PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zugelaufene Katze



Ina-M.
12.01.2005, 11:52
Hallo Leute
Vielleicht kann mir mal jemand helfen.
Normal wäre es ja, eine zugelaufene Katze als Fundtier zu melden. Beim TS, bei der Gemeinde, wie auch immer.
Wenn ich mir aber gar keine große Mühe gebe und das Tier einfach behalten will, geht das eigentlich?
Was ist, wenn in einem Nachbarort, evtl. auch etwas weiter entfernt, jemand diese Katze vermißt?
Ich hatte mal den Paragraphen aus dem TSG, hab ihn aber irgendwie verschlampt.
Weiß da jemand von Euch Bescheid?
Liebe Grüße
Ina-M.

Anschla
12.01.2005, 11:59
Ganz ehrlich:
wenn es keinen triftigen Grund dafür gibt (z.B. der Besitzer ist bekannt als Tierquäler, dann könnte ich es noch verstehen, dass man ihn nicht "sucht") hat man doch eigentlich schon moralisch die PFLICHT, den Besitzer zu suchen!!! Denke nur an die vielen Anzeigen/ Einträge wo eine geliebte Katze vermisst wird! Es wäre grausam, sich nicht jede Mühe zu geben. Aber ich gehe einfach mal vom Besten aus, nach dem Motto, Du willst Dich nur schlau machen!
Soweit ich es im Kopf habe, drückt sich das Gesetz, soweit überhaupt geregelt, so schwammig aus nach dem Motto: angemessenen Aufwand betreiben, was das ist, ist m.W. nach nicht festgelegt.

Svenni
12.01.2005, 12:20
Hallo,

überlege doch mal wie Du Dich fühlen würdest, wenn Dir eine geliebte Katze, aus welchem Grund auch immer, wegläuft.

Da würdest Du Dich mit Sicherheit auch sehr freuen, wenn sich jemand bemüht den Eigentümer ausfindig zu machen und Du Deine Mieze zurück bekommst.

Fritzfranz
12.01.2005, 12:41
Wenn Du die Katze einfach so behältst, obwohl sie offenbar nicht wild (= herrenlos) ist, sondern mal jemand gehört hat, begehst Du eine Unterschlagung, machst Dich also strafbar. Als Finder bist Du verpflichtet, den Fund anzuzeigen. Das steht im BGB, nicht im TSchG.

Ina-M.
12.01.2005, 14:43
Hallo
@ Svenni
Was denkst Du denn? Vor 3 Jahren ist ein Kater von mir spurlos verschwunden. Das ist heute noch, wenn ich daran denke, ganz und gar furchtbar für mich.

@ Julia
Ja, stimmt ja. Ein Tier unter einem Wert von ..(?) gilt ja immer noch als Sache. Steht also im BGB.
Aber im TSchG ist verankert, daß ich ein Tier bis zu 6 Monaten verwahren muß, bzw. in dieser Zeit an den rechtmäßigen (wenn sich einer findet in dieser Zeit) Besitzer wieder abgeben muß.
Liebe Grüße

Fritzfranz
12.01.2005, 20:27
Ein Tier gilt nicht als Sache (§ 90 a BGB), wird aber so behandelt, sofern nichts Abweichendes geregelt ist (zB im TSchG). Der Wert des Tieres hat damit nichts zu tun. Die Verwahrpflicht einer Fundsache (oder eines Fundtiers) ist in den §§ 965 ff. BGB geregelt. Da spielt auch der Wert des Tiers eine Rolle: Ist die Sache weniger als 10 € wert, entfällt gemäß § 965 Absatz 2 BGB die Anzeigepflicht.Auch dann muss der Finder die Sache aber verwahren. Die 6-Monats-Frist findet sich in § 973 BGB.

Ina-M.
12.01.2005, 22:49
Hallo Julia
Ja, genauso hatte ich das mal gelesen und dann nicht wiedergefunden. ich danke Dir.
Wie würde das Gesetzt das jetzt sehen mit einer zugelaufenen Katze, die noch kein halbes Jahr alt ist? Ist die 10,00 Euro wert?
Meiner Meinung nach hat man schon alleine die moralische Verpflichtung, zu versuchen, den Besitzer ausfindig zu machen.
Aber wie bringt man das z.B. einem guten Bekannten bei?
Liebe Grüße
Ina-M.

Anschla
13.01.2005, 08:16
Nun, sag ihm dass die Katze definitiv mehr als 10 Euro wert ist und er sich strafbar macht, wenn er das Fundtier nicht meldet. Der Ausdruck strafbar wirkt sicher eher, als wenn Du ihm mit dem Thema Moral kommst. Egal wie letztendlich die genaue Gesetzeslage ist...Ausserdem kräftig anraunzen, Bekannter oder nicht!

Svenni
13.01.2005, 09:08
@Ina
Kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man auch nach Jahren nicht über den Verlust einer Katze hinwegkommt, wenn man nicht weiss was mit ihr passiert ist.
Einer Freundin ist vor etwa 4 Jahren ein Kater gestohlen worden (Kinder haben beobachtet wie ein Auto gehalten hat, eine Frau ausgestiegen ist und den Kater einfach eingpackt hat). Meine Freundin hat den Kater damals verletzt und halb verhungert im Wald gefunden. Sie hat ihn liebevoll aufgepäppelt und er hat sich prächtig entwickelt. Und dann war er weg. :0( Meine Freundin leidet auch heute noch sehr darunter weil sie auch nicht weiss was aus dem Kleinen geworden ist.

mk75
26.01.2005, 14:30
Hallo Ina,

da ich und meine Freundin gerade in einer ähnlichen Situation stecken kann ich dir vielleicht etwas helfen.

Aber bevor ich den aktuellen Fall schildere erzähle ich noch kurz von meinem kleinen Findelkind vor 3 Jahren. Damals sahs ein kleiner Kater (ca. 12 bis 16 Wochen alt) eines Abends in unserem Keller, durch die offene Haustüre kam er wohl im laufe des Tages rein. Innerhalb wenigen Minuten hab ich mich in ihn verliebt und hatte zu diesem Zeitpunkt keine eigene Katze, somit spielte ich schon mit dem Gedanken, dass ich nun wieder ein eigenens Kätzchen habe. Trotzallem wollte ich nach dem Besitzer suchen und ging 2 Tage lang die umliegenden Strassen ab und klingelte bei den Anwohnern. Am 2. Tag fand ich eine Familie deren Kätzin Junge bekommen hatte. Die Jungen waren schon alle vermittelt bis auf 2, die den Kindern der Familie gehörten. Es stellte sich heraus, dass der Nachbarskater die Kleinen im Garten erschreckt hatte und der kleine in Panik abgehauen ist und nicht wieder zu finden war. Das 10 jährige Mädchen dem der Kater gehörte, heulte vor Glück als sie ihren Kleinen wieder im Arm hatte.
Aus diesem Grund denke ich, man sollte dem Besitzer immer die Möglichkeit geben, dass er sein Tier wieder finden kann.

Nun zu dem aktuellen Fall:
Ich habe am 09.01.2005 eine ziemlich abgemagerte Katze auf unserem Grundstück gefunden. Da ich nach dem Motto gehe, wenn der Besitzer sein Tier sucht, dann soll er auch die Möglichkeit haben es zu finden habe ich sie überall als Fundtier gemeldet (Tierheime, Tierhilfe und in Supermarkt Zettel aus gehängt).
Da Isis (so hat meine Freundin sie getauft, ich konnte die Süsse ja bei mir wegen meinen beiden Katzen nicht aufnehmen, deshalb hat sie die Katze zu sich genommen) nicht tätowiert und auch nicht gechipt ist (deutet für mich schon auf nicht sehr verantwortungsvolle Dosis hin), haben ich mich lange mit der Frau von der Tierhilfe unterhalten.
Ein Katzenbesitzer dessen Tier weg ist, muss sein Tier suchen, nicht der Finder muss den Besitzer suchen. Somit muss man als Finder eigentlich nur die Augen nach Anzeigen oder Zetteln auf halten. Wenn das Tier tätowiert oder gechipt ist musst du das melden, da das Tier dann nicht als Herrenlos gilt. Alle nicht gekennzeichneten Katzen gelten als Herrenlos und können sogar z.B. umgehend eingefangen und kastriert werden lassen. Die Tierhilfe hat uns auch darauf hingewiesen, dass es im Moment wieder ganz schlimm mit ausgesetzten Katzen ist und sie uns wenig Hoffnung gibt, dass sich jemand meldet.

In unserem Falle hat sich keiner gemeldet und Isis hat sich innerhalb weniger Tage eh in meine Freundin verliebt und umgekehrt. Nun hat die Süsse ein neues Zuhause ist geimpft worden und wird nächste Woche kastriert und tätowiert (fand der Vorbesitzer bei einer 2 jährigen Katze wohl nicht wichtig).
In ein paar Wochen bekommt sie dann von der Tierhilfe ein "Brüderchen" zum spielen und meine Freundin ist echt hin und weg.

Deshalb mein Rat und Tipp, ist das Tier nicht gekennzeichnet, dann würde ich wenigstens das nächste Tierheim informieren und wenn sich dort keiner gemeldet hat, dann hat die Katze einen neuen Dosi. Auch wenn ich im Falle von Isis mittlerweile sicher bin, dass es ihr bei Alex besser geht wie bei dem Vorbesitzer, hätte ich es mir nie verzeihen können, wenn ich den Besitzer nicht wenigstens versucht hätte zu finden. Denn war wäre, wenn wieder irgendwo ein Mädchen wegen seinem verschwunden Tier weint. Ich wollte mit so etwas nicht leben...

Viele Grüße
Micha
Jeanie und Aladin

Ina-M.
26.01.2005, 17:55
[QUOTE]Original geschrieben von mk75

Das 10 jährige Mädchen dem der Kater gehörte, heulte vor Glück als sie ihren Kleinen wieder im Arm hatte.
Aus diesem Grund denke ich, man sollte dem Besitzer immer die Möglichkeit geben, dass er sein Tier wieder finden kann.

Ein Katzenbesitzer dessen Tier weg ist, muss sein Tier suchen, nicht der Finder muss den Besitzer suchen. Somit muss man als Finder eigentlich nur die Augen nach Anzeigen oder Zetteln auf halten.


Hallo Micha
Das ist ja auch ganz meine Meinung, daß man dem Besitzer die Möglichkeit geben muß.

Zum 2. Absatz kann ich nur sagen, daß das Tier evtl. ja auch in einer Nachbargemeinde entwischt sein könnte, so denke ich immer. Was nutz es da, nur im eigenen Ort die Augen offen zu halten. Ich habe längere Zeit im Tierheim mitgearbeitet. Glaub mir, ich weiß, daß es die komischsten Sachen gibt.
Unter anderem oder gerade deshalb habe ich darauf gedrängt, daß "der Fund" publik gemacht wird.
Die Mieze im vorliegenden Fall ist schätzungsweise 4 Monate alt, folgedessen auch noch nicht kastriert und tätowiert.
Nach meiner letzten Anfrage bekam ich eine ziemlich derbe Antwort.
Ich habe ja Erfahrung mit Such/Fundmeldungen und habe meine Hilfe angeboten, was rigoros abgelehnt wurde.
Meines Wissens nach wurde ein Zettel am eigenen Haus angebracht, sonst nichts. Als ich den Vorschlag machte, es bei einer Tierhilfe zu melden, bekam ich zur Antwort, daß man den ganzen Tag arbeiten müsse und dafür keine Zeit sei.
Da frage ich mich allerdings, wozu es Telefon gibt.
"So" kann das Tier, das evtl.4 km entfernt entlaufen ist, nicht zu seinem Besitzer zurück.

Im Grunde bin ich froh über jeden, der sich so einer armen Tierseele annimmt. Aber dieser Fall hier ist etwas anders gelagert. Ich möchte das hier nicht so veröffentlichen. Daher dachte ich, daß man mit der "Fundsache" etwas machen kann.

Leider habe ich jetzt dadurch, glaube ich ganz stark, einen guten Bekannten weniger.
Ich bin eben zu sehr Tierschützer.
Aber ganz doll danke für Deinen ausführlichen Bericht.
Ich habe ja auch ein Katerchen verloren (der kastriert und tätowiert war!), ich hatte nach 1 Jahr immer die Hoffnung, ihn wieder zubekommen. Ich weine heute noch um ihn.
Liebe Grüße
Ina-M.

mk75
27.01.2005, 08:53
Hallo Ina,

das kann ich gut verstehen, dass du über diese Situation unglücklich bist. Das wäre ich auch wenn meine Freundin die Katze einfach eingesteckt und behalten hätte, aber in unserem Fall haben wir abgemacht, sie nimmt sie auf und ich kümmer mich um den Rest, da ich mit Fundtieren etwas Erfahrung habe und auch schon selbst einige Katzen "über Nacht" verloren habe.
Dass eine 4 Monate alte Katze einige Kilometer weit läuft glaube ich aber nicht, viel eher hat sie vielleicht ein Kind mitgenommen und dann wieder rennen lassen, so was kommt häufiger vor wie angenommen. Oder sie wurde ausgesetzt.
Ich glaube ich würde in deinem Fall einfach das Tier melden, klingt übel aber wenn deine Bekannten sich schon so verhalten, kümmern sie sich dann richtig um eine Katze? Oder vielleicht kannst du ja einfach mal im Tierheim nachfragen ob eine vermisste Katze gemeldet wurde, auf die das Alter passt.
Sie arbeiten und können deshalb nicht mit der Tierhilfe telefonieren, können sie sich dann um eine junge Katze kümmern???
Ich will damit natürlich deine Bekannten beleidigen, aber Tierliebe muss in meinen Augen in beide Richtungen gehen. Sowohl ein Tier liebevoll aufnehmen was kein Zuhause hat, also auch die Suche nach dem Besitzer, um das Tier in seine gewohnte Umgebung wieder zurück zu bringen.

Druck doch einfach den Thead aus und gibt es ihnen, vielleicht rüttelt das den Verstand wach. Es gibt ja eh nur 2 Möglichkeiten entweder sie hat ein Zuhause oder sie hat jetzt ein neues Zuhause und das lässt sich normalerweise innerhalb einer Woche abklären (wenn man sich ans Telefon klemmt).

Ich drück dir die Daumen und trotz allem reg dich nicht zu arg auf.
Viele Grüße
Micha
Jeanie und Aladin