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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HILFE! Mein Hund ist ein Müllschlucker!



Dagi
21.08.2002, 14:40
Hallo ihr alle,

bitte gebt mir Rat! Unsere Amy (Rauhaardackel) bekamen wir mit 9 Wochen. Von Anfang an, sammelte sie bei den kurzen Spaziergängen allen möglichen Müll auf, und versuchte ihn zu fressen. In den ersten Tagen wußte sie ja noch nicht, was "Aus" bedeutet, also mußten wir ihr etliche Kaugummis, Snickerspapiere, Plastikteile, Glasscherben, Kippen etc. aus dem Maul holen, denn obwohl wir versuchten ruhig zu bleiben, Leckerchen zeigten, ließ sie die Dinge nicht aus dem Maul fallen, nein, sie schluckte es runter und wollte dann Leckerchen (bekam sie natürlich dann nicht). Sie wehrte sich heftig, wenn wir etwas aus dem Maul holen mußten. Und man merkt natürlich jetzt erst, was die Leute alles gedankenlos wegwerfen. Da kann ich richtig sauer werden.
Also: ständig die Augen kurz vor dem Hund, und immer alles weggesammelt (was da zusammenkam!!!!). Trotzdem schaffte sie es immer mal wieder (z.B. wenn wir ihr Häufchen aufsammelten und gerade nicht zum Hund guckten) an irgendetwas dranzukommen. Das merkten wir dann erst bei den Häufchen: da kam dann mal das Ende eines verknoteten Luftballons mit raus. Mit 11 Wochen hatte sie dann ihre erste OP: Darmverschluß durch das Kautschuk-Teil eines Nuckels. Wir hatten nicht mal mitbekommen, daß sie den verschluckt hatte, und das wo wir immer so aufgepaßt haben! Aber den hatte unser Patenkind unter einen dichten Busch in deren Garten geschmissen, und dort war er für uns nicht sichtbar. Den Rest haben wir dann nach der OP gefunden, als wir danach gesucht haben, was dieser "halbe Gummiball" denn wohl sein könnte, bzw. wo die andere Hälfte ist....
Seit dem waren wir natürlich noch mehr auf Zack. Mit ihrem Ball etc. auch immer wieder "Aus" geübt. Den gibt sie auch her, denn sie weiß ja, daß wir ihn wieder werfen, und sie ihn holen kann. Vor zwei Wochen hat sie dann von einem Latex-Welpenspielzeug (da besteht ja angeblich keine Gefahr, weil Latex verdaulich) ein ca. 2-Euro großes Stück abgebissen (hat ca. 20 Sekunden gedauert). Sauerkraut lt. Tierarzt, nix kam raus-erst nach 8 Tagen, und in einem Stück. Haben wir dem TA gezeigt, und er meinte, wir hätten Glück, daß das so wieder rausgekommen ist! So viel zur Verdaulichkeit von Latex. Nun also auch kein Spielzeug mehr. Hund trotzdem glücklich....

Also, im Haus besteht keine Gefahr mehr. Aber draußen: Wie sollen wir ihr verständlich machen, daß sie die Dinge SOFORT loslassen muß. Momentan hole ich schnell Leckerchen aus der Tasche, zeige es ihr, dann läßt sie die Dinge mittlerweile fallen, da sie ja das Leckerchen haben will. Und dann muß ich gaaanz schnell das "böse Teil" entfernen.

Kann man ihr irgendwie beibringen, daß sie die diversen Sachen gar nicht mehr in das Maul nimmt, daß diese Dinge TABU sind?

Diesen Schrecken mit der OP will ich ihr NIE WIEDER zumuten, ich habe mir so schreckliche Vorwürfe gemacht, daß ich nicht in der Lage war, auf meinen Hund aufzupassen. Aber ich kann sie ja nicht nur an der Leine führen, sie muß doch auch mal Freilauf haben können!?

Wie habt ihr das gemacht?

Bitte, bitte helft mir!!!

Eine verzweifelte Dagi

Cockerfreundin
21.08.2002, 18:50
Hallo, Dagi!

Mein Cocker Basti (jetzt 17 Monate) hat/te dieses Bedürfnis, ALLES aufzunehmen in diesem Ausmaß glücklicher weise bisher nicht.

