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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rangordnungsprobleme ?



Angel 73
24.11.2004, 14:42
Hallöchen,
ich hoffe auf Eure Tipps, da ich nicht mehr so recht weiter weiss..
Wir haben im Juli einen ca. 8 Wochen alten Mix-Welpen aus Griechenland mitgebracht, der leider sehr wenig Erziehung von seiner Mutter erfahren hat. Seit Anfang an haben wir das Problem, dass er ca. 3 mal täglich seine drolligen 5 Min. bekommt und mich dann anspringt, mir in die Jacke beisst und ich ihn nicht zur "Ruhe" bringen kann. Seit Anfang sind wir in der Hundeschule, wir haben schon alles mögliche ausprobiert, über Ingnoranz, zu ablenken, zu Wasserpistole etc.. Ansonsten klappen alle anderen Unterwerfungsgesten gut mit ihm. Ich weiss, er ist jetzt ca. 7 Mon. und noch superwild (wiegst schon ca. 30 kg), aber ich habe keine Lust mehr auf blaue Flecken und das tägliche Theater, zumal ich oft mit 2 Hunden raus muss (jeden Tag in den Wald, da kann er sich austoben).
Hat irgendjmd. noch einen Tipp für mich ????
Ich bin superdankbar für jede Anregung ! Ansonsten bleibt mir nur die Kastration (frühestens Ende 02/2005).
Liebe Grüße sendet Euch Britta

Samuel
25.11.2004, 01:28
Ansonsten bleibt mir nur die Kastration (frühestens Ende 02/2005).

Es gibt Dinge mit denen man in der Regel bei einer solche Problematik überhaupt nichts erreicht - die Kastration gehört hier dazu.


täglich seine drolligen 5 Min. bekommt und mich dann anspringt, mir in die Jacke beisst und ich ihn nicht zur "Ruhe" bringen kann.

Das ist doch nichts Ungewöhliches. Viele höhere Lebewesen testen so oder ähnlich ihre Grenzen.
Nur deine Reaktionen (Ignoranz, Ablenken, Wasserpistole) passen nicht so wirklich in das Schema.
Der Hund provoziert dich und das sehr bewußt. Zeige ihm doch seine Grenzen. Erwachsene Hunde zeigen den "Jünglingen" sehr genau was noch "lustig" ist und was nicht. Nur du bist irgendwie noch nicht mit deiner Rolle vertraut.
Also bei Allem in dieser Art was du wirklich nicht willst zeige es auch unmißverständlich. Auch wenn das "Küken" mal die ein oder andere Strecke per Luftpost zurücklegt.
Das gehört bei Caniden durchaus zum Erwachsenwerden.

tomcatmerlin
25.11.2004, 10:45
hallo,

das ist doch in dem alter ganz normal :D , was erwartest du denn von so einem jungen hund ?

die 5 minuten sind bei dem ein oder anderen welpen mal heftiger oder schwächer, aber das gehört einfach dazu.

zeige die grenzen wenn es zu heftig wird, und lasse ihn diese 5 minuten möglichst mit vielen anderen hunden verbringen:D ,
mit welpen und auch mit erwachsenen hunden, die ihm die grenzen zeigen.

viele grüsse

renate

LoveofLabs
25.11.2004, 12:27
das ist doch in dem alter ganz normal , was erwartest du denn von so einem jungen hund ? - Das ist bei "älteren Semestern" auch nicht anders:

Caro wird im Frühjahr sechs Jahre alt und kriegt auch heute noch ab und zu seine "fünf Minuten". Dann flitzt er wie ein Irrer immer rund um den Couch-Tisch und kommt dann in rasender Geschwindigkeit auf uns zu gerannt. Klatschen wir dann in die Hände und scheuchen ihn weg, zieht er das Hinterteil ein und dreht noch ein paar "Flitzrunden" - er sieht dann immer aus wie ein ägyptisches Renn-Kamel.:D

Es ist zum totlachen! Wir haben nach solchen Aktionen jedenfalls immer alle gute Laune:D

Liebe Grüße
Sabine

tomcatmerlin
25.11.2004, 12:31
hallo,

da sieht man es mal wieder , keine Altersbeschränkung:D ,
ich hatte nur gemeint, dass es bei jüngeren Hunden vielleicht doch etwas häufiger vorkommt:D .

viel spass mit eurem kamel.

viele grüsse

renate

Daisy1
25.11.2004, 17:38
Hallo Britta,

so ein ähnliches Problem hatte ich auch mal, war damals mein kleiner Terriermix - wenn der seine kritischen 5 min bekam sprang er um uns rum und kläffte wie ein Irrer, dazu schnappte er immer nach der Jacke.
Da es mein erster Hund war konnte ich das überhaupt nicht deuten und habs wahrscheinlich mehr durch Zufall richtig gemacht - nämlich das Ganze ignoriert, sobald er anfing, hab ich mich wortlos umgedreht und bin gegangen.
Inzwischen beginne ich das Spiel und beende es auch !!!

Alles Gute

Beate

Angel 73
01.12.2004, 19:16
Hallo Beate, danke für Deinen Beitrag ! Das mit dem Ignorieren habe ich auch schon versucht. Hin und wieder klappt es auch (ich halte wenig von gewaltsamen (lt. Samuel lass ihn fliegen) Erziehungsmethoden. Ich habe ja noch einen 12 J. alten JRT- bei der Größe ist das auch kein Problem, aber wenn Dich ein 30 kg Hund immer wieder anspringt und Dir in die Jacke und Hose beisst und dabei ab und zu Deine Knochen und Dein Fleisch zwischen die Zähne bekommt, dann tut es irgendwann so weh, dass Du nicht mehr ignorieren kannst. Manchmal macht er sich auch einen Spass daraus, sich mir vor die Füße zu stellen und in die Hose zu beissen. Da nutzt manchmal auch umdrehen nicht viel- der Hund ist ja nicht doof und will auf jeden Fall Aufmerksamkeit.
Aber ich gebe nicht auf- in Minischritten wirds schon besser-kostet nur unheimlich viel Geduld und er hat ne Menge Power.
Liebe Grüße
Britta

taitai
01.12.2004, 19:57
hallo angel 73,

du hast ein grundsätzliches problem mit deinem hund. denn wenn er genau wüsste, wer das alphatier ist, dann würde er sofort aufhören dich zu schnappen, wenn du "aus" rufst.
mein malamute tobt auch oft genug sehr wild mit mir herum und fletscht seine beisserchen, aber sobald er die jacke oder die hand nur im anflug erwischt, geht er sofort zurück, weil er mir nicht wehtun will.
du solltest mal richtig mit deinem hund kämpfen, dich auf sein nivéau stellen. sonst versteht er das nicht. hier kann hilfreich sein, dass du ihn´auch mal in den hals oder ins ohr beisst. ich konnte das anfangs auch nicht, aber mein mann hat mir das alles beigebracht. der hat schon immer grosse hunde gehabt und war nie mit denen in der hundeschule. ich halte da auch nicht unbedingt was davon. mit etwas gesundem menschenverstand kann man seinen hund prima erziehen, ganz ohne gewalt. meinen grossen kann ich selbst in 5-sterne lokale mitnehmen und er weiss wie er sich zu benehmen hat. er liegt brav unter dem tisch und wartet. man sieht nur ab und an mal seine nase hervorschauen. er stellt sich sofort vor mich, wenn er meint dass mir etwas das uns entgegenkommt schaden könnte. und das hab ich ihm nicht beibringen müssen.

na ja, aber deiner ist noch jung. gerade jetzt musst duihm zeigen wer der chef ist. er wird es auch später immer wieder versuchen. aber da musst du konsequent sein. da hilft auch kastrieren nichts.

gruss

Doggi_dog
02.12.2004, 21:35
Für viele Hundehalter stellt dies ein großes Problem dar! Meist wird es, in meinen Augen fälschlich, auch als Dominantsstreben dargestellt und beschrieben. Für mich ist es einfach Unsicherheit des Hundes und ungeklärte Rollenverteilung im „Familienrudel“, die einen Hund „dominant „ erscheinen lassen!
Ich möchte hier nun ein paar Tipps abgeben, die bei Fehlverhalten vom Hund ergänzend wirken können! Für eine Grundlegende „Umerziehung“ sollte man sich die Anleitung eines erfahrenen Trainers oder Problemhundeausbilders zu gute kommen lassen!


