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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keine polizeiliche Anzeigenaufnahme nach Hundebiss



jussifrosch
05.08.2005, 09:27
Hallo zusammen,
mein Hund ist gestern gebissen worden.
Nachdem ich darauf bestanden hatte, die Personalien des 'gegnerischen' Hundehalters polizeilich aufnehmen zu lassen (der hatte sich nämlich zunächst geweigert, sie mir zu geben), kam die Polizei, wie mir schien, reichlich unwillig ob der 'Kleinigkeit' auch angefahren und nahm alle Personalien auf. Später bekam ich die Auflage zum Tierarzt zu gehen (quapp, hätte ich selbstverständlich sowieso gemacht) und erst danach konnte ich bei der Polizei anrufen und bekam von denen die Anschrift des anderen Hundehalters.
Nun kommts: Auf meine Nachfrage, wie es mit der Anzeigeerstattung sei, bekam ich zu meinem Erstaunen zu hören, es läge kein Grund für die Aufnahme einer solchen vor. Als ich entgegnete, dass ja wohl mindestens 'Sachbeschädigung' vorliegen würde wurde entgegnet, dass in diesem Fall nur dann eine Anzeige aufgenommen würde, wenn die Sachbeschädigung VORSÄTZLICH erfolgt sei.
Wie sind eure Erfahrungen in so einem Fall ?
jussi

Topsy
05.08.2005, 10:45
Hallo Jussi,

ich weiß leider nicht, aus welchem Bundesland du kommst. Die Polizei MUSS die Anzeige aufnehmen und auch weiterleiten und zwar ans Ordnungsamt oder Veterinäramt. Bei uns ist es schon passiert, dass bissige Hunde weiter frei rumliefen, obwohl sie eine Anzeige hatten. Was war... die Polizei hatte wegen "Faulheit" die Anzeigen nicht weitergeleitet. Ich würde so vorgehen, Anzeige bei der Polizei und selbst die zuständige Behörde informieren (schriftlich per Einschreiben), dass du die Beisserei zur Anzeige gebracht hast u.s.w. und vor allem dran bleiben... Zur Not würde nur noch ein Anwalt helfen.
War denn dein Hund angeleint? Es ist auch immer so eine Ermessensfrage, wie es zu der Beisserei kam.

Liebe Grüße

Elke

jussifrosch
05.08.2005, 11:39
Hallo,
ich bin aus Niedersachsen und habs nun nachgetragen.
Ich habe mich heute bei unseren Juristen genauer erkundigt (ich arbeite mit vielen zusammen) und die meinten auch, dass eine richtige Anzeige bei der Polizei keinen Zweck habe, man könne nur im Wege der Privatklage vorgehen. Ich habe deswegen beschlossen, in dieser Hinsicht zunächst nichts zu unternehmen, jedoch auf jeden Fall meine zivilrechtlichen Ansprüche (Tierarzt etc.) durch zu setzen.
Die Frage ist nun jedoch, ob man diesen Vorfall beim Ornungsamt unserer Gemeinde bekannt machen sollte.
Mein Hund war, es war hier auch nicht vorgeschrieben, nicht angeleint, der andere Hund schon, offensichtlich auch aus gutem Grund.
Der Hundeführer, ich weiss nicht, ob es sich bei diesem Menschen auch um den Halter gehandelt hat, denn es waren zwei Männer und ein Kind mit dem Hund unterwegs, ließ dann plötzlich die Leine seines Hundes los, nachdem ich gefragt hatte, ob die Hunde sich nicht wenigstens beschnüffeln dürften.
Daraufhin stürzte sich die 'gegnerische' Hündin dann auf meinen Dicken.
Das Ergebnis waren mehrere tiefe Bisswunden zwischen Nacken und Rücken und viel Stress beim Tierarzt.
So war der Sachverhalt.

Schon mal Danke für die Antwort

Gruß jussi

Topsy
05.08.2005, 12:09
Hallo Jussi,

ich bin auch aus Niedersachsen und eigentlich wird hier jede Beisserei verfolgt und bissige Hunde, egal welcher Rasse, bekommen strenge Auflagen. Die Halter des Hundes werden sich natürlich rausreden und womöglich behaupten, IHR Hund war angeleint, während deiner frei lief...
Ich würde mich aber trotzdem mit dem zuständigen Ordnungs-Veterinäramt in Verbindung setzen, denn vielleicht hat der Hund schon Auflagen oder ist auffällig geworden.
Versuchen würde ich es jedenfalls, denn wie der Halter sich verhalten hat, ist eine riesige Frechheit. Mir ist so was ähnliches auch schon mal passiert, da ging es um einen bissigen Dobermann und der Besitzer wollte mal ausprobieren, wie er sich kleinen Hunden gegenüber verhält. Zum Glück ging das für meinen Hund gut aus, aber der Dobermann hatte bereits Auflagen wie Leinen- und Maulkorbzwang, das habe ich später erfahren und er drohte den Besitzern gebissener Hunde, wenn sie eine Beisserei anzeigen wollten, sehr heftig...
Hol dir auf jeden Fall die TA-Kosten wieder, vielleicht nutzt das ja schon etwas und diese Typen sind das nächste Mal vorsichtiger...

LG

Elke :cu:

billymoppel
06.08.2005, 15:10
mal ganz ehrlich,

ich finde dich reichlich unverschämt. du selbst bist das risiko mit deiner bitte um ableinung eingegangen und DANN beschwerst du dich?
dich trifft zumindest mitverschulden. die gegnerische haftpflicht wird vermutlich aus genau dem grund nicht zahlen, die gerichte gehen bei zwei freien hunden regelmäßig von 50/50 (das betrifft dann auch dien gerichts- und anwaltskosten) aus. völlig zu recht.
dass hunde untereinander auch mal beissen, es ist halt so und wird immer so sein. basta. es sind revier- und rudelbilde raubtiere. ein restrisiko bleibt.
bei dem ganzen zirkus, den du veranstaltet hast, wäre ich als betroffener halter auch sofort in die defensive gegangen.
als billy vor einem jahr von einem schäfi gebissen wurde - beide waren frei - ganz ehrlich, selbst ich als sehr ehrfahrener hundemensch hätte in der geschwindigkeit, in der alles ablief, mir kein urteil zugetraut, welcher der beiden hunde die beisserei ausgelöst hat und warum. hundeverhalten ist sehr kompliziert. billy ist viel kleiner und natürlich hatte er die macken. so ist das halt, wenn man seinem hund auch den kontakt zu großhunden erlaubt, dann muss man mit dem risiko der körperlichen unterlegenheit im ernstfall leben. ich bin einfach freundlich geblieben, habe die gegnerischen halter beruhigt, die genauso erschrocken waren und wir haben uns auf zivile weise auf einen beitrag zu den nötigen behandlungskosten geeinigt. ohne schreierei, ohne polizei.
ich würde mir an deiner stelle sehr genau überlegen, ob ich das ordnungamt informiere - in die grube, die man anderen gräbt, da fällt man auch gern selbst rein.
auch danke haltern wie dir, wird das leben mit hunden immer unerträglicher, wenn man nur oft genug nach polizei und ordnungsamt ruft - die haben nämlich keinen bock auf sowas und irgendwann macht man es sich ganz einfach: maulkorbzwang für alle und überall, keinerlei freilauf mehr...
frag dich selbst, ob das die welt ist, in der du leben möchtest?

gruß
bettina

Topsy
06.08.2005, 18:49
Hallo Bettina,

ich kenne die nette Dame vom Ordnungsamt die bei uns für Beissereien zuständig ist, sie ist für jeden Hinweis dankbar und fühlt sich überhaupt nicht genervt.

Es gibt Beissereien, wo beide Halter total geschockt dastehen, weil sie nicht damit gerechnet haben... Es gibt aber auch solche, die ihre Hunde genau kennen und wissen, dass sie bissig sind, das finde ich dann fahrlässig wenn sie ihre Hunde frei laufen lassen. Wenn ich weiß, dass mein Hund bissig ist, dann leine ich ihn nicht ab und warne den anderen auch. Solche Leute, die ihre auffälligen Hunde nicht unter Kontrolle haben und es auch gar nicht wollen, die machen uns Hundehaltern das Leben schwer und nicht die vernünftigen Hundehalter. Gut, ich leine bei fremden Hunden meinen an und sehe erstmal, wie der andere Hund reagiert, muss ich auch bei meinem sehr alten, kleinen Hund. Ich finde, bissige Hunde und verantwortungslose Halter gehören aus dem Verkehr gezogen, damit die vernünftigen Halter und ihre sozialisierten Hunde ohne Anfeindungen leben können. Wenn es nutzt, auch mit Hilfe des Ordnungsamtes...

