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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Junghundekurs



gitti
25.08.2002, 13:53
Hallo,

wie läuft bei Euch der Junghundekurs ab, ich hatte gestern mit meinen Hund die erste Stunde im Junghundekurs aber ich weiss nicht ob das so unser Ding ist .

Die Hunde die schon etwas mehr Stunden haben also schon fortgeschrittener sind schauen zwar nicht unglücklich aus also kann es ja nicht so schlecht sein .

Da ich so gut wie keine Vergleichsmöglichkeit habe würde ich mich freuen wenn ihr mir schreiben könntet wie bei euch der Kurs abläuft.

Nemo
25.08.2002, 15:38
also bei uns war der Junghundekurs, war so ca. vor 1,5 Jahre, so: Erstmal durften die Hunde alle zusammen so 15-20 min spielen und toben. In der Zwischenzeit wurde aufgepaßt und Fragen beantwortet. Danach sind die Hunde an die Leine gekommen und die Übung haben angefangen (Sitz, Sitz-Bleiben, Platz, Platz-Bleiben, Sitz aus der Entfernung, Hier zum Abschluß). Die Übungen wurden mit Wort, Handzeichen und teilweise auch mit der Pfeife eingeübt und alles durch positive Verstärkung in Form von Spiel, verbales Lob und Leckerli verstärkt. Zuerst haben die Fortgeschritten angefangen und die Übungen vom letzten Mal einzeln vorgeführt, ob alles schon paßt. Danach wurden den Neulingen gezeigt wie die Übung aufgebaut wird und auch gleich ausprobiert bis es mindestens einmal gut geklappt hat. Bei Einigen hat es länger gedauert, bei Anderen ging es gleich. Beim nächsten Mal mußten dann immer die Übungen vorgeführt werden (1 Woche war zum Üben dazwischen). Dann wurden die neuen Übungen erkkärt und gleich ausprobiert, bei jeden soweit wie er halt ist. Bei einem wurde Sitz-Bleiben erklärt, beim anderen Sitz aus der Entfernung. Hat wirklich alles super funktioniert und wurde auch gut erklärt. Nach den Übungen durften die Hunde noch mal spielen und es kam die Theorie (Ernährung, Prägephasen, Dominanz, Sicherung im Auto, Krankheiten usw.). Der Kurs fand immer am Samstag 2 Stunden statt. Uns hat es super viel Spaß gemacht und unserem Nemo erst recht. Wir haben das Glück wirklich eine super Hundeschule zu kennen.

Viele Grüße

Stefan

Schacki
25.08.2002, 16:35
Hi,
als erstes würde mich interessieren, was du denn nicht so gut fandest. In meinem Junghundekurs lief es so ähnlich ab wie mein Vorredner schon beschrieben hat. Bei uns waren die Hunde auch auf einem unterschiedlichen Stand. Wir hatten schon einem Welpenkurs gemacht, manche sind ohne "Vorbildung" gekommen, die waren natürlich hinten dran. Das spielen sollte meiner Meinung nach im Junghundekurs nicht mehr auf Platz1 stehen, wie das im Welpenkurs der Fall ist. Manche Hunde haben mit 6 Monaten schon ein ganz schönes Gewicht und sind nicht mehr so leicht zu bändigen wie die Welpen, so dass doch ein Großteil der Zeit mit Übungen verbracht werden sollte. Ich gehe deshalb 2x die Woche auf dem Platz. Einmal sieht es so aus, dass die Hunde gar nicht spielen dürfen. Wir machen dann zunächst eine Gruppenarbeit und immer 2 Teams gehen zum Einzeltraining. Ein Hund wird abgelegt und einer läuft im Einzelunterricht die Unterordnungsteile. Danach machen wir noch Geräte (also Tunnel und Slalom und kleine Hindernisse). In der anderen Hundeschule dürfen die Hunde an Anfang und Ende spielen, danach gibt es Gruppenarbeit.
Wichtig ist, dass die Hunde ohne Zwang aber mit viel loben erzogen werden. Keine Stachelhalsbänder, Geschrei o.ä.

Viele Grüße

gitti
25.08.2002, 20:56
Hallo,

also ich schilder mal wie es bei uns abgelaufen ist, es sind 8 Hunde hauptsächlich alle totale Anfäger wir kennen uns alle vom Welpenkurs.

Es wurde mit der Übung bei Fuß begonnen, es war eher wie im Kasernenhof mit viel Druck und Leinenruck und positives Bestärken wie Lob und Leckerli gab es sehr wenig.

Ich dachte mir vielleich bin ich auch einfach nur zu empfindlich da mich der Umgangston so nervte und die Hundeerziehung muss so sein aber wie ich jetzt schon gelesen habe kann ein Junghundekurs auch anders ausschauen.

Chris62
25.08.2002, 22:36
Druck, leinenruck und nerviger umganston:mad:
an deiner stelle würde ich dort schnellstens verschwinden.
hundeerziehung soll euch spaß machen. dir und deinem hund soll das lernen spaß machen. ich finde es sowieso unverschämt lauter anfänger schon in einer gruppe arbeiten zu lassen und quer über den platz zu schreien. die ersten stunden sollten im einzelunterricht stattfinden wo dir gezeigt wird wie du am besten mit deinem hund arbeitest, ihn motivierst und wo du lernst auch richtig mit ihm zu spielen. wenn ihr gelernt habt " fuß" zu gehen, sitz, platz ect., dann sollte erst die arbeit in der gruppe kommen. dabei können natürlich, da es sich ja um eine junghundgruppe geht mehrere hundeführer und hunde auf dem platz sein, aber jeder sollte erst einzeln betreut werden. nach einer übungseinheit sollte dann wieder ein spiel eingebaut werden und auch das spiel am ende einer übungsstunde sollte nicht fehlen. dabei sollte natürlich jeder ein auge auf seinen vierbeiner werfen. auch ist es sehr wichtig das gelernte nicht nur auf dem platz zu üben, sondern stets ein paar minuten überall wo man sich gerade befindet. zuerst natürlich ohne ablenkung und wenn alles sitzt, mit etwas mehr ablenkung u.s.w. das wird leider oft vernachlässigt. man hört dann oft den spruch, komisch auf dem platz macht er das nicht, da hört er.;) auch ist es völlig unnötig rumzuscheien. ein hund hört sehr gut. man kann also ganz normal mit ihm sprechen und daran sollten sich auch die "trainer" halten. wenn mir ein trainer sein wissen vermitteln möchte und dies aufgeschlossen und freundlich tut und auch bei fehlern, die man als anfänger nunmal macht, nicht gleich aus der haut fährt, kann ich mit meinem hund viel selbstsicherer arbeiten.
wie soll denn der hund sicher sein, wenn ich selber angst habe? die kleinste unsicherheit an der leine übertragt sich sofort auf den hund.
gruß chris

volker
26.08.2002, 10:32
Hallo Gitti,

Da ich mir die Sache hier durchgelesen habe, möchte ich mich kurz äußern, da es wie immer mindestens zwei Meinungen gibt.

Die Sache mit der Kasernenhofstimmung ist nicht optimal, aber auch nicht falsch.

Für viele Hunde ist diese Stimmung etwas völlig neues, ist aber für das führen des Hundes wichtig.

Das Problem sehe ich darin, daß auf den meisten Hundeplätzen Gebrauchshunde ausgebildet werden, viele Hundeführer aber ihren Hund nicht als Gebrauchs.-, sondern als Begleithund haben und führen.

Ich persönlich habe zwar einen Begleithund, bilde ihn aber als Gebrauchshund aus, da es meiner persönlichen Auffassung über Hund / Mensch gerecht wird.

Es ist auf diesen Seiten schon oft ( eigentlich so gut wie immer ) der Vergleich zum Wolfsrudel geführt worden. Ich selbst lehne diesen Vergleich zum Teil ab, da der Hund als Helfer mit dem Wolf nur noch bedingt zu vergleichen ist.

Wenn wir aber die möglichkeiten unserer Darstellung in den Bereichen: Stimme ( hoch, tief, freundlich oder harsch ).
Bewegung,Gestig ( langsam, schnell, freundlich oder böse). ausschöpfen, lernt der Hund die Unterschiede ( Stimmlaute, Gesten des Wolfes) sehr schnell und verhält sich entsprechend.

Es ist wichtig diese Instrumente einzusetzten, so daß der Hund diese mit einem gewünschten Verhalten verbinden kann.

Den sogenannten Leinenruck verwende ich auch, aber nur ganz leicht um dem Hund anzuzeigen wann genau eine bestimmte Reaktion zu erfolgen hat.

Die Betonung liegt allerdings auf LEICHT ( Benutzen wie ein Dirigentenstab und nicht wie ein Baseballschläger ).
Ich unterstütze damit ein gesprochenes Kommando, als Hilfestellung für den Hund.

Das mit den Leckerlies ist eine Sache wo ich auch sparsam damit umgehe, da er Hund die Bedeutung dieser Geste als sehr hoch einstufen kann. Wenn ich zu häufig Leckerlies gebe verpufft die Wirkung dieser, da der Hund genau weiß daß er wenn nicht jetzt aber dann spätestens in 1Minute eines bekommt.

Es ist auch die Phase in der der Hund lernt, daß es nicht für alles Leckerlies gibt, sondern manche Dinge einfach normal sind und er diese Befehle auszuführen hat.

Ich möchte damit sagen, daß ein ausgewogenes Verhältnis wichtig ist. Und viele Hundeführer erst in diesen momenten auf dem Hundeplatz selbst lernen müssen, daß der Hund auch Pflichten hat.


Gruß Volker