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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund rennt hinter Fahrrad und Inlinern her und beißt!!



Schnepel
15.08.2002, 15:22
Hallo,

nach einem gestrigen erneuten Zwischenfall bin ich echt down. Wir arbeiten jetzt daran unseren fast 2 Jahre alten Hund frei laufen zu lassen. Am besten klappt es bei mir am Stall, da hat er sein Territorium was er nicht verläßt. Vor drei Tagen kam allerdings am Hof ein Junge auf einem Fahrrad vorbeigedüst und unser Hund wild bellend hinter her-er hörte kein Stück und der Junge schrie wie am Spieß und fuhr nur noch schneller auf und davon. Unser Hund kam gott sei dank wieder bevor schlimmeres passierte. Gestern kam ein Mädchen auf Inlinern auf den Hof gefahren und bevor ich reagieren konnte rannte er auf sie zu und knurrte und biß ihr in die Hose! Ich bin echt fertig. Wie kann ich ihn im passenden Moment packen und ihn bestrafen. Er ist von Natur aus ängstlich und bellt Fremde an, läßt sich auch nicht von jedem anfassen. Aber wir hatten die Hoffnung dass es freilaufend besser klappt.
Wenn wir ein Stück Feld gehen, wo wir sicher sind dass keiner kommt, hört er wie Lumpi!!!

Wir wollen in 2 Tagen in den Urlaub und ich möchte nicht das da irgendwas passiert! :confused:

Grüßle Sonja

cheroks
15.08.2002, 16:23
Hallo Sonja,
kannst du noch ein bisschen mehr erzählen? z.B. was für eine Rasse, wie lange hast du den Hund und warum war er bis jetzt immer an der Leine?Wie verhält er sich wenn andere Hunde sein Grundstück betreten oder passieren oder Menschen ohne "Gerät"?

Schnepel
15.08.2002, 21:41
Hallo zurück,

wir haben den Hund jetzt seit Januar 2001. Die Rasse würde ich dir gerne verraten wenn ich sie wüßte. Er kommt ürsprünglich aus Ägypten, hat Ähnlichkeit mit Pariah Hund/Dingo, etc. Leider kann man seine Verhaltensweisen/Merkmale ja nicht richtig ausmachen, wie bei manch anderen Hunden. Er kam zu früh von der Mutter weg und hat einen kleinen Knacks denke ich!
Wir konnten ihn sonst nicht ableinen, weil er Packen gespielt hat und absolut auf nichts hörte. Alles andere was hier oft geraten wird (weglaufen, Leckerlie, spielen) schlug nicht an.

Nach der dritten Hundeschule hab ich jetzt etwas Hoffnung. Ab September versuchen wir uns in Agility!

In Bezug aufs Gründstück. Es wird jeder böse angebellt der an unserem Garten vorbeigeht. Er ist ja nun auch nicht klein und wenn der auf einmal am Zaun steht, wechseln schon einige die Straßenseite!

Der perfekte Hund ist er eh nicht! Wurde uns in der ersten Hundeschule gesagt. Schwierig mit ihm. Er war am Anfang überhaupt nicht zutraulich,geht seine eigenen Wege. Bloß nicht schmusen! Das hat sich wenigstens etwas gelegt. Wenn er müde ist und liegt auf "seinem" Sofa knuddel ich ihn dann ganz schnell durch, bis er genervt den Kopf wegdreht....

Aber immerhin Chance genutzt!!!

Grüße Sonja;)

Thea
16.08.2002, 10:23
Hallo,
euer Hund scheint ja der absolute Chef zu sein. Hat man euch in 3 Hundeschulen nicht gesagt, wie wichtig es ist, dem Hund seinen Platz in der Rangordnung klar zu machen. Natürlich hört er nicht au feuch ,ihr seid ja auch nicht die Rudelführer, sondern er. So ein Hund darf keinen erhöhten Liegeplatz (Sofa) haben. Warum rennst du hinter ihm her, um ihn zu streicheln? Lass ihn lieber mal links liegen, so dass er auf dich zukommen muss, wenn er was möchte. Lass ihn ruhig mal ein oder zwei Tage hungern und ihn dann sein Futter in Form von Leckerlies "erarbeiten". Wie willst du denn Agility machen, wenn er überhaupt nicht hört? Die ganzen Erziehungsmassnahmen werden nicht helfen, bevor der Hund euch nicht anerkannt. Ich hoffe die 3. Hundeschule taugt nun wirklich was, und euch kann dort unter die Arme gegriffen werden. Wo habt ihr denn so einen exotischen Hund her?

