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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Begutachtung durch Amtsveterinär wg. Freilauf??



Maike74
19.01.2005, 10:26
Hallo Zusammen,

wir haben einen altdeutschen Schäferhund, schwarz, anderthalb Jahre alt. Der ist lammfromm und tut keiner Seele was.
Bei uns am Dorf ist so ein Wäldchen, da lassen wir ihn immer frei laufen (andere ihre Hunde auch...).

Drei ältere Damen, die ihm überhaupt nicht aufs Fell gucken können (vermutlich, weil er schwarz ist, er sieht schon etwas gefährlich aus), haben sich nun nach diversen Begegnungen, bei denen es mehrfach zum Streit kam, weil er nicht angeleint ist (er macht aber wirklich nix: er springt nicht, er beisst nicht, maximal schnüffelt er, meistens aber nicht einmal das!) zusammengetan und sich bei der Gemeinde beschwert. Erschwerend kommt hinzu, wir sind „Zugezogene“ (in dem Ort eh nicht sonderlich beliebt), die Damen lebenslänglich einheimisch. Haben sie uns auch mehrfach vorgeworfen. Bei der Gemeinde sind natürlich auch alle einheimisch.
Wir haben jetzt einen bitterbösen Kurzbrief bekommen, sinngemäß „ Ihr Hund ist gefährlich, die Menschen haben Angst“, mit Ankündigung, dass uns der Amtsveterinär geschickt wird, der den Hund begutachtet und ihm ggf. Leine, Maulkorb, weiß der Geier was überhängt. Wir haben noch nicht mal gesagt bekommen, was genau der Vorwurf ist (denn wie gesagt, er läuft ja nur rum und macht nichts) geschweige denn die Chance, uns zu den Vorwürfen zu rechtfertigen.

Ist jemandem schon mal etwas ähnliches passiert?

-Darf die Gemeinde das so einfach, ohne uns die Chance zur Stellungnahme zu geben?
-Ist das nicht unfair, wenn der Tierarzt in einer ganz anderen Situation auf den Hund trifft, als die Situation, die „bemängelt“ wurde? (Meine damit, wenn der bei uns an der Haustür klingelt und total fremd ins Haus kommt, ist das ja schon ein Unterschied dazu, ob wir ihn einfach zufällig beim Spazieren gehen treffen)
-Sind diese Amtstierärzte wirklich „neutral“?
-Was ist da mit Kosten, die haben dann doch bestimmt WIR zu tragen? Was kostet so was?
-Was kann der Tierarzt schlimmstenfalls beschließen? Dass wir ihn nie wieder ableinen dürfen?
-Kann uns da ein Anwalt helfen, oder ist das völlig aussichtslos?

Wir wollen jedenfalls jetzt erst mal mit den gesammelten Teilnahmebestätigungen aus der Hundeschule zum Bürgermeister gehen und den Fall besprechen.

Wäre toll, falls da jemand ähnliche „Erfahrungen“ gesammelt hat, wenn ich mich mal austauschen könnte, bin wirklich kreuzunglücklich mit diesem Zustand.

Viele Grüße aus der Heide
Maike und Rufus

Trollmama
20.01.2005, 09:38
Hallo Maike!
Am besten, schreibst Du auch einen Brief.
Drücke darin Deine Verwunderung über das Schreiben aus und verlange Auskunft darüber, wann Dein Hund (Datum/Uhrzeit) welche Personen (Namen) angefallen haben soll, da Du Dir keiner Schuld bewußt bist und Dich diesbezüglich auch an keinen Vorfall erinnern kannst.
Kündige weiterhin an, daß Du Dich nach Beantwortung Deines Schreibens dahingehend entscheiden wirst, ob Du einen Anwalt einschalten wirst, oder nicht. Zumal Du aufgrund der frei erfundenen Vorfälle von dem Straftatbestand der üblen Nachrede ausgehst.
Das Ordnungsamt wird Dir mit Sicherheit die Namen nicht nennen und Dir auch keine Akteneinsicht gewähren (brauchen sie auch nicht). Aber ein Anwalt darf Akteneinsicht nehmen. Und das weiß auch das Ordnungsamt und wird spätenstens jetzt die 3 'Damen' informieren. Mal sehen, ob sie immer noch behaupten, daß der Hund gefährlich sei......
Viele Grüße
Trollmama

zwackels
20.01.2005, 11:55
Hallo Maike,

von wem ist denn der Kurzbrief? Dem "Damenclub" oder tatsächlich vom Ordnungsamt?
Kenn dein Bundesland nicht,daher weiß ich nicht wie´s bei Euch gehandhabt wird, bei uns gibt´s bei tatsächlichen Vorfällen erstmal nen Wesenstest und da entscheidet sich dann ob Leinen oder Maulkorbzwang.Einfach beschließen kann der AV nix. Und m.E. müssen klare Vorwürfe gegen deinen Hund oder dich erhoben werden und nicht nur auf Grund das ihr " Neu " seit oder aber der Hund "dunkel und groß " ist , ihr beweisen müßt, einen gut sozialisierten Hund zu haben.

Habe selbst zwei ADSH´s,sowas wie du schilderst aber noch nie erlebt.
Liebe Grüße

Maike74
27.01.2005, 12:20
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Beiträge.
Die letzte Woche war ich leider total eingespannt mit diesem Thema: forschen, kümmern, telefonieren, diskutieren, recherchieren.... Deswegen jetzt erst der Abschlussbericht.

Also uns kam dann tatsächlich der Amtstierarzt besuchen. Dagegen konnten wir uns nicht wehren, wenn die Gemeinde das anordnet, ist das so. (wir wollten uns auch gar nicht wehren, hatten ja nichts zu verbergen). Ich hatte große Muffe, weil ich dachte, das wären so Beamten und keine rechten Tierfreunde, das war aber überhaupt nicht so.
Der Tierarzt hat den Hund als absolut unbedenklich eingestuft und gibt dieses jetzt schriftlich an die Gemeinde.
Wir haben dann noch Kontakt aufgenommen zum Bürgermeister, der auch nicht sehr erbaut war über die Abwicklung seines Sachbearbeiters, und er will nun persönlich die Damen, die die Beschwerde eingereicht haben, anschreiben, dass der Hund harmlos ist und unangeleint laufen darf. Wir werden uns natürlich in Zukunft vorsehen, nicht, dass die uns aus Rachegedanken irgendwas anhängen. Evt. wird unser Anwalt auch noch eingeschaltet, um die Namen der Personen zu erfahren, und dann bekommen sie noch einen Brief von ihm, dass wir uns verleumdet fühlen und beim nächsten Mal (sollte wieder etwas vorgeworfen werden, was nicht stimmt) rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. ICH möchte das im Prinzip abhaken, aber mein Freund besteht da auf vollständige Rehabilitierung des Hundes, und im Prinzip hat er recht: man sollte denen zeigen, dass man sich so was nicht gefallen lässt.

Wir sind also nach einer Woche Kummer und Schlaflosigkeit wieder glücklich und Rufus tobt weiter frei durchs Hundeleben! Falls ihr mal jemanden kennt, der in Sorge kommt, weil sein Hund begutachtet werden soll: das sind auch nur Menschen, und in unserem Fall waren sie sehr fair!

Viele Grüße
Maike


:wd:

LoveofLabs
27.01.2005, 12:46
Hallo Maike,
es freut mich für Euch, dass die Sache so gut ausgegangen ist!

Mir fällt dazu die alte "Weisheit" ein: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

Schön, dass Ihr es nun hinter Euch habt. Und paßt gut auf Euren Hund auf, wer weiß, auf was für Ideen solche Menschen noch kommen...

Liebe Grüße
Sabine

Hovi
27.01.2005, 12:48
Hallo Maike,

freut mich, dass sich so etwas Unangenehmes für euch doch noch zum Guten gekehrt hat. Ihr habt eine SCHRIFTLICHE Bestätigung vom Amtsvet, dass euer Hund seiner Einschätzung nach ungefährlich ist - das ist doch super!

