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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eifersucht



Liesa3011
25.07.2005, 20:29
Hallo,ich möchte gerne euren Rat.Ich habe 3 Hunde,1Hündin 11Kastriert,2 Rüden,3 und 2,5Jahre.Die beiden sind furchtbar eifersüchtig aufeinander,der 3jährige,versucht laufend den 2 jährigen eins auszuwischen,er frißt erst,wenn der andere fertig ist,knurrt ihn dann immer an,kommt vor lauter knurren kaum selbst zum fressen.Warum macht er das,körperlich ist er unterlegen,aber er hört nicht auf,den anderen immer wieder zu tritzen,es ist schon oft zum Kampf gekommen.Wer weiß Rat?
Karin aus Cux

Hovi
26.07.2005, 13:00
Hallo Karin,

ganz einfach: Du hast ein Hunderudel, und da geht es um Ressourcen. Dazu gehören z. B. Futter, Deine Zuwendung, die Hündin.. mit Eifersucht hat das nichts zu tun. Welcher Rasse gehören Deine Hunde denn an bzw. was für Mixe sind es? Ist es ganz sicher, dass der 3jährige dem 2,5 jährigen körperlich unterlegen ist?

Deine beiden Rüden sind auch noch altersmäßig sehr dicht beieinander.

Wieso fütterst Du Deine Hunde, wenn es Konkurrenzen gibt, nicht in verschiedenen Räumen? Jeder kriegt sein Futter in einem anderen Raum, Tür zu, und gut ist. Damit hast Du das Getue ums Fressen schonmal ausgeschaltet. Das ist nämlich für alle Beteiligten ein Riesenstress, am meisten für den Hund, der vor lauter Knurren kaum zum Fressen kommt!

In so einem Rudel, wo offenbar keine klare Rangordnung unter den Rüden herrscht und ein Konflikt brodelt, hast Du 2 Möglichkeiten: Entweder DU überwachst das Rudel ständig und kontrollierst, wer wann was tut und teilst die Ressourcen zu. Oder aber, Du findest heraus, wer von den beiden Rüden die wahrscheinlich höhere Rangstellung innehat (das dürfte schwierig werden, weil das offenbar nicht geklärt ist) und unterstützt den Ranghöheren in seiner Position.

LG
Claudia

Liesa3011
26.07.2005, 20:46
Hallo Claudia,erstmal danke für deine Antwort.Bei den Rüden handelt es sich bei dem 3jährigen,um einen Collie,der andere ist ein Irischerwolf/Schäfermix,er kam mit 6Wochen zu uns,gleich nachdem ich meinen Schäferhund hab einschläfern müssen.Der Schäferhund hatte den Collie erzogen,da war alles klar,er war nur schon sehr schlecht mit den Hinterläufen,aber was die Rangordnung anging,na der andere war Welpe,es war super.Ich habe den Kleinen dann geholt,in der Hoffnung,der Collie wäre froh,aber er hat ihn bei der Zusammenführung schon fast umgebracht,da bin ich dazwischen,war das jetzt der Fehler?Der Kleine,Tobi ist ein Energiebündel,sogar wenn er vom Rennen kommt,der Collie,Chris,verweist ihn,ziept ihn in die Ohren.Er ist schon der 2Rudelführer,doch es klappt nicht da der Tobi sehr stur ist.Die Hündin ist die Ranghöchste,doch sie ist durch ihre Krankheit,einer zu spät erkannten Borelliose,leider etwas gehändikapt.Ich hatte immer 3 Hunde,aber das Verhalten des Collies,da brauche ich Rat.Er ist ansonsten ein sehr ängstlicher Hund,der Züchter,ist auch nicht sehr angesehen,doch ich habe einfach nur den Hund gesehen,es ist mein erster Hund von einem Züchter gewesen,ich habe später noch andere Welpen von diesem Züchter kennengelernt,es sind alles doch sehr ängstliche Tiere .Der Collie hält ja sein Rudel zusammen,deshalb wohl der Verweis??Mit dem füttern,das wird ab morgen gemacht,hätte ich auch schon drauf kommen können.Wie meinst du das mit der Unterstützung,kannst mir da mal Tips geben???L.G.Karin

Hovi
26.07.2005, 21:05
Hallo Karin,

es war sicherlich nicht sehr klug, zwei Rüden zusammenzuführen, die sich eigentlich von Anfang an nicht mochten. Allerdings ist es nunmal geschehen, und nun muß man gucken, wie man die Situation in den Griff kriegt.

Für Deinen Collie dürfte sie am schlimmsten sein, denn er hat praktisch Dauerstress. Wenn er versucht, seine derzeitige Position im Rudel gegen den Jüngeren zu verteidigen, geht das schief, dazu kommt noch seine Ängstlichkeit / Nervosität (ist übrigens bei Collies nicht sooo ungewöhnlich). So kann es jedenfalls nicht bleiben.

Ich mag zwar eigentlich keine Ferndiagnosen, das ist immer riskant, wenn man die Hunde in der Interaktion nicht gesehen hat. Ich meine aber, herauslesen zu können, dass der Schäfermix den Collie nicht als übergeordnet akzeptiert. Wenn er ihm dazu noch körperlich überlegen ist, wird er bald an erster Stelle stehen (vermute ich mal). Wenn es denn so ist, dass Toby dabei ist, die Leiter zu erklimmen, kannst Du hier unterstützend eingreifen. Es ist für einen Hund NICHT schlimm, wenn er in der Rangordnung "absackt". Viel schlimmer ist für ihn ewige Ungewißheit und Unsicherheit. Gerade bei einem ängstlichen Hund.

Du kannst auf das Rangordnungsverhältnis zwischen Deinen Rüden Einfluß nehmen, indem Du die Ressourcen unterschiedlich verteilst. Das würde bedeuten, Toby bekommt mehr Zuwendung, wird insgesamt "bevorzugt behandelt" (darf sich z. B. die besseren Liegeplätze aussuchen u. ä.). Das klingt für uns Menschen "ungerecht" oder gar grausam, ist es für den Hund aber nicht. Es schafft klare Strukturen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, den Collie zu kastrieren. Ich bin eigentlich ein Gegner von nicht medizinisch indizierter Kastration. Wenn Dein Hund aber unter der gegenwärtigen Situation sehr leidet (und Dauerstress ist ganz sicher eine Form von Leiden!), dann könnte man darin durchaus eine medizinische Indikation sehen. Das würde evtl. weitere Spannung aus dem Rudel nehmen. Die Kastration sollte allerdings wirklich das letzte Mittel sein, wenn sonst gar nichts mehr hilft, und leider gibt es bei der Kastration KEINE Erfolgsgarantie! Nur zu oft werden Hunde wegen Verhaltensproblemen kastriert und es hilft rein gar nichts. Bei eurer Konstellation wäre es aber evtl. einen Versuch wert, bevor alle Stricke reißen.

Viele Grüße
Claudia

billymoppel
26.07.2005, 22:57
hallo karin,

ich stimme claudia zu: eine kastration ist in diesem fall möglicherweise wirklich etwas, über das man nachdenken sollte: allerdings muss der tendenziell schwächere charakter kastriert werden, sonst geht das ganze furchtbar daneben. von daher sollte unbedingt jemand außenstehendes mit hundeverstand sich das geschehen ansehen - nicht, das ein irreperabler fehler unterläuft. du hast deine einschätzung, bist aber in das geschehen auch sehr involviert. es sollte wirklich in einem so fragilen system letzte lösung sein.
notfalls, das hört man sicher nicht gern, solltest du über eine vermittlung eines rüden nachdenken. das ist sicher furchtbar, man liebt seine hunde schließlich...aber gerade deshalb.

@claudia

was ist eifersucht, wenn nicht ressourcenverteidigung und -eroberung? nur ein kürzeres wort für ein und diesselbe sache. eifersucht ist wie liebe und hass ein ganz und gar bodenständiges gefühl, welches nicht mal reflektion erfordert.
der stachel im herzen, der antreibt und umtreibt - mensch wie hund.
absolut notwendig, wenn auch bisweilen störend, in komplexen sozialen systemen.

gruß
bettina

ruth_kyno
26.07.2005, 23:11
hallo
ich würde dir gerne helfen, bräuchte dazu aber mehr infos in welchen situationen dies geschieht.
grundsätzlich sollte man in die rangordnung der hunde nicht eingreifen, eines sollte nur feststehen und zwar, dass du ganz oben stehst und den rest müssen die hunde unter sich ausmachen. hast du die höchste rangordnung kannst du ohne probleme die "diskussion" der hunde stoppen, aber sonst deren verlauf nicht ändern.

Hovi
27.07.2005, 20:05
Hallo Bettina,

Eifersucht ist ein irrationales Gefühl und i. d. R. eine sehr oft unbegründete Emotion ;) Sozusagen ein negatives Gefühl aufgrund eines unbestätigten Verdachtes. Eifersucht kann (muß nicht) völlig unbegründet sein und sich nur und ausschließlich in der Phantasie abspielen. In der Regel geht es um die Zuneigung einer bestimmten Person dabei. Ich glaube nicht, dass Hunde zu so etwas fähig sind.

Bei Ressourcenverteidigung geht es aber um einen tatsächlich vorhandenen Konkurrenten, der einem gerade etwas streitig machen will. Dabei muß es sich nicht um eine Person / Gefühle handeln, sondern es kann um ganz "bodenständige" Sachen gehen (etwa einen besonders kuscheligen Hundekorb (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundebett/hundekorb)).

Insofern denke ich, Ressourcenkontrolle hat mit Eifersucht nichts zu tun.

LG
Claudia

Liesa3011
27.07.2005, 20:37
Hallo,ich danke für eure Ratschläge.Ich beobachte meine Tiere immer sehr genau,schon seid langem.Der Collie,war 4Monate,als ich ihn bekam,sein Verhalten,war schon im Welpenalter mehr als das vom schäfermix,der ja zu früh weg mußte,mehr geprägt.der collie hatte schon mit 6 Monaten ein Fäbel für das weibliche Geschlecht,der Schäferm.,bis heute nicht.Dafür hat er einen ausgeprägten Jagdtrieb.Der Collie z.B.weiß,das ich schimpfe,wenn er mal wieder unerlaubt lospirscht,er rügt ihn dann auf seine Art.Noch ein Beispiel:Alle 3 liegen friedlich in der Küche,der Collie geht zu dem schlafenden Tobi,er knurrt ihn an,obwohl dieser nur daliegt,warum???Von einem der Tiere trennen,nie und nimmer.Da finden wir doch eine Lösung,bitte L.G.Karin

ruth_kyno
29.07.2005, 22:34
knurren unter hunden heißt übersetzt nein oder lass mich in ruhe, ist also bei weitem nicht so gefährlich wie sein ruf.
um die situation jedoch nicht weiter zu verschärfen würde ist beide hunde kastrieren, denn sie sehen sich als reviergegner udn haben keinen raum auszuweichen. ist würde jedem hund einen raum einrichten, wo kein anderer hund mit reindarf du aber sehr wohl. du musst jede möglichkeit der rivalität verhindern. um auszutesten, woran dies verhalten liegt, würde ich die hunde auf entzug stellen von allem, was diese aggression auslösen könnte. am nahesten liegt die vermutung, dass es an der hündin liegt. gib sie wenn möglich für einen tag zu freunden und beobachte ob die beiden sich anders verhalten. wenn dies der grund ist, würde ich sie auf jeden fall beide kastrieren lassen udn dann über auswege nachdenken.

