PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erinnerung für Laien



Alpha
05.09.2002, 22:34
Ich weiß,ich habe dazu schon mal einiges geschrieben,doch halte ich es halt für wichtig:
Nie darf man seinen Hund im Nacken schütteln (da dies immer als Tötungsabsicht gewertet wird und nie als Bestreafung erlernt werden kann.
Nie sollte man versuchen,etwas über angebliche "Belohnung" (ob Leckerchen,Spiel o.ä.)dem Hund beizubringen,da Hund kennt und erlernt keine Belohnung -für ihn ist das menschliche Belohnungsverhalten ein Beschwichtigungsverhalten,man macht sich vor Hund klein (also warum soll Hund Respekt vor Mensch haben?).
Nie sollte man einem Hund ein Starkzwangmittel wie Teletakt,Stachelhalsband etc. umschnallen-genau wie die Leckerchen fördert es Dominanz des Hundes,untergräbt die eigene Position und verhindert Vertrauen zum Halter.
Nie sollte man denken,man könne seinen Welpen "mal eben so" mit jedem Hund spielen lassen-es gibt keinen Welpenschutz außerhalb des Rudels und zudem ist es sowieso total unartgerecht ,seinem Hund jeden "Hinz und Kunz" zuzumuten.
Nie sollte man eigentlich seine Faulheit und Dummheit dadurch zur Schau stellen,indem man(zum Leidwesen des armen Tieres) lediglich versucht,die Symptome falsch angewandter Erziehung zu bekämpfen(von Halti bis Bachblüten) -es wäre so toll,wenn Mancher die Ursache für ein Verhalten seines Hundes sucht und nicht nur fadenscheinige Ausreden("jaja,er ist ausm Tierheim..","er ist mal gebissen worden...","ich glaub,er mag blonde Männer nicht..")liefert,die lachhaft sind und jeden Hund zum Heulen bringen.Ich weiß,daß der einfache Hundehalter an sich anscheinend nicht anders kann,als den Hund zu vermenschlichen und so sehr das auch für alle Hunde hier zum Heulen (und hoffentlich schnellen Sterben)ist,möchte ich wünschen,daß auch nur ein einziger Leser versteht,was ich meine und umsetzt:Nicht feige und faul die Symptome bekämpfen(des böööösen Hundes),sondern versuchen,die Ursache zu erkennen(die Schuld liegt immer beim Menschen,außer krankheitsbedingt) .
Das ist das Wichtigste,was auch gerne weiterhin kopiert werden kann!
Alpha

Alpha
05.09.2002, 22:55
kurze erklärung:Ich bin nicht grundsätzlich gegen Halti beispielsweise,doch wird es immer falsch angewandt und als alleinige Lösung benutzt,ohne weiterhin an der Ursache für z.B. das Ziehen/Kläffen etc.(was ja alles eine direkte Übersetzung sogar ohne Umschweife also totaaal einfach ins Hundliche hat)zu arbeiten.Genauso verwende ich auch selber sogar Bachblüten in bestimmten Fällen oder stärkere Mittelchen übers Vet,jedoch nur unterstützend und nie als Alleinmittel!Man muß schon ein wenig mehr tun,meist.Genauso das Beispiel mit"Tabasco auf Wurst",wenn der Hund stiehlt-hey,das ist erbärmlich!Das ist ein absolut fauler Trick und zeugt von hundertprozentigem Nichthundeverstand-schlechter gehts nicht.Oder das "Ablenken" ,wenn Hund jagen will,zieht,kläfft oder Sonstwas.Es ist merkwürdig,daß Keiner die Dummheit und vorallem engstirnigen Oberflächlichkeit der Sicht dahinter bemerkt-echt verwunderlich.Ich hoffe,das spiegelt nicht die Mehrheit der Hundehalter wieder.Es hat mich echt gewundert.Ich habe extra provozierend geschrieben,aufgefordert zur Rechtfertigung und Erklärung der oberflächlichen Art (und gewartet und gewartet)und keiner ist hinter die Symptom-dummheit gestiegen.Ich habe viel gestaunt und gelacht,jedoch ist das Resumee eher traurig und ich werde die Schlüsse daraus ziehen,da mein Interesse halt das des Hundes ist und sein muß.Mir wurde irgendwo vorgeworfen,ich hätte kein Mitleid mit Mensch,nähme keine Rücksicht auf diesen-ja,hier bestand mein Interesse einzig und allein darin,dem Hund in Zukunft Bestes zu bieten.Darüber hinaus bemittleiden sich viele Hundequäler eh meist selbst sehr gut und quälen die Hunde weiter.Warum sollte ich das unterstützen?Also gut,ich hör schon auf.Ich schrieb dies nur,falls es Jemand als Erklärung für Manches verstehen kann/will,nicht um zu belehren(..ich spars mir,was hier reingehörte...).Also nicht schon wieder rummotzen und Nichtwissen demonstrieren-okay?Schön!
Alpha

Inge1810
05.09.2002, 23:14
Genauso das Beispiel mit"Tabasco auf Wurst",wenn der Hund stiehlt-hey,das ist erbärmlich!Das ist ein absolut fauler Trick und zeugt von hundertprozentigem Nichthundeverstand-schlechter gehts nicht

Ich werde es meinem Tierarzt ausrichten und die Rechnungen künftig um 50 % kürzen ;)

Alpha
05.09.2002, 23:20
;) ist ja echt mal nicht bös gemeint(wars auch nie vorher)

Ivonne
06.09.2002, 08:00
zudem ist es sowieso total unartgerecht ,seinem Hund jeden "Hinz und Kunz" zuzumuten.

Guten Morgen Alpha,

auf den Rest Deines Postings geh ich jetzt einfach nicht, das hatten wir alles schon zur Genüge.

Aber o.a. Zitat hätte ich gern näher erläutert. Denn, so, wies da jetzt steht, ist es eine einfache Behauptung.

Ganz nebenbei möchte ich bemerken, das es sehr anstrengend ist, in jedem Deiner Postings zu lesen, wie arm dran Du bist, wie unverstanden und das wir allesamt durch die Bank bis auf den Grund unserer Seelen durch und durch schlecht sind und unsere Hunde ein füchterlich unglückliches Leben führen.
Es reicht langsam.
Wir wissen, Du kannst ordentlich und gesittet schreiben, also tu das bitte auch. Danke.

Tina2809
06.09.2002, 08:41
Hallo Ihr Lieben!
@Alpha: Ich hab mich ja wirklich schon bevor unser Welpe zu uns gekommen ist mit dem Thema Hundeerziehung beschäftigt, und doch hatte ich hier ne Menge Fragen, weil man ja auch überall was anderes liest/ von jedem nen anderen Tipp bekommt. Daß Du eine sehr kontroverse Meinung hast, ist vollkommen OK, in manchen Punkten stimme ich Dir auch voll und ganz zu. Ich versuche auch, meinen Hund so gut es geht zu erziehen, und doch schleicht sich ab und an der Fehlerteufel ein. Unser Welpe ist ein echter Wirbelwind, und da muss ich echt immer konsequent sein. Jeder Mensch hat aber eben andere "Grundsätze", und lässt seinem Hund eben mehr oder weniger durchgehen- mit den daraus entstehenden Problemen müssen sie dann selbst klarkommen. Aber trotzdem ist es gut, kontrovese Meinungen zu haben und mit anderen zu diskutieren. Deine Art zu argumentieren hebt sich eben deutlich ab. Wenn Du "knallhart" schreibst, kommt es eben auch manchmal so zurück. Fühl Dich nicht immer angegriffen, vielleicht haben schon viel mehr Leute auf Deinen Rat gehört, als Du denkst.
Bin mal gespannt, was noch so alles kommt...
;)
Grüße
Tina

igelchen
06.09.2002, 10:48
Hallöle!

@ Alpha:
Ich kann Deine Sichtweise in vielen Punkten nachvollziehen, manches sogar verstehen :D *ganzstolzaufsichist*
Ich strebe eigentlich auch danach, mit meinen drei Hundis möglichst hundgerecht umzugehen. Wenn man wie wir so richtig "im Rudel" lebt - wir wohnen mit weiteren 5 Hunden und z.Z. 2 Welpen zusammen - ist Hundeverstand und hundgerechtes Verhalten unabdingbar. Ich kann oft nur den Kopf schütteln, wenn manche meiner Mitbewohner die fantastischsten Probleme mit ihren Hunden haben - weil sie einfach nicht verstehen, dass ihre Hunde sie nur als Alpha behandeln, wenn sie selbst sich auch so verhalten. :rolleyes:
Trotzdem habe auch ich einen langen Irrweg hinter mir, bis ich da angekommen bin, wo ich jetzt bin. Und ich glaube nicht, dass es Dir da anders ging - niemand ist allwissend, wenn er sich den ersten Hund ins Haus holt!! Deshalb stört es mich oft, wenn Du mit einer gewissen Überheblichkeit - denn Du selbst machst es ja richtig - über die Dummheit anderer Hundehalter lachst. Nun, vielleicht ist es ja so nicht gemeint, und ich versteh Dich doch falsch... Kann natürlich sein! ;)
Was ich nach wie vor nicht so recht verstehen will - obwohl Du es bestimmt schon super oft erklärt hast: warum Du keine Form der Belohnung oder Motivation "erlaubst". Vielleicht kannste das ja nochmal verdeutlichen oder auf 'nen alten Thread verweisen?!? ("Früher" hätte Thomas bestimmt den richtigen Thread gewusst... :p ) Es ist doch so, dass sich die Hunde untereinander auch dadurch motivieren, dass z.B. der Rangniedrigere mal kurz das Spielzeug halten darf - warum sollte ich dieses Mittel dann denn nicht auch verwenden?!

@ Ivonne:
Auf die "Hnz und Kunz"-Erklärung bin ich auch mal gespannt! Obwohl wir dieses "Problem" eigentlich eher selten haben, denn wenn man meist mit mindestens 3 Hunden unterwegs ist, wechseln sowohl Hinz als auch Kunz gerne mal gaaaaanz dezent die Richtung !!:D Außerdem spielen unsre Hunde ziemlich selten mit ganz fremden Hunden (auch wenn sie könnten - Spielen im eigenen Rudel ist wohl doch schöner!?!).

Ich freu mich auf die weiteren Postings zu diesem Thema :D - wird bestimmt interessant!!

Viele Grüße
Igelchen und ihr Mini-Rudel

Lotta
06.09.2002, 11:35
Nie sollte man versuchen,etwas über angebliche "Belohnung" (ob Leckerchen,Spiel o.ä.)dem Hund beizubringen,da Hund kennt und erlernt keine Belohnung -für ihn ist das menschliche Belohnungsverhalten ein Beschwichtigungsverhalten,m

Und hier noch einmal die Gegenposition:
Allen Hunden ist das Lernen durch Belohnung (operante Konditionierung durch positive Verstärkung) angeboren! Angenehme Erfahrungen, ganz besonders Futter (=Jagderfolg im Freiland) führen dazu, dass die Verhaltensweisen wiederholt werden. Ein wilder Hund oder Wolf, der z.B. durch Graben ein Mäusenest gefunden hat, wird immer wieder an Mauselöchern graben, genau wie wilde Hunde durch Belohnung (=Futter) lernen, Mülltonnen umzuschmeißen.
Untereinander wenden Hunde positive Verstärkung nicht gezielt an (das würde wohl auch ihre intellektuellen Fähigkeiten übersteigen!).
Aber Futterübergabe ist bei Hunden und Wölfen auch keine Beschwichtigung. Ranghohe Tiere können rangniedrigen Futter wegnehmen, aber rangniedrige überbringen Ranghohen ihr Futter nicht, um ihren Rang zu demonstrieren. Das behaupte ich, weil kein einziger Verhaltensforscher ein solches Sozialverhalten in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung beschreibt (z.B. in