Trotzdem gab es Zeiten, da fand er er es z.B. klasse, Tempos, dreckige tennisbälle, halbe Schokoladennikoläuse und anderen Müll aufzunehmen.

Ich hab solche Situationen dann beim Spazierengehen provoziert (also zB selber sowas ausgelegt), während ich ihn an der Schleppleine hatte.

Habe dann JEDES Mal absolut energisch PFUI gerufen in dem Moment, wo ich merkte: jetzt hat er es entdeckt und will es aufnehmen. Wenn er es dann nicht aufgenommen hat, großes Lob, Leckerli, weitergehen und 20 Meter weiter die nächste Versuchung....

Wenn er doch mal was erwischt hat (ich also den Moment fürs PFUI nicht richtig erwischt habe), hab ich es ihm SOFORT ohne viel Federlesens aus dem Maul genommen, begleitet von AUS. Das ging aber nur so schnell, weil ich ihn an der schleppleine hatte, er also nicht entwischen konnte.

Hoffe, es klappt bei Euch auch + ihr bekommt noch viele andere brauchbare Ratschläge!

Annette

Cockerfreundin
21.08.2002, 19:14
Was ich noch vergessen habe, vielleicht aber auch wichtig ist:

1. Wenn Du das PFUI neu einführst, ist es wichtig, dass es beim allerersten Mal für Deine Hündin so eindeutig und wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt, dass sie ganz genau merkt, was damit gemeint ist und dass Du über diese Sache nicht und niemals mit ihr diskutierst! Vergleichbares gilt für das AUS. Deshalb halt ich persönlich in diesem Stadium (später gerne) auch nichts von Tauschaktionen. Wenn Du so eine Erstsituation provozierst, hast Du natürlich die besseren Karten.

2. Bei Basti klappt das PFUI inzwischen nahezu zuverlässig auch beim Freilauf - solange ich das Objekt der Begierde eher als er entdecke. Er schluckt allerdings auch kaum was runter, sondern hat eher das Bestreben, seine "Beute" erstmal an einem etwas abgelegenen Platz zu begutachten. Dort lässt er sie sich von mir inzwischen allerdings gottergeben (und begleitet von viel Lob, was er da schon wieder Tolles gefunden hat) abnehmen. Ist wahrscheinlich neben dem Training auch eine Frage des Alters und der gewachsenen/ wachsenden Beziehung.

Annette

Alpha
21.08.2002, 23:22
Hallo Dagi!
So,wie Du es beschreibst,ist es ganz verständlich,daß Du den Hund zum Müllschlucker erzogen hast:bei jedem Spaziergang wurde/wird ein Riesenzirkus um herumliegende Beute gemacht,somit also erst recht spannend für Hund.Mist natürlich,wenn man dann auch noch den Hund aufs Müllsammeln konditioniert:wenn Du schöön allen Mist sammelst,bekommst Du Hund erstens unsere ganze Aufmerksamkeit und dann auch noch fürs Finden/Ausgeben ein Leckerchen.Alles,worum wir Menschen uns soo sehr kümmern,alles,was wir Hund schreiend/rennend(das nicht dominant,sondern eher hysterisch)streitig machen wollen,wird jetzt erst so richtig spannend für den Hund.
Wenn man also als Chef seinem Hund etwas abnehmen will,muß ein kurzes,klares "Aus" reichen;bei jedem kleinen Anvisieren einer Beute muß ein kleines "Nein" reichen-reicht das nicht(auch bei einem Welpen,der erst eine Stunde bei uns ist),sind wir für Hund keine ernstzunehmende Person.Nach ein paar Wochen wird jeder Hund mal versuchen,mit der Beute abzuhauen,um uns zu testen-dieser Versuch darf nicht glücken.Strafe jeden Versuch des Beutemachens per Schnauzengriff ab,wenn der Hund nicht abgeben will.Sei konsequent,lass ihn nie mit der Beute durchstarten.Auf Dauer(ab 5 Monaten)sollte(sofern Du für ihn Chef bist)der Hund nie wieder in egal welcher Situation selbständig Beute machen,wenn Du es richtig gemacht hast.Du mußt jetzt darauf achten,dem Beutekrams draussen nicht so viel Aufmerksamkeit zu schenken durch das Absuchen,Vorwegnehmen-sodaß nicht noch zusätzlich die Beute interessant gemacht wird.Im Gegenteil,lass alles liegen,reagiere souverän und bestimmt,sobald er versucht,etwas aufzunehmen,lasse es nie durchgehen.Hast Du verstanden,worin Dein Fehler bislang lag?Dann kannst Du jetzt richtig handeln und es ihm auf Dauer leicht abgewöhnen.
Gruß,Alpha

Dagi
22.08.2002, 11:10
Hallo Alpha,

ja, das leuchtet mir ein.
Diesen "Zirkus" haben wir auch erst angefangen nach der OP. Denn die Ärzte warnten uns: Vorsicht! Wiederholungstäter! Mittlerweile klappt das ja auch schon viel besser, es ist nicht mehr alles interessant! Häufig nur noch die Kinderkaugummis mit diesem "leckeren" Duft und Steine. Es steht in so vielen Büchern der Tip mit dem tauschen. Das erschien uns als die einzige Möglichkeit ihr zu zeigen, das es toll ist, die Sachen auszuspucken.
Aber, ich werde Deinen Rat beherzigen!
Trotzdem noch mal eine Frage: Wie machst Du das, das der Welpe selbst nach einer Stunde "Aus" versteht?
Ich habe gelesen, daß man dem Hund erst zeigen soll, was etwas bestimmtes bedeutet, sonst wäre er verwirrt. Und wenn man es dann noch kräftig und deutlich ausspricht, würde man dem Welpen dann nicht eher das Gefühl geben: Hey, was will der denn von mir? Das ist ja ein komisches Herrchen, fährt mich hier so scharf an...bei dem muß ich aber aufpassen! Und diese Unsicherheit soll man doch angeblich vermeiden?!
Wäre schön, wenn Du mir darauf noch mal antworten würdest.
Ansonsten noch mal vielen Dank für Dein Augen-öffnen!!! (wohl eher Verstand-öffnen!)
:D
Es grüßt Dagi

Alpha
22.08.2002, 19:43
Hallo Dagi!
Gern geschehen.Du fragst,wie ich das "mache",daß ein Welpe sofort auf mein "Aus" reagiert.Ganz einfach und doch vielleicht schwierig zu verstehen:jeder Welpe hat (noch) Respekt vor Menschen und anderen Hunden und wird auf jeden Laut reagieren.Wenn Welpe etwas im Maul hat und ich "Aus"sage,spuckt er es sofort aus,weil er weiß,daß es ihm eigentlich nicht gebührt,Beute zu machen ,also weiß er auch,was ich mit "Aus" meine.Dazu gehört natürlich auch noch die hundliche Gestik/Mimik.
Du meinst,man solle einen Welpen nicht "deutlich" ansprechen?Meinst Du,meine erwachsenen Hunde knurren/bellen in der ersten Zeit "flüsternd" mit Neuzugang,damit dieser sich nicht erschreckt?Jeder Hund würde sich dafür schämen,allein für den Gedanken.Und sich kaputtlachen...Nein,je natürlicher man sich von Anfang an mit Hund unterhält,desto leichter wird er uns auf Dauer einschätzen/verstehen können.Wenn man erst inkonsequent und lasch mit Fiffi umgeht,dann plötzlich hart und konsequent wird,fangen die Probleme bei der Verständigung an.
Gruß,Alpha

Dani007
23.08.2002, 09:53
Hallo,
möchte auch meinen Kommentar abgeben.
Ich arbeite im Moment mit Disc Trainingsscheiben, mit vollem Erfolg , wenn man sie rictig einsetzt, gewöhnt man dem Hund viele Unarten ab.
Gruß Dani

Juke
23.08.2002, 12:52
Hallo,

man sollte den Welpen schon deutlich machen was Aus ist. Sie kapieren ja recht schnell und sie dann auch sofort loben. Mein Labradorwelpe meint auch er müsste alles aufnehmen und fressen. Aber er hat es auch ganz schnell gelernt was "Aus und Pfui" ist und ich habe ihn dann immer schön gelobt.