* Den Hund nur dann streicheln, mit ihm spielen und Füttern, wenn wir wollen, nicht wenn der Hund dies möchte.
* Das anstupsen mit der Nase und ähnliche Aufforderungen Ignorieren . Einfach hin und wieder weg schicken. Wir alleine bestimmen Zeit, Ort und Dauer der Zuwendungen er darf nur mit uns spielen, nicht allein mit seinem Spielzeug!
* Wenn der Hund im Weg liegt, nicht über Ihn steigen, sondern ihn auf scheuchen.
* Den Hund nicht zuerst aus der Tür laufen lassen, das ist das Vorrecht des „Rudelchef´s“.
* Keinen anderen Platz suchen nur weil Rex auf dem Sessel schläft und man ihn nicht wecken möchte, ruhig runter schubsen.
* Täglich wird er auf seinen Platz verwiesen, auch für mehrerer min. wo er zu bleiben hat, bis wir ihm erlauben aufzustehen.
* Gefüttert wird erst wenn wir, für den Hund gut sichtbar, schon gegessen haben.
* zum Futternapf darf er erst nach einigen Sekunden und auf unsere Genehmigung hin!
* Streicheleinheiten werden reduziert! Statt dessen wird der Hund täglich ausgiebig gebürstet. Dies soll er sich gefallen lassen. Mitleidiges gehabe wird ignoriert!


Wenn sich eine Besserung einstellt, wird auch wieder geschmust und ausgiebig gespielt. Wenn dabei aber wieder altes falsches Verhalten aufbricht, wird sofort wieder der vorher beschriebene„Drill“ eingesetzt.

Lucky Luke
03.12.2004, 01:48
Hallo
Boooh, sorry.... Was hat ein spielwütiger Hund, der gewisse Regeln nicht gelernt hat, mit Dominanz, Rangeinweisung etc. zu tun???? Oder mit Kastration.... muss der Hund dann weniger rumtoben????:confused:

Ab und an tickt der Hund aus – aus Dominanz? 5-Minuten-Dominanz:?: ? Ist mir neu....
Deswegen muss er dann dem ganzen Sermon unterzogen werden, ne, ist klar.....
Und Eier ab hilft eigentlich auch immer. Weiß ja jeder.

Also ICH würde den Hund IN DER SITUATION rankriegen, und das im Stufenmodell:
Ignorieren – (des Hundes und nicht des Verhaltens): sowie er austickt (und das bekommst du schon mit BEVOR er dir die Arme blau beisst) – Signal ("Schluss") und rumdrehen, wegdrehen, hinsetzen und lesen. Absolut konsequent. Es gibt kein Spiel mehr, basta.
Korrigieren: wenn er doch austickt:
- "AUA" + wehleidig tun + Ignorieren,
- nächste Stufe: Schnauzengriff (bitte erklären lassen)

Überleg mal, was dein Jacki tun würde (oder tut), wenn ihm der "Kleine" zu heftig zu Leibe rückt? Er dreht sich rum und fängt an zu drohen, schnappen. Wieso solltest du das nicht dürfen? Und das hat NICHTS mit Rangordnung zu tun, auf keiner der beiden Seiten.

Und ansonsten: toben ohne Ende. Wenn ein Hund meint, er müsse so ausrasten, dann muss er das: weil er nicht genug Gelegenheit hat, es sonst auszulassen.