Ich wünsch euch viel Glück, Geduld und gute Nerven, und erwartet nicht zuviel bir zum Urlaub, Grüße Thea

Rote Zora
16.08.2002, 10:44
Hallo Thea, bin erstaunt über Deine krassen Worte gerade zu diesem Thema.
Ich denke Du kommst mit Deinem eigenen Rüden so wenig zurecht das Du sogar überlegtest ihn abzugeben!?
SieheTiervermittlung -Darf man seinen Hund abgeben.Also back bitte kleine Brötchen und bekomm Dein eigenes Problem in den Griff!
Zu dem anderen Punkt, wie alt ist der Rüde , ist er der einzige Hund bei Euch auf dem Hof und woher habt ihr ihn?
Kenne das Problem mit dominanten Rüden nur zu gut , mein Ex hatt einen.
Unterwerfung ist wie Thea schon scheib sicherlich der Anfang
und da er Fahrradfahrer und Inliner scheinbar als bedrohung ansieht solltet ihr langsam ihn an solche Dinge Gewöhnen wie z.B ein Freund der Fahrrad fährt fährt probeweise an eurem Grundstück vorbei bleibt der Hund liegen wird er gelobt , rennt er hinterher ruf ihn zu Dir , pack ihn im Nacken und Unterwerf ihn- und das jedesmal.
Vielleicht klappts dann ja.
Liebe Grüße
und laßt den Kopf nicht hängen

cheroks
16.08.2002, 11:08
Ich bin mit nicht sicher, dass dein Hund der absolute Chef ist. Ich würde eher von einem "wilden"Hund sprechen, der kein Urvertrauen in die Menschen hat(Kynologen nennen es auch etwas urwölfisches) Ist er bei Menschen aufgezogen worden, oder nicht? Wenn nicht, erklärt es eindeutig, warum er "ängstlich" ist. Lass ihn nicht hungern!!! Das sind altertümliche Methoden, von denen ich nichts halte. Klar kommt der Hund, wenn man ihn aushungern lässt, aber nicht, weil er gehorcht, sondern weil er hunger hat. Man sollte seinen Hund Motivieren, aber nicht so! Versuch lieber das Vertrauensverhältnis zu ihm zu stabilisieren. Parihas oder Dingos sind nicht wie normale Hunde, sie stammen zwar beide vom Wolf ab, haben aber nicht die eigenschaften des normal gezüchteten Haushundes z.B. das Urvertrauen in Menschen.
Bedränge ihn nicht mit Streicheleinheiten, wenn er das nicht mag. Damit verunsicherst du ihn, vielleicht ängstigt ihn das sogar. Lass ihn erstmal nicht von der Leine, denn es kann noch schlimmer kommen. Er verjagd Fremde von seinem Revier, was eigentlich für so einen Hund normal ist. Du kannst ihm nur klar machen, dass er das nicht tun soll, wenn du im richtigen Moment einen Schnauzengriff anwendest. Natürlich nur, wenn er noch nicht auf den "Eindringling" los ist, oder wenn er zurück kommt. Dann ist es zu spät. So weit darf es nie mehr kommen, denn jede erfolgreiche Jagd wird sein Verhalten bestärken, egal was du danach mit ihm machst. Du musst sein Verhalten im Keim ersticken und das ruhig und gelassen, ohne Schimpfen und Schreien, denn dass ist für einen Hund ein unverständliches Verhalten. Rudelführer schreien ihr Rudel nicht an und reagieren Aggressiv, wenn ein Rudelmitglied etwas tut, was ihm nicht gefällt. Sie verwenden den Schnauzengriff, kurz und intensiv, bis der unterworfene sein Verhalten einstellt und keine Gegenwehr mehr zeigt. Danach muss die Situation sofort entspannt werden, durch Loben und Bestätigen, ja so ist es richtig, so sollst du dich verhalten! Lass ihn an einer langen Leine, damit du im Zweifel eingreifen kannst. Im übrigen sollte der Schnauzengriff nur dann angewendet werden, wenn zwischen Aktion und Reaktion nicht mehr als1,5 Sek. liegen. Geh nicht schimpfend auf ihn zu und lege den Schnauzengriff an. Sei möglichst emotionslos aber konsequent. Das versteht dein Hund. Ich würde auch versuchen, die soziale Beziehung zu deinem Hund auszubauen, z.B. durch Verstecken spielen, plötzliches Loslaufen, Richtungswechsel etc. damit dein Hund auf dich aufmerksam wird. Du hast einen schwierigen Hund und ich würde mich mal genauer über Dingos und Pariahs erkundigen, denn die stellen höhere Anforderungen an den Menschen als gezüchtete Rassen. Den Ausspruch der Hundeschule finde ich armselig, denn was ist ein perfekter Hund? Du brauchst viel Einfühlungsvermögen und Wissen über diese Hunde, dann kann aus einem ängstlichen zu Aggression neigender Hund ein treuer "Schatten" werden.

