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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Longieren, aber kein Vorwärtskommen!!!



mu0104
27.06.2005, 14:26
Hallöchen,

habe vor 3 Wochen meinen 31/2 jährigen Hengst angefangen zu longieren. Er ist eigentlich echt ein Engelchen. Ein bißchen bewegungsfaul, aber wer den Tag 10 Stunden auf der Koppel steht... und dabei nur bedingt Kraftfutter bekommt.

Nun denn, am Anfang hat das alles wunderbar geklappt. Hat sich relativ schnell mit Sattel, Trense usw. abgefunden. Kurvenlage noch nicht 100%, aber stetig besser. Seit 4 Tagen läßt er sich nur noch rechte Hand longieren. Da läuft er wie gewohnt sein Programm. Linke Hand hat er vor ein paar Tagen beim Longieren nach einigen runden Trab und zwei mal Galopp die Vollbremse reingehauen und ist seither nicht mehr zum Vorwärtsgehen zu bewegen. Wenn man ihm mit der Gerte von hinten "Gas" gibt steht er kerzengerade in der Luft, bewegt sich aber noch immer nicht vorwärts. Wir haben es jetzt mit anführen und zu zweit longieren versucht aber er läßt sich momentan nicht beirren. Er geht ne halbe Runde, dann dreht er sich mit dem Kopf zur Umrandung, zieht den Kopf auf den Boden und sobalb man ihn vorwärtstreibt geht er in die Luft.

Mittlerweile bin ich ziemlich ratlos..... Er ist zwar ein wenig ein Spätzünder und deswegen habe ich ihn auch im Frühjahr beim Züchter noch nicht anreiten lassen, sondern ihm noch Aufschub gegönnt. Jetzt sollte er aber meiner Meinung nach langsam mal ein bißchen was Arbeiten. Momentan ist er auch mal ausnahmsweise nicht überbaut und hat sich körperlich eigentlich ganz gut gemacht.

Gibt es noch irgendwelche Tricks??? Meint Ihr es handelt sich um Widerwillen, ist er vielleicht doch überfordert - aber eigentlich möchte ich mal wissen, wie ein 31/2 jähriger Warmblut Hengst mit ein bißchen longieren überfordert sein kann - oder sieht das für euch nach einem Körper-Problem aus, vielleicht ein Fall für den Osteopathen?????

Ich bin für jede Anregung dankbar!!!

Danke und Gruß

Wanda

mausebärchen
27.06.2005, 15:59
Hi Wanda, ich würde ihn mal von einem TA checken lassen !
Vielleicht hat er Muskelkater??????
Wenn nichts dabei heraus kommt probiert er wahrscheinlich jetzt mal aus was er eigentlich machen darf!!!
Anscheinend wurde vorher nicht soviel mit ihm gearbeitet?
Da musst du dann einfach konsequent sein , ansonsten greift er dich auch noch an, wenn er merkt, ach ich kann ja steigen und machen was ich will.

Chrissy

mu0104
27.06.2005, 18:15
Werde auf jeden Fall mal unseren Osteopathen kommen lassen... hoffe das bringt was. Habe momentan immer am meisten Angst um die Umzäunung unseres Reitplatzes.... steigt ja vornehmlich in diese Richtung.
Er hat bisher nichts gemacht gehabt, da er ein wenig ein Später ist und die ganze Zeit noch ne halbe Portion war. Groß aber dürr. Trotz der Hinweise aus dem Stall "bist du dir sicher, daß du ihn nicht überforderst???" glaube ich, daß das eigentlich nicht der Grund sein kann. Kämpfe momentan ja nur darum, daß er im Schritt ohne zu Bremsen auf dem Zirkel geht. Und dafür ist er ja wohl alt genug, oder????
Meint ihr es würde helfen, ihm - wenn komplett gesund- mal seinen Koppelgang zu kürzen, damit er mal "überschüssige Energie" hat??? Steht momentan ganztags draußen....

Wanda

mausebärchen
27.06.2005, 21:54
Ich rate dir dringend davon ab den Koppelgang zu kürzen !!!!!!
An der Longe soll er sich ja nicht austoben.
Mhm ja sowas kann man schon von ihm verlangen, mit was longierst du ihn den ?

