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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fotografieren eines unangeleinten Hundes??



Paula2002
06.05.2005, 14:07
Hallo ihr da!

Kann mir jemand sagen, ob eine Privatperson einen nicht angeleinten Hund in einem parkähnlichen Gebiet fotografieren darf?

Hovi
07.05.2005, 10:51
Hallo Paula,

ja, darf sie.

Der Schutz der Privatsphäre ( "Allgemeines Persönlichkeitsrecht", d. h. zum Beispiel Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Recht am eigenen Bild)resultiert aus Artikel 1 Abs. 1 und 2 Abs. 1 des Grundgesetzes. Diese Artikel beziehen sich ausdrücklich auf Menschen.

LG
Claudia

billymoppel
11.05.2005, 15:00
nein,
darf er nicht ohne weiteres. eher eine frage des urheberrechts, nicht der informellen selbstbestimmung. mein hund ist mein eigentum, auf mein haus trifft das selbe zu. das betrifft vor allem fragen der kommerziellen verwertung, natürlich nicht für schnappschüsse.
die frage, die aber eher dahinter steckt, glaube ich, ist die des beweismittels - ein solches privatfoto ist nicht zugelassen, es kann und wird nichts beweisen - noch leben wir nicht im totalen überwachungsstaat (auch wenn's leider nicht mehr weit ist)

Paula2002
11.05.2005, 16:41
Gut, das hätte ich dazu schreiben müssen.
Also der Fall ist so: Wir wohnen an einem See. Dort steht auch ein Haus in der Nähe vom Badestrand und dort arbeiten Leute vom "Erholungsgebiet Senftenberger See". Sie sind u.a. zuständig für die Sauberkeit an unseren Stränden.
Wenn wir Hundebesitzer auch mehr als 50 Meter vom Badestrand (wo ja sowieso Hunde verboten sind) entfernt sind, werden wir von der Chefin? des "Erholungsgebiets" fotografiert. Dazu gesagt, ist das Erholungsgebiet nicht ihr Eigentum. Mein Hund hört aufs Wort und bewegt sich nicht weit von mir weg (höchstens 10 Meter), wie fast alle Hunde bei uns. Sie ist auch schon handgreiflich gegenüber vielen Hundebesitzern geworden. Ein Fall landete zwar vor Gericht deswegen, sie hört aber dennoch nicht damit auf. Im Gegenteil, die drohte sogar schon damit einen unangeleinten Hund mit ihrem Dienstfahrzeug zu überfahren.

Hovi
11.05.2005, 22:03
@ Billymoppel

Das Urheberrecht an dem Foto hat der, der´s geschossen hat.

Es ist nicht verboten, Gegenstände (oder Hunde) zu fotografieren. Aus oben genanntem Grund.

Ein Foto mit einem unangeleinten Hund drauf unterliegt keinem mir bekannten Beweisverwertungsverbot.

Wenn es so wäre, wie Du sagst, wäre das praktisch - nie mehr geblitzt werden wegen zu schnellen Fahrens, wegen dem "Recht am eigenen Bild"....

Grüße
Claudia

billymoppel
11.05.2005, 22:31
claudia,
ein blitzerfoto ist amtlich, es gibt strenge auflagen, ein protokoll, zeugen, stellplan, säurerestistente negative (wegen fäschung) - all der kram. nicht mal das ist hin- und wieder gerichtsfest. zum glück :D
und wie bekannt, endet die beweiskraft genau in dem moment, wo sich zwei autos auf gleicher höhe befinden. futsch aus ende.
die aussagekraft eines fotos im zeitalter von digitalfoto und computer tendiert gegen null.
und ja, ich habe an meinem eigentum ein urherberrecht - die kommerzielle verwertung obliegt allein mir.
kein gericht in diesem land anerkennt privatfotos, die ohne zustimmung geschossen worden sind - selbiges trifft auf private (ungenehmigte) tonbandaufnahmen zu - was ja immer wieder zu den akuten beweisnöten beim telefonterror führt. nur die aussage zählt, da sie beeidigt werden kann.
und das ist auch gut so, sonst würde jeder jeden fotografieren bei dem, was er so tut oder läßt. und enden tut das in "vorsicht, feind hört mit!" das ist eine der lektionen, die der rechtsstaat gelernt hat..

Hovi
12.05.2005, 13:34
Hallo Bettina,

wer redet denn von kommerzieller Verwertung?

Es geht doch hier nicht drum, ob man fremde Hunde fotografieren darf, um damit Kommerz zu machen (etwa ein Buch zu illustrieren), sondern allein darum, ob so ein Foto beweisverwertbar ist. Und das ist es.

Im Übrigen haben Amtsträger strengere Datenschutzrichtlinien zu beachten als Privatleute. Das bedeutet: Privatleute dürfen Dinge tun, die ein Amtsträger nicht darf.

Ich hatte gerade so einen Fall:

Videographieren einer Kassiererin (ohne deren Wissen) wegen begründeten Verdachts der Manipulation an der Kasse. Der Videofilm, obwohl ohne das Wissen der Kassiererin von einer PRIVATEN Sicherheitsfirma aufgenommen, hatte vor Gericht volle Beweiskraft! Die POLIZEI hätte hier nicht videographieren dürfen! Also: nicht Äpfel mit Birnen vergleichen (Amtsträger - Privatperson , kommerzielle - nichtkommerzielle Zwecke)

Gruß
Claudia