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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kastrieren? Das bringt doch nichts mehr, oder?



Nadia
06.09.2002, 07:51
Ich stress mich mal wieder total in den Hund meiner Freundin rein. Benny ist ein Münsterländer/??? Mix, kniehoch und im Oktober wird er zwei Jahre alt.
Es ist so: Benny hat tierische unarten:D
1. Kommt meine Freundin zu uns und bringt Benny mit, knurrt dieser immer und immerwieder meinen Mann an. Gutes reden seinerseits hilft nicht, Ihm drohen und am Halsband festhalten hilft auch nicht. Erst wenn man auf Ihn zugeht und Ihn streichelt, gibt er Ruhe.
2. Er schnappt sich Fahrradfahrer, Inliner, Fußgänger und, und, und. Und da beißt er dann auch zu. Ohne Grund. Selbst wenn die Menschen noch Meter weit entfernt sind. Benny schießt wild darauf los. Anderen Hunden wiederum macht er gar nichts. Nur Hündinnen besteigt er, leckt er ab und sabbert dann eklig rum.
3.Ich wollte mal testen, ob er wirklich zubeißt und als wir spazieren gingen(es war dunkel und es regnete) versteckte Ich mich hinter einem Baum. Als er an mir vorbei lief trat Ich ganz lansam hervor. Erst erschrak er, dann kläffte er mich an, Ich lief davon, er bellend hinterher aber gebissen hat er nicht. Dann blieb Ich stehen und er auch. Nichts geschah. Ich lief auf Ihn zu, er lief davon. Also im Grunde ein Angsthase.
Letztens, am Montag kam der Mann meiner Freundin unterm Spazierengehen angelaufen, weil er mitgehen wollte. Nicht mal Ihn wollte Benny erkennen. Der Hund lag schon auf dem Rücken, weil Mann Ihn umlegte. Aber aufhören wollte der Hund nicht.
3. Er Pinkelt fremde Menschen an. Auch seine Besitzerin selber:rolleyes: Ich hab mich gekugelt vor lachen.
Ja, und jetz ist er hinter meiner Iwanka her, will auf Sie raufklettern und da fleißig... Sie aber fasst es nur alls Spiel auf. Noch. Ja, Freundin hat halt keinerlei Einwirkung auf den Hund. Er rennt z.b. auch kilometerweit hinter Vögeln her und achtet gar nicht auf uns. Jetzt kommt er nicht mal mehr wenn sie ruft. Letzten Dienstag war Ich dann mit Iwanka beim TA, sie war dabei und machte einen Termin aus, wann Benny kastriert werden soll. Ich dachte Ich spinne. da sagte sie auch vorher gar nix. Das hilft doch auch nicht die Probleme zu lösen! Das heißt doch nicht, wenn Wauwau kastriert ist, daß er auch automatisch wieder hört! was meint Ihr dazu?
Nadia

Jacky77
06.09.2002, 08:40
Hallo Nadia!

Ich denke bei Deiner Freundin und ihrem Hund hilft nur eines: HUNDESCHULE!
Und zwar ganz dringend. Durch eine Kastration ändert sich doch nichts in dem Gehorsam eines Hundes. Den Gehorsam muss sie sich schon selber erarbeiten und zwar in einer Hundeschule oder bei einem Trainer. Hast Du Deiner Freundin das schon einmal vorgeschlagen?
Vielleicht kannst Du sie in der Richtung ja ein wenig beeinflussen? Langfristig gesehen ist die Situation wie Du sie jetzt beschreibst für keinen tragbar, weder für den Hund, noch für die Halterin die sich den Geschädigten (Jogger etc.) gegenüber verantworten muss.
Der Hund macht einfach was er will und sie akzeptiert es mehr oder minder, denn sonst wäre sie schon längst in Sachen Erziehung tätig geworden, oder?

Liebe Grüße,

Dani mit Jacky

igelchen
06.09.2002, 09:48
Hallo Nadia!

