strafst Du ihn für das KOMMEN zu DIR - und das willst Du doch sicherlich nicht.

Also ignorieren und Strafe nur sofort und unmittelbar nach der "Tat". Es liegt an uns, den Hund so lesen zu lernen, dass ich den augenblick abpasse, wo er mit dem Gedanken spielt, etwas Unerlaubtes zu tun und ihn dann durch "Nein" oder "Bleib hier" wissen zu lassen, was wir von ihm erwarten.

Ein Beispiel: eines Morgens war ich mit Basti in einem Wiesengebiet unterwegs. Plötzlich sprintet quer über unseren Weg (ca. 10/ 20 Meter? entfernt) ein Hase und hinter ihm her 2 Hunde, die den Hasen gejagt haben. Basti hatte noch nie zuvor einen Hasen gejagt (ebenso wenig wie Enten oder Katzen) und ich hatte absolut kein Interesse, dass dies sein 1. Mal wird. Da er weiß, was "hier bleiben" bedeutet, hab ich in der Sekunde, wo wir das Szenario entdeckten zu ihm gesagt: " Und DU bleibst HIER". Hat geklappt. Er ist weiter neben mir hergedackelt ;)

Entscheidend ist a) der richtige Moment zur Korrektur und b) dass der Hund weiß, was wir von ihm erwarten, wenn wir eine Anweisung/ Korrektur geben. Das heißt für mich aber auch, dass ICH bei jedem Spaziergang jeden Augenblick aufmerksam sein muß.

Gruß,
Annette

Griffon
11.09.2002, 09:18
Hallo,
ein Jagdtrieb wird beim Jagdhund angezüchtet - daher bestehen die Verbände ja darauf, diese nur in Jägerhand abzugeben, damit sie jagdlich arbeiten können. Erfolgt das nicht und gebe ich dem Hund als Nichtjäger keine Ersatzbeschäftigung, dann habe ich das Unzufriedenste und unausgelasteste Hundewesen an der Leine, was man sich vorstellen kann.
Ich kann aber einen Jagdhund auch an der Leine führen, ohne ihn jagdlich auszubilden - muß ihm dafür aber eine Ersatzbeschäftigung bieten.

Man muß also mit einem Jagdhund nicht automatisch eine Ausbildung machen - außerdem ist dafür der Jadgschein vorgeschrieben, weil man sonst die Prüfung nicht ablegen kann.

Gruß Jutta

Griffon
11.09.2002, 09:24
Hallo,

genauso sehe ich das auch - denn mit der Jagdausbildung ist es ja auch nicht alleine getan - danach sollte man auch jagdlich arbeiten.

Wenn ich einen jagdtriebigen Hund führe, dann muß ich damit rechnen, ihn an der Leine zu halten.

Ein Jäger unterbricht den Trieb mit Teletakt - und den sollten wir nun nicht anwenden.

Leider meinen viele Menschen, dass ein Hund das alles können muß - das es aber auch an der mangelnden Qualifikation des Menschen liegt, wenn man das nicht herausbekommt, daran denkt keiner.

Gruß Jutta

volker
11.09.2002, 10:33
Hallo Gabi,

Die Aussage, daß ein Jagdhund eine entsprechende Ausbildung benötigt kann ich nicht bestätigen.

Es ist völlig unproblematisch einen Jagdhund als Begleithund zu führen, natürlich sollte der Hund entsprechenden Auslauf und Beschäftigung haben und bekommen.

Der Jagdtrieb, welcher bei allen Hunden vorhanden ist kann wie jeder andere Trieb auch keinem Hund abgewöhnt werden. Wir wollen ja auch nicht abgewöhnen sondern lenken.

Es ist natürlich zu beachten, daß es dinge gibt welche bei Jagdhunde nur bedingt umsetzbar sind ( z.B. "Platz" ).

Die Aussage, daß man damit rechnen muß einen Jagdhund an der Leine halten, führen zu müssen ist für mich ein grausamer Gedanke wenn ich an die Lebenserwartung eines Jagdhundes denke und damit meine ich nicht nur seine Lebenserwartung in Jahren sondern auch was er von seinem Leben erwartet. Ich glaube 12-15 Jahre Leine ist nicht unbedingt ein tolles Hundleben.

Das Teletakt ist sicherlich nicht Lösung des Problemes, mein Hund jedoch hat das Leinenproblem nicht und genießt die nächsten 12-15 Jahre sein Jagdhund dasein ohne Leine.

Im übrigen möchte ich sagen, daß das Thema eines der größten Probleme bei Hunden darstellt, wenn so viele Hundebesitzer damit Probleme haben sollten wir vielleicht darüber nachdenken ob die angesprochenen Erziehungsmethoden nicht unzureichend sind.

Gruß Volker

PS: Es ist korrekt, daß ein Hund wenn er zurückkommt ( nach unerlaubtem Entfernen ) in jedem Falle gelobt werden muß.
Aber warum kommt es überhaupt soweit???????????

Chris62
11.09.2002, 10:55
hallo jutta!
das ist es eigentlich auch was ich meinte- eine alternative! und soviel wie ich weiß gibt es so etwas für jagdhunde auch. man kann also ganz privat ohne jäger sein zu müssen, seinen jagdhund dementsprechend artgerecht beschäftigen bzw ausbilden. ich denke das dies eine gute sache ist und man auf diese weise in der lage ist seinen hund in täglichen situationen, wie weiter oben beschrieben, gut unter kontrolle hat.
ich habe eine vorführung in hannover gesehen. dort finden auch in diesem jahr wieder die meisterschaften der polizeihunde statt. zur auflockerung sind dort viele gastvereine eingeladen. u.a. fand auch eine vorführung mit jagdhunden statt. es war vom dackel uber PJR bis hin zum pointer alles vertreten und es waren keine jäger, aber halt leute die ihren jagdhund artgerechte alternativen boten. es war sehr beeindruckend und ich finde es eine gute sache.
liebe grüße gaby

Griffon
11.09.2002, 11:03
Hallo Volker!

Jetzt muß ich aber mal nachfragen!
Wieso ist es für einen Jagdhund schwer, "Platz" umzusetzen????????

Dazu müssen wir ganz fein unterscheiden zwischen Jagdhund und Jagdhund. Stammt der Jagdhund aus einer Arbeitslinie oder aus einer Hobbyzucht oder Zucht für den Familiengebrauch?

Ich bin auch der Meinung, dass es grauselig ist, einen Hund nur an der Leine zu führen, aber...
es gibt zu wenig Menschen, die sich gerne die Arbeit machen, den Hund abzulenken.

Außerdem schafft man das bei einem richtigen Jagdhund sowieso sehr schwer - meine Hündin hat gestern mal wieder ihre Lieblingskatze im Ansatz gejagt...Pfote anwinkeln, auf 3 Beinen stehen, steif werden, fixieren ---- Frauchen wirft etwas zum Ablenken, macht Handstand, etc. ---- Hund rast los - Katze gibt Fersengeld im Affenzahn --- Hund steht nach anfänglichem Losrennen still --- Katze ist weg --- Hund entspannt sich --- Frauchen bringt Adrenalinspiegel wieder auf Normallevel.
Kommt man sich kaum bescheuert vor!


Gruß Jutta

cheroks
11.09.2002, 11:13
Nun muss ich auch noch mal etwas zu Jagdhunden sagen. Mein Großvater war Jäger und hatte immer Jagdhunde. Diese waren nie an der Leine und sie haben nie einen Alleingang gestartet, er hat auch nie ein Teletakt benutzt, es geht also auch anders. Wenn man Jagdhunde in der Sozialisationsphase(wenn man nicht jagen will) mit Kaninchen, Katzen, Hühnern etc. zusammen bringt, sehen sie sie mehr oder weniger als Artgenossen an, wie den Menschen auch. Wird ein Welpe in der Sozialisationsphase hauptsächlich von Frauen versorgt, kann der Hund ein Mißtrauen gegen Männer entwickeln oder auch befangen mit Kindern umgehen weil er sie einfach nicht kennt. Die Qualität des Zusammentreffens in der Sozialisationsphase ist eher nebensächlich, hauptsache es kommt ein Kontakt zu stande, denn diese Eindrücke speichert ein Hund ein Leben lang. Vielleicht sollte jeder, der sich einen Welpen anschafft, egal ob Wachhund oder Jagdhund, sich über die optimale Förderung eines Welpen informieren, dann lassen sich diese Probleme nämlich sicher vermeiden. Mit zunehmenden Alter wird das alles einfach ungemein schwieriger.
Gruß an alle

Griffon
11.09.2002, 11:28
Hallo Cheroks!

Die Prägephase ist diejenige, die den Hund an das Leben gewöhnt - die Sozialisierung vertieft das, was man dem Hund nähergebracht hat, denn spätestens ab dem 6. Monat weiß man, ob der Jagdhund Jagdtrieb hat.

Was für Rassen hatte denn Dein Großvater? Drarauf kommt es nämlich auch an!

Gruß Jutta

cheroks
11.09.2002, 12:03
@ Jutta
Mein Großvater hatte einen Deutsch Kurzhaar einen Pointer.
Die Sozialisationsphase beginnt mit der 4 Lebenswoche und endete, je nach Rasse, zwischen der 12 - 14 Lebenswoche. Prägung bedeutet meines Wissens nach, ein fester Vorgang, der zu einer in der Erbmasse genau festgelegten Zeitspanne abläuft und nur auf ein ganz individuelles Auslösesignal hin stattfindet. Jedoch hat man im Welpenalter viel mehr Möglichkeiten dagegen zu wirken, wenn der 10 Wochen alte Welpe beginnt, irgend etwas zu jagen. In den Parks, in den ich Spazieren gehe, gibt es massenhaft Gänse und Schwäne. Alle Hunde die bereits im Welpenalter in diesem Park spazieren gehen (Jack Russel, Weimaraner, Schäferhunde, Pointer, Bassets etc.) zeigen kein Interesse an Gänsen, da sie gelernt haben, wenn du die jagst, darfst du nicht mehr frei herum laufen. In der Sozialisationsphase speichert ein Welpe alle Lebewesen, denen er begegnet bei zumeist positiven Kontakt als Artgenosse oder befreundete Rasse ab. Genau so wie Umweltreize. Wächst ein Welpe auf dem Dorf auf und wir holen ihn mit 12 Wochen in die Stadt, kann man sich fast sicher sein
das es Probleme gibt. (Angst vor jeder Mülltonne, Fahrrad, LKW, Baustellenbänder, Motorräder etc) Ein dauerhaft gutes Ergebnis erzielt man meiner Meinung nach dann, wenn man seinem Welpen möglichst viele Informationen zukommen lässt und ihn mit anderen Tieren in Kontakt bringt und ihm klar macht, du darfst dieses Tier nicht jagen!

