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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Initialspiel



Briddy
15.11.2004, 11:33
Hallo,
in dem Buch "Der Wolf im Hundepelz" von Günter Bloch steht auf Seite 139: „Hütehundeschläge zeigten sich während der juvenilen Phase sehr an Initialspielen interessiert, entwickelten mit zunehmendem Alter aber die deutliche Tendenz, bei anderen Hunden durch zielgerichteten Blickkontakt, Abducken des Körpers, schnelles Vorpreschen usw. zuerst Fluchtstimmung auszulösen und diese anschließend zu überrennen oder auf den Boden zu drücken.“ Der zweite Teil kommt mir nur allzu bekannt vor - leider - , aber was ist ein Initialspiel ? Kann mir das jemand erklären?
Danke schon mal.
Gruß
Briddy

Rüsselterriene
15.11.2004, 13:18
Das sind Spiele, die auf einen Partner gerichtet sind.
Um die Wette rennen, balgen, Über den Nacken beissen... sowas.

Anke

Samuel
16.11.2004, 03:28
Warum "leider"?

Briddy
16.11.2004, 12:17
Weil das bei anderen Hunden meist nicht gut ankommt, was zur Folge hat, daß meine Jenna bei Auftauchen fremder Hunde meist an die Leine muß. Wer läßt sich schon gerne in Fluchtstimmung bringen, über die Wiese jagen und überrennen? Zudem zeigt Jenna (Harzer-*****-Mix) den Keulengriff, typisch Altdeutscher Hütehund. Das heißt, sie jagd die Hunde und zwickt sie in die Hinterhand, bis sie quieken. Erst habe ich gedacht, das sei pures Mobbing, weil Jenna selber ein unsicherer Hund ist, aber eine *****-Züchterin hat mich kürzlich darauf gebracht, daß es Hüteverhalten sei. Letzlich habe ich mich entschieden, daß es wohl eine Mischung aus beidem ist. Jenna zeigt es bei Erstkontakt nur bei unsicheren Hunden, also solchen, die es mit sich machen lassen. Wenn der andere die weiße Fahne hißt, läßt sie ab. Wenn der andere dagegen versteht und darauf eingeht und seinerseits auch Jenna jagt (und auch zwicken darf), geht das in ein ausgelassenes Spiel über. Aber auch bei bekannten Hunden und Situationen, wo es eindeutig Spiel ist, kommt es oft zu Mißverständnissen. Das Abducken und plötzliche Vorpreschen wird oft als Angriff verstanden. Deshalb kommt Jenna am besten mit anderen Hütehunden klar. Mit DSH oder weißen Schäferhunden, Bordercollies und vor allem anderen Altdeutschen geht's ganz gut, die scheinen ihr Verhalten einordnen zu können und es kommt zu ausgelassenen Spielen. Mit Jagdhunderassen geht's meist gar nicht, die reagieren entweder zu ängstlich oder wehren sich gegen den vermeintlichen Angriff, worauf sich dann wieder Jenna wehrt und schon ist eine Prügelei im Gange. Es ist also nicht einfach. Wenn's mir schon nicht leichtfällt, das Verhalten einzuordnen, so stempeln manch andere Hundebesitzer Jenna schlicht als bösartig ab. Daher wird sie erstmal angeleint oder wir gehen potentiellen Mißverständnissen von vornherein aus dem Weg. Wenn Jenna auf die 4 Hunde eines Ex-Schäfers trifft (2 Bordercollie-Altdt. Schwarze-Mixe, 1 Bordercollie-Schafpudel-Mix, 1 Aldt. Gelbbacke), denke ich auch, die haben eine Vollmeise. Da wird sich gegenseitig durch die Gegend getrieben und überrannt und gezwickt wie bescheuert, aber alle finden's irgendwie toll und sind voneinander begeistert. Nur trifft man eben selten auf Gleichgesinnte. Leider.
Gruß
Briddy

Briddy
16.11.2004, 12:18
Ach Mensch, diese Zensur :rolleyes:
Harzer-F U C H S-Mix sollen die Sternchen heißen.

Samuel
16.11.2004, 14:10
Wenn man einen Harzer-F U C H S-Mix hat weiß man doch, daß sie einige stark veränderte Verhaltensweisen haben, oder?
Ich wundere mich wieviele man in letzter Zeit in "privaten" Häden sieht. Wirklich gut finde ich das ehrlich gesagt nicht, denn es gibt schon häufiger Probleme mit diesen Spezialisten.

