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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spielunlust ?



schulz
17.05.2005, 11:47
Hallo :wd:

Seit 6 Wochen habe ich eine Hündin aus Spanien. Sie ist relativ unkompliziert. Sie war gleich Stubenrein, verträgt sich gut mit unserer Katze, kann sehr gut alleine bleiben und paßt gut auf unsere Wohnung auf....

Sie ist jedoch ( leider ) sehr jagdfreudig, vor allen Abends in der Dämmerung ist sie nur auf "Spannung". Eichhörnchen interessieren sie besonders und Hasen werden auch gern gesehen.

Nun habe ich gedacht, damit sie ihren Jagdtrieb ausleben kann, ihr beizubringen hinter dem Ball herzulaufen oder andere Beutespiele anzubieten. Leider hat sie 0,0 Interesse am Spielen. Ball hinterher ? Warum sollte sie.... Sie hat kein Interesse am Ball, Tau oder Stofftieren...!
Da sie ein ehemaliger Strassenhund ist ( jetzt ca. 12 Monate alt ) hat sie vielleicht in der wichtigen Prägephase nicht gelernt zu Spielen. Zum Glück ist sie den Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen, allso kein ängstlicher Hund. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist mit Artgenossen zu toben, zu kämpfen, einfach nur rennen.
Was glaubt ihr, muß ich mich damit abfinden einen Hund zu haben, der nicht spielen möchte ?
Am Freitag geht bei uns die Hundeschule los und ich hoffe unser "Zusammengehörigkeitsgefühl" damit zu stärken.
Kann mir jemand Lösungen geben, wie ich es schaffe, daß der Hund gern spielt ? Oder ist alles Verloren ??? :?:

Viele Grüße Petra und Luri

sine
17.05.2005, 13:26
Hallo Petra,

es gibt Hunde, die nicht so gern spielen, allerdings sind die nmeist doch älter. Was aber häufig vorkommt ist, dass sie nur Interesse an bestimmten Spielzeugen haben. Mein Hund ist total Ballvernarrt-dafür würde er nie auf die Idee kommen mit nem Knochen zu spielen-der ist abends gemütlich zum Fressen da.
Andersrum wohnt nebenan ein Cocker, der den ganzen Tag seinen Knochen spazieren trägt, ihn holt, wenn man ihn wirft und damit rundum glücklich ist. Legt man ihm nen Ball vor die Nase, macht er einfach nen Bogen drumherum.

Ich würd einfach mal verschiedene Sachen ausprobieren. Vielleicht einen Futterball. Da füllt man Leckerlis rein-animiert die meisten Hunde zum Spielen.

Aber das wichtigste tut sie ja-sie prägt ihr Sozialverhalten beim Spiel mit anderen Hunden.

Hab Geduld, es muss ja nciht nur der Hund sich eingewöhnen, sondern ihr euch ja auch aneinander.

Viel Spaß ind er neuen Hundeschule,

Gruß Sine

mausebärchen
17.05.2005, 18:14
Hi,
probiers doch mal mit so Leckerstangen oder Pedigree Denta Stix .
Meiner fährt darauf auch voll ab :D !!!

Meiner will immer nur mit mir spielen , mit den anderen Hunden gar net , tja er ist halt ein alter sturer Knabe ;) !!!!

Gruß Chrissy:cu:

Kathrin F.
17.05.2005, 19:26
Hallo Schulz,

Ich habe auch einen Hund aus Spanien. Seit dreieinhalb Monaten. Er ist vier Jahre alt.
Er ist auch nur in der Wohnung verspielt. Bei den Spaziergängen will er gern jagen (Mäuse) und hat deshalb keinen Sinn zum spielen.

Um nun seine Aufmerksamkeit auf uns zu lenken und ihm eine Alternative zum Jagen zu bieten (da hattest Du also schon die richtige Idee mit dem Ball :)) , arbeiten wir mit einem Futterbeutel.
Das ist eine harte Vertrauenübung für ihn, denn schließlich will er draußen alles im Blick behalten und das geht beim Fressen schlecht ;) .

Er wollte den Beutel auch lange nicht apportieren, also haben wir ihn immer fürs Kommen und 'Sitz' machen aus dem Beutel gefüttert.
Zunächst apportierte er den Beutel dann in der Wohnung (dort muß er ja nicht auf so viele Sachen (andere Hunde oder Gefahren) achten).

Und nun, nach drei Monaten Training fängt er allmählich an, das Vertrauen zu uns zu haben (daß wir für ihn das Umfeld im Blick behalten), daß er auch draußen hin und wieder apportiert.

Das hört sich jetzt alles so an, als hätten wir einen gestressten Hund, der auf den Spaziergängen nur unter Anspannung steht. Das ist er nicht. Von Anfang an war er sehr verschmust und die Spaziergänge machen mit ihm viel Spaß.
Es ist für ihn nur ungewohnt einem Menschen die Verantwortung zu überlassen, denn er war ja vier Jahre auf sich allein gestellt.
Damit so ein Hund lernt, daß er keine Entscheidungen mehr treffen muß, muß man sich halt was einfallen lassen ;) .

Aber such Dir lieber eine gute Hundeschule und arbeite dort mit Deinem Hund, denn egal für welche Form des Trainings Du Dich entscheidest (vielleicht ja auch für das Futterbeutel-Training), unter Anleitung und wenn man Rückfragen stellen kann, ist es immer leichter.

Liebe Grüße
Kathrin

schulz
18.05.2005, 08:34
Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Das mit dem Futterbeutel ist eine gute Idee. Wo bekomme ich denn so einen Beutel ? Hier bei zooplus habe ich keinen gesehen.:?:

Ich weiß ja, das ich Geduld haben muß, doch ich finde es einfach ungewöhnlich, daß ein Hund nicht spielen möchte. Gerade das Spielen festigt ja die Bindung zwischen Mensch und Hund und viel Spaß ist ja auch noch dabei....

Einen befüllbaren Ball habe ich schon und wenn die Leckerli weg sind, ist das Interesse gleich weg.
Ich werde jedenfalls ordentlich trainieren und mal sehen, ob sie überhaupt ein "Spielhund" ist.

Viele Grüße Petra und Luri

Kathrin F.
18.05.2005, 10:26
Hallo Schulz,

Unser Hund ist auch einfach nicht verspielt (und leider auch nicht futter-fixiert, so daß wir es nicht leicht haben, uns für ihn interessant zu machen).
Da Deine Hündin noch sehr jung ist, kann es sein, daß sie nach einiger Zeit doch anfängt zu spielen und nur erst einmal die nötige Sicherheit bekommen muß.

Frag mal in Deiner Hundeschule nach, ob die auch mit diesen Futterbeuteln arbeiten (ich tue übrigens neben Futter noch etwas Käse in den Beutel, das verträgt mein spanischer Straßenhund sehr gut (sonst kann man Wurst nehmen) und so ist der Beutel erst richtig interessant), dann bekommst Du den Beutel dort.
Ansonsten kannst Du das aber auch in Deine Internet-Suchmaschiene eingeben und wirst bestimmt einen Shop finden, der die anbietet. Oder Du nimmst einfach ein Federmäppchen und nähst noch eine Klappe über den Reißverschluß, so daß die Zähne des Hundes nicht immer an den Reißverschluß kommen. Aber so ein spezieller Beutel ist schon besser, weil der sich auch problemlos waschen läßt ;).

Erzähl mal, wie es in der Hundeschule war und was die Dir vorschlagen *ganzgespanntbin*.

Liebe Grüße
Kathrin

black&white
18.05.2005, 11:06
hallo,
als ich roy bekam wollte er noch nicht mal mit dem schwanz wedeln. er kam aus einem riesigen vernachläßigem rudel. spielen war ihm total fremd und panik vor allem und jedem.
nach zwei wochen das erste zaghafte schwanzwedeln...
socken klauen und kaputt ziehen kam so nach zwei drei monaten.
das erste mal hintern ball hergelaufen ist er nach ca 5 monaten und heute...fast drei jahre später...ist er ein zweiter oliver kahn...also...immer geduld und ruhe...es wird schon.
trotzdem sind mäuse immer noch interessanter und er kann stundenlang auf ner wiese stehen und mäuschen niederstarren und fressen...

Thomas
18.05.2005, 14:02
Futterbeutel/Preydummy´s gibt es z.b. <<hier>> (http://www.teambuilder.de/shop/group_023.html) (ganz runterscrollen).

Gruß
Thomas

LaFi
19.05.2005, 16:01
Ich hab mit Interesse den Thread verfolgt und mir grade unter dem angegebenen Link so n Ding bestellt! Fibi lässt sich draussen super leicht ablenken und ist unaufmerksam. Alles ist spannender als ich, außer ich locke mit Leckerchen. Das soll jetzt ein Ende haben! Es wurde ja schon geschrieben wie man ungefähr vorgeht und ich hab so n bissl im Netz gesurft.

Was mir noch nicht ganz klar ist: macht ihr auch Zerrspiele mit dem Beutel als Belohnung oder immer nur Lecker daraus wenn was gut geklappt hat? Und gibt es etwas was man NICHT machen sollte?? Ich würde es z.B. auch gerne auf dem Hundeplatz benutzen um mich für Fibi interessanter zu machen.

LG Isa

Kathrin F.
19.05.2005, 16:12
Hallo LaFi,

Da mein Hund den Beutel draußen noch nicht apportiert, bekommt fürs Kommen und Sitz machen etwas Futter daraus (in der Wohnung klappt's schon ganz gut mit dem Apportieren).
Zerrspiele sollte man mit dem Beutel nicht machen, denn es ist kein Spielzeug, sondern ein Beute-Ersatz.

Liebe Grüße
Kathrin

Thomas
19.05.2005, 23:39
Alles ist spannender als ich, außer ich locke mit Leckerchen.
Das solltest Du grundsätzlich nicht tun. Ich hab nix gegen Leckerchen beim Training (!) aber benutze sie nicht als Lockmittel, das bringt Dir auf die Dauer nichts...im Gegenteil, aber Du hast das ja bereits selbst erkannt.

Was mir noch nicht ganz klar ist: macht ihr auch Zerrspiele mit dem Beutel als Belohnung oder immer nur Lecker daraus wenn was gut geklappt hat?
Mit dem sog. Preydummy machen wir in erster Linie Such- und Apportierspiele. Gerade zum apportieren-lernen eignet sich so ein Teil hervorragend, da der Hund ohne Hilfe des Halters ja nicht an den Inhalt herankommt...und er das Dingens eben anschleppen muss.
Wenn das apportieren erstmal klappt (ggf. zuerst in der Wohnung aufbauen, kurze Distanz bei wenig Ablenkung - danach langsam steigern), kann man div. Variationen mit reinbringen. All das sehe ich übrigens weniger als Spiel, eher als spielerisches Training an, also 2 Fliegen mit einer Klappe.

Ein paar Beispiele mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad:

* eine normale Suche: Hund absetzen/ablegen, Dummy verstecken, zurück zum Hund, suchen schicken.
* eine sog. Verloren-Suche: Dummy bei Spazierengehen unbemerkt fallen lassen, 10 Schritte weitergehen und den Hunde frei suchen lassen.
* Sitz unter Ablenkung: Hund sitzt, du wirft den Dummy, Hund bleibt sitzen BIS Du ihn losschickst.
* Sitz aus der Bewegung: Hund sitzt, du wirft den Dummy, Hund bleibt sitzen BIS Du ihn losschickst, auf halbem Weg zum Dummy "Sitz", dann Hörzeichen auflösen und Hund den Dummy bringen lassen.

Weitere Dinge fallen Dir sicher selbst ein.

Bei einem Hund der wenig spielt (ich hab auch so ein Exemplar) spricht IMHO auch nichts dagegen, mal ein bischen mit dem Dummy zu zergeln. Kommt halt drauf an ob er auch mit anderen Dingen mal zergelt oder nicht. Im letzteren Fall würde ich es mal mit dem Dummy versuchen, ansonsten lieber ein normales Zergeltau nehmen.

Gruß
Thomas

LaFi
21.05.2005, 12:53
Vielen lieben Dank für eure Tips! Ich bin schon total gespannt auf den Futterbeutel und kanns kaum erwarten dass er endlich da ist! :D

@Thomas:
Fibi liebt Zerrspiele total, also werde ich nicht mit dem Dummy zergeln sondern was anderem. Tausend Dank für Deine Vorschläge, ich freu mich schon aufs üben! Mal sehen wie es klappt!

LG Isa

Kathrin F.
21.05.2005, 16:25
Hallo LaFi,

Wenn Du anfängst mit dem Beutel zu trainieren kannst Du ihn einmal daraus etwas fressen lassen, damit er weiß, was drin ist, dann kannst Du damit anfangen, Deinen Hund mit dem Beutel "zu ärgern", bis er hineinbeißen will. - Und dann wirfst Du den Beutel. Es kann gut sein, daß er den Beutel erst einmal nicht apportiert, aber wenn er hinläuft und den Beutel anguckt, ist das auch schon mal gut und Du kannst hingehen und den Beutel öffnen und den Hund etwas daraus nehmen lassen. Der nächste Schritt ist dann, daß der Hund mal in den Beutel hineinbeißt (das dann wieder belohnen), dann ihn ein Stückchen trägt etc.
Es kann helfen, wenn er dabei an einer langen Leine ist, denn wenn er den Beutel in der Schnauze hat, heißt das ja noch nicht, daß er ihn zu Dir bringt und dann kannst Du ihn ein bißchen in die richtige Richtung ziehen.

Kann natürlich auch sein, daß Dein Hund gern apportiert und alles fast von allein klappt ;) .

Viel Spaß :D .

Liebe Grüße
Kathrin

Acoma
15.06.2005, 09:27
Hallo!
Im Jänner hab ich eine mittlerweile 5-jährige Schäferhündin von einem Mann übernommen, die an der Kette hing und immer wieder mal geschlagen wurde. Sie ist eine liebe Hündin, hat aber Angst vor Männern (eh klar) und hängt total an mir. Es war anfangs kaum möglich, dass sie sich auch nur ein paar Meter von mir entfernt. Auch jetzt verfolgt sie mich auf Schritt und Tritt. Und sie hatte überhaupt kein Interesse an Bällen oder sonstigem Spielzeug. Allerdings hab ich noch einen Border Collie Rüden, der verrückt nach Spielzeug ist (allerdings auch erst, seitdem meine leider inzwischen verstorbene alte Hündin ihm "zeigte", dass das Spaß macht). Da meine jetzige Hündin dem Rüden gegenüber recht dominant ist, lief sie immer mit, wenn er dem Ball nachrannte und nahm ihm dann irgendwann das Spielzeug aus Eifersucht weg. Dann begann sie, es tot zu schütteln und in die Luft zu schleudern, jetzt hüpft sie bereits vor mir in Spielaufforderungsstellung herum, wenn ich einen Ball in die Hand nehme und ist als erstes beim Ball....
Also - vielleicht gibt es in deinem Bekanntenkreis oder in der Hundeschule einen spilefreudigen Hund, der sie mitreißt und ihr zeigt, wie schön spielen sein kann...
Viel Glück und Spaß dabei!

Lastrami
15.06.2005, 13:41
Hallo Petra,

ich habe auch eine Strassenhund, der gar nicht wußte was spielen ist. Bälle? Stricke? Kong? was ist das?
Also habe ich mich erst auf ein Spielzeug beschränkt. Dann habe ich mit meinem Mann jeden Abend im Wohnzimmer gesessen oder gestanden und wir haben uns 10-15 Minuten lang den Ball zugeworfen und ist "fürchterlich" gefreut. Dann habe ich den Ball auf den Schrank gelegt, so das Marlo nicht dran kam. Nach ein paar Tagen war das Interesse an dem Ball soooo groß, das Marlo mitspielen durfte. Aber nur einige Minuten. Dann wurde der Ball von mir und meinem Mann noch ein bischen hin und hergeworfen und dann wiede weggelegt.:)
Marlo war dann richtig wild auf den Ball. Und jetzt spielt er für sein Leben gerne damit. Tja, so haben wir unserem Strassenhund das Spielen mit Spielzeug beigebracht.:D

Ach ja zum Thema Futterbeutel. Ein bekannter von mir arbeitet auch viel mit so einem Futterbeutel. Er hat sich einfach so ein "Schlampermäppchen" aus Leder gekauft

LG Pia. :cu: