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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Leo ist überfahren worden, es tut so verdammt weh!!



Maria
21.04.2002, 17:43
Seit Donnerstag 18.04.02 habe ich meinen Leo gesucht, gesucht und gesucht. Plakate aufgehengt, Nachbarn befragt und nochmal gefragt. Ich bin gelaufen und habe gerufen, gelaufen und gerufen, geweint und wieder gelaufen. Und das bis heute! Eine Nachbarin hat vor zwei Stunden geklingelt und bat mich mit zu kommen, sie müsse mir was zeigen.
Und dann hab ich ihn gesehen, und bin zusammengebrochen. Kann das jemand verstehen? Kann man das verstehen daß es so weh tut als hätte man einen geliebten MENSCHEN verloren? Wie soll es weitergehen? Leo war immer für mich da, wenn es mir schlecht ging, war er da. Ging es mir gut war er da. Oh mein Gott es tut so verdammt weh!! Warum? Warum bist du über die Autobahn gelaufen!! Ich kann nicht mehr weiterschreiben, es tut mir leid. Vielleicht morgen, vielleicht ist es morgen anders. Meine Augen sind geschwollen. Es tut so weh.

Lisa
22.04.2002, 21:12
Liebe Maria!

Ich kann dir das nachfühlen. Ich kann mich noch gut erinnern, als meine erste heißgeliebte Katze eingeschläftert werden musste. Ich war damals 19 Jahre alt. Meine Eltern haben sie zum Tierarzt gebracht und der hat dann während der OP angerufen und gemeint, es wäre besser sie gar nicht mehr aufwachen zu lassen, weil der ganze Körper voll Metastasen ist. Sie hatte Krebs. Für mich war das damals genauso, als wenn ein Mensch sterben würde. Die Kleine war für mich immer wie ein Familienmitglied.
Das beste Mittel um darüber hinwegzukommen war (bei mir zumindest) Ablenkung und bei uns war es das in Form einer neuen Katze. Diese Katze hatte mit der Alten überhaupt nichts gemeinsam, aber einfach zu spüren, dass man wieder von einem Tier gebraucht wird, hilft. Was aber nicht heißt, dass ich meine erste Katze vergessen habe, die werde ich nie vergessen. Ich habe auch heute noch ein Foto von ihr auf meiner Pinnwand hängen, also sie schaut jetzt auf mich herunter wenn ich am Computer schreibe.
Lass' den Kopf nicht hängen, du bist mit deiner Trauer nicht allein. Die Zeit heilt alle Wunden (obwohl manchmal Narben zurück bleiben), wenn man ein Tier verliert genauso, als wenn man einen Menschen verliert.

Liebe mitfühlende Grüße
von Lisa und ihren beiden schlimmen Monstern

Nanny73
22.04.2002, 21:25
Auch ich habe am Montag meinen kleine Schatz (siehe Bild) zum Tierarzt bringen müssen und hatte keine Chance sie wieder mitzunehmen. Sie hatte einen Herzfehler und ihr war nicht mehr zu helfen. Sie war doch erst 16 Wochen alt.
Ich kann Dir so sehr nachfühlen wie es ist, ein geliebtes Tier zu verlieren. Ich habe zum Beitrag "Mein geliebter Kater" ein Gedicht geschrieben, welches ich gestern im Netz entdeckt habe. Es sind wirklich tröstende Worte. Vielleicht hast Du genug Kraft, dir das mal anzuschauen.
Ich wünsche Dir alles, alles Gute