Sisi
11.09.2002, 12:51
Hallo cheroks,

mit Sozialisationsphase meinst Du sicher die Prägephase.
Die ersten 12 Wochen bezeichnet man als Prägephase des Welpen, alles was der Hund in diesen zwölf Wochen erlebt bleibt ein Leben lang in Erinnerung, und es spielt durchaus eine "entscheidende Rolle" ob die Ereignisse positiv oder negativ waren.

Einen Welpen bekommt man je nach Züchter zwischen 9 und zwölf Wochen also ist bei einem zwölf Wochen alten Welpen diese Phase bereits abgeschlossen. Hat der Züchter versäumt den Hund zu prägen fangen die Probleme da schon an.

Ist der Hund gar vom Tierschutz (wie meine beiden) und man kennt die Vorgeschichte nicht wird es noch schwieriger. Es liegt auch am zukünftigen Halter die vom Züchter angefangenen Lernprozesse weiter auszubauen und zu fördern.

Kommt ein Welpe in ein neues Rudel wo auch Katen, Hasen oder anderes Kleintier vorhanden ist, wird dieses akzeptiert und dem Rudel zugeordnet. Es ist durchaus nicht so das Kaninchen, Katzen oder ähnliches was sich außerhalb des Rudels befindet auch akzeptiert bzw. nicht gejagt wird.

Man kann bei "keinem Jagdhund" sicher sein, dass er nicht irgendwann mal auf und davon ist. Selbst Jäger legen ihre Hand nicht dafür ins Feuer auch wenn sie ihre Hunde mit Teletak und anderen Dingen bearbeitet haben.
Ich kenne jagdlich geführte Hunde die auch schon mal ausgebüchst sind, die Jäger hinterlassen dann einen Gegenstand (eine Orientierung) für den Hund, wo sie zuletzt waren, und wenn sie Glück haben und er nicht einem Unfall zum Opfer gefallen ist, kommt er an diesen Ort zurück, aber es kann durchaus ein paar Tage dauern.

Auch ich habe eine Jagdhündin und einen Jagdhundmix, die Ausbildung meiner Hündin hat mich zwei Jahre in Anspruch genommen ("ohne" Teletak und ähnliches), sie hört gut, dennoch würde ich mich nicht darauf verlassen, dass sie nicht doch mal in einer bestimmten Situation auf und davon ist. In Situationen die ich nicht abschätzen kann, bleibt sie an der Leine.

Grüße von Sisi

Griffon
11.09.2002, 13:03
Hallo,

die Prägephase ist die Zeit bis zur 8- 10. Woche, in der der Hund alle Chancen hat, versaut zu werden, wenn der Züchter nicht gut ist. Der Jagdtrieb ist beim Jagdhund nicht in der 10. Woche feststellbar, sondern erst ab dem 5.-6. Monat, ebenso die Schußfestigekeit.

DK sind in der Führung sensibel - ein DD ist zum Beispiel sehr schwer zu führen und damit kein Anfängerhund.

Gruß Jutta

volker
11.09.2002, 18:03
An alle,

ich finde es toll wie ihr es wieder einmal schafft alles zu zerpflügen, wenn ein Hundebesitzer anfängt zu unterscheiden ob ein Jagdhund aus einer jagdlich geführten Zucht kommt oder
aus einer Begleithund Zucht ( also nicht aktiv im Bereich Jagd )
ist völlig egal.
Jeder Hund und jede Rasse hat den Hang zur Jagd, oder er ist kein Abkömmling vom Wolf.
Wenn ich euch so höre vergeht mir die Lust .

Mir persönlich ist es egal ob ein Hund einmal oder 1000 mal jagd, da selbst einmal bereits zuviel ist.

Ihr sagt euer Hund jagd. O.k., also erklärt mir bitte warum ihr dann bitte 1000 Differenzierungen macht. Die Aufgabe oder das Problem ist erkannt und muß behoben werden.

Es ist für mich mühsam mich mit Leuten zu unterhalten deren Lieblingsthemen Sozialisierungsphasen oder Prägephasen sind.

Wenn ich heute einen Hund bekomme, egal ob er aus dem Tierheim ist ob 2 Monate oder 10 Jahre alt ich behandle und trainiere den Hund unabhängig von dieses Kriterien, so wie er für mich im Ergebniss gut bis ideal ist.

Es gab noch keinen Hund in 20 Jahren, bei dem es nicht funktioniert hat.

Vielleicht habe ich den Vorteil, daß ich auch mit fremden Hunden arbeite und nicht nur in einen hineinschaue.

Nun könnt ihr euch wieder über eure 23 Stellen nach dem Komma unterhalten.

Gruß Volker

Cockerfreundin
11.09.2002, 18:35
Zitat
___________

Wenn ich heute einen Hund bekomme, egal ob er aus dem Tierheim ist ob 2 Monate oder 10 Jahre alt ich behandle und trainiere den Hund unabhängig von dieses Kriterien, so wie er für mich im Ergebniss gut bis ideal ist.

Es gab noch keinen Hund in 20 Jahren, bei dem es nicht funktioniert hat.
____________

WIE machst Du das denn???

Diese Frage ist bislang immer noch unbeantwortet, Volker!

Gruß,
Annette

Flocke
11.09.2002, 18:37
Hallo zusammen,

ich wollte einige Zitate einfügen, aber bei der Menge an Postings müsste ich zuviel scrollen (bin zu faul *g*).

Volker,
deiner Aussage, dass Hundeplatz nicht bedeutet, dass die Hunde außerhalb des Platzes hören, kann ich nur bedingt zustimmen. Eine gute Hundeschule ist mit Sicherheit hilfreich, viele Probleme in den Griff zu bekommen. Außerdem lernt man als Halter selber immer etwas dazu und Spaß macht die ganze Sache auch.
Wenn ein Hund nur auf dem Platz hört und nicht außerhalb, liegt das Eindeutig am Halter. Natürlich muss der Halter auch außerhalb des Platzes mit seinem Wuffi üben - anders geht es ja gar nicht.
Werden die Übungen auch íns "täglichen Leben" eingebunden, hört der Hund auch.

Also, ich habe ja bekanntlich einen Dackel-Schnauzer-Terrier-Mix - sogar mit ziemlich ausgeprägten Jagd- und Stöbertrieb.
Ich habe auch mit Wurfkette gearbeitet, wobei Ricky in eine 8-Meter-Leine "reingelaufen" ist, ich gleichzeitig "Nein" gerufen habe und die Wurfkette NEBEN ihn geworfen habe (einen Treffer hätte ich aber in dieser Situation auch in Kauf genommen).
Ab da bedeutete "Nein" etwas sehr Unangenehmes für ihn. Der Jagdtrieb habe ich damit nicht ausradieren können, ist ja klar. Aber ständiges Übungen hatte zur Folge, dass ich ihn zurückrufen konnten.

Durch unsere Hundeschule bin ich mit der positiven Bestärkung konfrontiert worden und durch Ablenkung und Beschäftigung interessieren Ricky Hasen etc. eigentlich kaum noch.
Natürlich, wenn ich mich nicht mit ihm beschäftige und er stöbert und eine Spur hat, würde er jagen gehen.
Aber in diesem Fall habe ICH ja gepennt .

cheroks
11.09.2002, 18:43
@Jutta
Da bin ich anderer Ansicht. Sozialisation ist nicht gleich Prägung. Wissenschaftlich sind damit zwei unterschiedliche Entwicklungsvorgänge gemeint. Die Prägung ist z.B. das schlüpfende Gänseküken welches das erste bewegte Objekt was es sieht, für seine Mutter hält. Beim Hund beginnt die Prägungsphase ca. mit der 3 Woche und endet mit der 7 Woche. Jetzt wird das soziale Miteinander geprägt(imponieren wird etabliert, Aggressionsverhalten/ Unterwerfungsgesten etabliert etc.)". Man könnte als gewiefter Züchter die Welpen auf Sand/Gras/Stroh setzten, damit sie sich lösen, so kann man eine Vorliebe für den Untergrund der Zukunft schaffen (einprägen). Prägevorgänge sind so gut wie nicht mehr rückgängig zu machen. Ab der 4 Woche beginnt parallel die Sozialisationsphase , die viel flexiebler ist, als die Prägung.
Jetzt beginnt der Welpe Verbindungen zu knüpfen und alles um sich herum warzunehmen. Egal was man dem Welpen vor die Nase setzt, wenn es ihm nichts tut und einfach nur da ist, dann wird er auch nichts dagegen einzuwenden haben. Er wird damit spielen wollen es neugierig untersuchen oder er beachtet es nicht. Alles was er nicht wärend der Sozialisationsphase kennen lernt (z.B. andere Hunde, Kinder, Autos, sanfter Stress etc.) wird ihm später erst mal Angst machen, da es in seiner Welt noch nie vor kam.
Das Jagdverhalten wird ab dem 6 Monat komplexer und als solches entwickelt. Jetzt muss der Besitzer dafür sorgen, dass der Hund nicht die Chance bekommt, Beute zu machen. Er sollte jetzt bereits das Wort Nein kennen.
Ich bin trotzdem der Meinung, wer seinen Hund nicht abrufen kann, der hat etwas falsch gemacht.
Vielleicht muss man auch einfach ein Freund der Jagd sein um so ein Verhalten in Kauf zu nehmen. Allerdings sind viele Jagdhundrassen auch im Wach/Schutzdienst zu finden, denn genau den Beutereiz kann man sich auch anders zu nutzen . machen.

volker
11.09.2002, 19:10
Hallo Annette,

Wenn man einen Hund ausbildet, sollte man vorher wissen welches Ziel man erreichen will und entsprechend wird ein Trainingsplan erarbeitet. Es reicht einen Hund in 10 Tagen zum normalen Begleithund auszubilden.

Die Vergangenheit des Hundes ist egal er hat sich mir in jeder weise anzupassen und nicht umgekehrt.

Der wichtigtste Punkt ist die Konsequenz mit der man arbeitet.

Wenn ich dem Hund ein Kommando beibringen will, darf eine Übung nie abgebrochen werden, der Hund hat sie auszuführen ( natürlich unterstützt man seinen Hund dabei ). Viele Hundführer machen den Fehler Übungen abzubrechen, wenn der Hund sie nach mehrmaliger Verweigerung nicht ausführt.

Das Kommando nein darf nie in einem freundlichen Ton erfolgen, schon bei der Ansage müssen bei dem Hund die Signale auf rot gehen.

Er lernt die Bedeutung in kleinen Dingen, überträgt sie aber auch auf grosse ( Jagdtrieb).

Gruß

Volker

Flocke
11.09.2002, 19:58
Wenn man einen Hund ausbildet, sollte man vorher wissen welches Ziel man erreichen will und entsprechend wird ein Trainingsplan erarbeitet. Es reicht einen Hund in 10 Tagen zum normalen Begleithund auszubilden.

Hallo Volker,

mich interessiert hier, wie du "normaler Begleithund" interpretierst. Für mich bedeutet dieser Begriff z.B., dass ich meinen Hund aus allen Situationen herausrufen kann, dass mein Hund alle Kommandos augenblicklich und präzise (und dabei FREUDIG) befolgt.


Die Vergangenheit des Hundes ist egal er hat sich mir in jeder weise anzupassen und nicht umgekehrt.

Klar, muss sich der Hund mir anpassen - aber in jeder Weise? Ich finde, dass die Vergangenheit des Hundes ein wesentlicher Faktor ist, wenn man einen Hund ausbilden will.

Wie willst du es schaffen, dass ein Hund innerhalb von <b>10 Tagen</b> fremde Mensche <b>nicht</b> als Bedrohung ansieht, der von Menschen geprügelt wurde? Wie ein Begleithund reagieren sollte, ist ja in der Begleithundprüfung festgeschrieben.

volker
11.09.2002, 20:31
Hallo Flocke,

Jetzt sind wir wieder beim zerreden, was ist wenn und aber.
Ich glaube die wenigsten Hunde in Tierheimen wurde halbtotgeprügelt, die meisten Hunde sind dort weil sie unbequem wurden, weil man sich alles viel leichter vorgestellt hat.

Was du unter Begleithundprüfung verstehst , verstehe ich bestimmt nicht anderst. Das dein Hund alles freudig macht ist super toll, wenn du aber glaubst daß dein Hund nach der Begleithundprüfung jederzeit in der Hand steht, dann entschuldige ich mich und werde nie mehr auf diesen Seiten etwas schreiben aber mit Sicherheit auch nicht mehr lesen.

Die Begleithundeprüfung ist der Beginn und nicht das ende alllen lernens.

Die Begleithundeprüfung ist von den Anforderungen relativ niedrig und wenn ein Hund diese nicht schafft , dann gebe ich an dieser Stelle Alpha recht und sage " nicht der Hund sondern der Hundeführer hat versagt" und wir sollten dann keine Entschuldigungen suchen.

Gruß

Volker

Virgilswelt
11.09.2002, 21:20
Hallo Volker,

hast du schon mal einen Zeitraum in einem Tierheim gearbeitet? Kannst du beurteilen, wieviel Hunde dort ankommen, die negative Erfahrungen machen mußten?

Ich finde es etwas vermessen, zu sagen man bekäme einen Hund in 10 Tagen soweit, die Begleithundeprüfung abzulegen.

Viele Grüße
Mandy

... die weiß wieviel Zeit eine gequälte Seele brauchen kann...

Flocke
11.09.2002, 21:25
Hallo Volker,

ich glaube, du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.
Ich wollte von dir die Interpretation des Begriffes "normaler Begleithund" haben, da du sagt, dass 10 Tage reichen würden, um dieses zu erreichen.
Daraufhin habe ich geschrieben, dass ich unter einem normalen Begleithund verstehe,

dass ich meinen Hund aus allen Situationen herausrufen kann, dass mein Hund alle Kommandos augenblicklich und präzise (und dabei FREUDIG) befolgt.
Ich glaube halt nicht, dass man das in nur 10 Tagen schaffen kann. Deshalb wollte ich von dir wissen, wie du das erreichst.
Was hat das mit Hin- und Herziehen zu tun?


Das dein Hund alles freudig macht ist super toll, wenn du aber glaubst daß dein Hund nach der Begleithundprüfung jederzeit in der Hand steht, dann entschuldige ich mich und werde nie mehr auf diesen Seiten etwas schreiben aber mit Sicherheit auch nicht mehr lesen.

:confused: Was soll das denn jetzt??? Wenn du die Beiträge richtig gelesen hättest, hätte dir auffallen müssen, dass ich zu den Halter gehöre, die immer wieder betonen, dass man ständig mit seinem Hund arbeiten muss. Selbst wenn du andere Beiträge nicht gelesen hast - wo steht in meinem Posting in diesem Beitrag, dass man mit einem Hund nicht mehr arbeiten muss, wenn der die BH absolviert hat???


Die Begleithundeprüfung ist der Beginn und nicht das ende alllen lernens.
Ich habe nie etwas Anderes behauptet. Selbst ohne Prüfung muss man mit seinem Hund ständig arbeiten.


Die Begleithundeprüfung ist von den Anforderungen relativ niedrig und wenn ein Hund diese nicht schafft , dann gebe ich an dieser Stelle Alpha recht und sage " nicht der Hund sondern der Hundeführer hat versagt" und wir sollten dann keine Entschuldigungen suchen.

Hier muss ich widersprechen. Denn Alpha hat nicht nur an dieser Stelle Recht! Der Hund versagt nicht - es ist IMMER der Halter (Ausnahme: Gendefekt). Wir brauchen keine Entschuldigen zu suchen.

Flocke
11.09.2002, 21:29
sorry...


Was hat das mit Hin- und Herziehen zu tun?

Musste natürlich heißen, was das mit Zerreden zu tun hat?

War in Gedenken schon woanders...

klasu
11.09.2002, 23:53
Ich bin geradezu fasziniert von solchen "Wunderheilern", die in 10 Tagen einen Hund durch die Begleithundprüfung bringen, egal aus welchen Verhältnissen der Hund kommt.
Ich arbeite jetzt mir meiner Hündin seit rund 1,5 Jahren und sie ist jetzt erst langsam so weit, daß wir die BG-A angehen. Und ich sehe mich eigentlich nicht als Anfänger auf dem Gebiet der Hundeerziehung, sowohl privat wie auch aus meiner aktiven Zeit im Tierschutz. Desweiteren arbeite ich mit einer Trainerin zusammen, einer Tierärztin, die sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert hat und auch als Wesenstester bei "Kampfhunden" tätig sein darf.
Und trotzdem sind wir so langsam.
Shame on me. Oder ist es nur Sprücheklopferei?
klasu

klasu
12.09.2002, 00:46
So,
nachdem ich meinen Zynismus ausgelebt habe, möchte ich zu Volker Aussage:
An alle, ich finde es toll wie ihr es wieder einmal schafft alles zu zerpflügen, wenn ein Hundebesitzer anfängt zu unterscheiden ob ein Jagdhund aus einer jagdlich geführten Zucht kommt oder
aus einer Begleithund Zucht ( also nicht aktiv im Bereich Jagd )
ist völlig egal.
Jeder Hund und jede Rasse hat den Hang zur Jagd, oder er ist kein Abkömmling vom Wolf.
Wenn ich euch so höre vergeht mir die Lust .
Meines Erachtens (und wohl nicht nur meines)dient so ein Forum dem
Austausch von Meinungen, nicht dem Alleinanspruch einer Meinung und deren Durchsetzung um jeden Preis. In einer normalen Diskussion nach allgemein gängigen Regeln bedeutet das meiner Meinung nach, daß man auch andere Äußerungen wie auch neue Überlegungen zulässt und toleriert . Alphaverhalten, wie es auch schon von Alpha hier ausgiebig praktiziert wurde,hat m.E. in einem humanen Meinungsaustausch nichts zu suchen, sondern sollte in der Hundeerziehung belassen werden. Und wenn man, wie Volker, in einem thread gleich zweimal ausdrücklich betont, daß er keine Lust mehr hat und

dann entschuldige ich mich und werde nie mehr auf diesen Seiten etwas schreiben aber mit Sicherheit auch nicht mehr lesen. mit seinem Ausstieg kokettiert, dann sollte man entweder den Worten auch Taten folgen lassen, oder mit solchen "Drohungen"aufhören.Auf Dauer finde ich so etwas reichlich nervig.
MfG
klasu
PS:siehe auch den Thread "Das Forum" in Hunde von A-Z

Flocke
12.09.2002, 07:57
Oder ist es nur Sprücheklopferei?

... interessiert mich, wie man es schafft, innerhalb von 10 Tagen seinen Hund soweit zu bekommen - ohne Einsatz von Starkzwangmitteln.

