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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aggressivität gegenüber Hunden



Katrin
28.08.2002, 19:23
Hallo,
bin heute das erste Mal "aktiv" im Talk. Ich bin Frauchen eines 6 Monate alten Dackel-Schnauzer-Collie-Schäfer-Mischlings, mit dem es Gottseidank noch keine Probleme gibt. Beim letzten Gassigehen hatten wir eine Begegnung mit einem sehr aggressiven Labrador-?-Mischling, Alter 2,5 Jahre. Sein Frauchen ist absolut ratlos, er hatte als Welpe eine üble Beißerfahrung. Seitdem geht er kleine und mittlerweile auch grosse Hunde an. Sie fragte mich um Rat, weil sie nicht weiter weiß. Meine Empfehlung einer Hundeschule bzw. eines Hundevereins lehnte sie mit dem Hinweis der Kosten ab. Sie selbst überlegt die Kastration. Charly (der Rüde) soll zu Hause sehr lieb sein, soll dort auch keine Dominanz zeigen.(?)
Auf der Wiese beobachte ich jedoch, dass er Probleme hat, Befehle anzunehmen und einzuhalten, z.B. er erhebt sich selbständig aus "Platz", heute hat er seinem Frauchen (aus Versehen?) an's Bein gepieselt. Sie kann nicht "hart" mit ihm umgehen, sagt sie, weil er ja zuhause hört.
Bringt eine Kastration was, kennt jemand in Berlin eine kostengünstige Variante eines Vereins oder sonstiges? Sein Frauchen machte wirklich einen unglücklichen Eindruck und Leine + wahrscheinlich bald unvermeidlicher Maulkorb kann kein Zustand eines "glücklichen" Hundes sein.
Dank schon mal im Voraus. Katrin

Thomas
28.08.2002, 21:27
Hallo Katrin,

* Eine Ausbildungsstätte, welcher Art auch immer, halte ich in diesem Fall (vorallem für DIE HALTERIN) für absolut unumgänglich. Ihren Hinweis auf die Kosten kann ich nicht nachvollziehen. Frag sie doch mal,ob sie das Geld lieber in Schadenersatzforderungen bzw. Schmerzensgeld für eine eventuelle Beissattacke ihres Hundes investieren will. Wer meint, das eine Ausbildung tausende von Euro kostet hat sich nicht die Mühe gemacht sich zu informieren.

* Das sie ein massives Rangordnungsproblem hat, ist an der Anpinkel-Attacke zweifelsfrei abzulesen. Kein Hund markiert "ausversehen" sein Frauchen (Chef). Wenn sie sich das einbildet, belügt sie sich selbst.

* Sie kann also nicht "hart" mit ihm umgehen??? Herrje, was soll man zu so einer Aussage noch sagen? Sie soll auch nicht "hart" mit ihm umgehen, sondern hundgerecht!!

* Kastration kann etwas bringen. Allerdings ist selbige immer nur ein herumdocktern an Auswirkungen. Die Ursache wird damit nicht wirklich bekämpft. Wie gesagt, ich würde das höchstens als "unterstützende Massnahme" mit ungewissem Ausgang empfehlen. Ein grundlegende Erziehung "erkauft" man sich damit natürlich nicht...

* Weitere Tip: Wenn eine kommerzielle Hundeschule nicht finanzierbar ist dann sollte sich die Haltern mal bei den normalen Hundeplätzen umgucken. Dort wird i.d.R. auch für andere Rassen und Mixe die Möglichkeit zum Training angeboten - meist für einen sehr erschwinglichen Jahresbeitrag. Einen Link zu den VDH-Rassevereinen in Berlin findest du hier <click> (http://www.vdh-bb.de/Mitgliedsvereine/mitgliedsvereine.html). Evtl. findet sich auch noch ein Hinweis in diesem Buch hier <click> (http://www.hsvtempelhof.de/Buchtips.htm).

Gruß
Thomas

Katrin
29.08.2002, 00:24
Hallo Thomas,
erstmal vielen Dank für die Antwort sowie die die Vorschläge, ich werde sie weiterreichen.
Wir (Charly's Frauchen + ich) hatten heute abend nochmals ein längeres Gespräch. Sie war etwas erstaunt, weil, sie hatte nachmittags einige Ratschläge befolgt, (die üblichen: Frau geht zuerst die Treppe hoch, durch die Tür, Hund muß bei kommendem Hund "Absitzen", bei Fuß laufen mit Richtungswechsel usw.), na jedenfalls hatte sie die totale Aufmerksamkeit seitens ihres Hundes, der dann sogar von sich aus auf der Treppe hinter ihr blieb und wartete, bis sie in der Wohnung war.
Ich weiß, das ist für andere nicht doll, ihr zeigte es aber, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren ist und sie hat versprochen, einige Vereine telefonisch zu kontaktieren.