Ich habe noch eine Frage an Dani007. Ich habe gesehen, dass Du aus Rheinland-Pfalz kommst. Würdest Du mir verraten aus welcher Gegend genau? Du kannst mir auch eine Email schicken.
:)

Dagi
23.08.2002, 14:10
Hallo Alpha,

danke für Deine Antwort. Also, mit dem "hündisch" verständigen, das haben wir schon gemacht (abgeguckt bei der Mutter in der Welpenstube). Als sie bei uns an den Händen beißen wollte, wurde sie warnend angeknurrt, hat sie nur kurz beeindruckt, dann lauter gegrollt, da hat sie aufgehört. Als sie es sofort wieder versuchte, wurde tief + kurz angebellt + Spiel beendet. Seit dem will sie vielleicht mal meine Hand (im Spiel) in den Mund nehmen, aber sie hat seit dem kein einziges mal reingeknapst, sie leckt dann nur kurz., und auch in kein anderes Körperteil wird gebissen. Das hatte sie verstanden, daß niemand den Rudelchef beißen darf. Position klar gemacht!
Was ich eher meinte ist, wie ein Welpe dann das WORT verstehen soll. Denn die Mimik eines Hundes habe ich leider noch nicht drauf. Aber Du meinst wahrscheinlich: der Ton macht die Musik, oder?
Es würde mich noch mal interessieren, was Du von den Trainingsdiscs hältst.

Viele Grüße sendet DAGI

Nina B.
24.08.2002, 00:14
ich hab meinen Hunden auch immer versucht,das Aufnehmen grundsätzlich zu verbieten und nicht nur das manchmal nötige Ausgeben anzutrainieren.es ist sehr schwer und dauert auch einige Zeit,klappt dann aber auch für immer.ich hab den Schnauzengriff,bei jedem Versiuch,angewandt,und jetzt habe ich keine Probleme mehr mit dem verbotenen Aufnehmen.man muß nur konsequent sein und dran bleiben,von Anfang an,denke ich!
Viel Erfolg

DinaSteinbach
27.08.2002, 10:02
Halli, Hallo!
Hab ein ähnliches Problem: Meine Hunde lieben Schnecken über alles; Praktisch zum Fressen gern!
Kaum haben sie ien Nacktschnecke gewittert, muß die dran glauben: Erst wälzen sie sich genüsslich in ihr und dann wird sie gefressen....Weiss jemand, wie eklig ein in einer Nacktschnecke gebadeter Hund riecht??? Ich wünsch es euch nicht....
Weiss jemand, wie ich das loswerde? Ich mein, Schnecken gibts überall, die kann man nicht eben wegräumen...
Bis denne, Dina

Dagi
27.08.2002, 14:28
Hallo Dina,
die fand Amy am Anfang auch zum "wälzen und fressen". Aber das war nach zwei Tagen abgewöhnt: Scharfes "Pfui" oder "Nein" (was immer ihr benutzt für etwas, was sie NIEMALS darf) und weitergehen. Lies Dir mal die Antwort von Alpha durch, dann ist auch verständlich, warum DAS auch bei uns geklappt hat. Da haben wir nämlich gar keinen großen Aufstand gemacht (die konnten bzw. wollten wir ja auch nicht wegsammeln). Unmißverständlich haben wir ihr zu verstehen gegeben (durch Körper + Stimme), daß das für uns inakzeptabel ist und immer sein wird. Und mach dabei NIEMALS eine Ausnahme. Wir haben hier so einen richtigen "Schneckenweg". Bereits zwei Tage später konnten wir den gehen und Amy hat höchstens noch versucht an einer zu schnüffeln. Heute guckt sie die meistens nicht einmal mehr an. Außer sie sind schon so schön angetrocknet und richtig "lecker stinkig". Dann gibts ein "Nein" und schon wendet sie sich ab. Probiert es aus und haltet durch!!!

Grüße von Dagi

PS: Das Müllproblem ist erledigt: interessiert Amy nicht mehr, seitdem wir uns so verhalten haben, wie Alpha geraten hat! Ging erstaunlich schnell + einfach! Dank noch mal an alle!