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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baby ist da



alice0505
14.08.2002, 16:49
Hallo Tierfreunde,

ich habe seit mehr als 7 Jahren einen Wolfsspitzmischling Rüden. Er ist in unserer Familie unser Schmusehund. Das heißt alle die zur Familie gehören wie Oma, Opa, Mutti, Vati und mein Mann, sowie sämtliche Haustiere wie Vögel, Meerschweinchen und Hasen liebt er überalles. Vielleicht sogar zu sehr. Fremden gegenüber ist er sehr aggresiv, das heißt nicht das er beißt nein er bellt bis diejenigen das Grundstück wieder verlassen haben. Beim Gassi gehen ist er nicht so böse.
Nun habe ich ein Baby bekommen :p . Er scheint nichts gegen meine Tochter zu haben, ich lasse ihn immer wieder schnuppern, er leckt auch mal die hand von der kleinen und wedelt mit dem Schwanz. Anfangs bellte er wenn ich die kleine auf dem Arm hatte, oder meine Eltern durften anfangs gar nicht an sie ran. Doch daran hat er sich gewöhnt.
Nun ist es aber so, das wenn die kleine anfängt und heult, dann rastet er völlig aus, er flätscht die Zähne und bellt. Wenn man ihn beruhigen will fapst er sogar zu.
Wird er es noch lernen das jetzt noch jemand zu unserer Familie gehört????

Hat jemand Erfahrungen mit so einer Situation oder Tipps für mich????

Viele Grüße Alice

cheroks
14.08.2002, 19:58
Liebe Alice,
dein Hund ist der Herr im Haus, der euch alle an der Nase herumführt. Er ist der Wolf im Schafspelz! Wenn du deinen Hund beruhigen möchtest, versteht der Hund: sie lobt mich, also mache ich weiter und vielleicht noch ein bisschen doller, ihr gefällt das! Er kann nicht unterscheiden, ob du ihn loben oder trösten/beruhigen möchtest. Angenehm klingende Worte sind ein Lob für einen Hund.Auch das Leute das Grundstück verlassen müssen damit er aufhört zu bellen. Wie verhälst du dich in so einer Situation? Wenn du versuchst ihn zu besänftigen mit netten Worten, dann feuerst du ihn an., er denkt du willst auch, dass er jetzt so lange bellt, bis der Eindringling verjagd ist und das Grundstück verlassen hat. Auch wenn du jetzt schreist, denkt er er macht es richtig und du feuerst ihn an. Du sagst er ist zuhause böse und draußen nicht. Drinnen ist er der Chef und draußen nicht.
Er schnappt nach dir ist eigentlich das deutlichste Zeichen dafür, dass dein Hund dich/euch als Rangniederen ansieht. Er verteidigt das Grundstück und euch, alle Menschen und Tiere die immer oder oft bei euch sind, zählt er zu seinem Rudel. Er mag euch und holt sich von euch das was er braucht und verteidigt euch auch. Aber bei gewissen Dingen ist er komisch, das verteidigt er gegen Euch und beansprucht es für sich oder droht euch durch knurren. Ihr müsst lernen, wie man mit einem Hund richtig umgeht, was er durch sein Verhalten zeigt und wie man darauf reagieren sollte(wobei Nackengriffe/
Schläge/wegsperren etc natürlich nie eingesetzt werden dürfen da Aggression immer Gegenaggression schürt )Dein Rüde hatte mehr als 7 Jahre Zeit in die Pascharolle hineinzuwachsen. Ich rate dir, geh auf einen guten Hundeplatz mit deinem Hund und lass dir dabei helfen. Gerade jetzt ist es wichtig, dich intensiv mit deinem Hund zu beschäftigen damit er dir nicht über den Kopf wächst.