Lotta
06.09.2002, 11:36
hier geht es weiter:

(z.B. in

Flocke
06.09.2002, 11:40
Oh, Urlaubszeit ist ja fast in allen Bundesländern vorbei - gell :D :D :D

Hallo Lotta,
ich hatte schon vor Monaten dieses Beispiel angeführt, dass ein ranghöheres Rudelmitglied einem rangniedrigeren im Normalfall nicht das Futter wegnimmt -> "Individualgrenze"...
Ich habe auf dieses Posting von Alpha - wie auf viele andere - kein Kommentar erhalten. Ich denke mal, auch das spricht für sich (ebenso wie die nicht erwünschten Besuche ;) )

Maggie_HH
06.09.2002, 11:52
Ich stimme dir in (fast) allen Punkten zu! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn auch sehr direkt! Ich finde nur, dass du nicht einfach deine Bemerkungen so im Raum stehen lassen solltest! Denn zu einigen würde ich mir eine Erläuterung wünschen! wie z.B.:

Genauso das Beispiel mit"Tabasco auf Wurst",wenn der Hund stiehlt-hey,das ist erbärmlich!
wie würdest du das Problem lösen???

und :
Nie sollte man versuchen,etwas über angebliche "Belohnung" (ob Leckerchen,Spiel o.ä.)dem Hund beizubringen,da Hund kennt und erlernt keine Belohnung -für ihn ist das menschliche Belohnungsverhalten ein Beschwichtigungsverhalten,m
kannst du das bitte noch genauer erklären, denn ich übe mit meinem Hund oft Tricks ein mit dem Clicker, das wäre ja deiner Ansicht nach das schlimmste und ich würde mich vor meinem Hund KLEIN machen!!! Aber warum gab es noch nie Rangordnungsprobleme zwischen Henk und mir????
wie gesagt, die anderen Punkte sehe ich ganz genauso!!!!!


ach ja, falls es nicht zu viel verlangt ist, ich hatte die mal vor langer Zeit eine Frage gestellt, die du mir bis heute nicht beantwortet hast: Du hast mal geschrieben, dass du das Spielzeug deiner Hunde in der Wohnung rumliegen lässt und es nicht wegräumst!!!! warum??? ich dachte immer, man soll es weglegen!!!

grüße, Juliane

Lotta
06.09.2002, 11:56
noch ein Versuch

igelchen
06.09.2002, 11:56
Hallo Lotta!


Untereinander wenden Hunde positive Verstärkung nicht gezielt an (das würde wohl auch ihre intellektuellen Fähigkeiten übersteigen!). So habe ich das auch nicht gemeint! Aber ich habe z.B. schon oft beobachtet, dass ein ranghöheres Tier ein rangniedrigeres Tier zum Weiterspielen "motiviert", indem es ihm im Spiel mal kurz das Spielzeug (in dem Fall ja auch eine Art "Ersatzbeute") überlässt. Das hat nix mit Konditionierung zu tun, das ist klar. Aber es zeigt m.E., dass Motivation von rangniedrigeren Tieren mittels Spielzeug etc. durchaus artgerecht ist.

Ranghohe Tiere können rangniedrigen Futter wegnehmen, aber rangniedrige überbringen Ranghohen ihr Futter nicht, um ihren Rang zu demonstrieren. Das sind auch meine bisherigen Beobachtungen, wenn mein Beobachtungsfeldauch nur das eigene Hunderudel ist. Trotzdem würde ich gerne verstehen, was Alpha genau meint - und v.a. wie er zu dieser Aussage kommt.

Viele Grüße
Igelchen

Chaostruppe
06.09.2002, 17:44
Zitat:

Ich weiß, daß der einfache Hundehalter an sich anscheinend nicht anders kann, als den Hund zu vermenschlichen, und so sehr das auch hier für Hunde zum heulen (und hoffentlich schnellen Sterben) ist,...........

