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Mangelware
12.04.2005, 12:36
Hallo,
Ich habe eine 2,5 Jahre alte Schäfer-Collie-Mix Hündin.

Am Anfang dachten wir, sie wäre halt einfach ein bisschen aufgedreht, da sie ja noch jung war (5monate) mit etwa 1,5-2 jahren hat sich das hyperaktive in der Wohnung auch gelegt.

In der Wohnung ist sie sehr ruhig,
wenn wir rausgehen, dreht sie aber ab.

Es ist als wenn man einen Schalter umlegt.
Draussen ist sie unausstehlich, springt leute an (freudig),
dreht ihre runden,
was aber am schlimmsten ist, ist das sie teilweise auf ander Hunde raufgeht.

Hauptsächlich sind das kleine Hunde die sich nicht wehren können.
Ich denke es kommt daher das sie in der Welpenstunde von Pekinesen gemobbt wurde (ich hatte leider keine ahnung)

Naja in letzter Zeit fällt mir halt auf, das es nicht nur daher kommt.
Sie ist draussen einfach eine Assibraut.
Sie beisst nicht, aber sie schüchtert die Hunde ein, stellt den Kamm und bellt springt um die Hunde rum und gibt ihnen keine Chance abzuhauen.

Wenn sie mit kleinen Hunden spielt, läuft es sehr schnell aufs raufen hinaus.
da nehme ich sie dann natürlich weg.

Meine Frage jetzt,
was kann ich machen um meinen Hund draussen auch die Ruhe zu geben die sie drinnen hat?

Meine Hundetrainerin meinte ich sollte öfter mal wo anders spazieren gehen, was ich eine zeitlang täglich, mittlerweile wöchentlich (da kein auto) auch mache, aber es hat sich nichts geändert.

Leckerlis nehme ich schon gar nicht mehr mit, da sie dort auch einen schalter umlegt, mit guten leckerlis arbeitet sie nicht mehr sondern macht alles was sie nicht soll, sie ist übermotiviert.

habt ihr auch so durchgedrehte hunde?
was kann man denn da machen?
sie ist draussen zwar schon ruhiger geworden, aber wenn kleine hunde kommen dreht sie immer mal wieder am Rad.

Sie ist überstresst und zwar sobald ich das Geschirr in die Hand nehme und es ihr anziehe.

Rüsselterriene
12.04.2005, 17:02
Hallo Mangelware(?),

Mein Tipp ist eher gegenteilig zu dem deiner Trainerin: Mach kleine, langweilige Runden und führe eine gewisse Routine ein.

Auch auf die kleinen Hunde bring ihr ne Verhaltensregel bei... z.B. das sie sich langsam nähern muss, dabei Blickwechel zu dir hat, etc. Solange sie überdreht vergrößerst du den Abstand zum "Aufreger".

Gleichzeitig überprüfe, wie du mit deinem Hund spielst. Für einen Zappelphillip sind eher langsame, konzentrationsfördernde Spiele sinnvoll (also an den Ball anschleichen, statt hinterherhetzen) als lautes, wildes Rumrennen.

Dein Hund zeigt eigentlich alle Symptome von Überforderung:Und da würde ich ansetzen. Runterfahren, langsam neu aufbauen (ohne zuviel Motivations-Extras) und gezielter arbeiten.

Anke

cheroks
13.04.2005, 10:29
Kann Anke da nur zustimmen, geh ganz viele Schritte zurück und bau das ganze neu auf!

Sie ist überstresst und zwar sobald ich das Geschirr in die Hand nehme und es ihr anziehe Fang doch damit an! Wenn das schon der erste Auslöser für "ich fahre mich hoch" ist, dann beginne das Geschirr normal zu machen! Lass es ihr mal länger an, fütter sie mit Geschirr, zieh es an und aus, bis sie es als normal empfindet und nicht mehr als Auslöser für "es geht raus". Dann würde ich auch kleine, langweilige Runden vorschlagen(vielleicht an der 3-4m Leine), in denen du neues Verhalten etablierst. Gehe anfangs nur soweit, wie sie einigermassen konzentriert und ruhig bleibt. Wenn diese kleine Runde gut gemeistert wird ohne dass sie sich hochpushed, geht es weiter!
Hast du jemanden, der dich mal mit Hund filmen kann? Das ist oft sehr nützlich, im Selbststudium fällt einem plötzlich auf, was man für undeutliche Signale sendet.

lg tina *Ruhe und Geduld*

Mangelware
13.04.2005, 12:02
@cheroks

leider habe ich keinen der mich filmen kann, wollte es aber selbst schon machen in der uo..

das mit dem geschirr werde ich machen.

zur Zeit übe ich ja auch mit ihr das Anziehen, da sie dort auch schon anfängt langsam hochzufahren.
das klappt auch schon ganz gut.

sprich ich zieh mir halt öfter mal die schuhe aus und an, und mal die leckerli tasche etc.

es ist ja nicht so das sie bei einem "normalen" spaziergang auch durchdreht.
es ist bis wir auf der wiese sind (100m) und wenn sie hunde sieht. bei kleinen wird sie dann eben so unsicher/agressiv, ich denke schon das es unsicherheit ist, denn sie rennt ja auch weg wenn die kleinen sich wehren.
und mit grossen spielt sie.
wenn wir alleine dann auf der wiese sind, ist sie der tollste hund, sie schnüffelt da, sucht da nen stock, oder geht schwimmen etc. aber sie ist nicht aufgeregt, das ist nur wenn sie hunde sieht, oder eben wenn es rausgeht.