Chrissy :cu:

mu0104
30.06.2005, 13:45
Heute war die Osteopathin da. Er hatte eine Blockade an der linken Hüfte. Die hat ihm zumindestens leicht geschmerzt bzw es viel ihm deutlich schwerer links Last aufzunehmen. Man sollte eigtl meinen, daß er nun befreit laufen sollte. Da sich die Osteopathin das Longierproblem auch mal ankucken wollte, haben wir ihn kurzerhand an die Longe genommen.
Rechte Hand wie immer einwandfrei. Linke Hand ist er zwar nicht mehr stehen geblieben, hat mich aber schnur stracks auf den Hufschlag gezogen und den Kopf zur Umzäunung gedreht und sich unmißverständlich geweigert seinen Weg auf der Zirkellinie fortzusetzen.......
Gehe zumindest was diesen Punkt angeht davon aus, daß ich es wohl in Teilen mit einem gewissen "Widerwillen" zu tun habe.
Habe mir überlegt, daß ich mit ihm mal zur Reithalle gehe/bzw fahre. Da muß ich mir wenigstens keine Gedanken um den Zaun machen....?????

Wünscht mir Glück

Gruß Wanda

mausebärchen
01.07.2005, 18:01
Na dann ist ja hoffentlich der Fehler gefunden.
Nun muss er nur noch lernen das longieren nicht mehr wehtut.
Oder es ist ein Dominanazproblem ???
Ich wünsch dir viel Glück !!!

LG Chrissy :cu:

Sandra1980
02.07.2005, 16:36
Hallo!

Gut, dass die Ostheopathin da war.

Mal eine andere Frage - warum ist er Hengst? Willst Du mit ihm züchten?

Was machst Du denn sonst mit ihm - außer longieren?

Wie lange longierst Du ihn immer?

Wie fängst Du dabei an?

Liebe Grüße,
Sandra

mu0104
02.07.2005, 17:56
Das unser Junior "noch" Hengst ist hat mehrere Gründe. Zum einen ist er mit seinen 3 Jahren als Hengst schon über 1,70 und erfahrungsgemäß wachsen Wallache ca 4 cm mehr als Hengste. Und einen Riesen möchte ich ja auch nicht haben. Zum anderen hat er bislang seine ganzen Kräfte in Höhenwachstum gesteckt und ich hoffe, daß er dadurch, daß er noch Hengst ist ein bißchen mehr Ausdruck bekommt; Halsung etc. Sein (ok wahrscheinlich eher mein) Ziel/Bestimmung soll es nämlich sein für meinen Älteren die Ablösung zu spielen. Und da sich der Momentan auf M/S Niveau in der Dressur bewegt, muß er schon ein wenig was hermachen.... auch der "Alte" war lange Hengst. Wurde aber mit knapp 4 gelegt. Hatte sich damals mit 3 auf der Weide das Griffelbein gebrochen und war nach Genesung mehr als unausstehlich und übermütig.
Na ja und wenn sich der Mini gut macht kann er evtl noch zur Sattelkörung. Problem bei der Sattelkörung ist, daß er dann wirklich richtig gut sein muß... was er anbietet wird gemacht, alles andere halt nicht.

Ich longiere ihn jetzt seit knapp 1 Monat. 3-4mal die Woche. Ansonsten geht er spazieren, 1mal freispringen und faulenzen...
Beim longieren geht er zu Anfang brav seine Viertel Stunde Schritt und danach noch 15-20 Minuten ausgebunden links(....) und rechts herum Trab und Galopp - Galopp meist nur kurze Strecken . Das ist doch sooo anstrengend auf dem Zirkel.

Bislang hatte ich eigentlich nicht das Gefühl, daß ich ihn imens überfordere und meistens ist er auch im Umgang recht einsichtig. Die typischen Probleme die man so hat, haben wir immer recht schnell in den Griff bekommen gehabt.

Hoffe, daß ich ihn jetzt davon überzeugen kann wieder links herum an der Longe zu laufen. Beim Laufenlassen heute hats geklappt. Ok ich bin auch die ganze Zeit wie eine Irre mit der Gerte hinter ihm hergerannt.

Wenn Euch also noch was guter einfällt, wie ich ihn auf der Linken Hand überlisten kann.....

Gruß Wanda

Sandra1980
02.07.2005, 18:20
Hallo!

Hmm, wechselst Du denn oft genug die Seiten? Es wäre auch nciht schlcht, auf seiner ungeliebten Seite zu beginnen. Führ ihn auch mal von der anderen Seite aus.

Und vielleicht solltest Du doch mal ein bisschen Dominanztraining machen.
Sei Dir aber sicher, dass Du immer der Stärkere bist! Wenn Du Dich einmal von ihm einschüchtern lässt, so ist das ganz schlecht!
Plane das also vorher gut, das es gar nciht zu sowas kommen kann.

Viel Glück,
Sandra

grisu
18.07.2005, 10:16
Hallo Wanda,

hast Du mal versucht ihm beim Longieren mehr Köpfchenarbeit abzuverlangen? Durch Stangengasse longieren über Cavaletti. Vielleicht vergisst er die Zickerei, wenn er sich mehr konzentrieren muss.
Oder bau ein paar Bodenarbeitsübungen mit ein. Verbeugung, Gerte apportieren, durch Stangen gehen, stehen bleiben, rückwärts durch die Stangen etc. Mach ihm die Arbeit doch mal spannender.

Meine hatte damals auch so ein paar Tricks drauf und ihr war das im Kreisgerenne wohl einfach zu langweilig.

Viele Grüsse
Elke

shiela
26.07.2005, 09:00
Hallo mu,

Dein Hengst ist 3 1/2 !! Das er auf einer Seite steigt und umdreht, ist ein deutliches Zeichen, dass er unsicher ist und Angst hat, seine Balance zu verlieren. Das ist in seinem Alter übrigens auch ganz normal. Da er keine Wahl hat, steigt er und versucht, auf seine "bessere Hand" zu gelangen.

Wenn Du ihn "durchzwingst", wirst Du eine Schiefstellung des Pferdes zur Folge haben und später erwachsen daraus dann gesundheitliche Probleme!! Es ist Quatsch, wenn ein Pferd solche Signale aussendet, es zu zwingen und - wie häufig der Fall - zusammen zu schnüren :mad: Über eine halbe Stunde 3 bis 4 mal die Woche für so ein junges Pferd ist eindeutig zuviel. Die Knochen sind noch weich. Das Pferd kann sich in dem Alter maximal 20min. konzentrieren, ab dann ist es überfordert!! Longiere kurz, aber mit Verstand.

Vorwärts-abwärts ist die Devise....ohne Ausbinder!! Lass ihn sich finden, geh mit an der Longe (mußt Du auch ein wenig laufen:) ), damit er möglichst noch viel gerade Strecken hat. Wenn Du die Losgelassenheit nicht im Anfang erhältst, wird er an Schwung und Tritt verlieren.

Du kannst ihn z.B. mit Halsring und Halfter longieren, Doppellonge nehmen...einmal ans Halfter einklinken, den anderen an den Halsring. Dann schau Dir an, wo er nicht spurgetreu läuft. Das ÄUSSERE Vorderbein vor das ÄUSSERE Hinterbein bringen !! D.h. im Sand solltest es so aussehen, dass das äußere Hinterbein in die Spur des äußeren Vorderbein (auf der jeweiligen Hand) tritt. Siehst Du nun, dass die Spuren im Hallensand nebeneinander nach außen laufen, nimmst Du ihn mit dem Longenteil, dass an dem Hals eingeklickt ist und hältst einfach nur gegen. Somit stützt Du seine Schulter und er fühlt sich sicherer. Je spurgetreuer er läuft, desto weniger Zug wirst Du an der Longe haben....d.h. in wenigen Wochen läuft er (OHNE REITER) an der Longe spurgetreu und kann dann Deine Wünsche ausführen. Beidseitig 3 -4 mal für 10 min. üben!! Je Hand 5 min.

Ich habe meinen so angeritten und habe niemals Probleme beim Biegen gehabt, er biegt sich beidseitig, läuft spurgetreu und kann somit auch in die Versammlung (die Du später ja reiten willst) gehen.

Es lohnt sich, jetzt auf Hilfszügel zu verzichten und ihn sich finden zu lassen.

Beim anreiten solltest Du Dir die Zeit nehmen und ca. 3 Wochen nur am ganz hingegebenen Zügel reiten ganze Bahn. Er muß dann lernen, unter dem Reiter sein Gleichgewicht neu zu finden, dazu braucht er unbedingt den HALS, da es seine Balancierstange ist. Wenn Du ihn ausbindest, bringst Du ihm bei, sich auf den Zügel zu stützen und schaffst damit das sogenannte "5.Standbein". Damit hast in späteren Lektionen das Pferd immer auf der Hand, weil er darüber sein Gleichgewicht auspendelt.

Mach langsam !!!! Je sorgfältiger Du in der Anfangsphase arbeitest und darüber nachdenkst, WAS Du verlangst....und OB er das überhaupt so ausführen kann...., desto weniger Arbeit hast Du später und Du erhältst ihm die Freude an der Arbeit.