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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beruhigungsdragees



Beagle-Bande
24.11.2004, 08:28
Guten morgen an alle :wd:

Bei unserem gestrigen Hundetreffen erzählte eine Bekannte, dass sie ihrem Hund, bevor sie zur Arbeit geht, immer Baldrian-Hopfendragees zur Beruhigung gibt. Obwohl sie lange Spaziergänge morgens mit ihm unternimmt, ist er die Zeit des alleine bleibens immer sehr Einfallsreich und nimmt ihr die Wohnung auseinander. Ich weiss nicht wie lange er alleine ist und auch nicht wie er ausgelastet wird, aber für mich war es erstaunlich zu welchen Mitteln so manche greifen. :sn:
Ich denke, auch wenn diese Dragees auf pflanzlicher Basis sind, können sie doch irgendwie dem Hund nicht nur guttun.
Habt ihr da Erfahrungen ? Ich würde dieser Frau gerne mit Fackten diese Ruhigstellung des Hundes ausreden ohne sie mit Auslastung des Hundes etc. kommen zu wollen. Aus eigener Erfahrung weis ich,daß diese Hundehalter eh immer sagen, daß der Hund ausgelastet ist.
Versteht mich nicht falsch, aber mir geht es dieses mal nur um den gesundheitlichen Aspekt.

neaira
24.11.2004, 10:14
Hi!

Mich würde interessieren, warum du der Frau die "Ruhigstellung" unbedingt ausreden möchtest?
Ich habe Amy früher während der Scheinschwangerschaft auch Baldriandragees gegeben, weil sie in dieser Zeit nicht alleinebleiben konnte, sogar der TA hatte es mir empfohlen.
Zudem ist Baldrian bei weitem nicht so "schädlich", wie beispielsweise Psychopharmaka, und wenn es Hund und Halterin hilft, warum also nicht?
Und das solche Leute ihre Hunde generell nicht ausreichend auslasten finde ich als Aussage auch ziemlich über einen Kamm geschert!
Mein Junior kann auch nicht alleine bleiben, nichtmal in Gesellschaft von Amy und zwei Katzen und wir sind tagtäglich mind.2,5-4 Stunden unterwegs, wovon schon allein 1-1,5Stunden auf die Morgenrunde fallen, auf der gespielt wird etc..
Es gibt einfach nicht "den Hund", "das Verhalten" und "den Halter", jeder ist da anders und manche Hunde sind vielleicht traumatisiert, haben schlimme Verlassensängste o.ä., und da kann eine unterstützende Hilfe in Form von Bachblüten, Hömöopathie oder auch Baldrian doch gut sein, oder!?
Ich werde mir auch eine Mischung zusammenstllen lassen, weil Rouly trotz regelmässigen, kurzen Übungseinheiten nicht weiterkommt und wir noch nicht dahintergekommen sind, warum er im Auto, aber nicht in der Wohnung alleine bleiben kann, und wir haben schon einiges probiert.
Sicher, man sollte nicht einfach den Hund vollstopfen, ohne mit ihm zu üben, aber ehrlichgesagt finde ich das ganze echt nicht problematisch, und im Zweifel sollte sie halt den TA fragen, ob so eine Langzeitgabe O.K. ist, der sollte sowas wissen.

Grüsse, Silvana

Beagle-Bande
24.11.2004, 10:27
Hallo Silvana,
ich wollte auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren. Habe ja selber ein etwas quirligen Kandidaten und habe auch schon des öffteren in diesem Forum um Hilfe gebeten.
Habe aber immer gedacht, dass die Gabe von solchen pflanzl.Beruhigungsmitteln auf Dauer nicht gesund für den Hund sind. Aber man lernt ja nieh aus. Danke für deine Antwort.

neaira
24.11.2004, 16:12
Hallo!

Dann hab´ich dich wohl einfach falsch verstanden.., naja, kommt ja mal vor ;)
Ich meine ich bin ja auch kein TA, aber ich vermute mal, dass man pflanzliche Präparate auf jeden Fall über einen längeren Zeitraum ohne grössere Nebenwirkungen geben kann, als beispielsweise chemische/Psychopharmaka, aber wahrscheinlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.
Ein Hundeleben lang würde ich auch nicht täglich Baldrian geben, sollte man als Mensch auch nicht unbedingt machen, aber wiegesagt, solange es in erster Linie als HIlfsmittel verwendet wird und ein Ende wenigstens irgendwann absehbar ist, bitte.
Verlässt sich besagte Hundehalterin aber nur aufs Pillchen, würde ich auch versuchen, ihr wenigstens vorzuschlagen, doch mit dem Hund zu arbeiten.
Schon allein, weil sie es sich viel zu einfach macht und nur am Sympton doktort, aber nicht an der Ursache.
So, das wollte ich nochmal loswerden, damit es nicht nochmal Missverständnisse gibt! :)

Grüssle, Silvana

Maltesergirl
24.11.2004, 17:26
Also ich muß Ute da zustimmen - auch ich bin kein Freund davon, einem Hund ständig irgendwelche Beruhigungsmittel zu geben, selbst wenn sie auf pflanzlicher Basis sind.

Außerdem halte ich eine TÄGLICHE Verabreichung solcher Medikamente (und nichts anderes sind diese Dragees schließlich) für nicht ganz ungefährlich, d.h. irgendwann kann eine Gewöhnung eintreten und der Hund reagiert überhaupt nicht mehr auf diese Beruhigungsdragees.

Und was dann? Verabreicht die Besitzerin ihrem Hund dann chemische Beruhigungspillen????

Bevor ich zu solchen Mitteln greifen würde, würde ich es erstmal mit Bachblüten versuchen und außerdem einen guten und erfahrenen Tierpsychotherapeuten oder auch Hundetrainer aufsuchen.

Es gibt durchaus andere Mittel, einen Hund an das Alleinebleiben zu gewöhnen, nur ist das eben u. U. etwas kostspieliger und zeitaufwändiger....Da ist es leichter, dem Hund einfach ein paar Pillen zu verabreichen :sn: :sn:...

Ich kenne diese Hundebesitzerin zwar nicht, aber ich denke, man sollte sich doch schon etwas mehr Mühe bei der Behebung eines solchen Problems geben als lediglich die Verabreichung von Beruhigungsdragees als einziges "Mittel der Wahl" zu sehen.

Denn auch bei pflanzlichen Mitteln kann es durchaus zu einem Gewöhnungseffekt kommen, das nur mal nebenbei...

Und wer weiß, vielleicht haben diese Baldrian-Hopfen-Dragees auch andere Nebenwirkungen, die sich erst nach einer gewissen Zeit bemerkbar machen? Schließlich ist es ein Präparat aus dem Humanbereich und nicht aus der Tiermedizin.

Daran sollte man auch immer denken, bevor man zu solchen Medikamenten greift, denn auch ein pflanzliches Präparat kann man nicht so einfach über einen längeren Zeitraum verabreichen.

ICH jedenfalls würde meinen Hunden das nicht zumuten...

neaira
24.11.2004, 20:03
Hallo!

@Petra

Ich hatte ja auch geschrieben, dass ich es nicht für richtig halte, sich nur auf die Pillen zu verlassen und nicht mit dem Hund zu trainieren und das es über einen längeren Zeitraum durchaus auch Nebenwirkungen geben kann, egal, ob pflanzlich, oder nicht.
Aber: wenn sie schon Pillen gibt, dann doch lieber pflanzliche als die Psychokeule, oder.
Nebenbei sind Bachblüten ja auch pflanzlich und wenn man die über einen längeren Zeitraum gibt, wäre es ja theoretisch dasselbe, wäre da nicht die Tatsache, dass Bachblüten energetisch wirken und der Wirkstoff, wenn überhaupt, extrem verdünnt ist.
Hätte auch eher zu Bachblüten o.ä. gegriffen, wobei trainieren das AundO sein sollte.
Und auch bei Bachblüten kann etwas weniger tolles passieren, sie können einfach gar nicht wirken und sind dann auch keine Hilfe, weder für den gestressten oder kontrollwütigen Hund, noch für seinen Halter.
Sind zudem auch aus dem Humanbereich und man verlässt sich darauf, dass es wirkt und nix danebengeht.
Also ich persönlich habe kein Problem damit, in dem Fall das üben allein nicht reicht, meinem Hund vorübergehend auch per Pilli, welcher Art auch immer, aber nur so stark wie nötig, zu der nötigen Entspannung zu verhelfen, wenn es sein Leben lebenswerter und einfacher macht und meines auch.

Gruss, Silvana