Also Alpha, was soll das denn? "Hoffentlich schnellen Sterben"? Soll ich jetzt am besten meine Hunde einschläfern lassen, um sie von dem Leid mit einem total inkompetenten Menschen zusammenleben zu müssen, zu erlösen? Und mich gleich mit, weil ich manche Sachen anders sehe und beobachtet habe als Du? Also ohne Hundeverstand geboren und nichts dazugelernt. Das wird auch nach über 30 Jahren Leben mit Hund nix mehr, was? Oh Mann!

Dagi
06.09.2002, 20:51
@ Alpha

Also, erst mal mußte ich ja doch grinsen, daß Du, bevor Du das Forum evtl. verlassen willst, noch mal die wichtigsten Tipps weitergibst.
Das zeigt wieder, wie sehr Dir die Hunde am Herzen liegen.

Ich versuche ja Deine Umgehensweise mit den Hunden ein wenig nachzuvollziehen. Und wenn man mal Filme/Bücher über Wolfsrudel gesehen/gelesen hat, wird manches deutlicher.

Aber da habe ich jetzt doch mal 'ne Frage/Überlegung (vielleicht ist sie blöd, aber ich kenn mich halt nicht so aus). Viele Verhaltensweisen sind ja angeboren. Aber was ist mit vielen Verhaltensweisen durch die Zeit der Domestikation, durch des Menschen eingreifen, seine Zuchtauswahl usw. damit geworden? Können wir den -heutigen- Hund so nach diesen "Mustern" halten? Wieviele -in der Natur nicht lebensfähige- Welpen werden aufgepäppelt und an ahnungslose Käufer abgegeben. Mit wie vielen von diesen Hunden wird weitergezüchtet? Oft liegen -meines Wissens nach- Gendefekte vor, die man ja so nicht erkennen kann, und sie werden weitergegeben? Was geschieht mit den natürlichen Verhaltensweisen?

Wäre schön, wenn Du dazu noch mal was schreiben könntest!

@ Lotta

Also, mit der Futterbelohnung, so wie ich es mir denke: wenn ein Hund/Wolf in der Natur eine Maus beim Buddeln entdeckt, dann hat er sich doch nicht belohnt, sondern er hat eine Nahrungsquelle entdeckt. Das Überleben motiviert ihn also, wieder zu buddeln um an die nächste Maus zu kommen. Jagdverhalten wird den Junghunden durch das Rudel beigebracht, wird also zwar sozusagen "antrainiert", aber der erste Jagderfolg ist ja auch keine "Belohnung", sondern siehe oben! Oder glaubst Du, das Alphatier geht zum Jungtier und gibt ihm ein Stückchen Fleisch dafür, daß der Junghund es so gut gemacht hat? Nein, es wird einfach "erwartet" (Naja, ein zu menschliches Wort für das was ich meine).
Es gibt eben Dinge, die das Rudel den Jungtieren beibringt, damit das Überleben des Rudels abgesichert wird. Dazu bedarf es einfach gar keiner Belohnungshappen! Und die Motivation ist: Hunger + Überleben.
Und: neulich habe ich in einem Film gesehen, daß immer erst der Rudelchef an die Beute darf, um sich die besten Stücke zu sichern. Dann erst dürfen nach und nach auch die anderen dran. D.h. in der Konsequenz aber: wenn jetzt ein rangniederes Tier (auch wenn sie zusammen auf Jagd gehen) das Beutetier gerissen hat, wird also zuerst der Rudelchef drangehen. Das ist doch ähnlich, wie "Futter bringen". Oder bin ich jetzt auf der total falschen Fährte...?

Aber vielleicht kann man es auch einfach so sehen: Der Hund ist nicht unglücklicher ohne Leckerchen. Klar ist es so, daß er etwas gaaaaanz schnell raus hat mit Leckerchenbelohnung. Aber warum tut er dann gewisse Dinge? Weil er gelernt hat, ich tue das, was mein Chef sagt? Oder weil er gelernt hat: da gibt's Leckerchen dafür? (Selbst wenn man sie später weg läßt, es könnt ja doch noch mal eins geben!).