Das ist meine Meinung und ganz ehrlich, wenn meine Hündin (die absolut friedlich ist) gebissen wird, verstehe ich keinen Spaß... Wer seinen Hund nicht genau kennt, sollte ihn eben nicht ableinen, auch zum Schutz von Kindern... Ich konnte bisher bei meinen Hunden garantieren, dass sie anderen Tieren und Kindern nichts tun und ich habe seit 30 Jahren Hunde und nie sind sie auffällig geworden, auch nicht 1 x ...
Was ich gelernt habe, sehe dir die Halter an und du weißt wie ihr Hund ist...

LG

Elke

billymoppel
06.08.2005, 20:34
hallo elke,

ich frage mich, warum du sicher bist, dass der andere hund/halter schuld ist? warst du dabei? woher weißt du, dass der hund ein notorischer beißer ist?
und von wegen garantien: ich würde mich hüten, solche worte in den mund zu nehmen, denn man kann gar nicht hundertprozentig sicher sein. das gilt für fast alles im leben, erst recht für den hund, dessen verhalten wir allenfalls randläufig verstehen. solche garantien kann man noch nicht mal für sein eigen fleisch und blut abgeben.
ganz klipp und klar: jeder hund, der nicht unter totaler selbstaufgabe leidet, wird unter entsprechenden bedingungen einen artgenossen beißen. weil beißen einfach zum allgmeinen verhaltens- angriffs- und verteidigungsrepertoire des hundes zählt. darüber muss man gar nicht diskutieren.
tja, und das zwei hunde sich nicht leiden können und am falschen platz zur falschen zeit und unter den falschen umständen aufeinander treffen, das soll halt einfach vorkommen

Topsy
07.08.2005, 10:38
Hallo Bettina,

ich habe das so gelesen / verstanden, dass der andere Hund plötzlich angegriffen hat, sonst hätte sich Jussi bestimmt nicht so aufgeregt.

Doch, ich weiß und wusste bisher immer ganz genau, wie meine Hunde reagieren. Meine SH-Mixhündin war eine Seele von Hund und sie wollte immer nur spielen. Waren Hunde komisch, ging sie ihnen einfach aus dem Weg. Sie hätte auch nie kleineren Hunden etwas getan, obwohl sie öfter mal von ihnen in die Nase gezwickt wurde. Wäre sie angeriffen worden, von einem gleichgroßen oder größeren Hund, hätte sie sich gewehrt, da bin ich mir sicher und das wäre auch ok. gewesen.

Meine beiden Terrier waren / sind genauso. Topsy hat nie gebissen oder andere Hunde provoziert, nein, sie wurde gebissen und dann kamen Reaktionen wie, das wäre nur Spiel gewesen und solch ein dummes Zeug. Toll, Spiel mit Beisswunden. Ich kenne die 3 Sätze: der tut nichts, er will nur spielen, das hat er ja noch nie getan...
Ich habe bisher nur Hündinnen gehabt, ich weiß nicht, vielleicht sind Rüden da anders, keine Ahnung.
Ich kenne Rüdenhalter und sie wissen, dass ihre Rüden nicht unbedingt jeden Rüden mögen. Sie leinen bei fremden Rüden ihren dann an und schauen erst mal wie sie sich verhalten.
Es kommt doch wohl darauf an, wie ein Halter mit seinem Hund umgeht und ich denke schon, dass die meisten Beissereien zu verhindern wären...
Übrigens sagte mal ein TA, wenn ein großer Hund einen kleineren schwer beisst, taugt er nichts und gehört eliminiert.
Ich habe auch den Eindruck, dass es vor 20 Jahren nicht so viele Beissereien gab wie heute, das besätigen mir auch viele amdere Hundehalter die schon lange Hunde halten. Die Frage ist nur, woran das liegt, zumal es heute Hundeschulen, Bücher ect. gibt...

Ich kann nur von Hündinnen sprechen. Sie weisen andere Hunde zurecht, wenn ihnen etwas nicht passt, wie es auch die Muttertiere tun, aber richtig zubeißen halte ich nicht für normal.