Leider habe ich auf meine gezielte Frage keine Antwort erhalten. Es interessiert mich wirklich, denn ich lerne gerne dazu - denn schließlich hat man nie ausgelernt.

volker
12.09.2002, 10:49
Hallo Flocke,

gerne Antworte ich auf die angesprochenen Punkte.

In den meisten Fällen gibt es auf den Hundplätzen 2 x in der Woche eine Ausbildungszeit von je ca. 60min. in Gruppen von
5 - 10 Hunden. Die effektive Ausbildungszeit je Hund würde ich mit 15-20 Minuten je Trainingseinheit ansetzen im Ergebniss haben wir im Monat ca. 3 Stunden die wir tatsächlich auf dem Platz arbeiten.

Wenn ich einen Trainingsplan aufstelle ( kann ich nur empfehlen ) gibt es drei Trainingseinheiten je 25 Minuten am Tag. In den Unterbrechungen der Trainingseinheiten spiele ich mit dem Hund und lasse kleine Übungren im Spiel immer wieder einfliesen. Wichtig ist das Verhalten des Hundeführers in der Zeit, da er lernt mit seinem Hund wenig aber verständlich zu kommunizieren.

Sisi
12.09.2002, 10:50
@Cheroks,
danke für die Erklärung der Prägephase/Sozialisationsphase, so genau war ich nicht informiert, lerne aber immer gerne dazu. Man kann ja auch nicht alles Wissen.;)

@klasu, ich bin ganz Deiner Meinung.

@volker,
wenn Du in der Lage bist "alle Hunde" egal ob vom Züchter oder aus dem Tierheim oder sonst wo her, in jedem Alter und mit allen möglichen Vorgeschichten in nur zehn Tagen zur BH zu bringen, dann bist Du entweder ein "Wunder-Erzieher" oder Du hast von Hunden keine Ahnung und machst hier nur Deine Sprüche wie andere auch schon festgestellt haben.


Zu Alpha möchte ich nur sagen, daß ich glaube wir sind einem Schwätzer vor dem Herrn aufgesessen, da ich immer nur Belehrungen lese aber eigentlich nie etwas wirklich produktives.

Du bist doch genauso, warum beschwerst Du dich über Alpha.


Ich würde gerne ein paar Antworten lesen, wo Hundebesitzer aus Ihren Erfahrungen in dem Bereich Jagdtrieb berichten, welche auch nutzbar sind.

Um sie dann niederzumachen, wie Du es hier getan hast, wer will Dir schon noch antworten.


Die Antworten sollten frei heraus sein und wenn jemand mit einer Erziehungsmethode eines anderen nicht klar kommt, sollte darüber diskutiert werden und nicht gleich mit bösen Beschimpfungen reagiert werden.

Nah, dann zieh Dich mal an der eigenen Nase!


Ich selbst bin 36 Jahre alt und bilde seit beinahe 20 Jahren Hunde aus und das wovon ich rede habe ich auch gemacht ( manches würde ich heute anderst machen aber andere Dinge auch nicht ).

Dann hättest Du ja nach Deiner Behauptung mit den "10 Tagen", in 20 Jahren etwa 700 Hunde ausgebildet. Alle Achtung, eine tolle Leistung. Wie viele Teletak hast Du denn gebraucht? Bekommst Du schon Mengenrabatt!


Verärgerte und ohne Grüße

Griffon
12.09.2002, 10:58
Hallo Volker,

wir zerpflügen doch nicht die Hunderassen!

Aber die Problematik kocht eindeutig dann über, wenn alle Hunde über denselben Kamm geschoren werden - das geht einfach nicht. Ich arbeite tagtäglich mit Jagdhunden - vermittle die "normalen" Jagdhunde in Familien und besorge für die Jagdhunderassen mit Papieren einen Jäger/Förster, der mit diesen Hunden entsprechend arbeiten möchte.

Einem Jagdhund werden die Anlagen weitervererbt, indem man die jagdtriebigsten miteinander paart - andere vermengen sich mit den nicht so jagdlich Interessierten und schon lässt der Jagdtrieb nach.
Das hat nichts damit zu tun, dass der Hund vom Wolf abstammt - sondern mit den Kriterien der Zucht - für welchen Zweck züchte ich welchen Hund und wie gebe ich an wen die Anlagen weiter.

Hast Du denn schonmal einen Pudel einem Reh nachhetzen sehen? Also, ich nicht! Und der Pudel stammt auch vom Wolf ab.

Gruß Jutta

Griffon
12.09.2002, 11:02
Ich habe nichts davon geschrieben, dass Sozialisierung und Prägephase dasselbe sind - ich habe Dir sogar noch die unterschiedlichen Zeiträume genannt!

Gruß Jutta

Griffon
12.09.2002, 11:05
Leider sind die Hunde mit Jagdtrieb eben nicht im Wach/Schutz/Rettungsdienst zu finden, weil sie dadurch nicht automatisch den Menschen als Hasen ansehen(-:
Der Jagdtrieb stört die Ausbildung, weil die Hunde sich ablenken lassen!

Gruß Jutta

volker
12.09.2002, 11:16
Fortsetzung, habe falschen Knopf gedrückt.

wenn mann am Tag ca. 1 bis 1,5 Stunden konsequent (ohne jeglichen Einfluß von Zwang ) arbeitet ist der lernverlust des Hundes minimal. wenn du den Zeitfaktor nun auf den normalen Trainingsbetrieb überträgst, siehst du wo der unterschied liegt.

Ich arbeite in den zehn Tagen soviel wie man normal in 4 bis 5 Monaten Hundeplatz erreicht.

Es gibt aber noch andere Vorteile, welche noch wichtiger sind.

Man baut eine unglaubliche Hund/Führer Beziehung auf.
Man lernt selbst , sich auf wesentliche Dinge in der Ausbildung zu konzentrieren.

Es gibt noch einige andere Punkte.

Wir machen es ja mit Dingen welche uns betreffen genau so, wenn ich bei uns eine Tauchschule besuche brauche ich vielleicht ein halbes oder gar ein Jahr bis zur Prüfung, wenn ich allerdings 2 Wochen Urlaub opfere brauche ich nur einen Bruchteil der Zeit ( z.B.Intensivkurse )

Wenn jemand bereits mehrere Prüfungen abgelegt hat, wird es von Hund zu Hund leichter, da man viele Dinge bereits beim jungen Hund einfliessen läßt.

Ich lese auch auf diesen Seiten von Hunden aus den Tierheimen, welche aber alle bereits ein wenig Erziehung und Wissen haben.

Desweiteren lasse ich gerne auch andere Meinungen gelten.

Zu Klasu möchte ich nur sagen, daß ich gerne bereit bin mein arbeiten mit dem Hund beobachten zu lassen, desweiteren bin ich einer derjenigen Hundeführer welcher auf dem Platz oder in der Freizeit alle unterstütze die fragen oder Probleme haben.

Im übrigen ist Hundeerziehung sehr einfach, mann sollte nur nicht die Einfachheit derer nicht zu sehr zerpflügen.

Wenn man seinen Hund konsequent ausbildet, ein Schema beibehält und die Etappenziele nicht aus den Augen verliert,
ist fast alles Möglich.

Gruß Volker

volker
12.09.2002, 11:47
Hallo an alle,

Hiermit möchte ich mich bei allen entschuldigen, da es mir fern liegt Personen, deren Meinung oder auch die Hunde zu kritisieren oder belehren zu wollen.

Ich verbeuge mich in Demut.


Gruß Volker



Habe gerade eine stressige Zeit.

Flocke
12.09.2002, 11:49
Hallo Volker,


Ich arbeite in den zehn Tagen soviel wie man normal in 4 bis 5 Monaten Hundeplatz erreicht.

Das normale Arbeiten auf dem Hundeplatz beschränkt sich nicht nur auf denselben! Das sagt dir jeder gute Ausbilder. Trotzdem bezweifle ich sehr stark, dass du innerhalb von 10 Tagen in der Lage bist, jeden Hund soweit auszubilden, dass er die BH besteht.
Effektives Lernen erfolgt in kleinen Schritten - wird dem Hund von Anfang an ein Arbeitspensum von ca. 25 Minuten "aufgebrummt", fördert es nicht die Beziehung zwischen Mensch und Hund sondern kann im schlimmsten Fall sogar genau das Gegenteil bewirken. Der Hund kann verunsichern, weil dem Stress nicht gewachsen ist.


In den meisten Fällen gibt es auf den Hundplätzen 2 x in der Woche eine Ausbildungszeit von je ca. 60min. in Gruppen von 5 - 10 Hunden. Die effektive Ausbildungszeit je Hund würde ich mit 15-20 Minuten je Trainingseinheit ansetzen im Ergebniss haben wir im Monat ca. 3 Stunden die wir tatsächlich auf dem Platz arbeiten.

M.M. nach kann diese Rechnung so nicht bestehen, denn die Arbeit in einer Hundeschule soll dem Halter den richtigen Umgang mit dem Hund nahebringen sowie Tips bei der Erziehung geben. Sie sollte als Unterstützung angesehen werden - NIE wirst du einen gute erzogenen Hund sehen, mit dem nur in dieser Zeit auf dem Platz gearbeitet wird! Es ist selbstverständlich, dass diese Übungen in das täglich Leben übertragen werden müssen.


Wenn jemand bereits mehrere Prüfungen abgelegt hat, wird es von Hund zu Hund leichter, da man viele Dinge bereits beim jungen Hund einfliessen läßt.

Du kannst nicht nur von jungen Hunden ausgehen. Und selbst wenn, gerade die jungen Hunde haben noch Konzentrationsschwierigkeiten (siehe Kleinkinder) und müssen erst langsam an den "Ernst des Lebens" herangebracht werden. Deine o.a. Zeiteinheit von ca. 25 Minuten ist eindeutig zu viel - es würde einen jungen Hund überanstrengen.


