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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kranke Kitten - "Nachbesserung"



blackyblue
30.03.2005, 22:37
Hallo zusammen,

bei Zucht und Haltung schrieb Nelia

Wir kaufen zwar alle unsere Kitten mit Kaufvertrag und allem drum und dran, aber keiner von uns würde wohl seine kranke Katze wieder zum Verkäufer zurückbringen, wie z. B. ein kaputtes Auto, weil wir sie eben als Familienmitglied betrachten. Und so gehen wir von TA zu TA und bezahlen fast jede Summe, damit unsere Katzen wieder gesund werden. Aber hat man nicht Anrecht auf eine fehlerfreie "Ware"?
Bei einem normalen Kaufvertrag (ohne Einschränkung der Sachmängelansprüche durch den Verkäufer) habe ich, sollten Sachmängel an der Ware sein, folgende Sachmängelansprüche:
Nachbesserung oder Nachlieferung, Rücktritt vom Kaufvertrag, Minderung des Kaufpreises, Schadensersatz.

Müsste demnach der Züchter nicht für Kosten aufkommen, die dem Käufer durch mit dem Kitten gelieferte Krankheiten (unter Berücksichtigung der Inkubationszeit) an Heilkosten (TA, Medikamente...) entstehen = Nachbesserung?

Oder ist in diesem Fall eine Katze vor dem Gesetz keine Sache und es gelten andere Regelungen?

Berglöwe
31.03.2005, 00:23
Hallo Ute,

ich habe 2 Rassekatzen von zwei verschiedenen Züchtern mit Papieren gekauft und möchte einfach mal loswerden, was so in meinen Kaufverträgen steht. Ich habe beide Kaufverträge natürlich unterschrieben, weil ich die Katzen haben wollte und gar nicht darüber nachgedacht:rolleyes: .

Katze 1: Der Käufer kauft das Jungtier wie gesehen, d. h. frei von äußerlich erkennbaren Krankheiten........
Diese Katze musste ich im Alter von 1 Jahr und 7 Monate einschläfern lassen....

Katze 2: Für oranische Mißbildungen oder Erbkrankheiten/Krankheiten, die nach außen hin nicht zu erkennen sind/waren kann keine Haftung übernommen werden. Sichtbare Mängel gelten als anerkannt. Der Käufer übernimmt die Katze wie besichtigt usw.........Dieses Tierchen ist vom ersten Tag an krank gewesen und immernoch.......

Ich glaube dagegen kommt man dann doch nicht an. Ich war zwei mal so blöd ein drittes mal ganz bestimmt nicht mehr, weil bei mir wird es ganz bestimmt mehr keine Rassekatze geben.

blackyblue
31.03.2005, 05:56
Bei "Gekauft wie gesehen" wird bei arglistig verschwiegenden Mängeln die Unkenntnis des Käufers ausgenutzt, der Verkäufer trotzdem haftbar.

Schwierig dürfte oft aber der Nachweis werden, dass der Verkäufer von bestimmten Erkrankungen gewusst hat bzw. haben müsste.

Gabi
31.03.2005, 08:06
Original geschrieben von blackyblue
Müsste demnach der Züchter nicht für Kosten aufkommen, die dem Käufer durch mit dem Kitten gelieferte Krankheiten (unter Berücksichtigung der Inkubationszeit) an Heilkosten (TA, Medikamente...) entstehen = Nachbesserung?



Ich denke nicht, dass man den Züchter haftbar machen kann für irgendwelche Krankheiten, die mal auftreten können, auch wenn es Erbkrankheiten sind, die später mal ausbrechen könnten.

Die Katze ist ein Lebewesen und man steckt einfach nicht drinnen, was passieren könnte Mit dem Kauf einer Katze muss sich halt jeder bewusst sein, ein gewisses Risiko einzugehen.

Anders sehe ich es natürlich bei, wie oben geschrieben, arglistig verschwiegenen Mängeln, also bei
bereits bestehenden und bekannten Krankheiten.

aphrodite
31.03.2005, 08:45
Unser Mini ist vor etwas mehr als 4 Wochen mit knapp 6 Monaten an (wahrscheinlich) FIP gestorben. Ich habe nie auch nur eine Sekunde daran gedacht, von Marina (meiner Züchterin) das Geld für die TA-Kosten oder gar eine andere Katze zu verlangen.
Kollegen von mir haben auch gleich gesagt: da muss sie dir doch das Geld wieder geben, die Katze war doch krank. Bei einem kranken Tier nur an die Kosten - und wo ich die wieder herbekomme - zu denken, sorry, aber da stellen sich mir doch die Haare auf!
Unser kleiner Spatz durfte zwar nur nicht ganz drei Monate bei uns sein, aber in diesen drei Monaten hat er uns so viel Liebe gegeben, die könnte man mit allem Geld der Welt nicht kaufen.

catweazlecat
31.03.2005, 16:51
Hallo Zusammen

also ich sehe das durchaus differenzierter. Wir als Züchter haben schon eine Verantwortung den Katzen und auch den Käufern gegenüber und ein Verhalten wo man als Züchter einfach nicht reagiert oder den Kopf sozusagen in den Sand steckt kann ich keinesfalls gutheissen.

Als Züchter sehe ich mich in der Verantwortung was die Betreuung der Tiere und deren Besitzer angeht - auch noch viele Jahre nach dem Verkauf.
Die Käufer einfach wortlos im Regen stehen zu lassen sollte absolut tabu sein!
Besser wäre man würde sich miteinandern verständigen und vor allem herauszufinden versuchen woher die Krankheit kommt und was man tun kann um dem Kätzchen zu helfen.

Es gibt seit 2003 ein Verpflichtung der Züchter auch für später entstandene Krankheiten u.U. finanziell zur Rechenschaft gezogen zu werden auch wenn das viele Züchter so nicht sehen wollen. Das sind aber meiner Meinung nach hauptsächlich die Züchter, die massenhaft Kitten produzieren und es sich nicht leisten können oder wollen Kontakt zu den Besitzern zu halten oder im Problemfall ansprechbar sein zu müssen.

Meiner Meinung nach sollte man die Züchter auf jeden Fall in die Pflicht nehmen damit sie auch mal merken das man eben nicht einfach so kranke Tiere verkaufen kann weil man zu geizig war Erbschäden zu testen oder ähnliches.

Ich würde in einem solchen Fall wo der Züchter sich weigert Stellung zu beziehen einen Brief per Einschreiben mit Rückschein losschicken um denen mal Dampf unter dem Hintern zu machen und zumindest so eine Reaktion zu erzwingen. Sollte sich da noch nichts tun, würde ich über einen Anwalt ein Schreiben aufsetzen lassen und dem Züchter eine Frist zur Stellungnahme festsetzen lassen und ggfs. gleich mal eine Kostenbeteiligung oder Kostenübernahme des Züchters ansprechen. Spätestens da sollte doch der Züchter auch reagieren. Ausserdem fände ich es in solchem Fall auch durchaus angebracht in der Öffentlichkeit z.B. Foren etc. darauf hinzuweisen das man von diesem speziellen Züchter im Regen stehn gelassen wurde, denn das soll ja keinen anderen Käufer genauso passieren denk ich mal.
Den Verein anzusprechen wäre auch eine gute Idee. Evtl. könnte der Hilfestellung leisten.

Versteht mich bitte nicht falsch. Für FIP etc. wird es sehr schwer bzw. unmöglich sein den Auslöser zu finden und irgend jemanden dafür haftbar zu machen, es sei denn das Kitten wurde schnell nach dem Umzug ins neue Heim krank. Aber Erbrkrankheiten oder später entwickelte Defekte wie z.B. HCM sollten den Züchter keinesfalls ruhig weiterschlafen lassen sondern er sollte in die Pflicht genommen werden zumindest solche Verpaarungen nicht mehr durchzuführen o.ä.
Das Krebs etc. keiner voraussehen oder ahnen kann genauso wie Nierenleiden mal von PKD abgesehen, ist auch klar.

Selbst wenn der Züchter nichts tun kann und auch überhaupt nicht verantwortlich für den Zustand des Tieres sein muss, er hat in meinen Augen aber so etwas wie eine Mitwirkungspflicht, das heisst er sollte auf jeden Fall ansprechbar bei Problemen sein und nicht einfach durch Ignoranz glänzen. Das ist das schlimmste und gemeinste was man den Tieren und vor allem den Haltern antun kann und immerhin wird ja von den Züchtern immer behauptet wie sehr sie an ihren Tieren hängen und wie gern sie weiterhin mit Infos und Bildern auf dem Laufenden gehalten werden.

Gruss

Mullemiez
31.03.2005, 16:52
Tag,
wir dürfen ja nun auch nicht außer acht lassen, dass es sich hier um Lebewesen und keine Gegenstände wie ein Möbelstück oder ein Auto handelt.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn eine Miez krank wird, egal ob sie vom Züchter, vom TS oder aus einem TH kommt. Aber wie bei jedem Lebewesen steckt man da nicht drin. Mein Mann gibt mich ja auch nicht zurück, weil ich auf einmal Diabetes hatte und mich nun ständig pieken muss;)

Wenn keine Arglist vorliegt, erwarte ich von einem Züchter zumindestens Beistand. Gerade, wenn es um solch eine schlimme und nicht heilbare Erkrankung wie FIP geht. Das wäre für mich selbstverständlich. Aber eine Beteiligung an den Kosten......es gibt für Gesundheit nun mal keine Garantie....kann es auch nicht geben.....das wäre doch ein bisschen viel verlangt.
:cu:

Kichel
31.03.2005, 22:04
Es gibt aber auch Züchter, die einem unter einem Vorwand die Bankverbindung rausleiern, unglaubliche Summen zahlen und sich auch nicht davon abbringen lasse.

Unsere Beiden hatten unwissentlich Herpes, also weitaus weniger schlimm als FIP.

Außerdem kann ich Sabine sogar aus dem Bett klingeln (wird nicht zur Gewohnheit - versprochen :cool: ).:D :hug:
:cu:

Mullemiez
01.04.2005, 07:57
Stimmt Susanne:)
ich denke und hoffe auch, dass diese "Negativbeispiele" echt die Ausnahme sind.
Und wir zwei haben halt ein sehr positives Prachtexemplar von Züchterin erwischt;) :D :cu:

aphrodite
01.04.2005, 08:48
Auf meine Züchterin konnte ich mich bis jetzt immer voll verlassen - und ich weiß, dass sie mir immer zur Seite stehen wird. Als Dari krank wurde hat sie fast täglich bei uns angerufen, hat mir Spezialfutter besorgt (welches sie selbst gezahlt hat) und immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Aber solche Kommentare (siehe oberer Beitrag) wie von einigen meiner Kollegen fand ich wirklich daneben. Dari hatte FIP - sie konnte doch nichts dafür, dass unser Kleiner krank wurde. Als er bei uns einzig war er fit wie ein Turnschuh. Natürlich hat sie gleich Dari's Mutter testen lassen. Zilvi ist kerngesund. Vielleicht hat unser Kleiner die Coronaviren von uns (die Mietz meiner Schwiegermom ist Freigänger, ich knuddel sie auch fast täglich) - wir werden es wohl nie herausfinden.

Klar, ein seriöser Züchter wird sich immer um seine Kitten kümmern und helfen, wenn es ein Problem gibt. Aber einfach pauschal eine Preisminderung zu verlangen - weil die "Ware" ja beschädigt ist - finde ich total daneben.


P.S.: Evtl. zieht nächstes Jahr eine von Erik's Tanten oder gar sein Paps bei uns ein. Wir hätten auch sofort einen von Marinas Kastraten haben können, aber wir wollen uns und Erik erst mal etwas Abstand zu Dari's Tod geben.

Fedora
01.04.2005, 13:07
Hallo,

auch bei Hobby-Züchtern gehen die Gerichte in der Regel von einer Art gewerblicher Zucht aus, da ja mit einer gewissen Regelmäßigkeit Kitten zum Verkauf angeboten werden. (Diese Definition hat jetzt nichts mit Finanzamt oder Amts-Vet zu tun)

Von daher ist ein prinzipieller Ausschluß der Gewährleistung im Kaufvertrag ungültig.

Er muß also gegebenenfalls nachweisen, daß die beklagte Krankheit in seinem Zwinger nicht auftritt/aufgetreten ist. Nicht nur bei den Wurfgeschwistern, sondern bei allen im Haushalt lebenden Tieren, nur so kann er nachweisen, daß die Krankheit nicht "mitgegeben" wurde. Für alle im Kaufvertrag zugesicherten Eigenschaften ist der Verkäufer uneingeschränkt haftbar. Ausschließen kann man die Haftung für die weitere Entwicklung des Kittens, nicht jedoch für nachweisliche Erbkrankheiten, auch wenn diese in der Zucht zur Zeit der Abgabe des Kittens noch nicht bekannt waren.

Da der gerichtliche Weg in der Regel teuer wird, empfielt es sich auch in strittigen Fällen kulant zu reagieren.

Tschau
uschi

blackyblue
07.04.2005, 19:38
Was wäre denn z.B., wenn man bei der ersten Untersuchung beim eigenen TA 2 Monaten nach Übernahme feststellt, dass das Kitten einen Herzfehler hat, der laut behandelndem TA angeboren ist und auch von dem TA des Züchters hätte festgestellt werden müssen? Vor allem wenn der Züchter-TA ein Gesundheitszeugnis mit folgendem Satz ausgestellt hat "Bei der klinischen Untersuchung das o.g. Tieres am "Datum" zeigten sich keine Anzeichen einer Erkrankung....." und im Kaufvertrag u.a. steht: "Der Käufer... hat das Jungtier frei von erkennbaren Krankheiten vorgefunden".

Muss hier der Züchter (der sich ja wahrscheinlich auf seinen TA verlassen hat) für die aufkommenden Kosten zur genauen Feststellung des Herzfehlers und für die Behandlungskosten aufkommen?

Fritzfranz
08.04.2005, 08:35
Die Pflicht zur "Nachbesserung" (auch wenn das Wort bei Tieren furchtbar klingt, ich weiß), setzt kein Verschulden des Züchters voraus.Eine ganz andere Frage kann sein, ob der Züchter wiederum Ansprüche gegen seinen TA hat, was aber voraussetzen würde, dass die Krankheit bei einer ordnungsgemäßen Untersuchung hätte erkannt werden müssen. Alles andere wurde ja schon gesagt: War der Züchter arglistig (kannte er also die Krankheit), haftet er immer (außer natürlich, die Katze wurde unter Angabe der Krankheit verkauft). Sonst kann man Gewährleistungsrechte ausschließen. Durch Einzelvereinbarung immer, durch AGB (zB vorgedruckter Kaufvertrag) nur eingeschränkt.

MickeyIM
19.04.2005, 16:39
Original geschrieben von Mullemiez

wir dürfen ja nun auch nicht außer acht lassen, dass es sich hier um Lebewesen und keine Gegenstände wie ein Möbelstück oder ein Auto handelt.


Hallo,

tja, juristisch besteht da kein Unterschied - auch wenns Tierliebhabern da die Haare zu Berge stellt. Die Züchter dürften ziemlich durchgängig Gewährleistungsansprüche nach den gesetzlichen Bestimmungen leisten müssen. Verkaufte Tiere unterliegen dem Sachenrecht.

@fritzfranz, stimmt, man kann Gewährleistungsansprüche ausschließen - jedoch nicht gegenüber Verbrauchern (was ja die meisten Tierhalter hier sein dürften). Um den Verbraucherschutz zu stärken, wurde ja schließlich die Schuldrechtsreform durchgezogen. Bei juristischen Personen als Käufern sollte das gehen, allerdings wird das nur auf sehr wenige Tierhalter zutreffen.

Liebe Grüße, Sylvia

freddy2002
19.04.2005, 23:41
Hi,

hier ist die Rechtslage einigermaßen eindeutig erklärt:

http://www.ratgeberrecht.de/sendung/beitrag/rs2002092902.html

blackyblue
20.04.2005, 08:20
Danke!!! Der wichtigste Satz des Textes:

"Zwei Jahre muß der Händler jetzt für erhebliche und auch für verborgen gebliebene Mängel, z.B. Krankheiten des Tieres haften. Bei einem Kaufvertrag zwischen einem Züchter und einem Verbraucher kann die Gewährleistungsfrist auf ein Jahr verkürzt werden. "

Bei einer Schutzgebühr statt eines Verkaufspreises gilt das jedoch nicht.

MickeyIM
20.04.2005, 14:17
Original geschrieben von blackyblue
Bei einem Kaufvertrag zwischen einem Züchter und einem Verbraucher kann die Gewährleistungsfrist auf ein Jahr verkürzt werden. "


Hallo,

ich frage mich die ganze Zeit, auf welchen Paragraphen diese Aussage gestützt werden kann. Die Verjährung beim Verbrauchsgüterkauf in 12 Monaten ist nur in einem einzigen Fall möglich - und zwar bei gebrauchten Gütern *grübel*. Nach meiner Einschätzung ist diese Reduktion nur bei "gebrauchten" Tieren (es ist echt gruselig, aber unser Recht ist halt so :rolleyes: ), also "ausgedienten" Zuchttieren haltbar. Kitten dürften regelmäßig als "neue Ware" eingestuft werden und da halte ich die Reduktion der Gewährleistungspflicht auf unter zwei Jahre gegenüber Verbrauchern (und das sind halt die "natürlichen Personen") für kaum durchsetzbar. Mal schauen, wann die ersten Urteile verfügbar sein werden.

Liebe Grüße, Sylvia

catweazlecat
20.04.2005, 16:40
Hallo Sylvia

das sehe ich genauso wie du und habe auch schon davon gehört das es darüber irgendwelche Prozesse gegeben haben soll. Allerdings glaube ich das es sich dabei um Hundewelpen gehandelt hatte.

Gruss

MickeyIM
21.04.2005, 12:46
Original geschrieben von catweazlecat
Allerdings glaube ich das es sich dabei um Hundewelpen gehandelt hatte.


Hallo Silke,

dann kann ich es mir schon zweimal nicht vorstellen, dass das mit 12 Monaten getan sein soll. Jungtiere werden wohl durchgängig mit "neuer Ware" gleichgesetzt, Züchter mit Kaufleuten (egal ob ganz kleine Hobbyzüchter oder Massenvermehrer) und Haushalte mit Verbrauchern. Dadurch gelten die Gewährleistungsgrundsätze des Verbrauchsgüterkaufes, § 475 BGB, der eindeutig besagt, dass auf neue Ware ein Minimum von 24 und bei gebrauchter Ware ein Minimum von 12 Monaten gegeben werden muss - alles andere wird als Nachteil des Verbrauchers gesehen und ist definitiv verboten.

Hast Du denn da ein definitives Urteil gelesen? Ich versuche ja wirklich alles in der Richtung zu lesen, aber mir ist nix bekannt, dass irgendwo die 12 Monate durchgegangen wären - allerdings kann einem auch mal was durchrutschen. Hab mir gestern noch das Buch bei Amazon bestellt, das in dem Link erwähnt wird - evtl. ist ja da drin was Profundes zu finden. Wenn ja, gebe ich Laut.

Liebe Grüße, Sylvia

catweazlecat
21.04.2005, 13:40
Hallo Sylvia

hatte mich wohl missverständlich ausgedrückt:

Meinte das ich es auch so kenne das man die Gewährleistung nicht ausschliessen oder verkürzen kann, es sei denn die Tiere würden als "gebraucht" eingestuft. Da hatte ich nur gehört das es sich dabei um ältere Kastraten handeln müsste da man bei Jungtieren von "Neuer Ware" (schreckliches Wort!) ausgeht.

Wenn du was findest wäre ich über Info dankbar!

Gruss

Fritzfranz
22.04.2005, 08:44
Original geschrieben von MickeyIM
@fritzfranz, stimmt, man kann Gewährleistungsansprüche ausschließen - jedoch nicht gegenüber Verbrauchern (was ja die meisten Tierhalter hier sein dürften). Um den Verbraucherschutz zu stärken, wurde ja schließlich die Schuldrechtsreform durchgezogen. Bei juristischen Personen als Käufern sollte das gehen, allerdings wird das nur auf sehr wenige Tierhalter zutreffen.


Kommt immer drauf an, ob nicht die Züchter auch Verbraucher sind. Wenn ja, können sie die Gewährleistung ausschließen.

Fritzfranz
22.04.2005, 08:47
Ein Züchter ist nicht automatisch Unternehmer (um Kaufmann geht es nicht, es geht ja nicht um die Anwendung des Handelsrechts) im Sinne des BGB.

Fritzfranz
22.04.2005, 09:13
Das Hunde-Urteil, das Du wahrscheinlich meinst (Landgericht Essen), ist abgedruckt in:
NJW 2004, S. 527 f.

In der Entscheidung ging es um die Frage, ob man TA-Kosten, die durch eine wenige Tage nach der Übergabe des Tieres aufgetretenen Krankheit entstanden sind, vom Verkäufer (in diesem Fall lag ein Verbrauchsgüterkauf vor) ersetzt verlangen kann, obwohl man bei Mängeln als Käufer eigentlich erst dem Verkäufer die Gelegenheit zur Nacherfüllung geben muss. Dies hat das Gericht bejaht, da es sich um dringliche TA-Kosten jandelte und daher ein Abwarten dem Käufer nicht zumutbar war. Hauptproblem wird bei Krankheiten des Tieres aber meist sein, dass geklärt werden muss, ob der Mangel (die Krankheit) schon zur Zeit der Übergabe des Tieres an den Käufer vorlag. Wenn es sich um einen Verbrauchsgüterkauf handelt (also der Verkäufer = Unternehmer im Sinne des BGB ist), hilft dabei die Beweislastumkehr des § 476 BGB. Dh, es wird vermutet, dass ein Mangel, der in den ersten 6 Monaten auftritt, auch schon bei Übergabe vorlag. Ob dies auch für Tiere gilt oder ob da die in § 476 BGB vorgesehene Ausnahme gilt, ist aber sehr umstritten. Jedenfalls dann, wenn die Inkubationszeit kürzer als der Zeitraum seit Übergabe ist, hilft die Beweislastumkehr nicht.

Kurz: Die Frage ist nicht so sehr, wie lange die Gewährleistung reicht, sondern ob der Käufer beweisen kann, dass der Mangel schon bei der Übergabe vorlag. Nach ABlauf von 6 Monaten muss dies immer der Käufer beweisen. Vorher muss der Verkäufer, wenn er Unternehmer im Sinne des BGB ist, beweisen, dass der Mangel nicht schon bei Übergabe vorlag.

Haramis
11.05.2005, 11:31
Hallo miteinander,

ich mache einen Tag vor abgabe der Kitten einen Test beim TA und gebe die Kleinen nur mit Gesundheitszeugniss ab.
Finde das ist für beide Seiten wichtig.
Ich kenne auch einige Züchter und man steckt nicht drin wenn die Katze krank wird, aber alle die ich kenne würden wenn etwas schlimmes Passiert (Fip oder so) wieder ein Kitten geben (natürlich ohne Bezahlung) um den Verlust erträglich zu machen. Finde ich auch richtig ! Obwohl man eine Katze nicht ersetzen kann.
Ich finde das mit der "Garantie" schrecklich, ein Tier ist nunmal kein Gegenstand.
Aber wenn man es so sehen will dann muss man auch sagen das wenn ich 2 Jahre Garantie geben muss, ich auch verlangen würde das man sich an meine "Gebrauchsanweisung" hält.
Wenn jemand seiner Katze kein Wasser hinstellt und die Katze dann nen Nierenschaden kriegt - soll dann der Züchter verantwortlich sein ??
Ich finde es nätürlich schon fies wenn eine Krankheit bewusst verschwiegen wird und würde mich dann Silke anschliessen und den Züchter in die Pflicht nehmen. Zumindest die Tieraztkosten sollten drin sein.

Gute besserung allen Kranken Miezen im Forum!

catweazlecat
11.05.2005, 13:02
Hallo Doris

das mit der "Ersatzkatze" hat immer zwei Seiten:

1. Müsste der Züchter auch noch oder schon wieder Jungtiere haben und 2. müsste der Käufer so viel Vertrauen haben wieder von diesem Züchter ein zweites Jungtier aufzunehmen.

Ich für mich persönlich würde von keinem Züchter, der mir ein FIP Kätzchen verkauft hat ein zweites haben wollen :-(

Ausserdem glaube ich das die Meisten wohl kaum direkt Ersatz in Form eines neuen Tieres haben wollen. Die Trauer überwiegt da doch denk ich mal für einige Zeit.

Btw: Sind eure Kitten eigentlich da?

Haramis
11.05.2005, 23:12
Hi Silke,

du hast schon recht es dauert sicher ein bisserl, bis man über den Verlust hinwegkommt (zumindest einigermassen, ganz geht eh nicht) aber Kitten sind ja nicht auf Vorrat, das heisst man müsste schon etwas warten bis wieder eins geboren ist.
Eventuell aus einer befreundeten Zucht das wäre auch noch eine Möglichkeit.
Fip ist ja eine blöde Krankheit aber diese Krankheit kann ja jede Katze kriegen, oder meinst Fip ist vererblich ?
Immerhin tragen ja 90 % aller Katzen den Corona Virus in sich
hab ich zumindest gelesen und erzählt gekriegt.
Weisst ja bin ein Greenhorn ;)
Sowas ist immer schwierig und wahrscheinlich kanns nicht verallgemeinert werden - für jeden Fall braucht man wohl ne Individuelle Lösung. Ich würde mir wünschen das man mir erzählt was los ist und das Gespräch sucht, dann kann man sich sicher einigen. Ausserdem würde ich unbedingt wissen wollen wenn was ist, damit ich auch die Katzen testen lassen kann um sie aus der Zucht zu nehmen.
Ich hoffe ich bleibe noch sehr lange davon verschont. :(

Ach und danke der Nachfrage - Ja wir haben Kitten ein gaanz entzückendes Pärchen. :D

aphrodite
12.05.2005, 08:25
Wenn wir gleich nach Dari's Tod wieder ein Kitten zu uns geholt hätten - das wäre mir wie Verrat vorgekommen.Wir warten jetzt erst mal eine Weile, nächstes Jahr vielleicht ... - Aber Silke, in einem muss ich dir widersprechen - für mich jedenfalls - unser kleiner hatte Fip, aber dafür kann Marina, meine Züchterin, doch nichts. Also ich würde jederzeit wieder eine von ihren Katzen nehmen. Warum die blöden Corona Viren bei manchen Katzen mutieren und bei anderen nicht, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Und wenn eine Zucht behauptet, sie wäre Coronavirenfrei - dem würde ich nicht glauben. Haramis hat richtig gelesen, ca. 80 bis 90 % aller Katzen haben oder hatten schon mal diesen Virus.
Naja, wir haben mit Marina ausgemacht, dass wir bis nächstes Jahr warten wollen (Erik hat diesen Sommer, wenn unser Baby kommt, noch genug Stress :D) -- aber dann werden wir evtl. wieder eine ihrer Katzen nehmen. Aber wahrscheinlich einen der Kastraten, Erik wird dann bereits 2 und dann noch ein kleines Kitten, das arme. Unser großer ist ziemlich wild, dass will ich dem kleinen Kätzchen dann lieber nicht antun.

Saraa
12.05.2005, 10:05
Ich bin auch der Meinung dass man Züchter nicht grundsätzlich für FIP verantwortlich machen kann. Bei jungen Kätzchen ist die Mutationsrate des Virus viel höher als bei Erwachsenen, und wenn sie dann in einen Haushalt mit Coronaviren kommen (oder diese von der Züchterin haben), und die Viren mutieren dann, kann ja die Züchterin nichts dafür. Eine coronavirenfreie Zucht halte ich auch für illusorisch.

catweazlecat
12.05.2005, 10:59
Hallo Zusammen

ich kann nur für mich persönlich sagen was ich machen würde. FIP ist ein grosses Thema und ich bzw. unsere Katzen sind bislang davon verschont geblieben.

Wenn es tatsächlich so ist das aus einer Zucht ein Kätzchen an FIP stirbt finde ich persönlich das Risiko für mich und meine Katzen zu gross von dort noch ein weiteres Tier aufzunehmen. Ich denke mal es hat schon seinen Grund das FIP im Zwinger meldepflichtig ist und diese Zuchten eigentlich für 1-2 Jahre keine Kitten mehr bekommen sollten. Ist zumindest mein Wissenstand, kann sein das sich das mittlerweile geändert hat.

Wünsche uns Allen gesunde Miezen!

astrid219
13.05.2005, 11:41
Original geschrieben von catweazlecat
Ich denke mal es hat schon seinen Grund das FIP im Zwinger meldepflichtig ist und diese Zuchten eigentlich für 1-2 Jahre keine Kitten mehr bekommen sollten. Ist zumindest mein Wissenstand, kann sein das sich das mittlerweile geändert hat.



Kann es sein das sowas auch Vereinsabhängig ist ob das Meldepflichtig ist oder nicht?

Saraa
14.05.2005, 08:31
@Silke:

Ich finde das sehr verantwortungsbewusst von dir, aber was kannst du jetzt zum Beispiel, wenn dein Kitten bei den neuen Besitzern mit dem weit verbreiteten Corona Virus in Verdacht kommt und dieser unglücklicherweise zu FIP mutiert.
Meiner Meinung nach, kann man dann niemand die Schuld geben, auch der Züchterin nicht. Denn ob und wann der FIP-Virus ausbricht kann die Züchterin nicht beeinflussen.
Ich zum Beispiel weiss nicht, ob meine Katzen den Corona-Virus haben, aber ich gehe davon aus, da Linus mal Freigänger war. Würdest du mir deshalb kein Kitten geben? Denn es bestünde die Gefahr, dass es sich den harmlosen Virus holt und dieser mutiert, obowhl du das Kitten verantwortungsvoll gezüchtet hast. In diesem Fall könnte ich dir keine Schuld geben.
Da gerade Kitten sehr anfällig für die Mutation sind, gibt es bei jungen Tieren häufiger FIP-Mutationen :( Und dass kann auch verantwortungsvolle Zuchten treffen, obowhl sie nichts dafür können. Sollten diese dann unschuldig ihre Zucht aufgeben?

Serafine
03.06.2005, 16:22
Hallo

Wollte zu dem Thema nur wissen ob sich jemand besonders gut mit einem Kaufvertrag auskennt? Dann könnte ich den meiner Zukünftigen (höffentlich!!) Ihn senden und Ihr könntet mir sagen ob er Akzeptabel ist! .. Will nähmlich vorher schon alle schlechten Klauseln raus haben, kenn mich aber nicht mit Vertägen aus! bitte um Hilfe

Liebe Grüße FINI

Fritzfranz
03.06.2005, 16:41
Kenn mich zwar mit Kaufverträgen aus, aber nicht mit österreichischen;) . Ich weiss auch nicht, obs hier nen österreichischen Juristen gibt:?: :confused:

Serafine
05.06.2005, 16:23
Kaufvertrag meine Fini

...das dem Züchter keine offensichtlichen Mängel oder Krankheiten bekannt sind. Er haftet nicht für versteckte Mängel.

Die Katze wird verkauft, wie besichtigt. Sichtbare Mängel gelten als gehnemigt und können später nicht mehr beanstandet werden.

Ansonsten übernimmt der Käufer die Katze unter Ausschluß von Gewährleistungsansprüchen! :confused:

Sollte die oben gennante Katze in den ersten 10 Tagen ab Übergabe erkranken, ist die Rückgabe ..vollen Kaufpreis. Möchte der Käufer die Katze behalten übernimmt der Züchter die Behandlungskosten während der zehntägigen Frist maximal bis zu einem Viertel des Kaufpreises. Behandlungskosten bei einem anderen Tierartzt werden nicht rückerstattet

Der Kaufvertrag kommt mir seltsam vor! Sie ist noch die Schwächste.. werde auf jeden Fall noch ein Gesundheitszeugnis + Blutuntersuchung verlangen! Habe mich Hoffnungslos in sie Verliebt..Kennt sich jemand aus??

Danke und viele Liebe Grüße an alle!

catweazlecat
06.06.2005, 10:38
Hallo Serafine

soweit ich weiss ist es unmöglich als Züchter die Gewährleistung vollständig auszuschliessen. Wenn ich es richtig verstanden habe geht man (die Gesetzgebung) davon aus das ein Züchter im Moment des Verkaufes immer gewerblich ist und somit eine zweijährige Gewährleistungsfrist einhalten muss.

Wenn du sichergehen willst, würde ich auf einen frischen Bluttest bestehen und die Katze unter deinem Beisein dem Tierarzt für das Gesundheitsattest vorzustellen.

Sprich die Züchterin doch mal an weshalb sie glaubt die Gewährleistung ausschliessen zu können.

Ich wäre bei so etwas vorsichtig, allerdings denke ich mal im schlimmsten Fall würdest du als Käufer vor Gericht sowieso deine Ansprüche durchsetzen können. Hängt natürlich vom Krankheitsbild ab und dem Willen so etwas durchzuziehen.

Wie gross ist denn die Zucht? Wieviele Zuchtkatzen und Kitten?

Hast du das Gefühl das dort seriös gezüchtet wird?

Ein bischen Vertrauen gehört natürlich auch dazu. Aber auf beiden Seiten. Züchter und Käufer.

Alles Gute!