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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Landeshundeverordnung NRW



Charlie Dargel
23.08.2002, 20:24
Hallo Tierfans,
die für mich zuständige Gemeinde übertreibt es wirklich mit der Einhaltung der sog. Landeshundeverordnung. Nachdem ich den Nachweis über eine Hundehaftpflichtversicherung, die ich seit 1984 habe (versichert seitdem ein Hund und dann sein Nachfolger), wollen die von mir einen Befähigungsnachweis haben (für meinen Wolfspitz "Willi", der 13 Jahre alt ist!!!!).Ich habe Willi seit Welpenzeit an und er ist eigensinnig und beisst schon mal, aber immer nur mich . Damit muss ich leben oder ihn einschläfern lassen, was natürlich nicht in Frage kommt. Ich vermeide jetzt in seinem hohen Alter, was er nicht ab kann, bürsten z. B. Er wird einmal im Jahr unter Vollnarkose geschoren. Also, was wollen die noch? Ich soll ihm einen Chip einsetzen lassen. Meine Tierärztin sagt, dass dies in seinem Alter nicht mehr üblich ist. Mein zweiter Hund, ein grosser Schäferhund von grossem Gewicht und einiger Schärfe ist für die Landeshundeverordnungs-Hüter völlig uninteressant, der wird gar nicht erwähnt. Wer versteht das?

Thomas
23.08.2002, 21:15
Hallo Charlie,

das Dein SH für die LHV-Hüter völlig uninteressant ist kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen.

Was ich allerdings auf den ersten Blick noch viel weniger nachvollziehen kann, ist die Tatsache, das Du mehr oder weniger permanent (bei bestimmten Aktionen wie dem Bürsten sogar "mit Ansage") von Deinem Hund gebissen wirst. Was um alles in der Welt ist den bei euch SO schiefgelaufen, das es soweit kommen mußte (z..b. 1x im Jahr eine eigentlich abolut überflüssige Vollnarkose)?
Die Hintergründe würden warscheinlich nicht nur mich interessieren - plauder doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen....

Und was ist mit dem SH los? Hast Du den auch seit der Welpenzeit? Wie ist die Schärfe des Hundes zu erklären?

Gruß
Thomas

Charlie Dargel
24.08.2002, 14:30
Hallo Thomas,
danke für deine Mail. Es ist nicht etwas so, dass ich von Hunden wenig Ahnung habe. Wir haben früher Jagdhunde gezüchtet und ausgebildet und ich war längere Zeit Leiterin eines Tierheimes. Dort bin ich mit unvermittelbaren Hunden (meistens Schäferhunde und Dobermänner) auf den Hundeplatz gegangen, um die Chancen zu erhöhen, eine neue Familie zu finden.
Wolfsspitze sind dafür bekannt, gute Wächter aber auch ausserordentlich schwierig zu sein. Willi ist so ein Fall und er darf bei mir uralt werden. Er ist gut erzogen, hat aber manchmal so seine eigenen Ideen. Die eine (leichte) Vollnarkose pro Jahr ist nicht überflüssig, sondern sinnvoll, da er den Zahnstein entfernt bekommt und es werden die Analdrüsen ausgedrückt, das ist notwendig. Eine gute Gelegenheit, ihn gleich ohne Stress scheren zu lassen, da sonst der Sommer für ihn eine Belastung ist. Sieht dann zwar doof aus, aber ist für den Hund angenehm.

Charlie Dargel
24.08.2002, 14:39
Wieder da!
Den Schäferhund habe ich aus schrecklichen Haltungsbedingungen geholt. Er war sehr verschüchtert und nicht stubenrein und das mit 10 Monaten. Nachdem er endlich Vertrauen gefasst hat, entwickelte er einen enormen Schutzinstinkt für seine Familie. Für ihn sind z.B. andere Hunde Feinde und jeder, der nicht aufgefordert wird, unser Haus zu betreten, ist auch ein Feind. Wir haben zwei Tankstellen und die werden auch schon mal überfallen und in diesem Zusammenhang ist Rexi Gold wert. Was hast du für einen Hund?Schreib mal wieder.
Gruss Charlotte

Thomas
25.08.2002, 02:05
Hallo Charlotte!

Das Wolfsspitze gute Wächter (= Schisser) sind ist mir bekannt. Leider hast nicht´s darüber geschrieben, WIE es dazu kam, das er "so wurde wie er jetzt nunmal ist" (also incl. Beiss-Aktionen gegen sein Frauchen). Ich meine, wenn ich Dich nicht missverstanden haben, dann hast Du ihn seit 13 Jahren, von Welpenzeit an. In diesem Fall war also keine andere Person an seiner Aufzucht/Erziehung beteiligt, oder?

Was den SH anbelangt, so scheinst Du ja offensichtlich seine Schärfe zu billigen bzw. sie mitunter als nützlich einzuordnen.
Das er aus schlechter Haltung kam und einen, Deinen Worten nach "enormen Schutzinstinkt für seine Familie entwickelt hat", siehst Du sicher ebenfalls wie ich als Folge seiner enormen Ängste. Für mich persönlich wäre das kein wünschenswerter Zustand aber das ist ein anderes Thema.

Ich selbst habe eine West-Highland-White-Terrier Hündin, 3 1/2 Jahre alt. Mit 14 Monaten vom Züchter übernommen. Seinerzeit sehr ängstlich gegenüber allen Hunden die größer waren als sie selbst, vorallem dunkelfarbige (sie hatte leider lange Zeit gedacht, das es nur kleine, weisse Artgnossen gibt, schlechte Prägung etc.). Mittlerweile sind wir auf einem, wie ich finde, sehr guten Weg. Sie ist zwar immer noch tendenziell vorsichtig mit anderen Hunden und würde von sich aus nicht unbedingt den Erstkontakt herstellen, aber ehrlich gesagt ist mir das auch lieber als ein "Hey-jetzt-komm-ich-Drauflos-Sprinter".
Ja - sie ist schon ein wahrer Traumhund, aber wer behauptet das nicht von seinem Fiffi...

Gruß
Thomas

Inge1810
25.08.2002, 02:57
Ich kenne die Rasse Spitz sehr gut von meiner Kindheit her. Da es unterschiedliche Variationen gibt, kann ich jetzt leider nicht genau sagen, welche Ausgaben wir hatten, aber es steht ausser Frage, dass es vom Wesen her tolle Hunde sind, die weder meiner Familie, noch mir, als damals tollpatschigem Kleinkind, auch nur ein Haar gekrümmt hätten und ob sie schwierig waren, kann ich nicht beurteilen, da ich damals nichts mit Erziehung am Hut hatte. Ich war für`s Knuddeln zuständig, aber meine Familie waren Fans von dieser Rasse und das wären sie nicht gewesen, wären sie schwierig zu händeln. Deshalb verwundert es mich, dass Du es einfach so hinnimmst, dass Dein Hund ja "nur" Dich beißt, also mein Hund würde ne ordentliche Watschn kassieren, würde sie es wagen, mich anzugehen. Da der Spitz weder so gross oder so gefährlich ist, dass die Gemeinde Interesse haben sollte, würde mich schon interessieren, ob wirklich nichts vorgefallen ist, wodurch der Hund auffällig geworden ist? Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum der Schäferhund so eine Schärfe entwickeln konnte. Mit zehn Monaten hatte er vielleicht schon schlechte Erfahrungen, aber es ist durchaus ein Alter, in dem man noch so arbeiten kann, dass das absolut in Griff zu kriegen ist und keine Schärfe hätte entwickeln dürfen. Sei bitte vorsichtig, dass Dir und den Hunden nichts passiert. Eine gute Hundeschule wäre für Euch (auch dem Senior) von Vorteil. Auch wenn Du Erfahrung mitbringst, kann es dennoch nicht schaden. Für alle, die Interesse am Wesen des Wolfsspitz haben, hier ein >>click<< (http://www.wolfsspitz.de/Rasse/rasse.htm)

Inge1810
25.08.2002, 13:11
Es hat mir nun doch keine Ruhe gelassen, das ich nicht wußte, welche Art von Spitz wir hatten, deshalb hab ich nochmal nachgeschaut. Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, wuselten bei uns meist zwei Hunde rum. Gut erinnern kann ich mich an einen weißen Großspitz und am Besten kann ich mich an einen grauen erinnern. Da es diese Farbe bei den Großspitzen nicht zu geben scheint, muß das demzufolge ein Wolfsspitz gewesen sein. Ich hatte sein Fell zwar nicht so üppig in Erinnerung, aber ich war auch erst knapp zehn, als er starb und da kann die Erinnerung schon etwas täuschen. Evtl. existieren noch irgendwo Bilder von ihm. Also er war überhaupt nicht schwierig und gebissen hat er schon gar nicht. Man sagt ihnen sogar nach, absolute Anfängerhunde zu sein, die lediglich Konsequenz wegen ihrer Dickköpfigkeit benötigen, aber welche Hunderasse tut das nicht. Ich fände es einfach schade, wenn diese Rasse in einem falschen Licht erscheint. Sie sind schon selten genug geworden.