Hovi
29.07.2005, 22:49
Ruth, wenn Du beide Hunde kastrierst, hast Du (logischerweise) wieder einen Kräftegleichstand. Sehr sinnig ist das nicht. Du baust Deine Empfehlung auf der Annahme auf, dass die Hündin der alleinige Auslöser der Rivalitäten ist, auf andere Ressourcen bist Du gar nicht eingegangen. Woraus schließt Du, dass es nur um die Hündin geht und die Probleme durch eine Doppelkastration gelöst würden?

Und: Wie bewerkstelligt man es in einer normalen Wohnung mit 3 Hunden, jedem Hund einen separaten "eigenen" Raum zur Verfügung zu stellen?

Hunde sind Rudeltiere. Sie schaffen es durchaus, miteinander klarzukommen. Es ist normalerweise nicht in der Praxis umsetzbar, die Tiere ständig zu trennen und ihnen in der Wohnung abgeteilte Zimmer zur Verfügung zu stellen... und wahrscheinlich ist es auch nicht das, was Lisa möchte (vermute ich jetzt einfach mal).:?:

"Erst kastrieren, dann über Lösungen nachdenken" (wie Du schreibst) ist m. E. der falsche Weg. Richtig wäre: erst denken, dann ggf. kastrieren (wenn es gar nicht anders geht!!!).

LG
Claudia

ruth_kyno
29.07.2005, 23:06
ok dann stelle ich einiges erstmal klar:
erstmal geht es bei einer kastration nicht darum einen kräfteausgleich zu haben, dann könnte man einem hund auch einen maulkorb anlegen, der wäre auf jeden fall dann der schwächere, aber darum geht es nicht. solange den hunden klar ist, dass das frauchen die obermacht hat. bei einer kastration geht er nicht um die macht des hundes, sondern darum, dass die hunde keinen grund mehr haben rivalen zu sein. außerdem habe ich nur gesagt, dass es beispielsweise an der hündin liegen kann und deswegen ein entzug verschiedener dinge vorgeschlagen, damit der wirkliche grund herausgefunden werden kann.
zweitens reicht als raum eine abgedeckte ecke und wenn man sich drei hund anschafft, sollte man genügend platz für alle drei bieten können. wenn dies nicht möglich ist, sollte man sich erst gar nicht drei hund anschaffen.
und drittens soll sie die hunde nicht immer trennen, sondern ihnen nur eine auszeit geben, damit sie sich beruhigen können, denn ein leben in ständiger rivalität ist sehr stressig und auch für die hunde nicht schön.


an liesa:
es gibt hunde, die sich einfach nicht verstehen. wenn dies der fall ist solltest du deine eigenen bedürfnisse vielleicht in den hintergrund stellen.

Hovi
30.07.2005, 09:51
Hallo Ruth,

wieviel "kynologische Erfahrung" hast Du denn?

Wie oft hast Du solche Konstellationen beobachtet?

Es geht bei der Kastration sehr wohl darum, den Rang des ohnehin schwächeren (hier dem Collie) weiter zu schwächen. Und das hat überhaupt nichts mit der Hündin zu tun.

Du vertrittst die Theorie, dass der Mensch "Rudelchef" ist, richtig? Und dass der alles im Rudel regelt?

Wie kommst Du darauf, dass Hunde mit Menschen ein Rudel bilden? Rudel gibt es nur innerartlich.

Und kein Rudelführer kümmert sich um Zwistigkeiten seiner "Untergebenen", wenn wir schon mal dabei sind... das ist dem Chef herzlich egal, wenn sich da welche kloppen.

Mir ist immer noch nicht klar, wie das praktisch aussehen soll, drei Hunde komplett räumlich zu trennen, 24 Stunden am Tag, ohne für jeden Hund einen eigenen Raum einzurichten...

