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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verhalten nach Kastration bei Hündin???



Schwedensabsi
20.09.2004, 07:58
Hallo,
weiß jemand, ob sich das Verhalten einer Hündin nach einer Kastration verändert und wenn ja, wie?
Meine Hündin Carrie (13,5 Jahre) ist im April "notkastriert" worden wg. Gebärmuttervereiterung. Im August wäre sie wieder läufig geworden, hat dann diesen Anfall erlitten (geriatrisches Vestibularsyndrom) und ist seitdem extrem "fressüchtig". Könnten ihre Hormone durcheinander sein? Zwei Tierärzte habe ich befragt, und die meinten, es gäbe da keine Veränderungen. Finde ich aber irgendwie unglaubwürdig. Kennt sich jemand aus???? Oder hat Erfahrungen, ob sich das Verhalten dann zur nächsten "Läufigkeit" ändert?

Viele Grüße

Sabine

Dagi
20.09.2004, 10:04
Hallo Sabine,

wir mussten letztes Jahr unsere Hündin kastrieren lassen und haben uns vorher auch von unserem TA wie auch unserem Hundetrainer beraten lassen, und es gibt schon einige Dinge, die zu beachten sind. Durch eine Kastration verändert sich natürlich der Hormonhaushalt, die Änderung kommt langsam, und kann bis zu einem dreiviertel Jahr dauern. Die häufigste Auswirkung, die Halter von kastrierten Hunden beobachten, ist das veränderte Essverhalten - kurzum gesagt: ja, die Hunde werden "gieriger" :D Zugleich scheinen sie aber auch eher "anzusetzen", weswegen man ein wenig ausprobieren muss, wieviel man jetzt noch füttert oder wieviel man mehr an Bewegung verschafft. Wir haben das ganz gut in den Griff bekommen, und bis jetzt ist Amy noch rank und schlank, sie ist aber für jeden Leckerbissen bereit ;)
Zweitens kann sich auch, je nach Rasse, das Fell verändern, meist erst ab dem nächsten Fellwechsel nach der Kastration, man spricht auch vom sog. Kastratenfell. Häufig bei Rassen wie z.B. Cocker, Setter etc. zu beobachten. Das ist bisher bei Amy nicht aufgetreten, wobei unser TA auch sagte, dass es nicht sein MUSS.

Wir sprachen ihn dann auf das Wesen bzw. Verhaltensveränderungen gegenüber anderen Hunden, bzw. Menschen an, denn ich hatte gehört/gelesen, dass die bei Rüden angestrebte "Ausgeglichenheit" bei Hündinnen ganz und gar nicht der Fall sei, im Gegenteil, sie eher "aggressiver" werden. Die Meinung unseres TAs war, dass Hündinnen dann scheinbar ihr Wesen verändern, wenn sie vorher auch schon zu Aggressivität geneigt haben, es den Besitzern aber nicht so deutlich war, sie das aber hervorrufen durch ihr eigenes, vorsichtig-beobachtendes Umgehen mit dem Hund, in Erwartung, DASS er sich verändert.

Ihr Verhalten gegenüber Menschen hat Amy keineswegs verändert :rolleyes: nach wie vor wird alles geliebt, was zwei Beine hat.
Gegenüber Hunden hat sich in dem letzten Jahr schon was verändert, was ich aber eher nicht auf die Kastration zurückführe, sondern einfach auf ihr Erwachsen-werden.

Insgesamt kann ich also sagen, dass wir die Erfahrung gemacht haben, dass sie insgesamt jetzt verfressener ist (vorher interessierte sie sich herzlich wenig für Futter) und anhänglicher. Sie ist wesentlich ausgeglichener, denn die Hormone bringen sie nicht mehr durcheinander ;) - das war bei uns vorher riesiges Problem.
Ich war der Kastration gegenüber sehr negativ eingestellt, kann aber im Nachhinein nur positives berichten, und Reduktion beim Futter und ordentlich Bewegung verhindern eben auch die Gewichtszunahme.

:cu: Dagi & Amy