@Rüsselterriene
Dein Hund zeigt eigentlich alle Symptome von Überforderung:Und da würde ich ansetzen. Runterfahren, langsam neu aufbauen (ohne zuviel Motivations-Extras) und gezielter arbeiten.

wie meinst du das genau?
also das sie überfordert ist, das kann ich mir denken. aber mit dem gezielter arbeiten, wie denn?
Motivationsextras?
ich glaub langsam ich habe ein problemhund.(was eigentlich nicht der fall ist)

HSV
13.04.2005, 13:58
Hi Mangelware,

von wo kommst du denn?

Kenne in NRW eine super Trainerin, die anders arbeitet als alle anderen und super Erfolge hat.

Wäre vielleicht eine IDee.

Grüße

Mangelware
13.04.2005, 15:33
komme aus hanau in hessen.
bin bei einer animal learn trainerin

Rüsselterriene
13.04.2005, 20:07
Hi Mangelware (wie heisst du?),

Motivationsextras sind z.B. Spielzeug und Futter.
Sowas lass weg und konzentrier dich auf dich und deine Körpersprache. (sie scheint so aufgedreht nach deinen Beschreibungen, dass du sie auf einen Punkt fixieren solltest: Im besten Falle DICH)

Gezielter arbeiten: Geh nicht Gassi mit dem Ziel, dem Hund Auslauf zu verschaffen. Nimm dir lieber vor, eine Kleinigkeit konzentriert zu verfolgen. Das kann banal sein, wie langsam 5 Meter nebeneinander laufen, das darf später Kleinhundsichtung mit Down-Ausführung sein.

Du hast bestimmt keinen Problemhund. Ich habe den Eindruck, du bist nur etwas unentschlossen wie du weiterarbeiten sollst.

Anke

Mangelware
14.04.2005, 22:49
ohne futter wird nicht gehen, dann stellt sie auf durchzug.
habe schon extra leckerlis die zwar (teilweise) erarbeitenswert sind, aber eben nicht aufregend (katzentrockenfutter)

ich weiss wirklich nicht wie ich weiterarbeiten soll.

ich habe schon so viel ausprobiert, alles, was man mir vorgeschlagen hat, habe auch schon eigene trainingsarten ausprobiert..
sie war als junghund total lieb, zwar ein bisschen stürmisch aber nicht agressiv.
das kam erst nach der läufigkeit, das sie leinenagressiv geworden ist, und dann auch noch auf kleine hund geht.
(während der läufigkeit und danach musste sie fast ausschliesslich an der leine laufen ca.3monate wg. krankheit)

langsam hab ich keinen bock mehr.

manchmal schau ich sie an und denk mir, wenn du so weiter machst bring ich dich ins tierheim im nächsten moment schaut sie als ob sie kein wässerchen trüben könnte, so süss, die kann ich nie im leben abgeben.
(würd ich auch nicht machn)

leider konnte mir bis jetzt auch kein trainer helfen, wie gesagt ich bin bei animal learn, und die sagt, das leila gar kein stress haben dürfte, weil sie so viel schläft,
aber sobald leila frische luft riecht ist sie wie ausgewechselt.



grüsse danja (@Rüsselterriene so heiss ich *g*)

Rüsselterriene
14.04.2005, 22:56
Hi Danja, (*danke*...Mangelware klingt so gar nicht ansprechbar)

Wenn du sagst, das OHNE Futter gar nix geht, dann fang nochmal neu an.

Wie kriegst du ihre Aufmerksamkeit? Doch nicht nur im "Lock-Modus"? Sie wird doch irgendeinen Grund (ausser Futter) haben, bei dir zu sein?
Wie kriegst du sie von A nach B? Doch nicht über Futter?
Setz da an! Verkleinere deine Übungseinheiten!
Setz sie ab, dann geh 5 Schritte, ruf sie zu dir und setz sie wieder ab. Freu dich MIT IHR über jeden Schritt.
Je kleiner du wirst, desto größer wird die Freude über jeden FORTschritt. Reduziert euch nicht auf Katzenfutter. (DANN ist die Überlegung bis zum Tierheim wirklich gering!)

Dein Ziel sollte sein: Deinen Hund ruhig und KONTROLLIERT zu lenken. WO das nicht möglich ist oder DU unsicher bist, leine sie an.
Führ ein Tagebuch, damit du nachvollziehen kannst, was dein Hund gelernt hat und was ihr BEIDE sicher absolviert.

Anke *nur Mut!*

pfote und huf
17.04.2005, 10:48
Hallo
wurde bei Deiner Hündin schon mal das Blut auf Schilddrüsenunterfunktion getestet ??
Dies ist relativ häufig bei Hunden und diese Hunde sind dann in für sie stressigen Situationen als wäre ein Schalter umgelegt worden und man kann sie nicht mehr abschalten.
Es hört sich so an als hätte Dein Hund draußen beim Anblick von anderen Hunden schon stress und muß dann so aufdrehen. Bei Stress kann ein Hund kein Leckerlie mehr nehmen und auch nicht mehr mitarbeiten. Man muß also in ganz kleinen Schritten anfangen zuarbeiten und immer näher an den Stress auslöser herangehen.
Wenn Du näheres wissen willst kannst Du auch gerne anrufen.
Pfote und Huf 06181 254867