Maria
23.04.2002, 08:29
Hallo liebe Lisa, hallo liebe Nanny73,

vielen Dank für eure tröstende Worte, mir geht es ein bisschen besser. Gestern nachmittag, nachdem es meine Freunde erfahren hatten was mit Leo passiert ist, kamen Sie alle, und sie haben mitgeweint als ich und mein Mann geweint haben (ich bin seit 15 Jahren verheiratet, bin 35, und habe das erste mal gesehen daß mein Mann weint, er hat geschluchzt). Es tat gut und es hat ein bisschen abgelenkt.
Aber der Vormittag, mein Gott es war so schlimm! Ich bin seit 10 Monaten Arbeitslos und wenn ich vormittags allein war, war Leo immer da. Überall, er hat sich um meine Füsse geschlengelt, in meinem Bett geschlafen, mit seinem süssen Näschen mein Kinn gestupst. Ich habe mit ihm gespielt, manchmal sogar provoziert daß er so richtig sauer war und mir seine Krallen gezeigt hat. Dann hab ich ihn gestreichelt und beruhigt. Er kam zumir wenn wieder mal die Tränen gelaufen sind (er merkte immer wenn es mir schlecht ging), er hat so wenig verlangt, aber so viel gegeben. Und nun ist es wieder vormittag und ich bin froh daß ihr mir geschrieben habt. Ich weis noch nicht was ich machen werde, aufräumen? in die Glotze schauen? Spazieren gehen? Musik kann ich noch nicht hören.

Als wir am Sonntag die Gewissheit hatten daß unser Leo nie wieder heimkommt, hab ich heulend im Internet nach irgendeinem Beitrag gesucht der mir hilft diesem Schmerz zu überleben. Und so hab ich dieses Forum gefunden. Ich hatte wirklich das Gefühl diesen Schmerz nicht überleben zu können, es tut so wahnsinnig weh, wie ein Geschwür das nur bei dem kleinsten Gedanken um Leo, daß eigentlich permanent da ist, immer wieder aufplatzt und schmerzt.

Liebe Lisa,
Leo wäre im August 5 Jahre alt geworden, als er 2 war stellte mein Hausarzt fest (hatte einen Allergietest gemacht wegen Hausstaubmilben) daß ich hochgradig allergisch gegen Katzenhare bin. Dies war für mich natürlich ein großer Schock, denn Symptome hatte ich keine. Nach langem Grübeln und Überlegen entschloss ich mich Leo nicht herzugeben, Leo ist doch mein Kind. Komischerweise fing ich mit der Zeit an auf andere Katzen zu reagieren (atemnot), aber nicht auf Leo. Auch wenn ich reagiert hätte, irgendwas wäre mir schon eingefallen.
Aber doch nicht das.

So sehr ich Katzen liebe und verehre (Leo war meine erste und leider auch die letzte Katze) ich kann mir kein neues Kätzchen holen. Und dies schmerzt zusätzlich. Denn ich glaube, jeder der mal eine Katze hatte oder hat, weis das diese Tiere einzigartig und besonders sind. Man kann Katzen mit keinem anderen Tier vergleichen. Eine Desinsybilisierung (habe mich schon erkundigt) wäre für mich in meiner jetzigen Situation einfach zu teuer (ca. 350,00 Euro im ersten Jahr und 250,00 im zweiten).

Vielleicht kennt jemand eine andere Methode die nicht so kostspielig wäre.

Ich bin wirklich dankbar daß es dieses Forum gibt, habe auch die anderen Beiträge gelesen, und konnte feststellen daß ich nicht alleine bin, nicht die einzige die so viel Schmerz verspürt.

Ich danke euch

Maria

Lisa
23.04.2002, 11:53
Liebe Maria!

Das ist natürlich besonders schlimm, wenn du dir nach Leo keine andere Katze mehr nehmen kannst. Ich hoffe für dich, dass du irgendwie anders Ablenkung findest.
Ich kann dich übrigens total verstehen, ein Leben ohne Katze könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Ich durfte jetzt drei Jahre keine haben, weil mein Mann keine wollte. Das war schrecklich für mich, irgendwie hat immer etwas gefehlt. Meinen Kater habe ich damals als ich ausgezogen bin bei meiner Mutter gelassen, da er ja auch nicht mehr der jüngste war.
Vor ein paar Monaten konnte ich meinen Mann endlich überreden. Und jetzt haben wir zwei Katzen und er ist auch total happy damit, aber ich würde sie auch nie und nimmer hergeben, egal was passiert.

Viele liebe Grüße noch, Lisa

Suse
23.04.2002, 21:23
Liebe Maria,
es tut mir so leid. Viel kann ich Dir im Moment auch nicht sagen.
Deshalb möchte ich Dir folgenden LINK geben.
http://www.kleiner-kater-kowalski.de
schau da mal rein. Es gibt ein Forum und es wird auch gerade ein Chat aufgebaut in dem trauernden Katzenbesitzern die Möglichkeit gegeben wird sich LIVE zu schreiben.
Vielleicht hilft es Dir ein wenig.
Liebe Grüße, Suse.

