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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Raufergruppen in NRW gesucht!!!



HSV
22.02.2005, 16:17
Hallo zusammen,

wer kennt Raufergruppen in NRW?

Wer hat Erfahrungen mit solchen Gruppen gemacht und wo?

Wo werden Seminare dazu angeboten, außer in Aschaffenburg?

Bin einfach an diesem Thema interessiert, ohne dass ich es für mich ganz konkret benutzen möchte.

Bin für Hilfe und Infos sehr dankbar.

Grüße

Samuel
22.02.2005, 23:39
wer kennt Raufergruppen in NRW?

Was sind denn "Raufergruppen"? :?:

Thomas
23.02.2005, 00:44
Hallo HSV,

zu diesem Thema gibt es von dem -nicht unumstrittenen- Trainer Thomas Baumann einen Text, vielleicht interessant für Dich: >>Click hier<< (http://www.dogworld.de/aktuelles/pdf_pub/Raufer.pdf).
Seine Hundeschule <click> (www.dogworld.de) liegt allerdings in Sachsen.

Gruß
Thomas

HSV
23.02.2005, 08:43
Hallo Samuel,

Raufergruppen sind grob gesprochen Hundegruppen mit nicht sozialisierten Hunden um sie wieder aneinander zu gewöhnen. Nennen sich auch schon mal Rüpelgruppen, Rambogruppen, Resozialisierungsgruppen.

Ansonsten lies doch mal den Text, den Thomas vorgeschlagen hat und stöbere auf den Seiten von Thomas Baumann.



Hallo Thomas,

ja Thomas Baumann ist ja hinlänglich bekannt mit diesen Gruppen. Würde mich schon reizen dort teilzunehmen und sich das ganze anzusehen, jedoch sträube ich noch den Weg, denn es ist ja nicht gerade um die >Ecke und die Übernachtungen kämen auch noch hinzu.

Also bleib ich erst einmal auf der Suche in NRW.

Aber danke

Grüße

Winni
23.02.2005, 09:43
Hallo,
Thomas Baumann ist umstritten?
Huch- wieso das denn?
Ich kenne seine Arbeit ja nicht, ich habe allerdings ein Buch von Ihm zur Erziehung des Familienhundes, das war a bisserl schwierig zu lesen aber an sich schlüssig. :?:
Ich sollte mal wieder reinschaun- war eins von meinen ersten Büchern ;) .

Grüße

Samuel
23.02.2005, 11:00
Raufergruppen sind grob gesprochen Hundegruppen mit nicht sozialisierten Hunden um sie wieder aneinander zu gewöhnen.

Danke, Prinzip verstanden.
Nur Eines will mir nicht in den Kopf: Wenn ich einen Hund mit sozialen Mängeln formen will, dann würde ich ihn mit "sozialkompetenten" Vierbeinern zusammenbringen und nicht unbedingt mit anderen Defizitträgern.

Winni
23.02.2005, 15:52
Hmm,
wenn zu unserem Junghundespielen mal ein unsozialer Hund dazu gekommen ist haben ihn die sozial-verträglichen Hunde ziemlich schnell ignoriert, bzw. sind ihm nur noch ausgewichen, Kontaktaufnahmen gabs da keine mehr.
Vielleicht deswegen?
Oder war das eine Ausnahme?

Superjeile Zick
23.02.2005, 16:24
Hallo!

Also ich war schon bei Thomas und bin super glücklich mit seinem Seminar gewesen. Es handelte sich aber nicht um ein Raufergruppen Seminar. Es ging darum, dass mein Hund mich sehr häufig ingnoriert hat. Die 3 Tage bei Thomas haben mir sehr geholfen unsere Beziehung in der hinsicht zu ändern.

Der Weg dort hin ist wirklich nicht gerade angenehm aber die Übernachtung dort ist kein Problem und auch das Essen vor Ort ist günstig und sehr gut. :z: :cup:

Wenn Du etwas in NRW suchst, dann wende dich doch mal an http://hundefarm-eifel.de . Soweit ich weiß gibt es dort zwar keine Raufergruppen aber vielleicht kann man Dir dort weiter helfen. Vielleicht ist diese Erlebniswoche etwas für Dich.

Samuel
24.02.2005, 00:19
wenn zu unserem Junghundespielen mal ein unsozialer Hund dazu gekommen ist haben ihn die sozial-verträglichen Hunde ziemlich schnell ignoriert, bzw. sind ihm nur noch ausgewichen, Kontaktaufnahmen gabs da keine mehr.

Da sollte man schon unterscheiden. Wenn sie ihn ignorieren, dann kann das durchaus einen Lernprozeß einleiten. Wir machen ja häufig nichts Anderes - falsches Verhalten ignorieren, Richtiges bestärken.
Meine Vermutung ist allerdings, daß man einen richtigen "Stänkerkopf" auf engem Raum nicht ignorieren kann und die anderen Hunde in diesem Fall eher ein Meideverhalten zeigten. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit contraproduktiv.
Die Zusammenstellung der Gruppe ist zu diesem Zweck also folglich falsch gewählt. Es fehlen starke Charaktere, die sich eben nicht verschüchtern lassen. Aggression und Gegenaggression sind Bestandteile des sozialen Verhaltens. Nicht das Fehlen von Diesen macht einen "sozialen" Hund aus, sondern das er damit vernünftig und maßvoll umgehen kann.
"Pazifistische" Hunde sind daher nicht unbedingt in besonderem Maße sozial, es fehlt ihnen häufig einfach nur an Geltungsdrang und natürlicher Aggressivität.
Das sie dem Raufer nur überflüssige "Erfolgserlebnisse" bescheren ist logisch und führt garantiert nicht zu einer Anpassung seines Verhaltens.

Ebenso aber sieht es meiner Meinung nach beim Aufeinandertreffen ausschließlich überreagierender Tiere aus. Woran soll sich der einzelne Hund anpassen?
Was maximal folgen kann ist ein langwieriger Prozeß, bei dem man sich dann irgendwann auf einem halbwegs normalen Level einpegelt. Aber warum dieser Umweg, dieses erhöhte Risiko des Mißerfolges?

Winni
24.02.2005, 08:23
Hallo,
natürlich muss man das unterscheiden :cool: .
Das Junghundetreffen war auf einem eingezäunten Trainingsplatz. Ein Teil der Hunde hat die Raufbolde gemieden die anderen haben sie ignoriert- schließlich waren "ungefährlichere" Spielkameraden da.
Zum Teil standen diese Hunde einfach bellend in der Mitte des Platzes. Ich denke auch nicht das wir wirkliche "Raufer" da hatten, sondern einfach ein bisschen unsoziale.
Die Hunde waren ja auch alle ganz grob 6-12 Monate (und 2,3 verspielte Erwachsene) und- eher schlecht- kannten sich schon alle. Wenn ein gruppenverträglicher neuer Hund kam wurde er schnell aufgenommen- wenn ein unverträglicher kam blieb er außen vor.

Ich denke auch das es einen viel menschlicheren Grund gibt wieso Raufergruppen aus "Raufern" bestehen:
Welcher durchschnittliche Hundehalter hat schon Lust seinen Hund mit so einem unsozialen Hund "zusammen zu sperren"?

Grüße

Samuel
24.02.2005, 11:08
Welcher durchschnittliche Hundehalter hat schon Lust seinen Hund mit so einem unsozialen Hund "zusammen zu sperren"?

Ja, das wird wohl der Grund sein.
Man muß schon sehr von seinem Hund überzeugt sein...:D

billymoppel
24.02.2005, 19:46
och, so schwer ist das gar nicht.
als ich billy einstens aus dem th übernahm, litt er an größenwahn (folge der ständigen reizüberflutung im th - seit ich da was zu sagen habe, wird auf zwingerbelegung, sozialkontakt etc. geachtet, das hat große besserung gebracht). er war nicht bissig, aber unangebracht herausfordernd.
also bin ich in die nächste großstadt in den park gedüst, wo mir schon bei früheren spaziergängen aufgefallen war, dass dort vorwiegend studentenvolks mit ihren recht großen hunden unterwegs ist. habe ein biss'l beobachtet und mir zwei kanditaten rausgepickt - schöne selbstbewußte gefestigte rüden, die halter einfach angequatscht - es war gar kein problem ein treffen zu vereinbaren (mag sein, dass ein rolle gespielt hat, dass es auch herren waren - obwohl mein ehering nicht zu übersehen ist :D aber wahrscheinlich habe ich schon ein biss'l mit den augen geklimpert :D)
wir haben uns dann eine woche regelmäßig getroffen, es war sehr wirkungsvoll, da die beiden rüden sich kannten, waren sie natürlich um so beeindruckender. billy war auf normalmaß zurückgestutzt. eine beißerei gab es übrigens nicht - billy war nicht wirklich gestört. aber ein paar schöne drohgesten gab es schon.
ich habe den glühwein gesponsert, wir hatten viel spass

gruß
bettina

ps: positiver nebeneffekt: der kontakt ist erhalten geblieben, wir treffen uns noch immer hind und wieder auf eine bockwurst und einen kaffee im park, wenn ich da zu tun habe.

Samuel
25.02.2005, 00:38
och, so schwer ist das gar nicht.

Das liegt wohl nicht zuletzt an den Ausmaßen und der Optik des betreffenden Hundes.
Allein wenn ich bedenke, daß weit über 50% der Hundehalter, die uns beim Spazierengehen begegnen ganz eilig die Richtung wechseln - und das völlig ohne Anzeichen aggressiven Verhaltens - , dann kann ich mir schon vorstellen, daß es mit der "Vorwarnung" das es sich um einen Raufer handelt schier unmöglich sein dürfte.

mimi-vianova
05.03.2005, 21:40
Ich finde Raufergruppen auch nicht unbedingt empfehlenswert.
Wenn dein Hund Schwierigkeiten hat sich bei der Anwesenheit
von Hunden sozial korrekt zu verhalten, macht es doch absolut keinen Sinn, ihn in eine Gruüppe Gleichgesinnter zu stecken. Die werden ihm bestimmt nicht beibringen, wie er sich zu verhalten hat.
Suche lieber nach einer Gruppe älterer, souveräner Hunde, die deinem Hund beibringen, wie er sich unter Hunden zu verhalten hat.

Liebe Grüße mimi