Aber so schnell kann´s gehen, wenn man einen großen Hund hat: irgendjemand fürchtet sich vor ihm, fühlt sich gar "bedroht", weil der Hund ihn scheel angeguckt hat, und schon hat man eine Anzeige vom Ordnungsamt am Hals.

Das Thema passt prima zu den Threads, die derzeit parallel laufen bezügl. Großhunden, deren Ruf und den Widernissen, die einem die Gesellschaft bereiten kann!

LG
Claudia

ElkeG
27.01.2005, 20:02
Gottseidank ist alles gut gegangen. Allerdings muß ich Euch in diesem Zusammenhang mal um Rat fragen. Bei uns in der Nähe wohnt auch so ein großer schwarzer Hund. Auch wirklich lammfromm. Das Problem ist aber, das der Garten des "Besitzer-Hauses" nicht vollständig eingezäunt ist und der Hund dann immer wieder ganz munter und vor allem alleine durch die Siedlung trabt. Ich persönlich habe damit kein Problem. Wenn er mir begegnet, dann bringe ich ihn eben wieder nach Hause. Allerdings reagieren die Besitzer überhaupt nicht, wenn man sie darauf anspricht, daß es wohl besser wäre, das Grundstück vollkommen einzuzäunen. Wir wohnen hier in einem Neubaugebiet mit ganz vielen kleinen Kindern. Und viele haben schon vor unserer Betsy (einem Westie) Angst - geschweige denn, vor dem Hund. Außerdem kann man doch nie sichergehen - vielleicht packt ihn mal ein Kind unglücklich oder ärgert ihn. Das könnte dann wirklich böse in´s Auge gehen. Was kann man in so einem Fall machen? Ich möchte ihnen ja wirklich nicht das Amt auf den Hals hetzen (sie kümmern sich sonst wirklich gut um den Hund und hängen auch sehr an ihm), aber das er einfach so "spazieren" gehen kann, finde ich nicht o.k. Aber sie reagieren eben wirklich nicht auf normale "Ratschläge".

Maike74
31.01.2005, 15:35
Hallo Elke,

find ich gut, dass du dich seiner annimmst und ihn heimbringst, wenn er ausbüxt.
Diese Menschen können ja auch mal Pech haben und an weniger verständnisvolle Menschen (oder gar Hundefeinde, es gibt VIELE!) geraten, und dann haben sie ratzfatz solchen Ärger an der Backe wie wir. Ich würde vielleicht einfach doch noch mal versuchen, ihnen zu erklären, dass man ihnen schon erhebliche Probleme machen kann. Denn wie gesagt, soooo toll ist das nicht, wenn das Amt kommt, auch wenn es wie in unserem Fall gut geht. Grad in Neubaugebieten ist ja z.B. auch oft frisch gesäter Rasen, der dann zertrampelt wird oder so. So was gibt ja immer Ärger, und eh man sich versieht, hat man schon die geballte Siedlung gegen sich. Kannst ja mal unser Beispiel nennen.... Denn trotz das unser ein echter „Teddy“ ist, möchte ich gewiss nicht, dass er ausbüxt! Allein schon die Größe....
Allerdings ist es vielleicht ja so, dass denen das Geld für den Zaun fehlt?! Das macht ja meist unempfindlich gegenüber den meisten Argumenten...

Und wenn du ihnen so was noch mal schilderst, und sie reagieren trotzdem nicht... Dann hast du es halt gut gemeint und versucht. Dann kann man glaub ich nicht mehr viel machen. Und wenn sie so untolerante und tierunfreundliche Menschen in der Umgebung haben wie wir, werden sie sich evt. eines Tages wünschen, sie hätten auf deinen guten Ratschlag gehört. Soll jetzt nicht altklug klingen, aber das ist ja oft so, dass man sich dann wünscht, man könnte die Zeit zurückdrehen und etwas anders machen.

Viele Grüße
Maike