Thea
16.08.2002, 12:38
Sorry,
wenn es etwas krass klang, was ich geschrieben habe. Ja klae kenn ich die Probleme mit dominanten Rüden. Ich war nur so erstaunt, weil der Hund ja scheinbar überhaupr nicht hört, dass er dann die Chance bekommt hinter Radfahrern herzujagen und diese sogar zu schnappen, wenn er diese "Erfoge" haben kann, wird alles immer schwieriger. Entsetzt bin ich über die Unfähigleit vieler Hundeschulen, auf die wir uns als Hundebesitzer doch irgendwie verlassen wollen.
Liebe Sonja, sollte keine persönlicher Angriff werden, dein Hund ist bestimmt extrem schwierig, wohl auch rassebedingt. Trotzdem würde ich ihn auf keinen Fall aufs Sofa lassen. Hab nochmal nachgelesen, wenn keine Ablenkung da ist, hört er total gut? Und deswegen wollt ihr jetzt versuchen ihn mehr von der Leine zu lassen? Ist natürlich was anderes. Also, nichts für Ungut, meine Kritik gilt den unkompetenten Hundeschulen, denen Problemhunde doch eher lästig sind, obwohl man doch eingentlich hingeht, wenn man Probleme hat, oder?

Liebe Grüße und viel Glück, Thea

volker
16.08.2002, 12:58
Hallo,

Die Sach mit eurem Hund ist äußerst gefährlich, was andere Personen auf Fahrrädern oder ähnlichem betrifft.

Zu Thea muß ich sagen, daß ich ihr in Bezug auf Hundeschulen recht gebe, aber sagen muß, daß ich diese auch wiederum verstehe denn Problemhund müssen auch von einem Hundtrainer verantwortet werden können.

Bei solch einem Verhalten des Hundes, würde ich auf den Einsatz einer Schleppleine tendieren, so daß ein einwirken auf den Hund auf Distanz möglich ist.