Ich kann mich Dani nur anschließen! Du solltest Deiner Freundin unbedingt klar machen, dass eine Kastration ihre Probleme nicht im geringsten lösen wird!!
Hat denn der TA nicht nach dem Grund für die Kastration gefragt? Also, meine TÄ würde den Hund glaube ich sowieso nicht kastrieren - bei den Gründen!!
Erzähl Deiner Freundin doch auch mal, dass nach dem Tierschutzgesetz eine Kastration nur aus medizinischer Indikation durchgeführt werden darf, d.h. wenn die Gesundheit des Tieres gefährdet wäre, wenn es nicht kastriert würde!!
Deine Freundin und ihr Hund gehören wirklich unbedingt in eine Hundeschule!! Dass der Hund nicht gehorcht, ist eigentlich klar, schließlich betrachtet er Deine Freundin nicht als Rudelchefin. Aber wie gesagt, eine Hundeschule ist der beste (eher der einzige) Weg, den beiden zu helfen.

Viele Grüße
Igelchen

Phillis
06.09.2002, 11:15
...benimmt sich völlig normal.
Deine Freundin brauch die richtige Lektion.
Und dann jemanden, der mit ihr das Gelernte an ihrem Hund trainiert.
Ich bin immer wieder überrascht, daß die Menschen sog. Unarten am Hund sehen und sich im seltensten Fall fragen, womit das zu tun haben kann (außer daß der Hund verhaltensgestört ist natürlich). Selbst die, die sich fragen, sind erstaunlich vielfältig in der Findung möglicher Gründe, in deren Aufzählung ihre eigene Person so gut wie nicht vorkommt!

Wie wär´s mal statt nem Kurs Spanisch an der VHS mit nem Kurs in Hundesprache?
Es gibt so viel spannende Literatur, man muß sich nur damit beschäftigen wollen. Und wenn man einen Hund hat, dann icht das unverzichtbar.

Als Tierarzt würde ich bei solchen Kastrationsgründen ausflippen.
Das ist genauso bescheuert, dem Freund / Mann eine Kastration anzuraten, wenn er gegen gewisse Verhaltensregeln verstößt und man keinen Bock auf Diskussionen hat, mit dem „Irren“.

Phillis.

igelchen
06.09.2002, 11:18
Haste echt gut formuliert, Philis!! :D

Chaostruppe
06.09.2002, 16:59
Mensch, was habt ihr denn alle gegen das Kastrieren? Ich glaub nicht, daß bei all den Straßenhunden im Süden, die auf Initiative nicht zuletzt deutscher Tierschutzorganisationen kastriert werden, eine medizinische Indikation vorliegt. Es gibt schon genug Hundeelend auf der Welt, da kann ich echt nicht verstehen, daß man für eine Kastration auch noch Gründe angeben muß. Oder wollt Ihr alle Welpen haben? DANN allerdings darf man nicht kastrieren. Ansonsten hat´s noch kaum einem Hund geschadet.

Mit unverständlichen Grüßen,
Andrea

Ps: wäre mein großer Rüde mit 4 Jahren nicht schon zu alt für eine Verhaltensänderung durch Kastration gewesen, hätte ich nicht lange gefackelt!

igelchen
06.09.2002, 17:07
Hallo Andrea!

Ich bin nicht generell dagegen, ein Tier zu kastrieren - meine Mädels sind schließlich auch kastriert, wofür ich allerdings schon mehr oder weniger medizinische Gründe hatte. ;)
Es regt mich aber maßlos auf, wenn Menschen, die zu faul oder zu inkonsequent sind, um sich um eine richtige Erziehung ihres Hundes zu kümmern, in der Kastration die Lösung schlechthin suchen!! :mad: Trotzdem gibt es natürlich Verhaltensprobleme, bei denen durch eine Kastration Abhilfe geschaffen werden kann - das Problem von Benny gehört nicht dazu.

Viele Grüße
Igelchen

Chaostruppe
06.09.2002, 18:10
nein, eine Kastration ist natürlich nicht die Lösung schlechthin, kann aber wirklich einiges bewirken, wenn sie früh genug erfolgt. Mein Großer Rüde war schon über 3 Jahre alt, als ich ihn aus dem Tierheim holte, und somit war sein Verhalten schon zu eingeschliffen, um durch eine Kastration noch geändert werden zu können. Also hätte eine zugemutete Vollnarkose nichts gebracht. Allerdings zeigt er dominantes und aggressives Verhalten anderen Rüden gegenüber, und hat im Laufe seines Rüdenlebens schon einige andere Rüden mehr oder weniger bei Beissereien verletzt. Wäre er noch jünger gewesen, ich hätte dieses Verhalten durch eine Kastration verhindert.

Meine Hündin IST kastriert, ganz ohne medizinische Indikation. Meine Rüden nicht. Der Große war schon zu alt, und die Kleinen zeigen keinerlei Dominanz und sind mit allem verträglich. Außerdem "leiden" sie auch alle nicht, wenn hier in Umkreis eine Hündin läufig wird. So von wegen, tagelang jammern, nichts fressen, und sich ständig vor der Tür der Angebeteten abholen lassen.

Aber grundsätzlich stehe ich einer Kastration sehr positiv gegenüber, und gerade im Tierschutz sollte eine medizinische Indikation keine Rolle spielen.

Liebe Grüße,
Andrea

igelchen
06.09.2002, 19:15
Hallo Andrea!

Kastration aus Tierschutz-Gründen (so unmöglich das vielleicht klingen mag) ist auch meiner Meinung nach ein ganz anderes Thema!! Ich denke, die Kastration oder Streilisation von Straßenhunden z.B. in südlichen Ländern ist einfach der beste Weg, dem Problem Herr zu werden - und damit auch die Lebenssituation der Hunde zu verbessern!! Denn "Überbevölkerung" und ständige Welpenaufzucht sind immense Stressoren für die Hunde und steigern deren Aggressivität.
Bei uns im Saarland gibt es ein Projekt, in dessen Rahmen die Hunde von Obdachlosen und Bedürftigen umsonst medizinisch versorgt werden, wenn Herrchen oder Frauchen der Kastration zustimmt. Das Ziel ist auch hier, die Nachkommenflut zu stoppen und zu verhindern, dass jede(r) x-Beliebige einen Hund aufnimmt.

Viele Grüße
Igelchen

Phillis
06.09.2002, 21:11
..und die südeuropäische Welpenflut!
Ihr habt vielleicht Nerven.

Es geht darum, daß man immer bis zum Äußersten gehen kann bei ner Sache die Probleme macht.
Man kann bei Kopfweh Aspirin einwerfen, aber auch ein paar Gläser Wasser trinken. Man kann auch mit beidem Erfolg haben.
Dem Wasser traut keiner die gleiche Wirkung wie Aspirin zu und deshalb greift jeder zur Chemie. Derjenige, der weiß wie Körper und Wasser zusammenhängen, befreit sich auf eine völlig natürliche Art vom Schmerz. (Z.B.!)

Bei der Chaostruppe hatte ich jetzt beim Lesen gerade den Eindruck , daß sie mehr als Aspirin eingeworfen haben muß, um so am Thema vorbeizuschrappen.

„...hat sonst noch kaum nem Hund geschadet.“

Wenn der Hund die Wahl hätte, für was würde der sich entscheiden?
Für kostenlose Hundespachführer und ne Kastration für alle, die sie nicht lesen?
Wir können´s ja machen.
Phillis.

Phillis
06.09.2002, 21:20
...sollte im Tierschutz keine Rolle spielen.
Das bedeutet aber ja nicht, daß jeder (der schon mal nem Tierschutzverien gespendet hat) die Entscheidung zur Kastration selber nach seinem Gusto fällen kann, ja?

Phillis.

Chaostruppe
07.09.2002, 09:04
ich hatte beim lesen den Eindruck, daß es hier generell darum geht, daß Kastration abgelehnt wird. Und was ich so einwerfe sag ich Dir nicht. :)

Und ich kann wirklich am kastrieren nichts negatives finden, außer vielleicht, daß dem Hund eine Vollnarkose zugemutet wird. Aber das ist schon alles.

Nadia
07.09.2002, 09:55
Hallo an alle!
Wir hatten gestern einen Vereinsabend, in dem auch meine Freundin erschien. Ich habe wohl vergessen, zu erwähnen, daß wir mit unseren Hunden eine Hundeschule besuchen. Nur in verschiedene Gruppen gehen wir. Sie hat im Frühjahr mit der BH angefangen, jedoch aus zeitlichen Gründen abgebrochen. Nun ist es so, daß Sie mit der Trainerin ausgemacht hat, nur am Platzbetrieb zu erscheinen, weil Sie am direkten BH- Unterrichtstag Arbeiten muß. (Sie versucht Ihren Mann+Hund zu schicken) Also will Sie weiter in die Hundeschule gehen.
Ich habe Ihr schon so viel gesagt! Unser TA sagte nur, daß Ihr Hund ruhiger werden wird. Von evtl. Erziehungsproblemen hat Sie dem TA ja nichts erzählt. Wie es weitergehen wird, weiß Ich nicht. Sie will im November die BH-Prüfung ablegen ohne in den Unterricht zu gehen:confused: Ich hab da selber keinen Plan, wie das jemals funktionieren wird. Sie denkt halt, wenn der Hund kastriert ist, ist er im Umgang leichter und vorallem leichter zu erziehen. Ich hab nur immer und immerwieder gesagt, eine kastration lößt Eure Probleme nicht. Aber Sie denkt darüber anders. Selbst wenn Ich Ihr ein Buch vorlege, wo Ihre Probleme geschildert werden, glaubt Sie nicht an die evtl. Lösungswege. Sie und Ihr Hund haben ein Ernsthaftes Problem. Gestern hat er meine 16 Monate alte Tochter angeknurrt. Nur weil Sie an Ihm vorbei lief. Ich denke, daß Benny sein Frauchen nicht als Chef ansieht, sondern Ihr den Platz streitig machen will. In meinen Augen ist das ein Dominanzproblem. (Hund liegt auch auf der Couch, im Bett, bleibt nicht alleine, klaut essen vom Tisch und bettelt auch)
Sie will Sich nicht helfen lassen, dann muß Sie es sein lassen. Aber Ich glaube, daß sich die Probleme mit Benny immer mehr häufen werden mit der Zeit. Egal ob kastriert oder nicht.
Bis bald
Nadia

Jacky77
07.09.2002, 10:02
Hallo Nadia!

Es ist wirklich traurig, dass Deine Freundin so uneinsichtig ist. Der der darunter am meisten leidet ist der Hund. Anscheinend will sie sich wirkllich nicht helfen lassen.
Wie sieht ihr Mann denn das ganze? Vielleicht könntest Du ihn miteinbeziehen, so dass er ihr mal klar sagt, dass es so nicht geht?

Noch eine Frage zu Eurer Hundeschule: Sie hat doch bestimmt auch mal mit dem Trainer über Benny gesprochen. Was hat der denn geraten?

Viele Grüße,
Dani

Nadia
07.09.2002, 10:08
Hallo Jacky,
Der Mann möchte die Kastration nicht, weil "der Hund dann kein Mann" mehr wäre....:rolleyes:
In der Hundeschule wurde Sie dringend ermahnt, mit dem Hund müßte gearbeitet werden, da der Hund noch nicht mal eine Vernünftige Beziehung/Bindung zum Halter hätte und da wurde Ihr auch gesagt, das zischen Ihr und dem Hund die Rangordnung noch nicht festgelegt sei, aus der Sicht des Hundes. Aber auch in der Hundeschule weiß niemand, daß der Hund kastriert werden soll.
LG Nadia

Jacky77
07.09.2002, 10:16
Hallo Nadia!

Aber versteht der Mann denn, dass die Probleme nicht durch eine Kastration zu lösen sind??
Wenn ja, dann kann er ja vielleicht Deiner Freundin einmal klar machen, dass die Kastration nichts mit dem Gehorsam zu tun hat. Oder ist er genauso "blind" wie sie??

LG,
Dani

igelchen
07.09.2002, 11:38
Hallo Nadia!

Dass die "Verhaltensunarten" des Münsterländers auf Dominanzproblemen beruhen, ist doch eigentlich mehr als offensichtlich. Die Frage ist echt: wie knackt man sein Frauchen?! Ich weiß nicht, wieso man in eine Hundeschule geht, wenn man den Unterricht nicht besucht und wieso man sich in diesem "Erziehungsstadium" für die BH-Prüfung anmeldet. Ich habe so das Gefühl, Deine Freundin hat die Vorstellung, sie könne den Hund wie ein kaputtes Auto irgendwo abgeben und "repariert" wieder abholen...
Kannst Du nicht mal mit anderen Vereinsmitgliedern und dem Trainer reden, damit die auch versuchen, Deine Freundin zu beeinflussen?

Viele Grüße
Igelchen