Liebe Grüße

Elke :cu:

billymoppel
07.08.2005, 12:32
hallo elke,

zugebissen hat eine hündin, kein rüde.
und von der geschichte wissen wir gar nichts, außer, das mit der bitte um ableinung die risikoerhöhung selbst herbeigeführt wurde.
und wenn ich in meinem beruf eines gelernt habe - die wahrheit liegt immer irgendwo und meine mandanten haben keinesfalls immer recht. wenn ich solch einen objektiven blick nicht hätte, wäre ich nicht anwalt, sondern rechtsverdreher.
auch billy ist schon von einer hündin angegriffen worden, auch da eine ungünstige situation. diese hündin ist auch sonst rüden gegenüber dominant, läßt sich nicht die butter vom brot nehmen. sie war nicht mehr heiß, roch für billy offenbar noch verlockend. eine warnung ihrerseits hat er ignoriert, hat versucht sie zu bespringen, die hündin hatte eine mauer im hintergrund und fühlte sich offenbar in die enge getrieben - und dann hat sie hingelangt und zwar richtig. gewehrt hat sich billy nicht - nach guter rüden-art. zum glück hat billy dickes fell und so ist es bei einer recht harmlosen lochung geblieben. beide hunde und halter verkehren auch nach wie vor miteinander :D nur während der läufigkeit und reichlich danach halten wir uns voneienander fern - denn wir haben beide unsere lektion gelernt: die hündin ist ultra-grillig, der rüde ultra-scharf, das sind einfach erfahrungswerte, die man erst machen muss
wie gesagt, die falschen hunde zum falschen zeitpunkt am falschen ort.

Topsy
07.08.2005, 15:55
Hallo Billy,


auch billy ist schon von einer hündin angegriffen worden, auch da eine ungünstige situation.
Da kann ich die Hündin die Billy gebissen hat gut verstehen. Kein Wunder, dass sie zugebissen hat, aber es gibt oft genug Situationen, wo ein Hund ohne Vorwarnung einfach zubeißt. Es gibt gestörte Hunde, wie es auch solche Menschen gibt und da sind die Halter gefragt aufzupassen. Sicher, bei der beschriebenen Beisserei um die es hier geht, war ich nicht dabei.

Rechtlich wird Jussi es schwer haben, aber trotzdem denke ich, dass der Halter seinen Hund kennt und bestimmt wusste, dass er nicht jeden Rüden mag.

Als Anwätin wirst du auch wissen, Recht haben und Recht bekommen sind 2 verschiedene Dinge ;)

LG

Elke :cu:

SchwipSchwap
07.08.2005, 17:18
Hallo,
ich finde es eigendlich normal wenn Hunde die sich nicht mögen beißen. Und zu mal bist du selber schuld wenn du ihn fragst ob sie sich beschnüffeln können.

Der Hundeführer, ich weiss nicht, ob es sich bei diesem Menschen auch um den Halter gehandelt hat, denn es waren zwei Männer und ein Kind mit dem Hund unterwegs, ließ dann plötzlich die Leine seines Hundes los, nachdem ich gefragt hatte, ob die Hunde sich nicht wenigstens beschnüffeln dürften.
Weil es ist immer 50/50 wenn sich Hunde beißen. Auch wenn er gestört war dieser Hund, hast du es trotzdem selbst zu verschulden wenn du ihn fragst ob er es ausprobieren möchte.
So ist meine meinung dazu. Ich zeige auch nicht den halter eines hundes an wenn die zwei sich gebissen haben. Sowas kann immer passieren unter Hunden. Also ich würd die sachen ruhig angehen, vllt beißt sich dein hund mal mit wem anders und dann bist du ist schuld. Ich würde mal drüber nachdenken bevor du weitere schritte angehst.

Topsy
07.08.2005, 19:47
Hallo schwip schwap, oder wie immer dein Name ist,

hast du schon mal einen zerbissen Hund leiden sehen und auch die TA-Rechnung? Ich finde es nicht normal, wenn sich Hunde beißen. Wenn es normal sein sollte, wären Hunde gefährlich und es wäre wohl sehr fahrlässig sie frei laufen zu lassen. So gesehen wäre es richtig mit dem Leinenzwang, den ich allerdings überhaupt nicht befürworte. Zum Glück sind die meisten Hunde friedlich und nicht bissig. Es gibt Situationen, wie von Bettina beschrieben, wo ein Hund beißt, weil er sich in den Enge gedrängt fühlt, das ist normal. Allerdings gibt es auch Hunde, die sich auf andere Hunde ohne Grund stürzen, einfach deshalb, weil sie ein gestörtes Sozialverhalten haben und das ist nicht normal. Ich möchte dich mal hören, wenn z.B. ein viel größerer Hund sich einfach so auf deinen stürzt und ihn schwer verletzt. Vielleicht ist es sogar ein Hund, der schon vorher andere gebissen hat, mit einem verantwortungslosen Halter am anderen Ende der Leine. Ich möchte dann mal sehen, ob du dann immer noch sagst, Hunde beißen sich, das kann passieren und ich habe den Tag eben Pech gehabt...
Nicht sozialisierte, bissige Hunde gehören in verantwortungsvolle Hände, denn sonst nehmen diese Hundeanfeindungen nie ein Ende. Verantwortungslose Halter verstehen leider nur, wenn sie zur Verantwortung gezogen werden. Übrigens bin ich schon des öfteren gebeten worden meinen Hund fern zu halten, weil der andere Hunde nicht jeden mag, das finde ich verantwortungsvoll. Ich finde, man sollte sich schon darauf verlassen können, dass jemand seinen Hund unter Kontrolle hat. Der Gipfel war mal in meinem Freundeskreis. Der Mann meiner Freundin ist blind und war mit seinem Blindenführhund unterwegs. Während der Hund im Geschirr ging wurde er angefallen, verletzt und musste deshalb neu geschult werden. Der Halter mit dem bissigen Hund hat nur darüber gelacht, bis er die Rechnung bekam, inkl. Schulungsrechnung...
Wäre übrigens schön gewesen, wenn du mit deinem richtigen Namen unterschrieben hättest ;)

