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Faxeline
05.12.2004, 12:09
Lässt der Schmerz nie nach?

Ein Jahr schon. Ich kann es nicht glauben.
Ein Jahr, was wie eine Ewigkeit erscheint.
Vor einem Jahr verlor ich dich; die Freundin, die mir am Meisten bedeutete.
Viele sind bei mir, aber keiner ist so nah, wie du es gewesen bist. In Zeiten,
wo Freunde unterschiedliche Wege gehen, wo jeder sehen muss, wohin er geht,
da bleibe ich letztendlich allein. Du fehlst mir so, wie du am ersten Tag gefehlt hast.
Einsamkeit begleitet mich durch den Alltag.
Ich weiß, dass nur wenige sich erinnern werden, dass du heute ein Jahr tot bist.
Ich weiß, dass viele nicht verstehen würden, dass da immernoch der Schmerz
des tiefen Vermissens in mir steckt – du warst doch nur ein Hund.
Und doch: Für mich warst du der erste Freund, den ich verlor.
Du warst DER Freund, den ich verlor. Dein Blick ruht immernoch auf mir. Das weiß ich.
Du siehst mich an, von jedem bekannten Wegstück aus, von unserem Lieblingsbaum,
von der Gartenbank, von dem Sonnenfleck auf dem Küchenboden aus. Manchmal ist es,
als streicht ein warmer Luftzug an meinen Beinen vorbei. Dann möchte ich mich hinunterbeugen
und dich streicheln, doch im nächsten Moment weiß ich wieder, dass das nicht geht.
Das Haus ist einsam geworden ohne dich. Niemand versteht das und niemand bemerkt das
Ausser mir. Jeder hat jemanden, der ihn von Sorgen und Problemen ablenkt, nur ich stehe alleine hier.
Umgeben von vielen, aber dennoch allein. Du fehlst. Du fehlst einfach unglaublich doll.
Und ich weiß nicht, wohin ich heute gehen soll, möchte niemandem in die Augen schauen, denn ich weiß:
Von den Menschen hier fühlt niemand, wie ich fühle. Ich liebe dich. Und ich weiß, dass du irgendwo da draussen bist. Du bist noch bei mir, nicht zuletzt, weil ich dich in meinem Herzen trage.
Aber der Schmerz lässt einfach nicht nach...

Ich werde jetzt deine Lieblingsrunde laufen...Vielleicht begleitest du mich ja...

Für Faxeline, die ich schweren Herzens am 5.12.2003 einschläfern lassen musste.

Anna

Hovi
05.12.2004, 12:52
Hallo Anna,

nein, er läßt nicht nach. Zumindest nicht nennenswert, und anscheinend zumindest nicht in den ersten 10 Jahren.

Ich erfreue mich täglich an meinen beiden jetzigen Hunden. Merkwürdigerweise kann ich ihnen gegenüber niemals mehr so unbefangen sein, wie ich es Bandit gegenüber war. Als Bandit noch lebte, war der Tod für mich etwas Abstraktes, ich konnte mir (entgegen jeglicher Vernunft) niemals vorstellen, dass es überhaupt möglich sei, dass er mal nicht mehr ist. Und doch kam es schon sehr bald so.

Seither sehe ich immer, wenn ich meine beiden Hunde anschaue, den Schmerz des Abschieds, und ich habe Angst davor, jemals wieder einen Hund so lieb zu haben wie Bandit.

Das klingt verrückt, und es ist traurig, aber ich kann es nicht ändern.

Es gibt viele Lieder, die ich mittlerweile meinem Bandit gewidmet habe.

Where is the sun
That shone on my head
The sun in my life
It is dead
It is dead

Where is the dog I loved
All along
The dog that I loved
He is gone
He is gone

All of my life
I call yesterday
The spicks and the specks
Of my life ’ve gone away
All of my life
I call yesterday
The spicks and the specks
Of my life ’ve gone away

Verstehen kann sowas Verrücktes wohl nur, wer selber jemals ein Tier so geliebt hat.

LG
Claudia

kimba450
05.12.2004, 13:17
besonders mit deinem letzten Satz sprichst du mir aus der Seele....
Schön zu wissen das man mit dieser Trauer und dem Schmerz nicht alleine fertig werden muß,sondern es ist gut zu wissen das andere ihre Tiere auch so lieben.

Liebe Grüße
Ela

Codileine
06.12.2004, 21:57
hallo Ihr seit wirklich nicht alleine, ich trauer seit 3 Jahren um meinen Cookie, den die TA umgebracht hat. Am 11. Nov. mußte ich meinen Dino auch noch einschläfern lassen, ich habe zwar auch wieder 2 Hundis, aber mir geht es genauso wie Dir, ich hab Angst so zu lieben, wie ich meinen Cookie geliebt hab, ich habe auch das Gefühl, der Schmerz geht niemals. Ich spreche jeden Tag mit meinen Beiden und es stehen auch immer frische Rosen für sie da. Mich versteht auch niemand von außen, dann heißt es immer ist doch schon so lange her oder war nur... na ja die üblichen bescheuerten Sprüche. Aber das ist mir inzwischen egal, ich hab hier jedenfalls Menschen gefunden, die mit mir trauern oder ab und zu auch mal lachen. Was die anderen sagen, ist mir egal. Für mich sind meine Hundis und natürlich meine Kinder das größte und allerbeste.

Fido
07.12.2004, 02:41
nein ,ihr seid wirklich nicht alleine.Am 13. ist mein geliebter Boomer schon 2 Jahre und 8 Monate nicht mehr bei mir.Es tut noch immer so weh.Irgendwie wird es nicht wesendlich besser,man lernt nur damit zu leben.Er war ein ganz besonderer Hund für mich.Für mich war er auch unsterblich ,ich hab nie einen Gedanken an den Tod verschwendet und als es dann soweit war es unfassbar.Ich hab gedacht mein Herz zerreißt.
Als Arco jetzt vor 1 Monat über die RBB gehen mußte,wars wirklich ganz schlimm,ich weiß nur nicht um wen ich mehr geweint hab,Boomer Tod war wieder so nah. Nicht falsch verstehen ,ich hab Arco auch geliebt,aber eben anders,ich glaub so ein Tier oder diese Unbeschwertheit hat man nur einmal.Bei meinen :;Neuen ;; hab ich Angst diese tiefen Gefühle zuzulassen,ich hab Angst wieder so verletzt zu werden,wenn ich sie anseh denke ich an ihren Tod ,ich liebe sie aber es ist alles anders seid Boomie.

Es tut nur gut zu wissen das noch mehr Menschen so fühlen wie ich,manchmal denke ich echt ich hab einen Knall.
Ich drück euch mal ganz feste

Codileine
07.12.2004, 10:18
Petra hat die richtigen Worte gefunden, denn ich fühle genauso