Wir machen es ja mit Dingen welche uns betreffen genau so, wenn ich bei uns eine Tauchschule besuche brauche ich vielleicht ein halbes oder gar ein Jahr bis zur Prüfung, wenn ich allerdings 2 Wochen Urlaub opfere brauche ich nur einen Bruchteil der Zeit ( z.B.Intensivkurse )

Intensivkurs bei der Hundeerziehung??? Wie soll der denn aussehen? (Wohlgemerkt - ich möchte nachher einen Hund neben mir haben, der freudig mitarbeitet, weil das Arbeiten mit mir als Halter im Spaß macht.)
Am effektivsten lernt ein Hund, wenn er durch sein eigenes Verhalten belohnt wird.
Mich würde genau an dieser Stelle interessieren, wie dein Arbeitsplan für deine BH innerhalb eines Zeitraumes von 10 Tagen aussehen würde. Vielleicht kannst du ihn hier ja mal aufschreiben.


Wenn man seinen Hund konsequent ausbildet, ein Schema beibehält und die Etappenziele nicht aus den Augen verliert, ist fast alles Möglich.

Was meinst du jetzt hier mit Schema? Ein Schema für alle Hunde oder für den einzelnen Hund das ausgewählte Schema?

Hallo Jutta,


Hast Du denn schonmal einen Pudel einem Reh nachhetzen sehen? Also, ich nicht! Und der Pudel stammt auch vom Wolf ab.

Nicht nur das, denn der Pudel ist sogar ein "Wasser-Jagdhund" - trotzdem haben wir Mensches es geschafft, ihm diesen Jagdtrieb abzuzüchten... Wir wollten ja Schoßhunde haben.

cheroks
12.09.2002, 11:59
@Jutta
Ich will deine Kompetenz nicht untergraben, und ich kann einfach nur aus meinen Erfahrungen sprechen. Ich höre beim Spazieren gehen, was die Menschen für Probleme mit ihren Hunden haben und versuche die Situation zu checken. Ich gehe dabei nicht auf die Rasse ein, sondern auf die vorherrschende Beziehung zwischen Hund und Mensch und ich habe oft helfen können, denn da liegt die Fehlerquelle. Es liegt fast nie an dem Unvermögen des Hundes sondern an dem Unvermögen des Halters.
Trotzdem toll, wie unsere Hunde trotz aller Steine die wir ihnen als Mensch in den Weg legen, lernen, wie man sich annähernd richtig verhält. Zum Glück sind Hunde flexibel! Ich glaube eben daran, wenn man sich einen Hund wünscht, der alles richtig machen soll, dann muss man ein guter, fairer und konsequenter Rudelführer sein. Auch wenn durch Zucht etc. Charaktereigenschaften hervorgehoben werden, muss ein HF in der Lage sein, seine Vorstellung durchzusetzten. Nicht jeder Wachhund soll wachen, nicht jeder Schutzhund darf alles beschützen und nicht jeder Jagdhund soll jagen und nicht jeder Staff ist aggressiv. Das muss einfach gewährleistet sein. Wenn nicht, frage ich mich wie ein Züchter solche Hunde in unerfahrene Hände abgeben kann, oder züchtet man seine Hunde ausschließlich für Jäger, Polizisten, Hirten etc?

Griffon
12.09.2002, 12:14
Bevor ich zum waschechten Jagdhund kam habe ich mich mit der Thematik auch nicht beschäftigt.
Und meine Hündin stammt aus einem belgischen Tierheim und ich dachte damals , ich wäre wirklich Hundeerfahren. Ja, es reichte für den Normalhund aus - aber nicht für diese Klasse Jagdhund.

Ich war in 5 Monaten die 5 Hand - meine Hündin hatte in diesen ersten 5 Monaten nichts gutes gelernt - und beim schärfsten Ton sass jemand ganz verstörtes vor mir - in der Hundeschule bekam sie regelmäßig Durchfall und stellte sich ins Geschirr. Und an diesem verstörten Hund sollte ich mit Druck arbeiten? Klappte nicht.

Sie ist so oft vom Grundstück abgehauen - trotz Zaun - ich konnte es nicht mehr zählen. Einmal wurde sie dabei angefahren - dazugelernt hatte sie nichts. Im Wald ist sie ständig abgehauen - sie wusste auch, was das Wort "NEIN" bedeutet und hat sich komplett darüber hinweggesetzt.

Nach nun 6,5 Jahren jagt sie nur noch im Ansatz, um ihrem Namen Jagdhund gerecht zu werden - ich habe ihr in diesen vielen Jahren erst lernen können, das "Nein" ewtas zu bedeuten hat. Natürlich hängt es damit zusammen, dass sie nun älter wird und der Jagdhund mit 7 Jahren vom jagdlichen Einsatz her gesehen zum alten Eisen gehört.


In der Tat werden diese Jagdhunde (nicht Jack Russel und weitere Modehunde), sondern DD; DK, Vizsla, Weimaraner ausschließlich an Jäger abgegeben , sprich an Menschen, die einen Jagdschein vorlegen können.

Garantiert wird damit die artgerechte Arbeit/ Ausbildung und die Erhaltung des Rassestandarts.



Gruß Jutta

volker
12.09.2002, 12:29
Hallo Flocke ,

die wiedersprüche sind berechtigt, aber da du selbst ausbildest weißt du aus eigener Erfahrung wie es funktioniert.

Wenn du mit deinem Hund arbeitest und bemerkst, daß die Konzentration nachläßt, fliesen Spielpausen und Erholungspausen ein.

25 Minuten sind da wirklich nicht viel. Wenn du das nächste mal mit deinem Hund arbeitest, dann sch au bitte mal auf deine Uhr, die Zeit vergeht unheimlich schnell.

Die Zeitfaktoren welche ich genannt habe sollten bitte nicht überbewertet werden, es geht nur darum ein Raster zu haben
welche von Hund zu Hund unterschiedlich sind. Es passiert häufig, daß Hundeführer in Schüben arbeiten ( ein Tag 3 Stunden und dann wieder drei Tage nicht ) und das soll verhindert werden.

Wenn du auf deinen Hundeplatz schaust siehst du sicherlich einige Hundbesitzer welche das Arbeiten mit ihrem Hund nur auf dem Platz ordentlich durchführen.

Im übrigen habe ich diese Woche auf NDR einen Beitrag über eine Hundeschule ( Urlaub und Hundeerziehung) in Norddeutschland, gesehen es war interessant was die Hunde in 1 Woche gelernt haben ( Begleithund tauglich ). Vielleicht hat es zufällig noch jemand gesehen.

Es gibt kein Schema für alle Hunde, aber für jeden Hund individuell. Es sind einzelne Bausteine, welche erst beim zusammenfügen ein Bild ergeben ( habe einen Beitrag von dir gelesen, welcher das gleiche Aussagt "kleine Schritte".

Im übrigen sollten wir nicht über 10 Tage reden sondern vielleicht darüber, wie unterschiedlich Lernphasen oder das lernen als gesamtes aussehen kann.

Ein Zauberer bin ich ebenfalls nicht, aber ein Hund innerhalb von Monaten von nicht viel zur SchH 1 zu bringen hat nichts mit Zauberei oder Teletakt zu tun, sondern mit Arrangement.

Habe gerade noch schnell den Beitrag von cheroks gelesen und stimme ihm zu, da es auch meine Einstellung ist ( vielleicht falsch )


Gruß Volker

cheroks
12.09.2002, 15:06
Na dann frage ich mich, wo die ganzen Weimaraner (die in Hamburg zur Zeit absolute Modehunde sind) und
DK herkommen...?Ich glaube wirklich nicht, dass diese Leute alle Jäger sind oder einen Jagdschein haben. Und hat nicht jede Rasse irgend einen Vor bzw. Nachteil? Jeder Hundebesitzer sagt doch, das liegt an der Rasse, da kann man nichts machen, wenn ein Problem auftritt welches der HF nicht in den Griff bekommt. Schäferhunde sind oft Aggressiv (obwohl es sich oft um Unsicherheit handelt) Huskys können nicht allein sein (weil sie vielleicht einfach länger brauchen um es zu lernen) JR sind eigenwillig (weil man sie nicht genug fordert) etc. Zu jeder Rasse habe ich schon mal ein absolut typisches Rasseverhalten gehört. Das spricht nicht unbedingt für die Zucht. Ich habe nur Mischlinge, und kann zum Glück vorbehaltlos an die Erziehung heran gehen. So mache ich es mit allen Hunden. Mein jetztiger "Problemfall" ist der beste Freund meiner Hündin, Alfons ein Basset Hound 1,5 Jahre, glaubt man der Rassebeschreibung sehr schwer bis gar nicht zu erziehen! Der Jäger schlecht hin, mit lautem Geheuel ist er auf und davon.
Nur gegen das Jagen allein kann ich auch nichts ausrichten, aber ich kenne bei diesem Hund die Gesamtsituation und weiß wo der Fehler liegt. Nach einigen Gesprächen und Spaziergängen (ein Buch habe ich ihnen auch noch mal gegeben) konnte ich die Besitzer davon überzeugen, dass auch ein Basset dominant sein kann und es für alle besser ist, in gewissen Situationen einfach anders zu reagieren, auch sie wollten mir sagen, er ist eben ein Jagdhund. Er läuft jetzt wieder ohne Leine und geht nicht mehr auf die Jagd! Ohne Druck ohne Gewalt ohne Hundeplatz ohne Teletakt. Das ist keine Zauberei und meiner Meinung nach auch kein Kunststück. Auch diese Besitzer sind ihrem Hund emotional hinterher gelaufen und haben die kleinen Zeichen im Alltag nicht gesehen! Man kann nie pauschal sagen, so musst du es machen, so erzieht man seinen Hund. Ich glaube ganz fest daran dass man jedes Verhalten unter Kontrolle bringen kann, allerdings geht das nicht nur über die Behandlung des einen Fehlverhaltens, sondern die Beziehung Hund-Mensch sollte auf dem Prüfstand gestellt werden.
Vielleicht naiv? (bin auch eher der Verhaltenstyp und nicht die Erziehungsmethodenkennerin)

klasu
12.09.2002, 15:33
Hi cheroks,
bedingte Zustimmung zu Deinem letzten posting. Ich denke auch, daß man bei jedem "Fehlverhalten" (ist es ein Fehlverhalten oder ist es nur ein Fehlverhalten aus menschlicher Sichtweise?) sein eigenes Verhalten/erziehungsmethoden auf den Prüfstand stellen muss.
Ob man nun die ganzen Rassestandards speziell der beschriebenen Charaktereigenschaften infrage stellen kann, möchte ich nicht beurteilen, ich glaube auch mehr an die Individualität der einzelnen Lebewesen. Ich kenne sowohl jagende Hütehunde wie hütende Jagdhunde :eek: .
Ob man nun jeden Hund zu einem "perfekten" Hund ausbilden kann, bezweifele ich aber. Man kann sicher manches "Fehlverhalten" korrigieren , aber auch das braucht m.E. seine Zeit und insofern kann ich mit Volkers Zeitvorgabe nichts anfangen.
MfG
klasu

volker
12.09.2002, 16:19
Hallo cheroks,

Im großen und ganzen stimme ich mit deinen Aussagen überein, Die Rassestandarts sind jedoch nicht gänzlich egal und unberechtigt. Natürlich sind Rasse typischen Merkmale bei jedem Hund individuell ausgeprägt.