Wie gesagt, ich bin kein Experte, und jeder muß es letztendlich selber wissen, wie er's handhabt. Ich versuche nur, Alphas Gedanken nachzuvollziehen. Die Betonung liegt auf: VERSUCHE!
Gebe aber zu, daß ich nicht weiß, ob ich da überhaupt richtig liege. Man möge mir Gedankenfehler verzeihen.

Ich kann nur sagen, daß ich mit unserem Hund eine "witzige" Erfahrung gemacht haben: Am Anfang wollte sie immer und immer wieder an der Leine ziehen. Es war echt ätzend. Immer stehenbleiben wenn sie zog. Sie wollte einfach irgendwie nicht langsam gehen, immer im Laufschritt. Also bin ich mit ihr ganz schnell gelaufen und habe immer wieder das Wort "Schnell" gesagt. Dann bin ich mit ihr langsam gegangen und habe immer "Langsam" gesagt. Das in Kombination mit dem Stehenbleiben beim Leinenzug hat schnell zum Erfolg geführt! Sie geht so brav an der Leine. Will sie plötzlich losgaloppieren sage ich nur "langsam", und sie fällt in gemächlichen Trab. Über die Straße geht es dann "schnell". Ich habe ihr also gezeigt, was ich von ihr will, und habe darauf bestanden, daß es durchgeführt wird. Nun dackelt sie auf Spaziergängen immer fröhlich schwanzwedelnd neben mir! Und das ganze OHNE LECKERCHEN!
Das nur mal so am Rande...

Es grüßen Dagi + Amy

Sofia
06.09.2002, 21:04
Hallo Lotta,

ich gebe Dir volkommen Recht mit Belohnung erzieht man
einen Hund am schnellsten und es ist sozusagen artgerecht.

@Alpha

wie soll ich dann meinen Hund erziehen ohne Leckerlis?
mit drohen und schimpfen etwa?
Wie hast Du denn Deine Bande den erzogen ohne Belohnung
(Beschwichtigung)?

Viele Grüße an alle
Astrid-Sofia

06.09.2002, 22:41
Da hat die gute und (stets und immer allwissende) Alpha mal wieder dem Pferd die Sporen - unisono dem Hund die Knochen gegeben.
Mit Ausnahme des Hinweises, daß Starkzwangmittel selbstverständlich abzulehnen sind,sind alle anderen Positionen doch zu hinterfragen.

Immerhin ist der Hund seit tausenden Jahren eben kein Wolf und so hinkt auch jeder Vergleich mit dem Wolfsrudel gewaltig.
Schon ein Zusammenleben mit Hunden ist nach Alphas Definition letztlich unartgerecht - Alpha, warum hast Du überhaupt Hunde??? Der Mensch wird NIE in der Lage sein, einem Tier "artgerechte" Haltung anzubieten, wenn er es domestiziert. Denn gerade die Domestikation ist eine Anpassung der freien, wilden Tiere an die menschlichen Bedürfnisse und Aufgaben über Jahrhunderte, Jahrtausende.

So ist der Hund Sozialpartner des Menschen geworden.

Die Ausbildung des Hundes ohne Belohnung ist eventuell möglich, aber sinnvoll??? Belohnung über Spiel, Stimme, Berührung (streicheln, Ohrkraulen) und selbstverständlich auch Leckerli ist sicherlich nicht zu verwerfen. Genausowenig wie das Spielen fremder Hunde miteinander.
Würde jemand Alphas Worte für ernst nehmen, wäre das das Ender jeder Welpenspielgruppe und führte damit zur Hundehaltung, die gerade ABZULEHNEN ist, nämlich daß ein hund nur mit seinem Menschenrudel verkehrt.

In Alphas Welt gäbe es keine Welpenspielgruppe, damit der Hund nicht "mit Hinz und Kunz" zusammenkommt.
Die Folgen für die innerartliche Kommunikation untereinander könnten katastrophal sein.

Jedenfalls wäre mir daran gelegen, daß die bloßen Behauptungen von Alpha wenigstens hinterfragt werden, habe aber festgestellt, daß Alpha auf´s hinterfragen nie reagiert....