Mel
29.04.2002, 17:49
Hallo Maria,
ich kann sehr gut verstehen, wie Du Dich jetzt fühlst, ein Tier zu verlieren, finde ich, ist fast noch schlimmer wie einen Menschen. Denn mit einem Tier gibt es eigentlich nur schöne Stunden. Wegen der Desensibilisierung würde ich mir so akut keine Sorgen machen. Ich kenne viele Züchter, welche selbst eine Allergie haben und trotzdem züchten, zum Teil sogar Perser. Die machen es z.B. so, daß die Tiere regelmässig gebadet werden und täglich zweimal die Whg. ausgesaugt wird. Damit lässt es sich nach Aussagen der Züchter sehr gut leben. Also gib die Hoffnung nicht auf.
Wenn Du Dich entschließen solltest doch wieder ein Tier zu Dir holen zu wollen, dann schau doch mal unter Katzen "Sonstiges" nach. Dort sucht jemand händeringend für eine Main Coon ein neues Zuhause. Vielleicht wäre sie was für Dich, denn sie hat auch kein tolles Schicksal. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen für die Zukunft.
Liebe Grüsse, Mel

Maja
29.04.2002, 21:06
Hallo Maria,
ich kann so mitfühlen mit Dir und es tut so gut, einen Menschen gefunden zu haben, der genauso fühlt wie ich. Mir ist es auch so ergangen wie Dir. Am Gründonnerstag, 28.03.02, gegen 18.00 Uhr wurde mir meine geliebte Lucy auch von einem Autofahrer genommen. Ein Nachbar fand sie gleich nach dem Abendessen und klingelte an der Tür. Eben in diesem Augenblick sah ich aus dem Fenster und da lag sie. Ich bin an ihm vorbeigestürzt und zu meiner Lucy hin. Ich habe geschrien, geweint und wieder geschrien. Wollte unbedingt zum Tierarzt fahren, aber mein Mann sagte, dass sie tot ist und ihr keiner mehr helfen kann. Ich brach zusammen, hielt dieses kleine unschuldige Wesen in den Armen, das Blut lief an meinen Armen herab und ich weinte und weinte. Seit diesem Zeitpunkt ist mein Leben so leer. Nur 9 Monate war unsere kleine Lucy bei uns. Sie war unser Sonnenschein. Da mein Mann ständig auf Montage ist, teilte ich meine gesamte Freizeit mit ihr. Ich freute mich jeden Tag auf den Feierabend und auf die Schmusestunden mit ihr. Und nun soll alles aus sein. Es tut so weh, als ob jemand einem das Herz aus dem Leib reißt. Ich bin so froh, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein dastehe. Und ich bins froh, dass ich endlich einen Chat gefunden habe, wo ich über dieses Thema mit jemanden reden kann.

Ich werde meine Lucy nie und nimmer vergessen. Noch heute gelingt es mir nicht, die Videos und Fotos von ihr anzuschauen. Das rührt alles wieder auf. Vorhin, wo ich deinen Brief gelesen habe, dachte ich wieder nur an Lucy und habe geweint, geweint geweint. Dieser Zustand wird sich bestimmt auch nicht ändern, wenn in 3 - 4 Wochen ein neues Katerchen bei uns einziehen wird. Ich liebe ihn schon heute abgöttich. Troztdem war und ist meine Lucy etwas ganz besonderes und ich werde sie nie vergessen. Ich hoffe, das neue Katerchen kann mir etwas den Schmerz nehmen.

Grüße von Maja

catweazlecat
29.04.2002, 22:10
Bitte tu deinem neuen Katerchen den Gefallen und lass ihn nicht nach draussen damit er eine Chance auf ein langes, sicheres Leben hat, das bist du deinem verstorbenen Kätzchen meiner Meinung nach schuldig.

Unkontrollierter Freilauf ist verantwortungslos und wird fast immer mit dem Leben des Kätzchens bezahlt. Das ist nicht fair dem Tier gegenüber.

Alles Gute!