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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Agressiv im Garten



Suzanne
13.06.2005, 13:56
Hallo liebe Foris!

Ich habe immer noch ein Problem mit Duke im Garten. Kommt ein Hund gleich welcher Größe, Geschlecht, Farbe etc. ist der Hund nicht wiederzuerkennen. Er ist derart agressiv, daß ich manchmal fürchte, er reißt den Zaun mitsamt den Hecken nieder. :( Wir bekommen es einfach nicht in den Griff. Bemerken wir es rechtzeitig (duch Anschlagen von Nachbarhunden) schicken wir ihn auf seinen Platz. Da sitzt er zwar, bebt aber am ganzen Körper. Bemerken wir es zu spät, ist er so in Rage, daß er sich nicht mehr abrufen läßt.

Nun geht mir seit Tagen ein Erlebnis durch den Kopf, welches ich eigentlich "vergessen" habe: Als Duke ca. 4 Monate alt war, wohnte nebenan eine Frau mit 3 Hunden. Eine davon, eine weiße Schäferhündin "klimmte" immer. Mühelos kletterte sie über den 2 m hohen Zaun. Eines Tags war sie plötzlich bei uns im Garten und fiel über Duke her. Ich war nur kurz drinnen (irgendwas holen) als ich seine Schreie hörte. Er konnte sich losreisen und stürtze sofort in Sicherheit ins Haus. Könnte dieses Erlebnis damit zu tun haben??? :?: und wenn ja, was kann ich tun?

Sind wir "draußen" am Strand oder im Hundepark gibt es nie Streß oder Probleme. Ein ganz normaler, sozialisierter Hund.

Es wäre schön, wenn mir jemand helfen könnte, ich verzweifle langsam aber sicher. Vielen Dank.

:cu: Grüße Susanne

Raby
13.06.2005, 14:47
Hallo,

eine zunächst zeitaufwändige aber viel versprechende Möglichkeit heißt positive Ablenkung. Das müsste man aber konsequent einige Tage durchhalten, damit es auch klappt...

Also: Wenn man ahnt, dass gleich ein Hund vorbei kommen könnte (man kann ja mit dem Nachbarn und seinem Hund üben), lenkt man den eigenen Hund mit einem sehr attraktiven Spielzeug ab. Wenn er sich dann nur auf das Spiel fixiert kommt er nicht mehr zum Bellen. Großes Lob ist dann angesagt. Wichtig ist natürlich, dass er gar nicht erst zum Bellen kommt. Das geht am besten, wenn man jemanden bestellt, der am Zaun vorbei spaziert. Nach einer Weile verändert der Hund möglicherweise sein Verhalten. In so fern muss man ihn positiv bestärken, wenn er nicht bellt weil er sich gerade mit seinem Lieblingsspiel beschäftigt.

Der Grund dass er bellt ist vielschichtig. Natürlich will er sein Revier beschützen, das kann er aber auch ohne Randale, aber er hat auch gelernt, dass Herrchen und Frauchen ihm sehr viel Aufmerksamkeit widmen, wenn wer kläfft. Das wir das negativ meinen ist ihm egal, denn Aufmerksamkeit ist für ihn alles und das wort NEIN, AUS, oder was auch immer man dann ruft hat für ihn keine Bedeutung.

Diese "Umpolung" kann innerhalb von einer Woche schon deutliche Fortschritte zeigen. Das A und O ist aber, dass man gerade am Anfang ständig dabei ist und bei Zeiten eingreift.

Viel Erfolg!

Gruß - Raby

Suzanne
13.06.2005, 14:56
Hallo Raby,

vielen Dank für Deine Antwort. Wenn es ja nur das Bellen wäre.... er ist so in Rage, daß er außer dem Hund draußen nichts mehr hört und sieht. Wir schaffen es nicht, ihn "abzulenken", haben wir schon versucht. Sich Leute zu "bestellen" klingt auch gut, ist aber nicht durchführbar. Wir haben hier nur "lockere Bekanntschaften" die nicht in der Nähe wohnen. Alle unsere Freunden sind in Deutschland. Und die, die draußen vorbeilaufen ins Gespräch zu verwickeln, dafür reichen meine französisch Kenntnisse leider nicht.......:( Ich spreche zwar ein wenig, aber für eine richtige Konversation über Hundeerziehung/Probleme reicht es leider nicht.