Gruß Volker

cheroks
16.08.2002, 14:13
Ich glaube auch nicht, dass eine Hundeschule in dem Fall der richtige Platz für so einen Hund ist. Such dir lieber einen privaten Trainer der sich mit solchen Hunden auskennt. Ich habe viel über die Abstammung des Haushundes gelesen, es wird ganz deutlich gemacht, dass unser Haushund nicht zu vergleichen ist mit Dingos/Pariahs/Steppenwölfen etc. Man muss sie anders behandeln als den gewöhnlichen Haushund. Sie sind sehr viel schneller aus der Ruhe zu bringen, was wir gewöhnlich Angsverhalten nennnen. (Schäferhunde z.B. wurden auch auf "nervös/ängstlich" gezüchtet, damit sie schnell und sicher anschlagen, sobald sich etwas verändert.. Der Mensch aber bezeichnet einen Schäferhund oft als mutig, da er nicht den Schwanz einzieht und abhaut, sondern den vermeindlichen Eindringling stellt. Das macht er aber nicht aus Mut, sondern das ist nur seine Art seiner Angst Ausdruck zu verleihen. Lies mal etwas über diese Hunde, dann wird dir bestimmt einiges klarer, oder such nach jemanden der auch einen Hund wie deinen hatt.

Schnepel
16.08.2002, 21:42
Also ich habe nie behauptet, dass mein Hund nicht gehorcht (Thea). Er kann alles sehr gut, nur leider ist er manchmal mit seinen Gedanken woanders und ein kleiner Träumer. Er steht mit Sicherheit nicht über uns, dafür haben wir schon gesorgt. Am Anfang war es alles andere als einfach mit ihm. Ich war in der ersten Zeit oft total fertig, weil er wie wild durch die Wohnung jagte und alles anknabberte. Ja wie ein richtiges Wildtier benahm er sich. Aber ich bin nicht jemand der seinen Hund abgeben würde aufgrund dieser Sachen. Wir haben hart gekämpt, oft gegeneinander, aber wir haben das wohl gut durchgestanden. Andere hätten wohl schneller aufgegeben, vor allem da es absolut kein Anfängerhund war!
Bei ihm dauert einfach alles länger, deshalb waren wir auch auf Nummer sicher gegangen und haben uns gesagt: Wenn er im Moment nicht hört, kommt er halt nicht von der Leine ab. Es hat lange gedauert, aber anscheinend fängt er jetzt an zu begreifen. Und für uns ist das ein totaler Wahnsinn. Wir hatten schon Angst, wir müßten ständig mit Leine gehen.

In Bezug auf Agility. Gerade deshalb will ich mitmachen, damit er lernt mit Spaß selber zu lernen. Nicht jeder Hund hört perfekt dort und dafür fangen wir ja auch in einer Anfängergruppe an. Er ist immer total motiviert, wenn er etwas tun kann, deshalb freue ich mich auch schon darauf.

Ich habe diesen "exotischen Hund" aus dem Internet und zwar durch Tiere in Not, falls es ein Begriff ist. Ich habe mich also diesem "Wildtier" angenommen, bevor er ins Tierheim gewandert wäre. Und glaub mir da wäre er nicht wieder rausgekommen oder spätestens nach der Anfangsphase wieder eingekommen!

Zu cheroks. Ich danke dir für deine Sichtweise. Leider muß ich sagen, dass ihn der Schnauzgriff nicht wirklich interessiert. Wie gesagt, wir haben ne Menge ausprobiert und viele Bücher gelesen...

Natürlich achte ich jetzt verstärkt darauf wo ich ihn frei laufenlasse, wg. Radfahrern etc. (Volker, Thea) Ich möchte ja nichts riskieren und ich gehöre bestimmt nicht zu den Leuten, die sagen:Der tut nix!! Aber ich möchte ihm einfach auch Gelgenheit geben das es besser wird und er zeigen kann, dass er es kann. Wir sehen es jetzt ja schon extrem, ich hatte schon vor einiger Zeit resigniert und mich damit abgefunden, dass unser Hund es nicht einsieht zu kommen wenn man ruft.

Noch zu den Hundeschulen: Die erste Schule war mehr in die Richtung positive Verstärkung und Clickertraining, da war er ja auch noch klein. Die 2. haben wir abgebrochen, weil wir nur in einer Reihe hinterherdackelten. Da habe ich nichts gelernt und der Hund noch weniger.

Aber die dritte war klasse und da machen wir jetzt auch Agility!

Ich wünsche euch was und vielleicht lese ich in 2 Wochen (nach unserem Erholungsurlaub) noch einige nette Antworten!

Sonja:cool: