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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Hund wurde von einem Boxer angefallen...



erdbeerbaum
16.08.2002, 20:04
Vor ca. 1 Woche sind wir mit unserem Huskyrüden, der an der Leine war spazieren gegangen. Wir begegnetem einem Boxerrüden der nicht an der Leine war. Zunächst drehte er um, als ich zu ihm sagte "Hau ab". Dann kam er aber wieder und ist unserem Hund auf den Rücken gesprungen, hat ihn zu Boden geworfen und sich in ihn reinverbissen. Leider ging das so schnell, daß wir nicht mehr dazwischengehen konnten, um unseren Hund abzuleinen. Schließlich kam endlich der "Hundeführer", der keinerlei Einfluß auf seinen Hund hatte. Irgendwie wurden die Hunde dann doch getrennt und ich habe mir die Adresse und Tel. Nr. des Besitzers aufgeschrieben, welcher jedoch ein anderer als der Hundeführer ist. Zunächst schien es unserem Hund an nichts zu fehlen, aber abends fing seine vordere Pfote an zu schmerzen, sodaß wir in die Tierklinik mußten. Er bekam einen Gips und muß eventl. operiert werden. Wir haben dann doch den Besitzer angerufen, welcher wohl schon informiert war, dem auch bekannt ist, daß sein Hund nicht auf diesen Hundeführer hört (wieso dann ohne Leine?). Er wollte es über seine Hundehaftpflicht regeln. Leider wird er jetzt immer unverschämter, kann uns plötzlich ein benötigtes Formular nicht geben, weiß nicht mehr wo er versichert ist, und, und , und...
Ich weiß nicht genau wie ich reagieren soll, bzw. welche Rechte ich habe. Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen und kann mir Ratschläge geben.
DANKE!!!:)

Thomas
16.08.2002, 21:08
Hallo Erdbeerbaum!

1.) Gute Besserung für Deinen Hund
2.) Lass Dich keinesfalls mit dem anderen Hundehalter auf Diskussionen ein (Schuldfrage etc.)
3.) Ruf (ein letztes Mal) bei ihm an, und mache ihm in einem sachlichen aber deutlichen Ton klar, das falls er die benötigten Daten nicht umgehen rausrückt, Du sofort Anzeige erstatten wirst.
4.) Lass der Ankündigung unter Punkt 3 Taten folgen
5.) Schicke sämtliche Rechnungen (Originale, die Kopien behälst Du) an den "Unfallgegner" (Zahlungziel: sofort)

Gruß
Thomas

PS. Ich bin kein Rechtsverdreher und darf Dir ja somit meine laienhafte Einschätzung zu dem Fall mitteilen. Ich denke, das Du aufgrund der Tatsache, das dein Hund angeleint war und der andere nicht, im Streitfall recht gute Karten hast.

Tina2809
19.08.2002, 09:50
Hallo Erdbeerbaum!

Erstmal auch von mit gute Besserung für Deinen Hund.
Ich kann mich Thomas nur anschließen.
Auf jeden Fall solltest Du mal bei Deiner Versicherung anrufen, und den Vorfall melden!!! Frag dort auch mal nach, wie Du weiter vorgehen kannst, die kennen sich ja mit sowas aus.
Ich finde, Du solltest auch auf jeden Fall zur Polizei und die mal fragen, wie sowas gehandhabt werden sollte.

Versicherung und Polizei können Dir in diesen Rechtsfragen sicher besser helfen, bin auch nur Laie...

Sowas ist das allerletzte und unverantwortlich, wenn man weiß, daß der Hund nicht hört und ihn dann trotzdem ableint!
Wenn er wirklich versichert ist:confused: sollte die Sache ja eigentlich schnell geklärt sein...

Ich drück´Dir die Daumen!
Tina

Thai
19.08.2002, 18:37
Hallo
Ich kann mich den anderen auch nur anschliessen.
Droh ihm am besten auch noch mit dem OA.
Ich wünsch Deinem Hund gute Besserung,und das Du zu Deinem Recht kommst.
Echt zum kotzen solche Typen,sein Hund beisst,und sich dann noch drücken wollen:( :( LG

Alpha
22.08.2002, 02:17
Hallo!
Du hast nicht "irgendwelche",sondern alle Rechte,wenn Dein angegriffener Hund an der Leine war und der Hund,der ihn gebissen hat,nicht an der Leine war!Mir ist es auch schon passiert,daß mein angeleinter Hund einen frechen,respektlosen unangeleinten Hund gebissen hat-da hab ich keine Schuld und der andere Hundebesitzer halt Pech gehabt!genauso verhielt es sich,wenn ein unangeleinter Hund sich uns aggressiv näherte und entweder einer meiner Hunde durch ihn oder er durch mich verletzt wurde-das Recht ist immer auf der Seite es Angeleinten!Da kann der Halter sich nicht herausreden,auch gibt es keine Teilschuld.Zur Not:erstatte Anzeige,Du bekommst Recht,wenn du alles richtig geschildert hast.Es ist völlig normal,solche Dinge über die Haftpflicht zu regeln,also lass ihn.Was merkwürdig klingt:der Hund hat ihn angeblich angegriffen und soll dabei seine Pfote verletzt haben?Komisch.da hat Dein Hund sich wohl eher hinterher vertreten,unabhängig vom Vorfall?das hat dann nichts mit dem anderen Hund zu tun und man sollte diesen Hund auch da raus halten,denke ich.Sei so fair und ziehe den anderen Hundehalter nur dann hinzu,wenn mit Sicherheit die "Verletzung" Deines Hundes tatsächlich mit dem "Angriff"des anderen Hundes zu tun hat.nicht nur,um Kosten zu sparen(gibts ja oft!).
alpha

Ulla
22.08.2002, 21:51
Hallo,

da ihr ja so gut bescheid wißt, hab ich auch mal ne Frage: Wie ist es denn, wenn beide Hunde nicht angeleint sind bzw. waren? Ist es denn nicht grundsätzlich so, daß man als Hundehalter für jeden Schaden aufkommen muß, den sein Tier anrichtet? Habe leider z. Z. das Problem, daß mein Rüde von einem anderen verletzt wurde und die andere Hundebesitzerin sich bisher nicht rührt, die Tierarztkosten zu bezahlen. Ich habe auch schon überlegt einen Anwalt einzuschalten, wenn sie bis Anfang nächster Woche nicht bezahlt hat (die Rechnungen habe ich ihr vor zwei Wochen geschickt).....

Hat vielleicht schon jemand Erfahrung mit einer solchen Situation?

Ulla

Thomas
22.08.2002, 22:13
Hi Ulla,

also in Deinem Fall sieht es da schon deutlich schwieriger aus, befürchte ich. Mein laienhaftes Wissen tendiert jedenfalls dahingehend, das Dir in jedemfall eine "Teilschuld" (auch wenn Dein Hund in Wirklichkeit nicht "schuld" war, sich also passiv verhalten hat) angerechnet wird, einfach aufgrund des Umstandes das Dein Hund unangeleint war. Wenn es keine Zeugen gibt und sich die anderen Hundebesitzerin quer stellt, dann dürfte es schwierig werden. Eine Keilerei auf "freier Wildbahn" ist nunmal leider (juristisch) nicht so eindeutig zu bewerten wie ein Recht-vor-Links-Unfall in Straßenverkehr.

Hmmm, vielleicht kann noch jemand anderes was konkreteres dazu sagen...

Gruß
Thomas

PS. Natürlich wünsch´ ich auch Deinem Fiffi gute Besserung...

Ulla
22.08.2002, 22:30
Hallo Thomas,

tja, also wer "Schuld" war ist leider ungeklärt obwohl es jede Menge Zeugen gab, konnte keiner genau sagen, welcher von beiden angefangen ist. Übrigens waren beide Hunde nicht angeleint.

Und mit der Schuld ist das ja wohl auch so eine Sache... Wenn ich den Paragraphen im BGB richtig verstehe, geht der Gesetzgeber bei Haustieren von einer so genannten "Gefährdungshaftung" aus, die besagt, daß der Tierbesitzer unabhängig von einem Verschulden für alle Schäden die sein Tier verursacht haftbar gemacht wird. Es spielt demnach ja wohl auch keine Rolle, wer angefangen hat. Wenn ein Hund z. B. ein Kind verletzt, obwohl er vielleicht voher stundenlang gepiesackt worden ist, muß der Halter ja auch dafür geradestehen (bzw. seine Versicherung). In meinem Fall fürchte ich eher, daß die andere Hundebesitzerin ihre Hunde gar nicht versichert hat; auf Anfrage wußte sie nicht mal bei welcher Gesellschaft sie versichert ist:: "Das hat alles mein Mann gemacht". Angeblich hatte sie den Vorfall aber schon gemeldet!?! Es gab sowieso einige Widersprüche bei dem Telefonat, daß ich mit ihr geführt hatte.
Naja, ich werde um den Anwalt wohl nicht herumkommen.

Ulla

Chaostruppe
24.08.2002, 16:20
mir ist es wirklich schonmal passiert, daß ich einen "Schaden" gemeldet habe, die Versicherung sich aber nicht gerührt hat. Damals hatte mein großer Rüde eine Beisserei mit einem etwa gleich großen Schäferhund, der am Bein verletzt wurde und blutete.
Wie gesagt, ich hatte es gemeldet, aber nix ist passiert. Allerdings hat sich der andere Hundebesitzer auch nicht mehr gerührt, weil sein Hund mir in die Hand gebissen hatte, und wir in gewisser Weise quitt waren. Ich hatte mir mein "Monster" nämlich gleich geschnappt, und ihn festgehalten, indem ich meinen Arm um seinen Hals legte. (um ihn festzuhalten) Der DSH riß sich aber nochmal los, und wollte meinen Hund in den Hals beißen, wo unglücklicherweise meine Hand war. Tja.

Jedenfalls habe ich trotzdem alles an die Versicherung weitergeleitet, mit Adresse und Kontonummer des anderen Hundebesitzers, hab mich aber dann nicht weiter drum gekümmert.
Will damit sagen, es kann durchaus passieren, daß eine Versicherung sich mal "tot stellt".

Liebe Grüße,
Andrea

erdbeerbaum
24.08.2002, 19:13
Hallo,

danke für die vielen netten Antworten. Meinem Hund geht es inzwischen besser. Er hat jetzt statt Gips nur noch einen Stützverband und er versucht jetzt auch wieder aufzutreten.
Der Besitzer des Boxers hat inzwischen doch eine Schadensanzeige an seine Versicherung gemacht, hat wohl doch ziemlich Angst, daß er angezeigt wird, obwohl ich ihm damit Gott sei Dank nicht drohen mußte.

Danke nochmal ihr habt mir sehr geholfen.

Viele liebe Grüße
aus München
Sabine

Ulla
24.08.2002, 22:27
@ Chaostruppe

Was hätte die Versicherung denn Deiner Meinung nach machen sollen? Eine Pauschale überweisen? Wenn die keine Belege haben aus denen hervorgeht wie groß der Schaden ist, können die ja auch nichts bezahlen, oder? Der andere Hundebesitzer hat sich ja bei Dir nicht mehr gemeldet und somit wohl auch nichts beansprucht (Tierarztkosten o. ä.). Von daher sehe ich das nicht so, daß die sich "tot gestellt" haben.

Liebe Grüße
Ulla

Chaostruppe
25.08.2002, 08:08
ich hatte die Tierarztrechnung! Die hab ich damals mit der Schadensmeldung eingereicht. Ist trotzdem nichts passiert, ich hab keine Ahnung warum!

Liebe Grüße,
Andrea

erdbeerbaum
25.08.2002, 19:52
Hallo Andrea,

wahrscheinlich hat die Versicherung dem Geschädigten direkt das Geld per Überweisung oder Scheck zukommen lassen und der hat sich deshalb nicht mehr bei Dir gerührt.

War bei meiner Haftplichtversicherung, zwar nicht bei Tieren, sondern bei Wasserschaden, zumindest so. Wenn mir die Geschädigte nicht gesagt hätte, daß sie das Geld bekommen hatte, hätte ich davon nichts erfahren. Die Versicherung hat der Dame einen Scheck geschickt mir das aber nicht mittgeteilt - damit war dann die Sache erledigt.

Gruß
Sabine

Chaostruppe
26.08.2002, 08:20
das kann natürlich sein1 Ich dachte, man wird immer über die "Schadensregulierung" informiert. Nach einem Schaden an meinem Auto, wurde ich von meiner Versicherung nämlich über alle Vorgänge informiert.
Den anderen Hundebesitzer konnte ich nicht mehr fragen, da wir uns zur Vermeidung weiterer Beissereien aus dem Weg gingen.

Liebe Grüße,
Andrea