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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allergie



Jungle
23.04.2002, 14:17
Hallo Katzenfreunde,
das Thema Allergie ist zwar im Augenblick nicht so aktuell bei meiner Katze, aber wegen der indirekten Eröffnung des Themas bei "Ernährung" kann ich hier ja gleich mal direkt nachfragen, ob jemand Erfahrungen hat. Vor drei Jahren bekam meine Katze, damals sechs, plötzlich Juckanfälle, vor allem im Halsbereich ganz schlimm. Natürlich wurde sie sofort einem Tierarzt vorgestellt, und es konnten Parasiten und Pilze ausgeschlossen werden. Auch meine Haushaltsputzmittel und Körperpflegeprodukte sind als Auslöser auszuschließen. Komisch an der Sache ist, daß sie diese Juckanfälle besonders im Sommer (irgendwann von Juni bis Oktober) bekommt, allerdings immer in einem so weiten Rahmen, daß eine bestimmte Blumen - oder Pollenart ebenso ausscheidet wie die Hitze. Manchmal denke ich, es könnte psychosomatisch sein, weil es auch das Jahr über passiert, wenn sie sich erschreckt, ich mal einen Tag wenig Zeit habe oder sie sich beim Toben verausgabt, und sie ist auch oft mit kräftigen "Durchkrabbeln" des Fells zu beruhigen. Aber psychosomatisch paßt nicht mit dem Sommer zusammen. Teilweise war es so schlimm, daß sie sich vom Schulterblatt bis zwischen die Ohren und rund um den Hals alles Fell weg- und die Haut wundgekratzt hat. Zum Glück immer alles ohne Entzündungen. Für eine Allergie spricht auch, daß die Allergiespritze vom Tierarzt immer angeschlagen hat. Andererseits ist es aber wiederum so, daß der Schutzpulli, den ich ihr gegen ihr Kratzen aus einer Strumpfhose gebastelt habe, sofort den Juckreiz beendet, wenn ich ihn ihr anziehe. Im Augenblick versuche ich, die Vermutung vom Tierarzt, es könnte sich um eine Soja/ Mais-Allergie handeln, zu überprüfen, indem ich diese Stoffe weglassen. Wirklich kann ich das aber erst im Sommer sehen, vor dem es mir schon graut.

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit Allergie-Erkennung oder noch eine Vermutung, was meine Mieze haben könnte. Das Problem ist, daß ich die Info bekommen habe, für einen umfangreichen Allergietest müßte sie stationär untersucht werden, um zufällig vorhandene Allergene ausschließen zu können. Leider ist meine Katze da kompromißlos und hört sofort auf zu fressen, wenn sie allein in fremder Umgebung ist. Gibt es noch andere Methoden, definitiv die Ursachen herauszufinden?

Als allgemeine Info kann ich noch dazusagen, daß sie eine reine Wohnungskatze ist, Europäisch Kurzhaar, neun Jahre, sehr zierlich, die öfter mal Zahnprobleme hat, ansonsten aber noch nie krank war. Sie lebt nicht allein, sondern mit einem Kater, der keinerlei Symptome zeigt.

Mili
23.04.2002, 20:26
Hallöchen,
ja, Allergie ist ein wirklich schwieriges Thema, v.a. wie du es bei deiner Katze beschreibst? Vielleicht spielen wirklich psychosomatische Aspekte eine Rolle, was ich aber eher vorsichtig bewerten würde. Ist denn ein Allergietest über Blut mal gelaufen? Du könntest auch Tagebuch führen, über alles, was deine Katze zu fressen bekommt und was ihr so zusammen unternehmt. Vielleicht ergibt sich darüber ein klareres Bild, auch wenn das Ganze natürlich sehr aufwendig ist. Das ein Tier zum Allergietest stationär aufgenommen wird, ist mir neu. Ich kann mir zwar vorstellen, daß es in gewissem Maße einfacher für den TA ist, potetielle Allergene in den Griff zu bekommen, aber ganz sicher ist es nicht gut für die Psyche des Tieres. Laß dich bloß nicht darauf ein! Ansonsten hol dir doch noch mal eine 2. Meinung, schaden kann es ja nicht!

LG Mili

Simone
23.04.2002, 23:20
bei einem THP mal über eine haaranalyse eventuell die allergene bestimmen lassen ,wäre eine möglichkeit . desweiteren regelmäßiges feuchtes abwischen abreiben des fells ,feuchter lappen und damit die staub /pollen entfernen .ausschlußdiät auf alle fälle .
gruß simone

Petra
24.04.2002, 12:03
Hallo,
ich habe noch nie etwas davon gehört das ein Tier bei einem Allergietest stationär aufgenommen wird. Unser TA nimmt Blut ab und anhand dessen kann er feststellen gegen was das Tier eine Allergie hat. Gegen die Allergie gibt es meist einen Impfstoff der je nach Bedarf (jucken) geiimpft wird.

Ich kenne solche Allergien nur von den Hund meines Vaters. Dieser kratzt sich blutig - ganz rote Haut , knappert am Fell herum etc. Wenn er seine Spritze bekommt ist alles wieder weg. Jedoch kann das Tier nach einiger Zeit immun dagegen werden und dann hilft nur mehr Cortison.
Gibt es bei Euch in der Nähe eine Veterinär medizinische Universität? Bei uns in Wien machen sie nämlich solche Untersuchungen& Behandlungen auch. Du könntest bei so einer Uni bei Euch anfragen!

Alles Gute!

Jungle
30.04.2002, 02:58
Vielen Dank allen für Eure Antworten.

Ein Tagebuch führe ich, seit ich die Symptome als chronisches Leiden erkannt habe. Ich habe schon Pollenkalender gewälzt, wir haben Pilz-, Floh- und Milbentests machen lassen, Kotproben eingeschickt – alles ohne Befund. Das mit dem Abreiben mit einem Waschlappen machen wir mehr oder weniger zufällig sowieso schon (der nicht betroffene Kater hat mich darauf gebracht, es erinnert wohl an Mamas Zunge). Und das alles hilft ja auch bei den „kleinen“, minutenlangen Anfällen, die die Katze das Jahr über ab und zu hat, da kratzt sie sich mal heftig, ich krabbel ihr Fell durch oder komme mit dem Waschlappen und dann geht es wieder. Aber in dem akuten Sommerschub kratzt sie sich bis zu einer Stunde bis aufs Blut, ist aggressiv, läßt mich noch nicht einmal in ihre Nähe, jagt von einer Ecke in die andere, läßt ein tiefes Grollen aus dem Bauch hören, hetzt mit dem Kopf von einer juckenden Körperstelle zur anderen, rennt in ihrer Aufregung gegen Möbel, kurz, es ist furchtbar, das anzusehen.

Das Problem ist hauptsächlich, daß sie das „nur“ einmal im Jahr hat, ihr die Allergiespritze bisher immer geholfen hat und sie eine furchtbare Angst vor allem hat, wozu man sie zwingt, eben auch vor Tierarztbesuchen. Und daß ich das so einschätze liegt jetzt nicht daran, daß ich eine überängstliche Katzenmutti bin (bin ich sicher auch :rolleyes: ), sondern ist bei ihr tatsächlich ganz extrem. Es ist mir schon mehr als einmal passiert, daß die Tierarzthelferin ins Wartezimmer gekommen ist und gesagt hat: „Ihre Karte habe ich schon rausgelegt, ich habe sie schon gehört.“ Deswegen habe ich im Zweifelsfall eher gesagt, daß die Symptombekämpfung reicht, bis ein konkreter Verdacht überprüft werden kann. Ich würde meine Kleine nie ohne triftigen Grund stationär irgendwo abgeben, das wäre für ihre Psyche und ihre Gesundheit schädlicher als jeder Behandlungserfolg wieder herausholen könnte. Es handelt sich ja inzwischen immer nur noch um einen Tag, sie bekommt schnellstmöglich ihre Spritze und dann müssen wir „nur“ noch die Wunden behandeln, die sie sich dann zugefügt hat, was allerdings recht lange dauern kann. Trotzdem ist eine Ursachenbehandlung natürlich besser, als sich mit den Symptomen aufzuhalten.

Deswegen wollte ich es erst einmal mit einer Futterumstellung probieren (eben auch mit dem Problem, daß ich ja nur einmal im Jahr sehen kann, ob es angeschlagen hat, aber schaden kann es ja nicht). Dann kommt der Bluttest. Weiß jemand, ob die Blutanalyse besser in einer akuten Phase oder jetzt im Vorfeld zu machen ist? Auch der Haartest hört sich interessant an, so als ob sie nicht selbst zum Arzt müßte. Hat das schon mal jemand machen lassen? Der nächste Schritt wäre ein Tierheilpraktiker (ich informiere mich da schon über Adressen) und bei den veterinärmedizinischen Hochschulen habe ich zwei zur Auswahl. Die ausgeschlossenen Ursachen behalte ich weiter im Auge. Außerdem die Frage, ob ihre ständigen Zahnprobleme in einem Zusammenhang damit stehen (einen zeitlichen gibt es da jedenfalls nicht). Hat da jemand eine Idee? Und ich habe gehört, daß es bei Pferden eine sogenannte „Sommerallergie“ gibt, die bisher ohne erkennbare Ursache geblieben ist. Auch bei Hunden soll sie vereinzelt aufgetreten sein, bei Katzen ist darüber aber noch nichts bekannt, allerdings stimmen die Symptome. Jetzt wälze ich also auch noch Pferdebücher. Aber ich bleibe am Ball. Der neueste Hinweis ist der, daß ich mal schaue, welche Fabriken denn so in unserer Windrichtung liegen, oder wie Du, Mili, so schön sagtest, „Allergien sind ein schwieriges Thema“. Wenn (im Sinne von: falls jemals) ich mit Bestimmtheit rausfinde, was meine Kleene hat, sage ich Bescheid.