netty909
15.08.2002, 11:12
Hallo,
also ich kann mich nur der Meinung anschliessen. Kläffende Hunde sind Erziehungssache das habe ich am eingenen Leib gelernt. Ich hatte vor Jahren einen Pumi (ungarischer Terrier) der hat gebellt .... oh Gott, manchmal 20 Minuten hindurch ohne Grund. Er hat mich ganz narrisch gemacht und ich habe auch versucht ihm zuzureden und ihn zu beruhigen das alles okay ist und er nicht bellen braucht. So dachte ich zu seiner Zeit. Doch ich wurde des besseren belehrt. Ich musste den Hund weggeben weil ihn erstens keiner mehr ausstehen konnte und die Nachbarn haben sich beschwert ständig. Die Nachbesitzerin hat bei jedem unnötigen bellen den Nein / Aus und wenn es nicht half den Schnauzengriff gemacht. Ich habe den Hund vor kurzem gesehen - unglaublich - wie gehorsam er ist. Und es ist nicht so das er Angst hat von der Besitzerin er hat Respekt und das braucht jeder Hund.
Der Hund muss wissen eindeutig das er nicht Herr im Haus ist. Die Frage ist aber da er schon 7 Jahre alt ist ihn jetzt umzugewöhnen wird nicht einfach sein wenn überhaupt. Wenn er aber bellt und die Kleine anknurrt muss er bestraft werden, mit lauten Nein / Pfui, und wenn der Hund euch schnappt dann muss man ihm zu Boden drücken und Pfui sagen, das habe ich in der Hundeschule bei grossen Hunden gesehen. Mir wurde erklärt das damit der Hund auch versteht das DU der stärkere bist muss man es ihm ab und zu beweisen. Also das dein Hund dich schnappt ist vollkommen falsch, das würde ich nicht durchgehen lassen.
Viel Glück, bin neugierig wie es weiter geht, hoffe von dir zu hören.
Grüsse aus Wien
Jan;)

cheroks
15.08.2002, 11:33
Noch ein Nachsatz, bevor du versuchst jetzt eigenmächtig deinem Hund klar zu machen das du der Boss bist, solltest du dir dringend Rat holen, wie man das richtig macht. Ich gebe dir jetzt keine Tipps, da ich glaube du müsstest erst mal verstehen, wie du deinen Hund überhaupt zum Rudelführer gemacht hast. Besprich dich mich einem Hundetrainer! Jeder Hund kann lernen, eine andere Rolle im Rudel innezuhaben, aber dafür musst du/ihr euch informieren.

Phillis
15.08.2002, 12:59
Ab und zu beweisen…reicht nicht!
Jan Fenell hat ein Buch geschrieben, das einmal grundsätzlich vor Augen führt, wie die Geschichte mit Hunden und ihren Menschen geht oder nicht geht!
„Mit Hunden sprechen.“ Ullstein.



Das wäre ein guter Anfang und befähigt einen auch, den Hundetrainer auszusuchen und zu verstehen, sollte er noch gebraucht werden.

Du irrst z.B, wenn Du glaubst, Dein Hund freut sich über das Baby, wenn er schwanzwedelnd vor ihm steht . Das Schwanzwedeln/haltung bezieht sich auf die Stellung des Hundes im Rudel! Das Wedeln ist also keine Garantie dafür, daß er nicht doch plötzlich mal schnappt, knurrt…
Ein Kind scheint auf den Hund wie ein Welpe zu wirken.
Und Welpen dürfen zurechtgewiesen werden.
Vielleicht wird an dem Beispiel deutlich, wie wichtig es ist, zu verstehen, was der Hund versteht, denn sonst agieren wir ins Leere.
Sich bist Du Du nicht zu spät dran! Ganz sicher! Es kann höchsten ein bischen dauern, bis Dein Hund begriffen hat, was Du/ die Familie von ihm wollen.

Viel Erfolg und Erkenntnis!
Phillis

alice0505
15.08.2002, 19:36
Vielen Dank für Eure Tipps. Bin natürlich über jeden weiteren Beitrag dankbar.

Ich weiß natürlich das mein Hund nicht super gut erzogen ist, habe mir jetzt das Buch "Mit Hunden sprechen" bestellt, vielleicht finde ich interessante Hinweise wie man das wieder gut machen kann, was ich bis jetzt verpasst habe in der Erziehung.

Aber eigentlich ist er ja sooooooo lieb!!!!!:) :) :)

Ich werde Euch dann mal berichten welche Fortschritte ich mit meinem Hund mache.

Viel Grüße