Bleibt aber dennoch die Frage, ob das Erlebte damals der Auslöser war oder ist. Nach dem Motto - Angriff ist die beste Verteidigung, hier kommt kein Vierbeiner mehr rein.:?:

:cu: Grüße Susanne

billymoppel
13.06.2005, 15:10
hallo suzanne,

weiß nicht, ob das erlebnis was damit zu tun hat. fakt ist, dass viele hunde (rüden vor allem), zu äußerster verteidigung des eigenen zauns (im haus sind andere hunde dann komischerweise durchaus tolerierbar) neigen, einen aufschluß über ihr "normales" wesen gibt das nie. selbst kleine schoßhündchen werden da zum tier.
richtig hinbiegen kann man das m.e. auch nicht. nur eben vermeiden.
ich versuch mich mal an einer erklärung: hunde sind raubtiere - ein gewisses aggressionspotential gehört zu ihrer grundausstattung, dass schließt die aggression gegen artgenossen ein. der normale haushund muss seine aggression ziemlich unter der decke halten, das wird heute von ihm verlangt, noch hat er kaum die möglichkeit sie ansatzweise mal auszuleben. die evolution konnte mit dem, was sich in den letzten 100 jahren für den hund radikal geändert hat, nicht schritt halten., sie hinkt weit hinterher.
hinterm zaun, völlig sicher auch vor einer entsprechenden antwort (hund ist nicht doof), das ist DIE gelegenheit. jahrtausendelang gewollte und geförderte wachtriebe spielen dabei auch eine rolle.
wenn es nach der welt (vor allem der nicht hundehaltenden) ginge, sollten hunde heute am besten so eine art große kaninchen sein: lieb und putzig, aber nicht aggressiv. und bitte ohne gebell.
wenn ich du wäre, würde ich mich einfach entspannen und den hund machen lassen - wenn's nicht ärger mit den nachbarn gibt deswegen und die ohren auf durchzug halten. oder den hund einfach kategorisch vom zaun entfernen (zweitzaun?) oder ins haus.
meine erfahrung vor allem im alpinen italien: dort stehen hoftore immer offen. die hunde liegen gelangweilt in der nähe, sie sind nicht offen aggressiv (weil sie genau wissen, dass das nur bißverletzungen bringen würde) und solange der fremdhund die line-of-death nicht überschreitet, ist alles in butter. da guckt man nur müde aus dem augenwinkel.

Suzanne
13.06.2005, 15:30
Hallo Bettina,

ein interessantes Posting - ich habe es dreimal gelesen. Grundsätzlich stimme ich Dir da zu. Und Bellen, ja darf er auch. Ich befürchte nur, daß ihn irgendwann einmal der Schlag trifft, so wie er am Zaun auf- und ab raßt. Ich stand auch schon oft völlig teilnahmslos am Gartentor und grüßte betont freundlich. Ich schicke in entweder auf seinen Platz oder ins Haus - aber nicht, weil er sich so aufführt, sondern weil er nicht hört, wenn ich ihn zu mir rufe. Nur fürchte ich, er versteht "das" nicht. Möglicherweise kombiniert er: Hunde kommen - ich werde "entfernt".:?: Ich weis nicht, was Hunde denken, vielleicht sollte ich bei den Wölfen anfangen und ein Wolfsrudel studieren gehen....:?: ;)

Es soll ja leider Leutchen geben, die traktieren mit Stromhalsbändern oder Anti-Bell-Teilen....:( Ich bin auf der Suche, nach "normalen" Erziehungsmethoden - mögen die Erfolge länger auf sich warten lassen. Er kann ja anschlagen, bellen, es ist okay, nur dieses derart hektische auf- und ab rennen, muß nicht sein.

Mal so ein Gedanke - bitte nicht gleich steinigen - = ob es was nützt, einen stabilen Pflock mitten im Garten anzubringen, Duke zur "RushHour" da anzubinden? Ob er so begreift, die "Bösen" gehen trotzdem weiter....:?:

:cu: LG Susanne

billymoppel
13.06.2005, 22:47
hallo susanne,

man könnte es, denke ich, durchaus versuchen. vielleicht hilft es, ein streßmanagment für den hund zu entwickeln. gleichzeitig sollte er aber abgelnkt und postiv beschäftigt werden, sonst ist er nicht als ein schlafender vulkan an pflock :D zudem ist dein hund ja im bensten strunzer-alter :D
das dumme beim zaunbellen ist, das hund eigentlich immer erfolg hat - menschen gehen weiter, werden also in die "flucht" geschlagen, hunde reagieren entweder ängstlich oder ebenfalls aggressiv. ich habe billy niemals so aggressiv erlebt als an zäunen (er ist davor, wir basteln noch am haus). es macht spass und ist völlig ungefährlich. ich bin mir sicher, dass billy den rüden hinterm zaun sogar noch absichtlich reizt. (wenn ich ihn gewähren lasse) diese wirklich gefletschten zähne, diese krause stirn und die flach zurückgelegten ohren - nicht mal mit dem größten stinker würde billy sonst so umgehen. keinen rangordungskampf mit dieser ungezügelten aggression ausführen. auch er lebt sich wohl aus in solchen situationen. wut-papier-zerreißen (ich knalle keine türen mehr, seitdem mir mal eine fensterscheibe dabei rausgefallen ist :D) auf hündisch :D

gruß
bettina

Suzanne
13.06.2005, 23:04
Original geschrieben von billymoppel
(ich knalle keine türen mehr, seitdem mir mal eine fensterscheibe dabei rausgefallen ist :D)


:eek: *pruuust* tja, daß Temperament geht manchmal mit uns durch.....kommt mir bekannt vor, allerdings ist bei mir die Scheibe dringeblieben :D

:cu: Grüße Susanne

Raby
15.06.2005, 11:28
Hallo,

in der Tat bin ich auch dafür, dass man ahnungslose Passanten nicht dem Herztod nahe bringt. Wir haben es anders gelöst als mit dem Pflock im Garten:

Wir haben einen Zaun vor den Zaun gebaut, so dass der Hund ca. 2,5 Meter Abstand zum Bürgersteig hat. So kann er Leute - im Falle eines Falles - nicht zu tode erschrecken. Dieses zweite Tor ist nur geschlossen, wenn Chico tagsüber alleine im Garten ist. Wenn wir da sind darf er bis vorne.

LG - Raby

Suzanne
15.06.2005, 14:45
Original geschrieben von Raby

in der Tat bin ich auch dafür, dass man ahnungslose Passanten nicht dem Herztod nahe bringt.
LG - Raby

Ich meinte nicht die Passanten, sondern meinen Hund. ;)

Mit dem Zaun ist zwar nicht schlecht, aber zum einen sind es ca. 40 m, zum anderen werden wir voraussichtlich nur noch 6 Monate hier wohnen.

Danke dennoch für den Tip.

:cu: Susanne

stjhusky
29.06.2005, 08:29
Hallo! Das ist ja alles sehr interessant. Wir haben einen 15 Monate alten Dackelmischlingsrüden. Unser Garten ist eingregrenz von Nachbarsgärten (also hinter uns, rechts und links). Tut sich nur iregendetwas im Garten hinter uns, rennt unser Lucky wie von der Taratnel gestochen zum Zaun und bellt was das Zeug hält. Bis jetzt hat der Mann noch nie etwas gesagt. Wir haben auch nichts mitbekommen, ob er ihm mal irgendetwas getan hat. Gestern nun war auch noch ein Sohn von ihm im Garten und sie haben irgendetwas gewerkelt. Unser Hund war nur noch am Zaun und fletschte die Zähne. Wir können ihn nicht abrufen, nicht mit Spielzeug, nicht mit Leckerli, nicht mit einem Spaziergang.
Nun hat der Nachbar ihm einfach einen Eimer Wasser über dem Kopf gegossen, woraufhin ich fuchtig wurde. Ich sagte ihm, das sei ja wohl kein Wunder, wenn der Hund ihn ständig angiftete, wahrscheinlich hat er das schon öfter gemacht oder anderes!???? Der Sohn hat sich ziemlich aufgeführt, von wegen der Hund hätte ja nen Schaden und man müsse das Ordnungsamt informieren. Das wäre ja Ruhestörung.

Wir wissen nicht mehr weiter, den bei den anderen beiden Nachbarn bellt er nicht!!! Und wie gesagt, er läßt sich überhaupt nicht ablenken.:0( :confused:

Es sei noch anzumerken. Unseren Postboten fletscht er genauso an. Der hat ihn als Welpe mal ganz tierisch erschrocken. Seit dem hat er keine guten Karten, auch er verscuht ihn ständig zu beruhigen und zu streicheln, aber Lucky weicht angstvoll zurück (zubeißen tut er nicht).

Wer hat denn für mich einen Rat?