Wheatenmummy39
29.08.2002, 08:44
Hallo Katrin,

von wo aus Berlin seid ihr denn? Bin Hundesportlerin aus Berlin allerdings nun ins Umland verzogen. Kenne ein paar gute Hundevereine die auch sehr kostengünstig sind.

Bei Interesse einfach melden.


Sei lieb gegrüsst


Anja und ihre Wheatenteddys

Thomas
29.08.2002, 08:51
...ein Anfang scheint gemacht. Nur schade das soooo viel Zeit ins Land gegangen ist, bis bei Ihr ein Denkprozess in Gang gesetzt wurde....hättest DU sie nicht früher treffen (und aufrütteln) können...? ;)

Schönen Gruß
Thomas

volker
29.08.2002, 09:02
Hallo Katrin,

Ich möchte mich Thomas anschließen und finde das Hilfsangebot Anja in Bezug auf Hundeschulen sehr nett und sicherlich sehr Hilfreich.

Wenn wir das Unwort 2002 suchen, schlage ich DOMINANZ vor,
das arme Wort muß immer herhalten.

Daß die kosten für einen SV oder allgemeinen Hundeplatz zu hoch sind kann ich mir ebenfalls nur schwer erklären, es gibt aber auch Vereine, in denen der Jahresbeitrag durch ausübung von Vereinsaufgaben ( z.B.Geräte und Platzpflege ) aufgerechnet werden .

Eine Kastration des Hundes ist in diesem Falle eine völlig überzogene Reaktion auf ein Verhalten, welches durch ein bisschen Übung mit Sicherheit zu ändern ist. Man schießt doch nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen.

Im übrigen erklärt die Haltung der Hundebesitzerin auch warum ich den Kasernenton auf Hundeplätzen nicht immer falsch finde, da einige Hundebesitzer lernen müssen, daß ein klares Kommando in der entsprechenden Tonlage verbunden mit klaren abläufen dem Hund nicht schmerzt.


Gruß Volker

Katrin
29.08.2002, 13:03
Hallo Anja, Thomas und Volker,
also zu Anja's Frage: wir wohnen direkt in der Mitte von Berlin, so die Gegend um die Hackeschen Höfe herum.
Zu Volker: ich hab sie schon früher getroffen, und es war auch klar, daß sie da ein Problem mit Charly hat, hab sie ja auch darauf angesprochen, aber so lange sie meinte, zuhause ist er sooo :D lieb, konnte man nichts sagen. Schließlich schmeißt man ja nicht gleich mit "seinem Wissen" umher. Ich denke, dass mein kleiner Spike (6-Monate-Mischling) etwas über-
zeugender war, denn er hört meistens schon ganz gut. Ich übe mit ihm immer bei uns auf der Wiese und da hat sie zugesehen. Gestern hat sie das erste Mal erkannt, dass sie ein Problem hat und fragte eben.
Da ich gleichzeitig Pferdebesitzerin bin, konnte ich aus meinem
"reichhaltigen Erfahrungsschatz" in Bezug auf "Dominanz" er-
zählen. Und damit kommen wir zu Volker: klar muß das Wort Dominanz für so ziemlich alle Probleme herhalten, aber irgendwie nicht so ganz zu Unrecht. Vor meinem Kleinen hatte ich einen Tierheim-Hund (mein Traumhund), der 16 Jahre alt wurde. Mit ihm hatte ich nie Probleme in Bezug auf Rangfolge und so, ich denke aber, das ist wohl die Ausnahme. Er war einfach herzensgut, klingt blöd, aber er war es.
Mein Kleiner verlangt ebenfalls eine Rangfolge (ist aber noch nicht in der "Pubertät"), wehe, wenn sie nicht beachtet wird (mein Mann und meine Tochter können das ganz gut), dann ver-
sucht er schon, es auszunutzen, letztendlich kommt er dann zu mir, damit ich dann wieder alles richte und er sich beruhigt zu meinen Füßen legen kann.
An Charly konnte man gestern schon sehen, was ein Wort zur richtigen Zeit und die richtige Handlung zur richtigen Zeit bringt.
Mit der Kastration, vielleicht nimmt es dem Hund etwas Streß?, ich weiß es nicht, habe dem Frauchen empfohlen, bevor es zur
OP kommt, es mit Hormonspritzen zu versuchen. Sollte sich da
eine Verhaltensänderung zeigen, kann man immer noch zum Messer greifen lassen. Na mal sehen.

Wheatenmummy39
29.08.2002, 14:24
Hallo Katrin,

also zu meinem ehemaligen Verein wäre es etwas weit. Er ist am Flughafen Tegel. Schade hätte ihn euch empfohlen.

Kann ansonsten die Seite www.hundeinberlin.tv empfehlen geht dort mal auf Hundevereine und dann unter Berlin dort sind sicherlich welche bei die für Euch näher sind.


Liebe Grüsse

Anja und Ihre Wheatenteddys