Zu Klasu will ich sagen, daß man keinen Hund zu einem perfekten Hund ausbilden kann, da jeder Hund wie auch wir selbst über schwächen und stärken verfügt.

Fehlverhalten sind aber in den meisten Fällen ( extreme ausgenommen ) korrigierbar, da es sich meist um ein Führer / Hund Kommunikationsproblem handelt.

Sehr viele Formen von Fehlverhalten setzen nicht unbedingt Zeit voraus, sondern die richtige Kommunikation.

Wir alle kennen Beispiele, aber meistens stimmt die Gestig oder die Stimme, Wortwahl nicht mit dem überein, was wir vom Hund wollen. Er interpretiert uns falsch ( wir fügen zum Beispiel einem Kommando weitere Worte zu, oder eine anderst sprechende Körperbewegung ).


Gruß

Volker

Flocke
12.09.2002, 16:46
... endlich :) einmal.

Hallo Volker,

zuerst einmal, damit es nicht zu Irrtümern kommt. Ich selber bilde meine Hunde aus, gebe aber keinen Unterricht. Wenn ich von "unserer" Hundeschule spreche, meine ich die Hundeschule wo wir unterrichtet werden.
(An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Mara - unsere Ausbilderin - ohne die ich niemals so weit gekommen wäre.)


25 Minuten sind da wirklich nicht viel. Wenn du das nächste mal mit deinem Hund arbeitest, dann sch au bitte mal auf deine Uhr, die Zeit vergeht unheimlich schnell.

Also, Ricky ist soweit, dass ich gut und gerne den halben Nachmittag mit ihm arbeiten kann - natürlich immer mit Spielpausen. Das kommt aber m.M. nach daher, dass ich mit positiver Bestärkung arbeite und er die ganze Arbeit so als Spiel ansieht - es macht ihm einfach Spaß.

Gina kam mit meinem jetzigen Freund zu mir; sie war da knapp 2 Jahre alt und noch nicht erzogen. Halt so ein richtige Schoß-Pudel.
Gina ist, wie alle Pudel, sehr lernfähig, lernt schnell - trotzdem wäre sie überanstrengt gewesen, wenn ich die Lerneinheiten sofort mit 25 Minuten festgelegt hätte. Ich kann doch bei so einem Hund nicht sofort das volle Programm auffahren. Schließlich möchte ich auch einen Hund haben, der präzise die Kommandos befolgt.
Da du selber ausbildest, weißt du, dass du so einen Hund niemals innerhalb von 10 Tagen zur BH anmelden kannst (diese Zeitangabe stammt nun mal von dir) - auf dem Platz vielleicht, aber die BH findet nicht nur auf dem Platz statt. Es kann sogar sein, dass sie auf fremden Gelände stattfindet, was wieder eine zusätzliche Stress-Situation darstellt. Ebenso das Absitzen oder Abliegen bei Fussgängern, wobei der Halter sich vom Hund entfernt.

Ich stimme dir zu, dass man innerhalb kurzer Zeit sehr schnelle Fortschritte erzielen kann; dass steht außer Frage.
Trotz allem würde mich noch immer deine Zeiteinteilung interessieren.
Ebenfalls steht meine Frage, was du mit Schema meintest, noch unbeantwortet im Raum.

Viele Grüße von
Flocke & Rasselbande

Flocke
12.09.2002, 17:01
Ob man nun jeden Hund zu einem "perfekten" Hund ausbilden kann, bezweifele ich aber. Man kann sicher manches "Fehlverhalten" korrigieren , aber auch das braucht m.E. seine Zeit und insofern kann ich mit Volkers Zeitvorgabe nichts anfangen.

Tja, das Wort "perfekt" ist natürlich relativ. Für jemanden, der keinen Hundesport betreibt, ist ein Hund bereits perfekt erzogen, wenn er auf Zuruf präzise kommt. Andere wiederum sind erst glücklich, wenn der Hund innerhalb von 1 Sekunde jedes Kommando befolgt.

Ich denke auch, dass fast alle Fehlverhalten (des Hundes) korrigiert werden können, aber es braucht in vielen Fällen sehr viel Zeit.
Ein Beispiel:
Einen Hund, der in seiner Jugend geprügelt wurde, kann ich vielleicht relativ schnell vermitteln, dass ihm in meiner Gegenward nichts von fremden zu befürchten hat - jedoch dauert es evtl. sehr lange, bis sich dieser Hund, ohne Aggressionen, von Fremden anfassen lässt. Also, das Verhalten, sich auf Fremde sofort zu stürzen, kann ich schnell korrigieren - will ich einen Hund aber dazu bekommen, dass er auch fremden Menschen vertraut und sich anfassen lässt, kann es Jahre dauern (wenn man den Hund nicht zwingen will, den Kontakt zu diesen Menschen zu dulden).
Und selbst dann besteht immer die Gefahr, dass es schlimme Rückfälle geben kann.

Zum eigentliche Thema:
Ich denke schon, dass man bei fast allen Hunden den Jagdtrieb soweit kontrollieren kann, dass auch der Hund unter Kontrolle steht - anders könnten Jäger ja z.B. gar nicht mit ihren Hunden arbeiten, oder sehe ich das falsch?

Viele Grüße von
Flocke & Rasselbande

volker
12.09.2002, 17:13
Hallo Flocke,

Ich stehe nicht mit der Stoppuhr da und ziehe meine 25 Minuten durch, es ging mir darum es zeitlich darzustellen um es vergleichen zu können.

Das Schema habe ich bereits angesprochen, es sind die einzelnen Lernschritte bis hin zu Phasen welche am Anfang nacheinander und später im mehr kombiniert abgearbeitet werden.

Das Schema ist wichtig um zu verhindern, daß der Hund mit bestimmten Übungen überlastet wird und die Lust und den Spaß daran verliert. Wenn du zum Bsp. bei der ersten Übungseinheit ein Kommando geübt hast, kommt es bei den nächsten 2 Einheiten nicht mehr vor. Es ist egal ob der Hund das Kommando perfekt ausgeführt hat oder nicht. Man läßt den Hund im klassischen Sinne stehen ( läßt das erlernte in ihm reifen ). Fortsetzung folgt, da mein Beitrag zu lang wird.

Flocke
12.09.2002, 22:30
Hallo Volker,

mich interessiert, wie dein Trainingsplan aussieht - du hast davon gesprochen, dass du einen richtigen Plan hast.

Viele Grüße von
Flocke & Rasselbande

klasu
13.09.2002, 01:22
Hi Flocke,

Ich denke schon, dass man bei fast allen Hunden den Jagdtrieb soweit kontrollieren kann, dass auch der Hund unter Kontrolle steht - anders könnten Jäger ja z.B. gar nicht mit ihren Hunden arbeiten, oder sehe ich das falsch?

Da stellt sich mir die Frage: können Jäger mit ihren Hunden arbeiten??? Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung vor einigen Monaten über eine Jagd auf einer Nordseeinsel. Und dort hatten einige Jäger ihre Hunde überhaupt nicht unter Kontrolle - die jagten und erlegten (ohne menschlichen Auftrag!) diverse Hasen, schön von der Kamera dokumentiert. Und auch hier in der Gegend sieht man öfter mal Jagdhunde, die recht unkontrolliert erscheinen. Was aber auch relativ verständlich ist, da in ländlichen Gegenden der Hund mehr oder minder als Gebrauchsgegenstand gilt, der bei Bedarf aus der Scheune geholt wird, in der er die meiste Zeit lebt. Also sorgt er bei Gelegenheit selbst für seinen Auslauf.
Hauptsache Hund verursacht keine Arbeit und kostet möglichst wenig. Ich habe mich mal mit einem "Eingeborenen" hier über Hundehaltung unterhalten. Er bezeichnete sich als grossen Hundefreund, suchte zu der Zeit gerade einen neuen, da der alte wegen Jagduntauglichkeit weg gegeben worden war. Der sollte, natürlich voll als Jagdhund ausgebildet, weniger als 300 DM kosten. Er hätte auch einen schönen Platz in der Scheune und würde auch jeden Morgen herauskommen :rolleyes:
Das hat meine Vorurteile gegen Jäger und ihre Art der Hundehaltung nicht gerade aufgehoben.
MfG
klasu

Flocke
13.09.2002, 07:00
Hallo Klasu, guten Morgen ihr Lieben,

ich wiederum habe andere Jagdhunde kennengelernt, nicht viele, aber diese wenigen standen alle unter Kontrolle des Jägers. Ich denke mal, es kommt dann wohl noch darauf an, ob es "Freizeitjäger" sind oder nicht.
Über die Ausbildungsmethoden mancher Jäger möchte ich mich jetzt hier nicht auslassen.

Ich denke aber trotzdem, dass man fast jeden Hund auch vom jagen abhalten kann.
Vielleicht einmal dieses Beispiel:
Ich versuche, über den Spiel-/Beutetrieb den Hund zu beschäftigen. Ich muss natürlich mich die ganze Zeit über mit dem Hund beschäftigen - überlasse ich den Hund sich selber, braucht es doch nicht zu wundern, dass er sich selber - ggf. auch mit jagen - beschäftigt.

Sehe ich das jetzt hier zu einfach?
Jedenfalls ist es bei Ricky so - wenn er merkt, dass er unbeobachtet ist, geht er jagen.
Also liegt es an mir, dass ich dafür Sorge trage, den Hund zu beschäftigen, dass ihn das Jagen nicht mehr interessiert. Ich biete ihm also eine "Ersatzhandlung" an.

Fragende Grüße von
Flocke & Rasselbande

Cockerfreundin
13.09.2002, 13:36
Hallo, Flocke!

Zitat
___________

Ich denke aber trotzdem, dass man fast jeden Hund auch vom jagen abhalten kann.
Vielleicht einmal dieses Beispiel:
Ich versuche, über den Spiel-/Beutetrieb den Hund zu beschäftigen. Ich muss natürlich mich die ganze Zeit über mit dem Hund beschäftigen - überlasse ich den Hund sich selber, braucht es doch nicht zu wundern, dass er sich selber - ggf. auch mit jagen - beschäftigt.

Sehe ich das jetzt hier zu einfach?
___________

Ich denke nein :) . Im Gegenteil. ich denke, es ist völlig richtig und entspricht auch meiner Erfahrung: wenn ich meinen Hund genau beobachte (und ihn nicht einfach alleine spazierengehen lasse), merke ich (meistens) genau, wann er zu was "ansetzt" und kann ihn so schon durch Ablenkung von seinem Vorhaben abbringen und ihm zudem noch ein positives Erlebnis verschaffen: Braaver Hund :) :)

Basti jagt zwar nicht , aber vergleichbares gilt ja zB für das ziellose über die Wiese fetzen, wenn irgendwo am Horizont ein Hund auftaucht :mad: :mad:

Wenn mein Hund gelernt hat: ich gehe mit meinem Menschen spazieren (und da passiert jede Menge Tolles), dann sind die Situationen, wo der Hund am Horizont interessanter sind als der Mensch eh schon reduziert, und lassen sich im Ernstfall so noch besser in den Griff bekommen.

Grüße von
Annette + Basti


:)

Chaostruppe
13.09.2002, 17:27
ich bin auch ganz unbedarft an eine Jagdhündin geraten. Keine im Sinne eines Münsterländers, Deutsch Drahthaar oder so, sondern wirklich eine waschechte Hetzhündin. Solche Hunde werden im Ausland (sie kommt aus Andorra) in Verschlägen gehalten, und kommen nur zur Hetzjagd in der Meute raus. Ansonsten haben sie wenig Kontakt zu Menschen.
Sie ist nicht mein erster Hund, und auch nicht mein erster Hund aus dem Süden, aber es ist mir nicht gelungen, ihr das jagen abzugewöhnen. Vor 7 Jahren als ich sie aus dem hiesigen Tierheim holte, hatte ich von Jagdhunden oder jagdlicher Ausbildung überhaupt keine Ahnung. Und ich denke, ein Hund der in der Meute hetzt ist nochmal was anderes als z.B. ein Vorstehhund. Jagdhund ist nicht gleich Jagdhund.

Heute weiß ich, ich hätte mit ihr Fährtenarbeit machen sollen. Dafür ist sie perfekt geeignet! Früher wußte ich das nicht, und hab auch eher zufällig mit ihr "Hetzjagd" simuliert. Dazu mußte ich regelrechte Rennen durch den Wald fahren, und darauf achten immer schneller zu sein als sie. PUH!!! :) Dann, aber wirklich nur dann ist sie nicht jagen gegangen, sondern hat versucht "dran" zu bleiben und mir zu folgen. Aber ein ganz normaler Spaziergang ist mit ihr ohne Leine nicht möglich. In dem Moment in dem sie merkt daß sie frei ist, geht die Jagd los, und ich hab keinerlei Einfluß mehr auf sie. Meine einzige Chance sie überhaupt wieder einzufangen ist, schnell aus dem Wald raus. Dann kommt sie nämlich komischerweise hinterher, und ich kann sie problemlos anleinen.
Auch sonst hat sie es nicht besonders mit dem Hören, und wenn ich mit ihr eine Begleithundeprüfung machen wollte, ich glaub wir würden beide verrückt werden.

Ich glaube, daß bei ihr einfach mehrere Probleme zusammenkommen. Sie hat einen schier unglaublichen Jagdtrieb, sie hatte mehrfachen Jagderfolg und frisch gerissene Kaninchen frißt sie besonders gern, sie war früher Straßenhund, mußte sich nicht zuletzt durch Jagderfolge ernähren (auf Mülltonnen steht sie auch ganz doll) :) , sie hatte wohl wenig Kontakt zu Menschen, und wenn, dann auf sehr negative Art (sie war total handscheu), und last but not least war sie schon sechs Jahre alt als ich sie bekam.
Mit meinem Unwissen über diese Hunde konnte ich ihrem Jagdtrieb nicht beikommen. Heute ist´s nicht mehr so wild, daß sie an der Leine bleiben muß. Wir machen sehr lange Spaziergänge (4 Stunden und mehr), und sie ist immerhin schon 13!


Ich hab mal einen Bericht über eine Meute Foxhounds gesehen, die für die fast klassische Fuchsjagd gehalten wurden. "Fast", weil heute keine Füchse mehr gejagd werden, sondern die Hunde eine vorher gelegte Spur verfolgen, und am Ende mit einem riesigen Stück Pansen (Beute) belohnt werden. Bei diesen Hunden hatte ich nicht den Eindruck, daß sie "sitz, platz, bleib" können.

Ich kann nur sagen, ich verfolge mit Spannung diese Diskussion, weil´s mich ganz schön betrifft.

Liebe Grüße,
Andrea

Flocke
13.09.2002, 20:44
Also, ich denke, dass man sogar viele Meute-Jagdhunde erziehen kann - natürlich nicht, wenn die im Rudel gehalten werden.
Aber ich kann mir schon vorstellen, wenn ich so einen Welpen von Anfang an präge und ihn an mich binde, dass ich ihn dann auch von der Jagd abhalten kann.

Ich denke aber auch, dass man einen 6 Jahre alten Hund, wie der Wuffi von Andrea, wohl ohne Starkzwangmittel (die ich ablehne) nicht vom Jagen abhalten kann. 6 Jahre Prägung kann man meiner Meinung nach nicht mehr korrigieren.

Liebe Grüße von
Flocke & Rasselbande

volker
16.09.2002, 18:56
Hallo miteinander,

Ich werden mich jetzt outen und bin mir sicher von euch in die ewige lodernde Hölle geschickt zu werden.

Wenn ich einen Beitrag wie den von Andrea ( Gruß an die gesamte Chaostruppe ) lese bin ich schockiert, denn auf der einen Seite verteufeln wir jede Gewalteinwirkung auf den Hund aber im nächsten Moment muß ich lesen, daß der Hund am meisten Freude an "frischem Kaninchen" hat.

Wir sollten vielleicht einmal überlegen, was unsere Hunde anderen unschuldigen Tieren antuen können, wennn wir sie lassen.

Ich gehe mit meinem Hund fast immer im Wald spazieren und das stets unangeleint ,er darf stöbern und sich richtig austoben
aber würde nie ohne meine Erlaubnis jagen.

Ich bin ehrlich und sage, daß mir jedes Mittel recht ist um meinen Hund vom Jagen abzuhalten, da wir gegenüber allen Tieren und nicht nur unseren Hunden haben.

Es ist mir auch nicht wichtig ob ein Hund ein, fünf oder 13 Jahre alt ist.

Gruß Volker

Chaostruppe
17.09.2002, 00:07
die "Kaninchenerfahrung" stammt noch aus der Zeit, als ich noch unangeleinte Versuche mit meiner Hündin auf der Hundewiese gemacht habe. Das ist schon seit einigen Jahren vorbei! Aber doch mal ganz ohne Scheiß, was ist denn im Hundefutter drin? Doch Fleisch, oder? Ist dieses Fleisch deswegen legitimiert, weil Mensch es "produziert" und getötet hat? Ich war auch nicht begeistert von den Jagderfolgen meiner Hündin, aber sie ist nunmal ein "Beutegreifer" und Fleischfresser. Sie hat ganz bestimmt nicht erst über Ethik nachgedacht. Und uns Menschen steht Ethik ganz besonders schlecht zu Gesicht, in Betracht dessen, was wir unseren Fleischliferanten antun! (ich bin Vegetarier!)

Alle meine anderen Hunde, vier an der Zahl, gehen unangeleint und ohne zu jagen mit mir im Wald spazieren, und das jeden Tag! Bei meiner Hündin hätte ich nie ein TT-Gerät angewandt, einfach weil sie absolut ängstlich, schreckhaft, und handscheu war. Ich hätte sie nur noch weiter kaputt gemacht!
Trotzdem liebe Grüße,
Andrea

volker
17.09.2002, 09:51
Hallo Andrea,

deiner Aussage stimme ich zu, das wovon wir reden ist die Natur und die Regeln nach denen sie funktioniert, daß ein Hund ein Fleischfresser ist wissen wir auch, es geht nur darum, daß wir das ganze Spektrum der Möglichkeiten sehen müßen und dann die gleichheit der Mittel wählen sollten.

Wenn ein Hund solch einen Jagderfolg hat oder hatte, dann müßen wir auch entsprechende Mittel einsetzen um solch ein Handeln zu unterbinden.

Es war auch kein Vorwurf an dich oder deine Rasselbande, aber es zeigt, daß wir alle nicht vor solchen vorfällen gefeit sind.

Gruß Volker

cheroks
17.09.2002, 10:30
Ich bin der Meinung, man muss die Möglichkeiten im Hinblick auf den zu erziehenden Hund abwägen. Ein JR hat in Kürze 5 Katzen aus der Nachbarschaft gekillt. Bei dem wurde ein TT eingesetzt (von einem Fachmann), da es wirklich keine andere Möglichkeit mehr gab. Als letzte Instanz würde ich ein TT einsetzten, bevor mein Hund getötet werden muss, da er unter diesen Umständen nicht tragbar für die menschliche Gesellschaft ist. Wenn ich allerdings einen Hund mit der Vorgeschichte wie Andreas Hund habe, ist mein Ziel nicht in erster Linie das "einstellen" des Jagdtriebes, sondern die Eingewöhnung in die Zivilisation. Gelingt mir das, dann würde ich abwägen, was jetzt das kleinere Übel ist, die Leine oder eine schmerzhafte Umgewöhnung. Wenn ein Hund eh ängstlich und wenig vertrauensvoll gegenüber Menschen ist, ist die Leine vielleicht die bessere Alternative, bzw. in diesem Fall das entsprechende Mittel. Auf jeden Fall finde ich es verantwortungsbewußt, wenn man seinen Hund an der Leine lässt, wenn man ihn nicht unter Kontrolle bringen kann. Dieses Bewußtsein fehlt leider vielen Hundebesitzern!
LG

Sisi
17.09.2002, 12:30
Hallo zusammen,

ich wollte zu diesem Beitrag eigentlich nicht mehr schreiben, aber jetzt platzt mir die "Hutschnur".

Ich bin sehr "erschrocken" über die Ausführungen von Volker.

Nicht jeder "Hund", auch nicht jeder "Mensch" ist perfekt. Wer setzt eigentlich diese Maßstäbe? Leute wie Volker?

Volker verlangt von jedem Hund das er nicht jagd obwohl es doch in der Natur des Hundes liegt dieses zu tun. Mit allen Mitteln werden die Hunde bearbeitet, auch mit Teletak nur um dieses Ziel zu erreichen, "innerhalb weniger Tage". Wollen wir Hunde oder Sklaven die nur noch funktionieren und keinerlei Persönlichkeit mehr haben. Ich kenne Hunde die derart erzogen sind, sie sind keine Hunde mehr nur noch Marionetten die funktionieren, weil sie müssen, die Seele ist gebrochen.

In was für einer Welt leben wir, das es nur noch "überzogene" Maßstäbe gibt. Ich mache es wie Andrea, wenn ich den Eindruck habe meine Hündin will Situationsbedingt jagen kommt sie an die Leine, basta. Es ist noch kein Hund verkümmert der an der Leine ist, wenn es andere ausgleichende Beschäftigung gibt.

Nicht nur Jagdhunde, auch andere wie z.B. manche Huskys können gar nicht von der Leine, na und, besser mal an der Leine als mit Starkzwangmitteln maltretiert, oder totgefahren am Straßenrand liegen.

Ist es nicht das was uns alle kaputtmacht, dieser "ewige Zwang" perfekt sein zu müssen, weil man sonst nichts wert ist. Wird nicht genau das auf die Hunde übertragen, die es in unserer heutigen Zivilisation ohnehin schon schwer genug haben. Ich habe keinen Mercedes vor der Haustür, bin auch kein Millionär, lebe aber sehr gut damit.

Ich mache "mein Leben" und das "meiner Hunde" nicht kaputt mit überzogenem Leistungsdruck. Ich will Mensch sein und bleiben, meine Hunde sollen Hunde sein. Beide haben ihre Ausbildung mit Freude gemacht, was mich viel Zeit gekostet hat. Starkzwangmittel bestätigen doch nur die Unfähigkeit und den Zeitmangel der Ausbilder umso mehr Hunde sie in kürzester Zeit durchkloppen, umso mehr Kohle haben sie, auf Kosten der Hundseele.

Die Hundeschule in der ich meine Hündin ausbilden wollte, war ein spezielle Schule für Jagdhund, die müssten wissen das es auch Sensibelchen gibt bei dieser Rasse, ich wollte lediglich die BH machen weiter nichts, und das habe ich auch vorher gesagt, aber es werden immer alle über einen Kamm geschoren. Es gibt Rassebedingte Eigenheiten sonst wären sie nicht so gezüchtet worden. Hunde müssen funktionieren oder nicht, "so eine Scheiße". Wenn nicht jeder Idelfigur hat, nicht hundertprozentig hört, oder alt ist, ist er nichts wert oder wie. Soll ich etwa von meinem alten Rüden verlangen das er an jeder Ecke sitz macht, wo er eh schon Arthrose hat, so ein Blödsinn. Immer Hunde spezifisch handeln und nicht anders, das ist hier gefragt.

Als dieser unmögliche Ausbilder bei meiner Hündin den Leinenruck ausführte hatte sie sich derart verschreckt und innerlich zurückgezogen das es Wochen dauerte bis ich wieder anständig mit ihre arbeiten konnte, in diese unmögliche Hundeschule bin ich natürlich nicht mehr. Meine Hündin wollte nicht mal mehr ins Auto, vor lauter Angst wir würden wieder dort hinfahren. Mancher Hund ist einfach zu sensibel für solche Methoden. Wer das Gegenteil behauptet hat keine genaue Kenntnis über Hunde.

Meine beiden sind Alltagstauglich genau wie ich und nicht mehr. Wir haben Spaß am Spazierengehen, am Spielen und toben, sie können überall mit hin. Wer seinen Hund beruflich nutzen möchte bitte, aber übertragt das doch nicht auf ganz normale Familienhunde.

Ich möchte zu bedenken geben das hier auch Anfänger sind die diese Beiträge lesen und dann glauben ihr Hund müsste perfekt sein, sich ein TT besorgen und die Hunde damit nur kaputt machen.

Ach, übrigens dieser Ausbilder des "Fernsehberichtes" letzte Woche ist genauso unfähig. Er vermittelt den Hundeführern das der Hund unter allen Umständen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gehorchen muss, ohne Rücksichtnahme auf die Rasse und dessen Wesen. Ein typisches Zeichen für Unkenntnis.
"Diese altertümlichen Methoden sind längst überholt!"

Kopschüttelnde Sisi

Flocke
17.09.2002, 16:54
Ich muss ebenfalls sagen, dass es Unterschiede bei den einzelnen Hunden gibt. Ich stimme zu, dass ich, bevor ich einen Hund einschläfern würde, als letzte Möglichkeit (wirklich als letzte) evtl. auch einen TT einsetzen würde.

Aber Volkers Ausführungen, dass jedes Mittel recht sei, um einen Hund vom Jagen abzuhalten... Naja, ich könnte jetzt einfach mal davon ausgehen, dass er hauptsächlich die Leine meint....

... jedoch würde es anderseits erklären, wie man in kurzer Zeit einen Hund in den Gehorsam bekommt - Ich will es nicht hoffen.

Viele Grüße von
Flocke & Rasselbande

volker
17.09.2002, 17:18
An Sissi,

deinen Beitrag habe ich aufmerksam gelesen, ich möchte dich nur bitten das nächste mal genau zu lesen.

" Gleichheit der Mittel" steht im übrigen in dem deutschen Grundgesetz und besagt nur, daß die Mittel welche eingesetzt werden im vernünftigen und verantwortbaren Konsens zur Gegebenheit stehen. Was nichts anderes bedeutet wie daß ich genau die gleiche Meinung vertrete wie cheroks und Flocke auch. Ich habe auch nicht davon gesprochen, daß es ein TT sein sollte ( eine Leine kann genauso angebracht sein), nur wenn ein Hund fünf Katzen tötet stelle ich mir persönlich die Frage ob er sein Recht auf Leben nicht bereits verwirkt hat.

Gruß Volker.

Virgilswelt
17.09.2002, 17:41
Hallo Volker,

ein Hund hat sein Leben verwirkt, nur weil er das tut, wozu er gezüchtet wurde und seinem Instinkt folgt? Und weil er das Pech hatte eine Familie zu finden, die nicht damit umgehen kann?

Man kann nicht alle Hunde über einen Kamm scheren, jedes Tier ist ein Individuum. Insofern kann man nicht für jedes Tier pauschal die gleiche Meßlatte setzen. Für einige Hunde ist es schon ein großer Erfolg, dem Menschen wieder zu vertrauen. Ein Kadavergehorsam ist vielleicht in der Bundeswehr angebracht, aber meiner Meinung nach nicht beim Hund.


@Sisi,

du sprichst mir aus der Seele. Gratulation zu deiner tollen Hündin, und zu deiner Leistung, sie zu einem "alltagstauglichen" Hund zu erziehen.

Cockerfreundin
17.09.2002, 18:48
@ Sisi, Volker und so weiter....

Sisi, Du hast recht!!

Zu TT und all den anderen "Wundermitteln" (incl. Kettenwürger) sag ich grundsätzlich nichts mehr - außer dem, was ich an anderer Stelle schon gesagt habe: Das ist GEWALT gegenüber dem Hund.

Wenn mein Hund Katzen, Autos, Hasen oder sonst was jagen sollte (was er nicht tut, zum Glück :) ) und ich ihm dies nicht mit "normalen" erzieherischen Mitteln abgewöhnen kann, nun - dann muß er eben an die Leine. so einfach ist das.

Ich seh es genauso wie Sisi: ich brauche keinen perfekten Hund, sondern einen alltagstauglichen Begleiter. Und wenn manches etwas länger braucht, dann braucht es das halt. Aber MEIN Hund wird nie die Erfahrung machen, dass ich ihm Gewalt antue oder aber, dass ich es zulasse, dass andere (sog. Ausbilder) das tun!

Grüße von
Annette