:?:

Ein Lösungsvorschlag muß nunmal auch praktikabel sein, nicht nur theoretisch richtig. Natürlich können sich die Hunde dann nichts mehr tun, wenn jeder in einem einzelnen, abgeschlossenen Zimmer lebt... aber das ist komplett gegen die Natur des Hundes.

LG
Claudia

ruth_kyno
30.07.2005, 10:07
hallo claudia
ich hab nie gesagt, dass man die hunde immer trennen soll. man soll ihnen eine auszeit geben diese dauert je nach bedarf ab 5min.
und wieso ist der collie der schwächere? nur wegen der größe ich habe sehr oft bei rudeln erlebt, dass der kleinste der chef ist, außerdem ist dieser der älteste.
und mit einer kastration will man nicht den kampf verhindern, sondern den grund dafür ausschalten und es ist möglich dass der grund die hündin ist.
und zu dem rudeldenken denke ich nicht, dass der hund in rudeln denkt, sondern eine art zweck-wg.
und zu meinen erfahrungen kann ich nur sagen, dass ich meinem hund und "seinem hundefreund" nicht sagen kann, wer der chef ist aber ich kann sehr wohl verhindern, dass sie einen grund zur rivalität haben.

Hovi
30.07.2005, 12:04
Hallo Ruth,

nach den Infos, die ich aus Liesas Posting entnehme, ist der Collie der Schwächere. Damit meine ich definitiv NICHT die Körpergröße, sondern die Selbstsicherheit (geistige Stärke, wenn Du so willst). Ein Hund, der vor lauter Knurren nicht zum Fressen kommt, ist nicht sonderlich selbstsicher, meinst Du nicht auch? Zu "Der Collie ist der Älteste": Er ist ein halbes Jahr älter als der Mix, dieses halbe Jahr ist weiß Gott nicht der Rede wert! Ob dem aber wirklich so ist, dass der Mix mental stärker ist, kann man aus der Ferne nicht diagnostizieren, dazu müßte man die Hunde sehen (hab ich aber weiter oben bereits geschrieben).

So ganz werde ich nun aber nicht schlau, was Du nun konkret empfohlen hast: Eine 5minütige Auszeit (in welcher Situation? Für wen?), und wo? Du schreibst
<<<ist würde jedem hund einen raum einrichten, wo kein anderer hund mit reindarf du aber sehr wohl<<< .
Das hört sich nicht nach Auszeit auf einer Decke an, oder wie hast Du das gemeint?

Folgenden Satz habe ich ebenfalls nicht verstanden, bitte erkläre nochmal genauer, was Du damit meinst:
>>>und zu dem rudeldenken denke ich nicht, dass der hund in rudeln denkt, sondern eine art zweck-wg.<<<

Viele Grüße
Claudia

ruth_kyno
30.07.2005, 16:09
hallo
welcher hund der untergebene ist kann ich so auch nicht sagen, ist aber auch egal!
und zu der auszeit das ist so gemeint, dass wenn die hunde unter stress stehen (anzeichen z.b. unbegründetes hecheln) man ihnen einen raum (decke) gibt, auf der der hund bleiben kann, ohne dass er angst haben muss, dass einer der anderen hunde ihn dort bedrängt oder belästigt.
und zu dem anderen satz: du hast ja gefragt oder behauptet, dass ich in diesem typischen rudeldenken denken würde und um die klarzustellen ich sehe die heutige beziehung zwischen mensch und hund nicht als rudel, sondern als eine beziehung zwischen mütterlicher fürsorge, zweckgemeinschaft (jeder profitiert von dem anderen) und rudel.

Hovi
30.07.2005, 17:00
Original geschrieben von ruth_kyno
hallo
welcher hund der untergebene ist kann ich so auch nicht sagen, ist aber auch egal!

Nein, egal ist das ganz und gar nicht!


und zu der auszeit das ist so gemeint, dass wenn die hunde unter stress stehen (anzeichen z.b. unbegründetes hecheln) man ihnen einen raum (decke) gibt, auf der der hund bleiben kann, ohne dass er angst haben muss, dass einer der anderen hunde ihn dort bedrängt oder belästigt.

Okay, das kam in Deinem ersten Posting halt ganz anders rüber. Wie willst Du das aber praktisch umsetzen, wenn Du nicht 24 Stunden lang die Hunde beaufsichtigen kannst?


ich sehe die heutige beziehung zwischen mensch und hund nicht als rudel, sondern als eine beziehung zwischen mütterlicher fürsorge, zweckgemeinschaft (jeder profitiert von dem anderen) und rudel.

Sorry, auch wenn ich da arg begriffsstutzig wirke... wie soll das im Einzelnen aussehen? Kannst Du mir da jeweils ein Beispiel nennen für mütterliche Fürsorge, Zweckgemeinschaft und Rudel?
*doofbin*

LG
Claudia

Liesa3011
30.07.2005, 18:25
hallo,sehr intressant,ich bin seid Jahren im Besitz von 3hunden.davor hatte ich einen schäferhund und einen rotti plus dieser hündin,die rüden waren kastriert,die hündin damals nicht.der schäferhund war sehr lieb,nur er hat nach der kastration alles weggebissen,sogar hündinen,da hab ich für mich gesagt,nie wieder.die rüden,haben unter sich allerdings in harmonie gelebt.Noch ein beispiel,am nachmittag,wenn ich kaffee trinke,bekommen alle ein leckerli,schweineohr etc.tobi haut sein weg,chris läßt sein liegen,die hündin buttelt meistens ein,tobi ist fertig,jetzt nimmt chris sein,knurrt,läuft damit hin und her.tobi wartet eine günstige gelegenheit ab,es kommt vor,ich nehme es ab,er hatte zeit genug.richtig falsch?nachts trenne ich sie,seid langem,tobi schläft bei mir,sonst kommt keine ruhe auf.ich habe ein haus,240 qm,600qm gaten hinten ,sie können den ganzen tag rein und raus,es ist natürlich eingezäunt.ich bin fast immer zu hause,da ich hier arbeite.sie sind alle sehr auf mich bezogen,lassen mich im haus nicht aus den augen,kann die eifersucht sich auf meine person beziehen??alle bekommen gleich,kaufe ich neues spielzeug,alles im 3er pack,die hundebetten,die hütten,alles gleich.karin

