PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bellen - wann und wie lange?



Linda D.
09.07.2005, 10:30
Hallo,

wir haben einen Herdenschutzhund und wenn er im Garten ist bellt er recht häufig, vor allem wenn Autos oder Fahrradfahrer vorbei fahren oder Fußgänger vorbei laufen.

Gibt es irgendwelche Verordnungen wann und wie lange ein Hund bellen darf?
Darf er z.B. sonntags weniger bellen als wochentags?
Was würde passieren wenn uns jemand anzeigt deswegen?

Wenn wir dabei sind rufen wir ihn natürlich zurück aber trotzdem bellt er natürlich erstmal. Über die Mittagszeit ist er drin und abends auch.

Danke, Linda :cu:

mausebärchen
09.07.2005, 12:41
Also ich glaub nicht das es eine Reglung gibt, wie will man den einem hund das bellen verbieten wenn er allein ist ??
Trainiere doch einfach mal mit Fahrradfahrern , damit er mekrt dasss es keine Bedrohung für ihn darstellt.
Bei einer Anzeige, wird wahrscheinlich verlangt das der Hund nicht mehr allein im Garten beliben soll.

LG Chrissy

ChristineG
09.07.2005, 15:23
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es dazu ein Gerichtsurteil gab. Von wegen wie lange und wie oft ein Hund im Durchschnitt bellen "sollte".
Google doch mal, vielleicht findest Du was.

Generell denke ich, dass man den Nachbarn zuliebe, das Bellen auf das Nötigste beschränken sollte.
Leider ist ja nicht jeder tierlieb.;)

OESFUN
09.07.2005, 18:16
Ich denke mal, es hat nichts mit Tierliebe zu tun. Wenn man dadurch betroffen ist, das man Nachbar eines Dauerkläffers ist, sieht man vieles aus einer anderen Perspektive, selbst wenn man selber Hunde hat. Es ist schlicht und ergreifend irgendwann nur noch nervtötend.

Sollte sich jemand beschweren wird es mit Sicherheit darauf hinauslaufen, das er insgesamt nur eine bestimmte Zeit bellen darf (ich habe irgendwo im Hinterkopf nicht mehr als 20 Min. am Tag --- aber auch nicht am Stück). Die Ruhezeiten sind unbedingt zusätzlich einzuhalten.

Birgit

macman
12.07.2005, 16:26
Hab hier mal ein paar Urteile zu dem Thema rausgesucht...vielleicht hilft es ja weiter.

Hundegebell I
In ländlichen Gebieten dürfen Hunde in den Ruhezeiten (22-7 und 13-15 Uhr) die Nachbarn durch Hundegebell nicht belästigen.
LG Mainz, 6 S 87/94-04/96

Hundegebell II
Mehr als eine halbe Stunde anhaltendes Klaeffen täglich bzw.länger als zehn Minuten dauerndes Bellen in den Zeiten von 13.00 bis 15.00 Uhr und von 19.00 bis 8.00 Uhr ist der Nachbarschaft nicht zuzumuten
OLG Hamm, 22 U 265/87

Hundegebell III
Dreissig in einer Anlage gehaltene Hunde lärmten oft zur Nachtzeit. Ein Nachbar fuehlte sich gestoert. 200 Meter von der Anlage entfernt wurden 46 Dezibel gemessen. Gutachterlich wurde auf einen Grenzwert von 40 Dezibel zwischen 22 bis 7 Uhr hingewiesen. Der Bau einer Lärmschutzwand sollte weiteren Lärm verhindern
OLG Nürnberg, AZ 9 u 3216/89

Hundegebell IV
Der Nachbar darf durch Hundegebell nicht übermäßig gestört werden, dies ist im Nachbarrechtsverhältnis verankert. Er hat aber keinen Anspruch darauf, dass der Hund nur zu bestimmten Zeiten und nur eine gewisse Zeitspanne bellen darf. Denn solche festgelegten Bellzeiten können einem Tier nicht verständlich gemacht werden. Dies gibt dem Hundehalter allerdings keinen Freibrief für unbegrenztes Hundegebell. Hier muss der Hundehalter reagieren, andernfalls muss er den Hund abschaffen, wenn der Nachbar sich schwer oder sogar gesundheitlich in seinem Ruhebedürfnis gestört fühlt.
LG Schweinfurt, AZ 3 S 57/96

Hundegebell V
Die Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung kann widerrufen werden, wenn der Hund andere Mieter belästigt. Gelegentliches Bellen oder Jaulen ist jedoch nicht zu vermeiden und muß hingenommen werden.
AG Hamburg-Altona, AZ 316a C 97/89

Hundegebell VI
Ein Urteil, mit dem ein Tierhalter verurteilt wird, seine Hunde so zu halten, daß Hundegebell, Winseln oder Jaulen auf dem Nachbargrundstück nur außerhalb der Zeitspannen von 13:00 bis 15:00 Uhr sowie von 22:00 bis 06:00 Uhr, und zwar nicht länger als zehn Minuten ununterbrochen und insgesamt 30 Minuten täglich, zu hören ist, ist hinreichend bestimmt. Der Festlegung eines bestimmten Schallpegels bedarf es dagegen nicht. Denn auch nur ein leises Wimmern oder Jaulen eines Hundes kann für den Nachbarn höchst lästig sein, wenn dieses sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.
OLG Köln, AZ 12 U 40/93

Hundegebell VII
Einem Hundehalter kann nicht durch Urteil aufgegeben werden, seinen Hund nur zu ganz bestimmten Zeiten bellen zu lassen. Dies würde nämlich nahezu einem völligen Verbot der Hundehaltung gleichkommen. Gerade ein kurzes Bellen ist nämlich dem Einflußbereich eines Hundehalters entzogen.
OLG Düsseldorf, AZ 9 U 111/93

Hundegebell VIII
Gelegentliches Bellen ist kein Grund die Erlaubnis zur Tierhaltung zu widerrufen. Das kurze Anschlagen eines Hundes bei Besuch, das längere Verbellen fremder Personen, das heftige Begrüßen naher Angehöriger sind artgerechte Reaktionen des Tieres, die mit der Zustimmung zur Hundehaltung bereits in Kauf genommen worden sind.
AG Hamburg-Wandsbek, AZ 716c C 114/90

Hundegebell IX
Störendes Bellen der in einer Nachbarwohnung gehaltenen Hunde rechtfertigt die Mietminderung
AG Düren, AZ 8 C 724/88

Horsegirl13
15.07.2005, 06:07
Hi,

das haette ich net gedacht es eine grenze gibt wann hunde bellen duerfen und wann nicht. Aber irgendwie einleuchtend:eek: :eek: :eek:

Naja die nachbern wollen ja auch mal schlafen:z: :z: :z: :z:

cu cleo