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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : CANIS Zentrum für Kynologie??



wespe2002
09.05.2005, 10:26
Hallo Hundefans,

bin auf einen Flyer von CANIS gestoßen: Die Rechte des Hundes. Liest sich recht gut. CANIS bildet Hundetrainer aus. Auf der HP von CANIS schreiben sie, dass die Hundebsitzer von den ganzen "modernen Modeerziehungsmethoden" und den ständig neu erscheinenden Büchern zum Thema Hundeerzeihung verunsichert werden und Ihre Hunde erst dadurch zu seelischen Krüpeln und gefährlichen Hunden werden. Außerdem schreiben sie, das Hunde durch die "moderne Erziehungsmethode unter ständiger Verabreichung von Leckerlies in eine andere herrschsüchtige Form von Abhängigkeit gebrach werden". :confused: ??? Sie schreiben etwas von "artgerechter Berührung zur Belohnung und Eingrenzung". Kann mir jemand genauer Erklären, wie die Erziehungs- bzw. Ausbildungsmethoden von CANIS bzw. den dort ausgebildeten Hundetrainern aussehen?

Freue mich schon auf Eure Antworten. :wd:

Liebe Grüße

Angela

rocky1
09.05.2005, 11:19
Hallo Angela!

Ich hab schon öfter Anzeigen von Canis in Hundezeitungen gesehen und wollte auch mehr wissen.
Canis wurde vor längerem von Erik Ziemen (einer der bekanntesten Canidenforscher (Hundeartige), aus Skandinavien kommend und LEIDER bereits verstorben) und Michael Grewe, seinem Kollegen gegründet. Ziemen hat lange das Verhalten von Wölfen studiert und das Buch "Der Wolf" geschrieben, von dem ich sehr begeistert bin.
Kürzlich habe ich im Fernsehen (glaube Herrchen gesucht war es) einen Bericht über Canis gesehen. Man kann dort einen Studiengang, den genauen Namen weiß ich grad nicht, belegen. Dabei sind verschiedene Referenten (u.a. Günther Bloch!!!!! ) eingesetzt. Es wird das Verhalten von Hunden studiert, um sie möglichst artgerecht zu halten und ihre Sprache zu verstehen. Später ist man in der Lage, in Hundeschulen o.ä. das Wissen weiter zu geben.
Also wenn ich das Geld und die Zeit hätte, würde ich mich dort sofort anmelden. Im Moment studiere ich aber erst noch Biologie (Verhaltensbiologie mit späterem Schwerpunkt Caniden) und hoffe so diesem Thema fachlich belegt näher zu kommen.
;)
Ich kann bei der Masse an sog. Möchtegern Hundeerziehern, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, Canis nur als fachlich kompetent empfehlen.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen und würde gern wissen, ob Du Dich dort anmeldest und wie es dort ist.

Lotta
09.05.2005, 19:37
Hallo Rocky,
an welcher Uni studierst du? Gibt es dort Verhaltensforschung mit Schwerpunkt Caniden? Würde mich interessieren, vielleicht kannst du ja auch neue Literatur empfehlen.
Ich habe in Bayreuth Biologie studiert, dort gab es aber nur Meerschweinchen, Wildkaninchen und Tupaias (die Insekten mal ausgelassen). Ist aber schon ein bisschen her und inzwischen hat der Lehrstuhlinhaber auch gewechselt. Damals gab es jedenfalls in Deutschland außer dem Haustierforschungszentrum in Kiel keine Uni, die sich mit Hundeverhalten beschäftigte. Neue Entwicklungen in diesem Gebiet interessieren mich immer.

Grüße von Lotta

neaira
09.05.2005, 21:10
Hallo!

Habe selber schon Seminare bei Canis besucht
(Michael Grewe und Fr. Feddersen-Petersen) und fand sie sehr interessant, aber auch anspruchsvoll und anstrengend.
Es sind wirklich viele Informationen auf knapp bemessenem Zeitplan, aber auf jeden Fall hörenswert!
Günter Bloch etc. sind sowas wie Gastdozenten und sprechen auf dem Seminaren über ihre Spezialthemen oder referieren über Erziehung/Vehalten u.ä., allerdings decken sich die Meinungen nicht zwangsläufig mit denen von Michael Grewe oder Erik Zimen, es sind halt verschiedene Ansichten, was ich aber gut finde, da man so auch mal etwas anderes hört.
Meine Erfahrungen bezüglich der Ausbildung von Trainern ist, dass das Studium ziemlich anspruchsvoll (meine Bekannte macht es) und die Prüfungsanforderungen echt nicht ohne sind.
Die Art der Hundeausbildung hebt sich schon von dem Konzept von Animal Learn und anderen (mehr oder weniger) völlig zwangfrei arbeitenden Ausbildungsmöglichkeiten ab.
Es gibt ein häusliches Programm, und eine ziemlich klare Linie, die nicht nur über Leckerlie etabliert wird, was nicht heissen soll, dass nicht auch mit dem Clicker gearbeitet wird.
Diese Ausbildung, wie jede andere auch, gefällt einem, oder eben nicht, je nach eigener Meinung und Einstellung zum Thema Hund und Erziehungsstile.
Auf jeden Fall sind alle Mitarbeiter sehr kompetent und man kann was dabei lernen!

VG, Silvana

wespe2002
11.05.2005, 09:14
Wollte mich eigentlich nicht zur Hundetrainerin ausbilden lassen. € 7.500,00 für die Lehrgänge zuzüglich Fahrt, Übernachtung und Verpflegung sind schon heftig und kann ich mir nicht grade mal so aus dem Ärmel schütteln. Wollte eigenlich nur mal erfahren, welche revolutionären Methoden die von CANIS ausgebildeten Hundetrainer anwenden.

Außerdem hätte ich nichts gegen die Hunde, die ich als Trainerin ausbilden müßte. Aber leider ist da immer ein Mensch dabei, und ob ich mit denen auskomm :D ??

Liebe Grüße

Angela

neaira
11.05.2005, 12:14
Hallo!

Müssen Ausbildungsethoden denn immer revolutionär sein ? ;)
Imho haben sie da keinen Alleinheilanspruch, eigentlich eher jedem das Seine.
Sicher, jeder hat eine gewisse Methodik, auf der das Training aufbaut, aber ich finde die nicht revolutionär o.ä..
Es gibt sanftere und härtere Methoden als die von Canis, und sie, wie sie selber sagen (Broschüre) keine von denen, die dem Hund mit Leckerlie hinterherlaufen.
Frag doch einfach mal bei Canis an oder buche ine Seminar, ich denke, dass sie dir bestimmt erläutern werden, wie sie arbeiten!

VG, Silvana

rocky1
13.05.2005, 23:05
Hallo Lotta!

Ich studiere in Göttingen Biologie, aber dort bin ich noch nicht sicher, ob ich Schwerpunktmäßig Verhaltensbiologie studieren kann. Falls nicht, wechsel ich. Bin aber noch vor meinem Vordiplom, das steht im Juli an. Hab mir jetzt den Studienführer Biologie für Deutschland gekauft. Da findet sich sicher was. Ob speziell mit Caniden ist, denke ich, auch eine Frage, welchen Prof man für seine Hauptfachforschung bekommt.

Ich schreibe gern wieder, wenn ich mehr weiß.