billymoppel
30.07.2005, 21:31
hallo karin,

dein lieber, wenn auch vollkommen falscher, gerechtigkeitssinn mag mit eine ursache der problematik sein, jedenfalls hilft er nicht, die sache wenigstens halbwegs in den griff zu bekommen. (hauptursache ist sicher, dass du eben zwei hunde hast, die nicht passen)
im rudel herrscht hierarchie, nicht kommunismus. hierarchien sind komplizeirt, nicht mit einfach oben-unten zu beschreiben, die übergänge sind fließend, in einigen bereichen können durchaus unterschiedliche hierarchien nebeneinander existieren. es ist schwer, aus der ferne einen rat zu geben. sicher ist für den menschlichen gesellschafter hund, zuneigung des menschen eine ressource, um die notfalls bis zum erbrechen gekämpft wird. DIE ressource überhaupt.
du wirst dich einfach entscheiden müssen, welcher hund dir näher sein darf. alles andere macht keinen sinn.
in einem gut funktionierenden rudel kann man als mensch das gefüge (ich mag das wort rangordnung nicht - es klingt viel zu einfach für dinge, die sehr komplex sind) der hunde weitestgehend außer betracht lassen - hunde halten uns in der beziehung eh nicht für zurechnungsfähig :D
dein rudel funktioniert aber nicht. du musst deinen hunden also ein stück weit entgegen kommen (vollständig wird dir das eh niemals gelingen).
ich habe ja auch ein 3er-rudel in der konstellation m-w-w. anfangs ließ sich das prima an, die letzte hündin war auch noch sehr jung und unsicher. als sie anfing, aufzumucken gegen die andere - ganz ehrlich, ich hätte nicht sagen können, wer chef im ring war - die beiden möglicherweise auch nicht. keine beißereien größeren ausmaßes, aber nickligkeiten allenthalben. also habe ich die entscheidung getroffen: der frischling hat hintenan zu stehen, im wesentlichen. lisa mag nicht ganz glücklich sein mit dem ihr zugewiesenen platz, aber doch zufrieden. die andere hündin hat dagegen - sicher auch durch meine entscheidung - ihr selbstbewußtsein aufpoliert. dabei geht es nicht um plakative gesten, wer z.b. zuerst ein leckerchen bekommt, sondern um eine mentale innere haltung. so bitter das klingt: so lange die älter hündin lebt, ist genau dieser ganz besondere platz in meinem herzen nicht frei für die jüngere. das schmerzt durchaus, denn ich liebe sie natürlich auch.
zudem spielt in meinem rudel der rüde eine nicht unerhebliche rolle: er ist der chef, um ihn ging und geht es auch. auch er ist eine ressource. wie sieht es damit bei deinen rüden und der hündin aus?
da er sehr wesenstark ist,, führt dies auch dazu, dass die mädels nur einander haben, um sich zu reiben, er bietet derzeit keinen angriffspunkt für eine von beiden. die chefposition ist nicht vakant und nicht zu haben, er ist außen- und innenminister in personalunion. und so putzig das klingen mag, wenn er mal nicht mehr ist, wird die jüngere hündin seinen außenministerposten übernehmen. das wird sie glücklich machen, denn ich glaube, dass ist das, was sie eigentlich will. sie wird die richtung der kontakte mit anderen hunden und fremden menschen bestimmen. zuhause wird sie nichts zu melden haben. auch wenn da jetzt herzlos klingen mag, ich denke in meinem rudel ist der "göttergleiche" chef dem kräftegleichgewicht der subalternen hündinnen im wege.

Liesa3011
31.07.2005, 17:26
Hallo Billy moppel,ja,so muß es wohl sein,nur,wem soll ich jetzt zum König krönen,wie verhalte ich mich richtig,in dieser Situation war ich noch nie.Streichel ich Chris,geht Tobi dazwischen,ich stehe dann auf,da ich in das Gefecht nicht einbezogen werden möchte.Chris bettelt um meine Zuwendung,Tobi ist da cooler,aber bestimmt.Sie haben schon oft gerauft,aus nichtigen Anlass,chris hat den Vorteil des dicken Felles,er gibt aber nicht auf.Wie soll ich mich verhalten,die Hündin ist wohl schon die Königin,sie wird von beiden respektiert,gibt allerdings dem Tobi mehr ,er darf wenn sie fertig ist aus ihrem Napf fressen.Karin

billymoppel
31.07.2005, 18:37
ich vertrete da eine einfache theorie: mein haus = meine regeln. es gibt nicht allzu viele davon, aber die wenigen sind absolut und ohne diskussion einzuhalten
kleine zankereien unter den hunden werde und kann ich akzeptieren, die sind auch nötig, schlägereien jedoch nicht. wichtig ist natürlich auch, wenig anlässe zu geben, klare regeln zu haben.
und konfliktmanagment für deine hunde zu betreiben, die damit überfordert sind. ich halte es für falsch, in der geschilderten szene aufzustehen und das feld zu räumen.
nur weil meine ältere hündin für mich näher ist, heißt das nicht, dass die jüngere nicht anspruch auf zärtlichkeit und zuneigung hat. und wenn moppel-madame sich dazwischen-drängelt, schicke ich sie eisenhart auf ihren platz, sie hat das zu respektieren. bei dir dann tobi.