Doggi_dog
03.12.2004, 22:43
Original geschrieben von Lucky Luke
[B]Hallo
Boooh, sorry.... Was hat ein spielwütiger Hund, der gewisse Regeln nicht gelernt hat, mit Dominanz, Rangeinweisung etc. zu tun????
sorry, mein beitrag bezog sich auf das was Angel 73 geschrieben hatte


aber wenn Dich ein 30 kg Hund immer wieder anspringt und Dir in die Jacke und Hose beisst und dabei ab und zu Deine Knochen und Dein Fleisch zwischen die Zähne bekommt, dann tut es irgendwann so weh, dass Du nicht mehr ignorieren kannst. Manchmal macht er sich auch einen Spass daraus, sich mir vor die Füße zu stellen und in die Hose zu beissen. Da nutzt manchmal auch umdrehen nicht viel- der Hund ist ja nicht doof und will auf jeden Fall Aufmerksamkeit.
und nicht zu dem 8 wochen alten Welpen!
so kleine hunde sollen spielen, na klar!!!!

Gruß guenter
www.dog-talk.de.vu

Lucky Luke
04.12.2004, 00:54
Hallo Doggi_dog
Ich beziehe mich auch auf das was Angie schreibt. Aber ich sehe nicht in allem eine Sache der Dominanz und ich sehe auch in dem Verhalten des Hundes keinen Grund, ihn in allen möglichen Punkten einzuschränken.
Übrigens hast du vergessen: Hund nie zu erst begrüßen, Hund nicht in alle Räume der Wohnung lassen,......

Mich stört es einfach, wenn mangelnde Erziehung (oder schwierige Erziehung) als DOMINANZ eingestuft wird. :mad:

Das Original deiner Tipps gibt´s übrigens hier: http://www.hundeverhalten.net/docs/intern/3wochenkur.html
Oder noch besser: Aldington: "Was tue ich nur mit diesem Hund"
Abgesehen von hin und wieder durchbrechendem "Dominanz-Wahn" ein sehr gutes Buch.
Andere Version:
http://www.hundewelten.de/thwb/showtopic.php?threadid=91

Etwas andere Sicht hinsichtlich Dominanz:
http://home.arcor.de/amdo/Dominanz.html
http://www.dogs-track.de/t_dominanz.php

Doggi_dog
07.12.2004, 21:27
hi ,
schön das du dich so gut im netz auskennst! ich kannte diese seiten noch nicht. aber um so schöner zu sehen, das noch mehr meiner meinung sind!


Mich stört es einfach, wenn mangelnde Erziehung (oder schwierige Erziehung) als DOMINANZ eingestuft wird
mich doch auch
Meist wird es, in meinen Augen fälschlich, auch als Dominantsstreben dargestellt und beschrieben. Für mich ist es einfach Unsicherheit des Hundes und ungeklärte Rollenverteilung im „Familienrudel“, die einen Hund „dominant „ erscheinen lassen!
gruß guenter

Angel 73
27.12.2004, 19:07
Hallo, schönen Dank für die letzten Beiträge. Besonders die Link-Hinweise werde ich mir zu Gemüte führen.
Ich möchte aber trotzdem kurz klarstellen, dass ich nicht gänzlich in der Hundeerziehung versage...das Warten-Lassen beim Füttern, dass ich zuerst aus der Haustüre und in die Haustüre gehe sowie das Sitzen und Liegen auf Kommando klappt ganz wunderbar mit dem Rüpel.... Aber ich muss zugeben, ich habe schon immer gerne mit meinen Hunden geschmust und es dauert auch, bis ich richtig ernergisch werde. Ich schätze, damit habe ich einfach zu lange gewartet und jetzt ist es umso schwieriger, das aus ihm rauszukriegen. Aber ich lerne täglich dazu und bei einem großen Hund merkt man halt viel deutlicher,wenn die Erziehung versagt.
Und mit ihm richtig auf dem Boden zu kämpfen und ihn mal zu "beißen", das kostet mich schon Überwindung..
Liebe Grüße
Angel 73