LG

Elke :cu:

jussifrosch
08.08.2005, 14:17
Original geschrieben von jussifrosch

Der Hundeführer, ich weiss nicht, ob es sich bei diesem Menschen auch um den Halter gehandelt hat, denn es waren zwei Männer und ein Kind mit dem Hund unterwegs, ließ dann plötzlich die Leine seines Hundes los, nachdem ich gefragt hatte, ob die Hunde sich nicht wenigstens beschnüffeln dürften.
Daraufhin stürzte sich die 'gegnerische' Hündin dann auf meinen Dicken.
Hallo,

Bettina, das einzig, was ich hier unverschämt finde, ist Deine Antwort und vor allem der Ton Deiner Antwort.
Lies bitte erstmal richtig !

Außerdem habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass diese Beisserin (nennen wir sie mal so), in den letzten 2 Jahren 3-4 Hunde angefallen haben soll. Und diesen Sachverhalt soll das Ordnungsamt und vor allem auch das Veterinäramt nicht erfahren?

Wenn ich frage, ob Hunde sich beschnüffeln dürfen heisst das noch lange nicht, dass der Besitzer eines Beissers sofort die Leine fallen lässt damit dieser Hund sich auf den sich freundlich schwanzwedelnden Artgenossen stürzen kann, zumal ja offensichtlich bekannt ist, dass der Beisser agressiv ist.

Dann hat die Frage nach dem Schnüffeln dürfen eben verneint zu werden !

Danke im übrigen für eure Meinungen.

jussi

Samuel
08.08.2005, 16:11
Na, da ist aber jemand ungehalten...
Wenn man sich mit der Schilderung einer solchen Geschichte in die Öffentlichkeit begibt, dann muß man auch mit Kritik rechnen. Und obwohl nur Einer der Beteiligten hier seine Sichtweise dargelegt hat fällt es schwer an seine selbst gewählte "Opferrolle" zu glauben.


Mein Hund war, es war hier auch nicht vorgeschrieben, nicht angeleint, der andere Hund schon, offensichtlich auch aus gutem Grund.

Es ist wirklich traurig, daß es immer noch Menschen gibt, die so unverantwortlich sind und ihren Hund bei der ersten Begegnung mit einem fremden Artgenossen nicht anleinen.
Ist es denn so schwer zu akzeptieren, daß Hunde eben keine Menschen sind? Hunde beißen sich nun mal in bestimmten Situationen und wir sind nicht in der Lage das immer vorherzusagen. Also Leine dran und mit dem fremden Halter absprechen...... das funktioniert natürlich nur wenn sich Beide daran halten und nicht einer dann hinterher schreit "ja soooo war das ja nicht gemeint...."


..... denn das ist dann mehr als nur unverschämt. ;)

Topsy
08.08.2005, 16:46
Hallo Samuel,

Es ist wirklich traurig, daß es immer noch Menschen gibt, die so unverantwortlich sind und ihren Hund bei der ersten Begegnung mit einem fremden Artgenossen nicht anleinen.
Dem kann ich nur zustimmen. Das habe ich auch gemeint mit verantwortungsvoller Hundehaltung. Leider gibt es aber genug Halter die meinen, meiner ist eh stärker und leinen ihren Hund nicht an. Es gibt auch genug Halter die wissen, dass ihre Hunde unverträglich sind und ihre Hunde sogar aus den Augen lassen... Es sind und bleiben immer die Besitzer, die für Beissereien verantwortlich sind.