Du scheinst ja damit umgehen zu können und findest das "nervig" was alle Hundehalter eigendlich tun sollten wenn sie Fremden begegnen - Hund zurückrufen, anleinen, vorbeigehen!
Oder eben (wenn Alle das wünschen) aus dem Fremden einen Bekannten machen.

Es gibt halt Rassen die sind tendenziell in einigen Situationen "anstrengender". Das liegt nicht selten an Eigenschaften, die der Mensch mal bewußt so haben wollte. Daher auch die Frage: Sollte man aus jeder hübschen Gebrauchsrasse einen reinen Familienhund machen wollen?

P.S.: Warum ist F U C H S zensiert?

Rüsselterriene
16.11.2004, 15:34
Samuel:

Die Frage muss doch eigentlich lauten: Wieso darf Jeder ohne Vorbildung einen Hund anschaffen?

Anke

black&white
16.11.2004, 15:42
muß jetzt mal dazwischen reden...sorry....grins.
aber dieses verhalten welches du schlilderst ( das abducken, vorpreschen und in die hinterhand kneifen) genau das macht auch mein hund. auch meißt bei ihm unbekannten und unterlegenden hunden.
ich habe einen schäfer-riesenschnauzer-mix...danke...nun weiß ich endlich mal das es in ihm liegt und es nichts mit agressivität zutun hat, wie mach einer mir weiß machen wollte.

was aber nicht heißt, das ich das toleriere. er daf es mit meinem zweithund machen und bei hunden die er kennt...alle anderen kriegen mega angst wenn ein großer schwarzer hund so auf andere hunde los geht.

mfg

Samuel
16.11.2004, 15:46
Die Frage ist sicherlich sehr berechtigt! (aber nicht auf die Schreiberin des Eingangspostings bezogen)

Rüsselterriene
16.11.2004, 16:10
Nein, auf Briddy beziehe ich die Frage nicht.

Wohl eher auf die Hundebesitzer, die Harzer Füc hse als bösartig einstufen, weil sie keine Ahnung vom Hundeverhalten haben.

Anke

billymoppel
16.11.2004, 20:12
mal die frage an die harzer-f u c h s-spezialisten: ich habe letztens einen (der erste meines lebens) kennengelernt, der bei einer freundin zu besuch war (mit frauchen und herrchen :D) ich war völlig überrascht, denn hüteverhalten zeigte er null, dafür aber einen abartigen jagdtrieb (da ist billy ein waisenknabe dagegen :D). ist das normal?
na ja, wenigstens hatte ich mich selbst disqualifiziert, als ich die leute mit den worten begrüßte: "was für ein schöner schäferhund-mischling!" :D im laufe des spaziergangs machten die leute - obwohl sicher gutwillig - denn doch den eindruck, als wäre der hund hauptsächlich wegen des aussehens gekauft worden.
der hund wirkte in gewisser hinsicht egomanisch. mir war er nicht recht geheuer und den anderen hunden auch nicht, sie sind ihm tunlichst aus dem weg gegangen.

gruß
bettina

Rüsselterriene
16.11.2004, 20:52
Bettina: Ich bin kein Spezialist. Ich wohne im Harz und sehe deshalb öfter mal einen.

Einen abartigen Jagdtrieb? Was ist denn "Hüteverhalten"? Jap, es ist ein abartiger Jagdtrieb.

Ein Schöner Schäferhundmischling? Naja, zumindest ist es ein Schäferhund.

...Er wirkte egomanisch? Finde ich persönlich sehr Hütehundtypisch. Meinen Samweis, ebenfalls Hütehund, mögen die wenigsten Leute. Erstens guckt er "böse" und zweitens ist er sehr reserviert.

Anke *Fragen beantwortet?*

Winni
16.11.2004, 21:07
Hallo:


Zudem zeigt Jenna (Harzer-*****-Mix) den Keulengriff, typisch Altdeutscher Hütehund. Das heißt, sie jagd die Hunde und zwickt sie in die Hinterhand, bis sie quieken

Das macht Kita auch. Hat sie von einer Pudelhündin gelernt.
Ich konnte mir bisher dieses Verhalten überhaupt nicht erklären :o . Wobei ein Dalmatiner nun beileibe kein Hütehund ist- aber wieso machts die Pudelhündin?

*grübel*

Grüße

billymoppel
16.11.2004, 22:27
vielleicht weil der pudel ein wasserhund ist? und daher auch "hütet", wenn auch eher gummistiefel :D

@anke

du hast natürlich recht mit dem hüte- und jagdtrieb.
und klar, als halter von hunden, die eher der spezies meutejagdhunde (charakterlich) angehören, verwirrt einen ein solcher hund. aber einen bösen blick hatte er nicht :D
hüte- (wenn man den dsh und seine konglomerate wegläßt)und herdenschutzhunde sind bei uns selten, die schäfer hier (die paar, die es noch hat), benutzen so eine art hütespitz, die aber schon anders sind und auch in gruppen gehalten werden. das sind eigentlich freundliche genossen, von denen es auch ein paar in privaten händen gibt. die wirken nicht so introvertiert.

und weil das thema pudel aufkam: in italien gab es mengenweise pudel - auch mit jungen menschen. ich habe italien zum vorzeigeland meiner "rettet-den-pudel-initiative" erklärt :D

Briddy
17.11.2004, 11:55
Warum F U C H S zensiert ist, weiß ich auch nicht, darüber hat man hier im Forum schon öfter gerätselt. Ich muß gestehen, daß ich damals nicht wußte, was für eine Rasse ich mir da angelacht habe, und zwar weil der Schäfer, von dem ich Jenna habe, nicht der schlaueste war und keine klaren Rasseangaben machen konnte. Und sein Vater, mit dem ich mich die meiste Zeit auseinandersetzen mußte, war wohl eh geistig behindert, denn der fragte mich pausenlos mit kloßiger Stimme "Ratense mal, wie alt ich bin." und "Wollense mal sehen, wie dick unsere Schweine sind?". Später habe ich erfahren, daß der Hof bestens bei Tierschutz, Amtstierarzt und Polizei bekannt ist. Und ich habe mich schon gewundert, wieso jeder, der die Familie kennt, mich fragt, ob ich nicht eine Mistgabel an den Kopf bekommen habe.:D Kennt Ihr die Familie Flodder aus'm TV? Stellt Euch das doppelt so schlimm vor und Ihr habt einen ungefähren Eindruck von den Zuständen dort. Die Zustände, unter denen die Hunde lebten, will ich hier gar nicht beschreiben.... Jenna war von 12 Welpen die kleinste und völlig verängstigt. Der Schäfer mußte sie einfangen, wie man ein Ferkel einfängt. Mir gegenüber zeigte sie aber schon nach wenigen Minuten eine große Anhänglichkeit, und das war der Grund, weshalb ich sie da rausgeholt habe. Mir als Hundeanfänger war durchaus klar, daß es schwierig sein würde, einen so verängstigten Welpen zu sozialisieren. Mir war aber ebenso klar, daß dieser Hund auf keinen Fall in den Trubel einer Familie gehörte, und daß er, wenn er keinen Abnehmer findet, bestenfalls im Tierheim landet, schlimmstenfalls erschlagen auf'm Mist. Nee, gewissenlose Hundevermehrer waren die Leute eigentlich nicht. Eher zu blöd, ihre zwei Rüden von der läufigen Hündin fernzuhalten. Die sollte eigentlich kastriert werden, aber da war's dann schon passiert, sagten sie. 50 DM wollten die für einen Welpen haben, waren aber so froh, wieder einen los zu sein, daß sie dann gar nicht mehr nach dem Geld gefragt haben. Ja, so bin ich zu meinem Füchschen gekommen - und jetzt steinigt mich, denn ein wohl überlegter Hundekauf bei einem guten Züchter war das ja nun nicht! Trotzdem bin ich froh darüber, Jenna genommen zu haben. Eine vermutliche Schwester von ihr wurde letztes Jahr vom Tierschutz als Kettenhund aus einem Schrebergarten befreit. Die Arme schleppte eine Kette, die einem Bernhardiner zur Ehre gereicht hätte. Wer weiß, was aus Jenna geworden wäre.... Ein anderer Schäfer - der mit den schon erwähnten 4 Hunden und mit deutlich mehr Intelligenz gesegnet - informierte mich über die Rassezugehörigkeit meiner Jenna. Seitdem inhaliere ich alles, was ich über Altdt. Hütehunde finden kann. Alles über Hundeverhalten etc. sowieso.
Ja, Samuel, die Haltung dieser Hütehunde in Privathänden sehe ich mittlerweile genauso kritisch. Nicht wegen Jenna und mir, ich habe meinen Traumhund gefunden und passe mich ihr eben an. Wenn es ihr mehr bringt, allein mit mir zu arbeiten, als mit einer Hundegruppe nur spazierenzugehen, mein Gott, dann mach ich das eben. Es macht unheimlich Spaß zu sehen, wie schnell der Hund lernt und welche Freude es ihr macht. Ich sehe aber auch, daß viele Leute nicht bemerken, was ihre Hunde eigentlich wirklich brauchen. In der Nähe wohnt eine Familie mit zwei Bordercollies, die chronisch unterbeschäftigt sind und genau die Macken eines gelangweilten Hütehundes zeigen. Die jagen nicht nur Wild, sondern auch Jogger und Fahrradfahrer. Ich habe den Leuten oft genug gesagt, die Hunde müßten mehr beschäftigt werden, aber stattdessen werden sie jetzt kaum noch von der Leine gelassen. Traurig.
@Billymoppel + Rüsselterrine
Von vielen Leuten wird Jenna für einen jungen Schäferhund(Mix) gehalten, wohl auch deshalb, weil sie seit der Kastration so plüschiges Welpenfell hat. Der DSH stammt ja von den Altdeutschen Hütehunden ab, eine Ähnlichkeit ist kein Zufall. Meiner Meinung nach sehen viele Altdt. aus wie ein geschrumpfter Langhaar-Schäfi.
Gruß
Briddy

Rüsselterriene
17.11.2004, 12:41
Na, wer wird denn da vorschnell urteilen?

"Ratens mal wie alt ich bin" ... eine typische Schafhüterverhaltensweise!

(kann mir lebhaft vorstellen, was aus einem Menschen wird, der nur auf Schafe sozialisiert wurde... )

:?: Anke

billymoppel
17.11.2004, 15:05
:D :D :D

aber bis auf einen sind die schäfer bei uns auch selten dumm.
dummheit und mißhandlung von tieren (und wahrscheinlich acu menschen) gehen irgendwie wie hand in hand. wie sagen wir im th doch immer: "je dümmer der bauer, desto beschissener hat es der hund." da gehts den schweinen meistens besser.

@briddy

nein, es war sicher nicht die richtige entscheidung. der dümmling ist seine welpen los geworden, wo ist da die motivation zur kastration? auf der anderen seite - wenn ich da gestanden hätte und die alternative fünf welpen aufm kompost oder im bach gewesen wären...ich wäre bestimmt nicht abgebrüht und weltverberbessernd mit all meinen klugen einsichten wieder von dannen gezogen. von daher kann ich dich verstehen. hehre grundsätze sind eine feine sache und auch zu wissen, was richtig und was falsch ist, nur im einzelfall hilft das oft nicht.

gruß
bettina

Briddy
18.11.2004, 11:31
@Bettina
Danke für Dein Verständnis. Du hast schon recht, ich habe mir damals auch überlegt, ob ich durch die Abnahme eines Welpen nicht indirekt die Kastration der Hündin verhindere. Andererseits: Welpen erschlagen ist auch immer noch billiger als eine Kastration.... Und: Ich habe in der ganzen Umgegend außer dem Kettenhund beim Tierschutz noch keinen getroffen, der eines von Jenna's Geschwistern sein könnte. Das läßt in mir die grausige Vermutung aufkommen, daß der Großteil der Welpen in irgendwelchen Hinterhöfen oder Schrebergärten geendet ist, sonst müßten sie doch irgendwie mal gesehen werden.:?: Da stellt sich doch generell die Frage: Soll man einem Hund aus eigentlich tierschützerischen Gründen ein gutes Zuhause verwehren, in der Gewißheit, daß dieser dann erst recht ein Fall für den Tierschutz werden wird? Für mich war ausschlaggebend, daß der Typ kein Massenvermehrer aus Gewinnsucht war, dagegen spricht ganz eindeutig der Preis, den er sich für einen Welpen vorgestellt hatte. Würde mich interessieren, wie das andere Foris sehen.
Gruß
Briddy

Rüsselterriene
18.11.2004, 12:44
Stellt sich die Frage: Wieviele vorbildliche Hundehalter gehen an so einer Stelle nach Hunden "suchen"?

Hat man nicht entweder den Züchter oder das Tierheim im Hinterkopf?

Briddy, ich glaube, du wirst die absolute Ausnahme bilden.

Dort werden sich Bauern ihren Hund suchen (billig) oder anderweitig Unwissende... denn so ein Welpe zieht ja meist Kosten nach sich (vom TA bis zur HuSchu), die die normalen Kosten weit überragen. (Erbkrankheiten/Würmer/Prägungsdefizite und und und)

An diese Stelle müßte mich schon der Zufall tragen... und ob ich dann weit geug denke, um das Richtige zu entscheiden, ist eine andere Frage.

Wie bist du denn dort gelandet?

Anke

Briddy
18.11.2004, 14:10
Zufall. Ehrlich gesagt bin ich zur Hundehaltung gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich habe das einer Freundin zu verdanken, die Frettchenzüchterin ist und die ich über das Thema Frettchen kennengelernt habe. Sie arbeitete damals an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Dort wurde ein 2jähriger Hund mit kompliziertem Beinbruch eingeliefert, den seine bisherigen Besitzer - wohl aufgrund der zu erwartenden Mühe und Kosten - nicht mehr haben wollten. Nun brauchte das Kerlchen namens Sam einen neuen Besitzer und meine Freundin gedachte ihn mir "aufs Auge zu drücken", weil ich mal erwähnt hatte, daß ich der Hundehaltung nicht abgeneigt sei. Das war nun eigentlich ein bischen plötzlich für mich, aber nachdem weder mein Vermieter noch mein Chef (von wegen Mitnahme ins Büro) etwas dagegen hatten und sich auch gleich ein Hundesitter für Notfälle fand, sollte es wohl so sein, dachte ich. Sam hatte ich an der TiHo besucht und es war ein nettes Kerlchen, also warum nicht... Ich hatte also alles vorbereitet und mußte nur darauf warten, daß wir Sam an Frettchen testen konnten, dazu mußte aber die Verletzung entsprechend verheilt sein, da er sich vorher nicht viel bewegen durfte und wir keine Ahnung hatten, wie er sich verhalten würde. Solange blieb er bei meiner Freundin in Pflege. Als es dann so weit war (meine Freundin hatte ja als Züchterin mehr als genug "Testobjekte", aber im Gegensatz zu meinen damals hatten die ein separates Zimmer), verhielt sich Sam, vom Aussehen her ein Münsterländer-Mix, wie ein total raubzeugscharfer Terrier. Das konnten wir also knicken! Sam blieb bei meiner Freundin. Einen Welpen wollte ich als Ersthund eigentlich nicht. Frettchenerfahrene erwachsene Hunde gab's aber in keinem Tierheim, einen großen Hund wollte ich 50kg-Mädel sowieso nicht und ein Risiko ("mal gucken, wie's läuft") wollte ich auch nicht eingehen, denn im Gegensatz zu einer Katze kann so ein Frettl von einem Hund mit einem Haps verschlungen werden. Vor vielen Jahren ist mal ein ausgebüchstes Frett von einem Foxterrier zerrissen worden, das brauche ich NIE wieder! Beim Freßnapf hing ein Zettel "Hütehundwelpen abzugeben". Gedanklich war ich mittlerweile doch beim Welpen, der mit den Kleinen zusammen aufwachsen könnte, angelangt. So dachte ich "Nur mal angucken, irgendwo fängt ja die Suche an". Nun, wie Du schon weißt, endete die Suche damit auch gleich. Ich war so geschockt über die Zustände dort und hab's nicht fertiggebracht, die Kleine in diesen tierquälerischen Zuständen einer vermutlich nicht weniger schlimmen Zukunft zu überlassen. Und heute bin ich mit ihr glücklich! Das ist genau MEIN Hund, es paßt einfach! Jaja, "Macken" hat sie (Prägungsdefizite und eben die Arbeitshund-Veranlagung), aber damit kann ich umgehen, man wächst ja mit seinen Aufgaben. Andere Hunde habe andere Macken. Sie ist in bester körperlicher Verfassung, den Tierarzt sieht sie nur zum jährlichen CheckUp. HuSchu - da wär ich als Hundeneuling doch eh hingegangen.
Tja, es war also der Zufall, der mich zu Jenna geführt hatte. Dem Aushang war nicht anzusehen, wohin er mich führen würde. Hätte ich an anderer Stelle mit der Welpensuche begonnen, wäre alles ganz anders gekommen. Vorsätzliche Massenvermehrung wollte ich keinesfalls unterstützen. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der so spontan reagiert, ich wälze eher ewig lange das Für und Wider herum.
Gruß
Briddy

Rüsselterriene
18.11.2004, 14:34
Hm, das ist denk ich bei mir der Grund, wieso ich bei Anzeigen in Tageszeitung und Haustieranzeiger immer sehr skeptisch bin.

Ich frage mich, wie man an wirklich gute Hobbyzüchter rankommt. Also welche, die nicht völlig blind und geldgeil einen guten Hund von einem anderen ebenfalls ausgesuchten Hund decken lassen.

Sicher, vereinsmässige Genauigkeit kriegt man so nicht, aber man ist eben auch nicht auf eine geringe Genvielfalt a la Rassezucht angewiesen.

Also, ich denke, "Zufall" muss auch sein.
Und ganz ehrlich: Ein guter Hundehalter wächst mit seiner Aufgabe, denn DEN Anfängerhund gibt es nicht.

Anke