Aber keine Antwort ist auch eine Antwort....

Dagi
07.09.2002, 11:54
Hallo,

der Hund ist zwar kein Wolf mehr, aber nimm doch mal eine Rasse, die relativ ursprünglich geblieben ist. Läßt Du diese "natürlich" im Rudelverband leben, zeigen sie doch genau wieder diese Verhaltensweisen (weitestgehend). Es gibt doch nun mal Instinktverhalten, das sich nicht verändert hat. Und selbst bei unseren hochgezüchteten Rassen kannst Du doch die grundlegenden Verhaltensweisen immer noch beobachten, gerade was die Erziehung angeht.

Das der Mensch es nicht schaffen wird, einen Hund wirklich artgerecht zu halten, da stimme ich mit Dir überein. Aber sollten wir es nicht wenigstens versuchen, dort wo wir es können? Ihm ein Leben ermöglichen, in dem er seine angeborenen Instinkte ausleben kann, die Verhaltensweisen seiner Art wiederfindet? Und kann man nicht versuchen, sich dieses Instinktverhalten zunutze zu machen, für Erziehung, Anerkennung der eigenen Stellung im "Rudel"?

Wir brauchen eine Welpenspielgruppe, da heute die Welpen früh abgegeben werden, und nicht mehr in den Genuß der Geschwisterkontakte kommen. Das soll die Welpengruppe ja nur ansatzweise ersetzen, damit der Hund nicht völlig "unartgerecht" aufwächst, und weiterhin seine Verhaltensweisen mit gleichaltrigen Artgenossen erproben kann. Und genauso brauchen wir andere erwachsene Hunde, die erzieherisch wirksam werden, weil die Mutter/das Rudel es nicht mehr tun kann aus o.g. Gründen. Das ist eben des Menschen Versuch, Ersatz zu schaffen. Und ich denke, daß die Welpenspielgruppen eingeführt wurden, weil eben Verhaltensforscher berichtet haben, wie wichtig das für die Kleinen ist.

Ich will hier ja nicht Stellung pro Alpha beziehen. Aber wenn es allen sinnvoll erscheint, Alphas Erziehungsmethoden zu hinterfragen, warum soll es dann nicht auch sinnvoll sein zu hinterfragen, ob die gängingen Methoden sinnvoll/artgerecht sind? Sie sind meiner Meinung nach gängig, weil sie selbst dem Nicht-Hunde-Kenner leicht gelingen. Deswegen müssen sie aber nicht unbedingt sinnvoll sein.

Hinterfragen muß man nämlich letztendlich ALLES! Auch eine weitverbreitete, gängige Meinung!

In einem Punkt muß ich Dir leider noch recht geben: Alpha reagiert nicht immer auf Rückfragen. Schade.

Es grüßt Dagi

Zoowärter
07.09.2002, 12:48
Original geschrieben von Alpha
Nie sollte man versuchen,etwas über angebliche "Belohnung" (ob Leckerchen,Spiel o.ä.)dem Hund beizubringen,da Hund kennt und erlernt keine Belohnung -für ihn ist das menschliche Belohnungsverhalten ein Beschwichtigungsverhalten,man macht sich vor Hund klein (also warum soll Hund Respekt vor Mensch haben?)

Und wei bitte soll ich meinem hund dann Kommandos beibringen? Also mit verbalem Loben geht das beui den "Hunden von Heute" glaub ich irgendwie ziemlich schlecht...oder hab ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?

07.09.2002, 17:11
Hallo Dagi,

Du hast Recht, JEDE Position ist zu hinterfragen und durch einen Dialog sollte es dann möglich sein, die durch Argumente untermauerte "beste" Methode anzuwenden. Deshalb gehe ich ja in ein solches Forum. Richtig ist auch, daß bestimmte vom Wolf abstammende Verhaltensweisen vorhanden sind. (und beachtet werden müssen!!!) Aber dennoch lasse ich den Hund ja nicht einfach in einem Wolfsrudel vor sich hin leben....