LG

Elke

Samuel
08.08.2005, 17:23
Leider gibt es aber genug Halter die meinen, meiner ist eh stärker und leinen ihren Hund nicht an.

Ja, die gibt es leider!
Aber es gibt auch genug, die meinen ihr Hund sei immer friedlich oder einfach zu klein um gefährlich zu sein und lassen diese bei Erstbegegnungen frei laufen. Mit einer solchen Einstellung verhindert man zwangsläufig auch das "vernünftige" Aufeinandertreffen.


So muß sich Jeder an die eigene Nase fassen, der seinen Hund nicht bei jeder Begegnung mit fremden Hunden rechtzeitig anleint.


Solange solche Kleinigkeiten im täglichen Umgang nicht funktionieren braucht man sich nicht zu wundern, daß man überall aneckt. Es könnte so herrlich einfach sein.....

schelle
09.08.2005, 12:33
Hallo an alle,

finde dieses immer wieder kontrovers diskutierte Thema ziemlich interessant.
Es ist eben genau das Problem, dass man sicherlich seinen eigenen Hund ein Stück weit kennt (oder zumindest kennen sollte), aber eben die Sprache der Hunde untereinander gar nicht versteht. Ich kann als "Aussenstehender" doch gar nicht von der Ferne beurteilen, ob mein Hund den anderen nicht vielleicht provoziert (und liebe jussi, das geht auch, indem er oder sie "freudig" mit dem Schwanz wedelt) oder sich gleich von weiten allein mit seiner Mimik unterwirft.

Wir waren alle bei diesem Vorfall nicht dabei und kennen, wie auch schon Samuel richtig feststellte, gerade nur die eine geschilderte Seite. Bekanntlich hat jede Medalie aber auch eine Rückseite...
Ich will damit sagen, dass es sicherlich nicht schön ist, wenn der eigene Hund gebissen wird, aber man sollte das Tier nicht allzu sehr vermenschlichen. In den allermeisten Fällen bleibt es ja doch bei relativ oberflächlichen Wunden, die nach ein paar Tagen, oder Wochen wieder vergessen sind.
Hunde "reden" nunmal auch mit den Zähnen. Und wenn sich ein Hund von einem Artgenossen in irgendeiner Weise provoziert fühlt, die in der gegebenen Situation mehr als unagemessen ist, dann kann es eben auch so kommen, dass dieser den anderen auch auf eine etwas derbere Art zurecht weißt.

Ich hoffe, liebe jussi, es geht deinem Hund wieder gut. Aber versteh bitte auch die anderen Leute hier, denn allzu oft kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den Hundehaltern, obwohl zwischen den Tieren selbst es nach solch einer Auseinandersetzung alles geklärt ist. Sowas passiert eben mal und es wird niemanden umbringen. Zumal der andere Hund ja auch vorschriftsmäßig angeleint war.

Einen schönen Tag noch
Julia

Topsy
09.08.2005, 13:31
Hallo,

ich bin richtig erschrocken wenn ich lese, dass es normal ist, dass Hunde sich beißen. Warum beißen sich dann nicht alle Hunde??? Sind die nicht normal???
Wie Jussi schrieb, hat dieser besagte Hund schon mehrfach gebissen. Als verantwortungsvoller Halter würde ich dann andere warnen, wie es viele Halter auch tun. Mir wurde schon oft gesagt, dass ich meinen Hund zurückhalten soll, weil ihr Hund manchmal beißt und so finde ich es auch richtig. Unter gleich großen Hunden kann nicht so viel passieren, aber wenn ein Großer auf einen Kleinen trifft, kann das sehr böse enden und das ist nicht ok. Muss ich jetzt einen großen Hund halten, nur damit er es überlebt gebissen zu werden? Es kann doch wohl niemand abstreiten, dass einige Leute Hunde haben, die sich auf alles stürzen. Meine damals läufige Hündin wurde von einem Doggenrüden angegriffen. Dieser Hund hatte vorher schon einige Hunde sehr schwer verletzt. Den Besitzer hat das überhaupt nicht interessiert, bis er Auflagen bekam...
Im übrigen halte ich es so wie Samuel. Bei Begegnung mit fremden Hunden kommt meiner erst einmal an die Leine. Schlimm finde ich auch, dass viele Halter sich schon "bewaffnen" um ihre Hunde verteidigen zu können. Wo soll das noch hinführen...
Man sollte übrigens auch mit sehr kleinen Bisswunden zum TA gehen, denn auch kleine Wunden können sich schwer entzünden und zum Abszess führen.

LG

Elke

schelle
09.08.2005, 14:09
Hallo Elke,

na dann machst du es doch genau richtig und so, wie es auch hier vertreten wird. Du leinst deinen Hund an und fragst erst einmal nach. Das ist toll und so sollte es jeder machen.
Ich kann aber nicht, und so hab ich jussi verstanden, meinen Hund frei auf einen anderen hund zugehen lassen und erst fragen, wenn er schon fast bei dem anderen Hund ist (das meinte samuel mit rechtzeitig anleinen).

Und, ja, es ist normal, dass sich Hunde auch mal beißen wobei ich damit jedoch nicht andeuten möchte, dass dies der Regelfall darstellen sollte. Meine beiden haben auch noch nie gebissen und auch meine drei Hunde vorher nicht. Und dennoch kann ich es nie ausschliessen.

In diesem Sinne,
Julia

Topsy
09.08.2005, 14:33
Hallo Julia,

sicher, Jussi war leichtsinnig, aber sie hat dem Halter vertraut und vielleicht noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Ich denke, jetzt wird sie auch viel vorsichtiger sein. Trotzdem denke ich, der Halter des anderen Hundes hätte sie ruhig warnen können, das wäre fair gewesen...

Klar können Hunde beißen, wie das Beispiel von Bettina zeigt und da halte ich es auch für normal. Allerdings gibt es leider viele Hunde, die kein Sozialverhalten gelernt haben und selbst die Hundesprache nicht verstehen. Es hängt immer davon ab, wer am anderen Ende der Leine ist und an dem Spruch, gefährliche Leute haben gefährliche Hunde ist auch was wahres dran. Wenn jeder seinen Hund bei einer Begegnung mit fremden Hunden seinen anleinen würde, hätten wir diese Diskussion gar nicht. Leider gibt es Menschen, die einen Hund halten ohne überhaupt Ahnung zu haben, was ein Hund ist und meistens haben diese Leute auch noch anspruchsvolle Rassen. Wenn ich schon höre, dass der Hund nur nach seinem Aussehen ausgesucht wurde, oder weil er gerade in Mode ist und man dazugehören will, bekomme ich die Kriese...

LG

Elke

schelle
09.08.2005, 16:16
Hallo Elke,

da muss ich dir wirklich vollumfänglich zustimmen. Auch ich kenne leider genügende Hundehalter, die lieber keinen hund halten sollten. Allerdings nicht immer nur wegen auftretender Aggressivität sondern auch wegen "falscher" Hundehaltung, also zB auch wenn ich meinen Hund nicht fordere, geistig auslaste oder gesundheitlich gefährde.

Leider gibt es nicht nur vorbildliche Tierhalter (nicht nur bei Hunden). Aber die vorbildlichen sind zum Glück immernoch in der Überzahl.
Also, man gerät immermal an jemanden im Leben, der sich (nach deinen Worten) nicht "fair" verhält. Das ist leider so. Aber das ist eine alte und leidige Diskussion :D

Aber es sind nicht immer nur die "anderen". Zuerst muss ich eben mein eigenes Verhalten kritisch unter die Lupe nehmen, denn es gehören immer zwei dazu (bzw. dann eben vier, wenn 2 Hunde dabei sind).

Einen schönen Tag noch, ich geh jetzt erstmal 2 Stunden spazieren ... :cu:

Julia

Trollmama
11.08.2005, 13:39
Hallo!
Zunächst einmal möchte ich etwas zu diesem Tierarzt sagen, der der Meinung ist, daß größere Hunde umgehend eleminiert werden sollten, wenn sie kleinere Hunde beißen: Dieser TA hätte mich zum letzten Mal gesehen, denn der hat absolut keine Ahnung von Hunden! Denn nach seinem Umkehrschluß dürften somit alle kleinen Hunde sämtliche großen Hunde beißen, wie sie lustig sind.
Ich stelle mir gerade vor, ein großer Hund trifft auf z. b. 6 kleinere Hunde. Er fängt an zu beißen. Nach der 'tollen' Meinung des TA gehört der große Hund euthanasiert. Jetzt drehen wir die Situation einmal um: 6 kleinere Hunde treffen auf einen großen, greifen ihn im Rudel gemeinsam an und verletzen ihn schwer. Das wäre dann nach Meinung des TA in Ordnung? Sorry, dieser Typ soll in Zukunft kommentarlos Kühe besamen, aber sich nicht mehr über Hunde äußern!
Ich bin immer wieder erstaunt, wenn HH sagen 'Hunde dürfen aber nicht beißen, das ist nicht normal'. Für den Menschen vielleicht nicht, aber für den Hund! Wir müssen endlich aufhören der Meinung zu sein, ein Hund denkt wie ein Mensch. Nein! Ein Hund denkt wie ein Hund! Nur der Mensch hat die Möglichkeit, in gewisser Weise die Denkweise eines Hundes nachzuvollziehen und in der Erziehung genau hier anzusetzen.
Machen wir noch mal die Schnauze unseres Hundes auf und schauen rein. Was sehen wir da? Zähne, und zwar nicht ein paar kleine stumpfe Dingerchen, sondern große, scharfe Zähne, wovon 4 davon Reißzähne sind. Und diese Beißerchen hat der Hund nicht, um Haferbrei zu schlürfen, sondern um zuzubeißen!
Wobei ich damit nicht sagen will, daß es ihn Ordnung ist, wenn ein Hund einfach zubeißt. Aber wir HH sollten uns immer wieder vor Augen führen, daß wir ein Tier an der Leine haben, das von Natur aus mit Waffen ausgerüstet ist und mit diesen Waffen auch töten kann.
Lösen wir uns von der Vorstellung, Hunde sollten so sein wie Lassie, Benji, Rex oder wie diese Fernsehhunde auch immer heißen, denn in vielen Köpfen spukt genau diese Vorstellung rum. Konzentrieren wir uns auf das, was Hunde sind - Raubtiere.
Und genau auf dieser Grundlage sollte m. M. nach Hundeerziehung beginnen.
Für mich war bei der Erziehung nicht wichtig, daß mein Hund so schnell wie möglich 'Platz, Sitz,' oder was auch immer konnte. Ich habe umgehend mit dem Aufbau der Beißhemmung angefangen. Dann wurde mein Hund an alle möglichen Alltagssituationen herangeführt, sowie auf eine gute Sozialisierung mit anderen Hunden geachtet. Ich habe meinem Hund beigebracht, auch streßbedingte Situationen zu verarbeiten. Denn ein Hund, der niemals in Streßsituationen war, kann auch nicht lernen, sie zu bewältigen.
All dies hat aus einem 'waffenstarrenden Raubtier', für das es 'normal' ist, seine Zähne einzusetzen, einen sehr sozialverträglichen Hund gemacht, der seine Beißkraft einzuschätzen weiß.
Und obwohl ich alles in meiner Kraft stehende mache, kann ich niemals die Garantie dafür übernehmen, daß nicht doch irgendwann mal etwas passieren könnte. Die gibt es m. M. nach für keinen Hund, auch wenn der Besitzer das ums Verrecken nicht hören oder wahrhaben will. Obwohl es schon genug (schlimme) Beißvorfälle mit 'das hat er ja noch niiiie gemacht' gab.
Viele Grüße
Trollmama

Topsy
11.08.2005, 19:46
Erst einmal. Der TA der das gesagt hat, ist Verhaltenstherapeut für Hunde. Der TA hat nie gesagt, dass kleine Hunde nicht erzogen werden müssen und tun dürfen was sie wollen. Es ging um große Hunde, die einfach andere anfallen. Woher hast du denn dein "Fachwissen"? Ich kenne viele große Hunde, die würde nie einen kleinen ernsthaft beißen, höchstens zurechtweisen. Der Rotti von meinem Bekannten hat einen Dackel der ihn oft angriff, immer nur umgeschmissen, aber nie verletzt. Meine Hündin würde auch nie einen kleineren beißen und ja, es gibt tatasächlich kleinere Hunde als Topsy :D Ein Hund weiß sehr gut seine Kräfte einzuschätzen/einzusetzen, das sehe ich an dem Staff, der uns oft begegnet. Er ist extrem vorsichtig mit Topsy, aber grob zu gleichgroßen Hunden.
So wie manche es hier schreiben, haben die Politiker ja recht... Hunde sind gefährlich und unberechenbar, dazu noch mit einem Gebiss ausgestattet, was einer Waffe gleicht... So ein Blödsinn...

Übrigens haben Hunde ihre Zähne zum fressen und reißen und zwar haben ihre Ahnen damit ihre Beute gerissen. Das haben unsere Hunde heute wohl nicht mehr nötig, so fern sie gefüttert werden.

Es geht in dieser Diskussion um nicht sozialisierte Hunde und um ihre Halter, die genauso wenig Sozialverhalten haben und wer das für normal hält, bitte sehr, der tut mir leid...

LG

Elke