Was ich an Alpha kritisiere ist sicher nicht, daß sie eine andere Sichtweise der Dinge hat als ich. Ich würde auch gern dazulernen, meine Methoden verbessern. Aber genau dort bekomme ich keine Hilfe, es wird eine Position in den Raum gestellt, die erstens die einzig richtige Position ist, unfehlbar und für alle Zeiten gültig. Und da diese Position unfehlbar ist, braucht sie zweitens auch nicht argumentativ untermauert zu werden.

Mich würde -abgesehen davon ob ich es für sinnvoll erachte oder nicht -, interessieren, wie einem Hund die Grundlagen wie Sitz, Platz, Hier etc. beigebracht werden ohne Belohnung.
M.E- lernt der Hund beim Spiel ohne Zwang, verknüpft positive Erfahrungen mit gewollten Handlungsweisen, denn in einem sind wir uns sicher einig, der Hund gehört erzogen, er muß Kommandos beherrschen und das freudig. Ich bin ein Gegner der "militärischen Grundausbildung" für Hunde, halte die vielerorts praktizierte 90 Grad und 180 Grad-Wendung für geradezu hundeuntypisch. Das ändert aber nichts daran, daß mein Hund auf "Hier" auch wirklich zu mir kommt und zwar schnell und freudig.
Genau das unterscheidet ihn ja vom Wolf, der Hund löst Aufgaben unterschiedlichster Art, je mehr Beschäftigung, desto besser. Und die Belohnung, sei es durch Leckerli, sei es durch Spiel oder Streicheln setzt mich nicht in der Hierarchie nach unten. (Sonst hätte ich stets Rangauseinandersetzungen mit meinen Hunden....)
Wie gesagt, wenn mir jemand verständlich erklärt, daß diese meine zielorientierte und nachweislich funktionierende Methode durch eine andere, bessere ersetzt werden kann, diskutiere ich gern darüber. Wenn ich in einer neuen Methode Vorteile sehe, würde ich sie sofort zu meinem Grundsatz machen. Aber ein einfaches "Ihr dürft niemals..... " reicht mir einfach nicht aus....
Wer zum Beispiel noch mit Kettenwürger "erzieht", dem gebe ich gern Hilfestellung, wie es anders und besser geht, auch das war einmal ein Lernprozess bei mir. Aber ich kann eben die Ablehnung des "Hilfsmittels" begründen und somit wirkliche Hilfestellung und Alternative geben und nicht nur negieren.

Das wär´s denn für heute, vielleicht bekomme ich von Alpha wirklich noch mal Erläuterungen zu deren Erziehungsmethoden

Schönes WE allen

Afra

Maggie_HH
07.09.2002, 17:44
Hier wird ständig von "artgerechter" Haltung gesprochen, aber wir sind uns doch alle einig, dass unsere Hunde (domestizierte Wölfe leben jetzt seit ca. 20000 Jahren beim Menschen) nunmal keine Wölfe mehr sind und auch nicht 100%ig so leben können! Natürlich kann man viele Verhaltensweisen von Wolfsrudeln auf unsere Hunde schließen und wie man sich als Alphatier benimmt, aber man kann doch nicht davon ausgehen, dass Hunde genauso wie Wölfe bei uns leben müssen. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass Hunde vermenschlicht werden sollten, schließlich sind es ja keine Menschen, aber wie gesagt, es sind auch schon lange keine Wölfe mehr, es sind eigenständige Wesen. Ich denke, dass ein Hund ein Hund bleiben sollte, und weder vermenschlicht aber auch nicht zu einem Wolf gemacht werden kann!!!! Das ist meine Meinung dazu.....

Ach ja:
HALLO ALPHA ICH WARTE IMMER NOCH AUF DEINE ANTWORT AUF DIE OBEN GESTELLTEN FRAGEN!!!! Ich hoffe, ich bekomme sie, denn im Gegensatz zu dir, bin ich gern bereit neue Sichtweisen zu verstehen und eventuell anzunehmen!

Juliane