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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katzen und Ihre Rechte



Nanook
14.09.2004, 21:17
Hallo Dosenöffner,

dieses Forum hat uns schon in vieler Hinsicht geholfen und ich hoffe, dass es auch jetzt wo wir euch mal wieder brauchen seinen Dienst erfüllen wird.

Wie ein jeder Fellnasenfreund weiß wird es immer wieder Mitmenschen/Nachbarn geben, die so bedauernswert sind,
weil Sie nie erfahren werden, wie es ist eine Fellnase als seinen Freund schimpfen zu können, diese Menschen tun mir echt leid.

Wir haben jetzt das Problem das es bei uns in der Mietergemeinschaft Menschen gibt, die unsere Katzen nicht akzeptieren und es gerne sehen würden wenn diese verschwinden würden.
Aber mal von vorne, wir wohnen ja am Rande von Hamburg in einem Vorort und unsere Reihenhaus, wo wir zu Miete wohnen grenzt genau an Felder und Wiesen, was gäbe es da nicht schöneres für unsere Räuber, in diesen Feldern und Wiesen sich zu tummeln und zu jagen. Wenn man dann auf dem Balkon das Geschen beobachtet geht ein echt als Katzen Fan das Herz auf, wenn man sieht, mit was für einer Perfektion rangeschlichen wird, Minuten lang die Beute beobachtet wird, und DANN kommt der entschiedene Sprung der bis zu 2 m gehen kann und entscheidet, ob der Mäuserich Glück oder Pech hatte. Mir tun die kleinen Futzis auch immer leid, und wenn es Möglich ist, rette ich auch mal den einen oder anderen. Natürlich wird die gejagte Beute dann ganz stolz der ALPHA Katze (meine Wenigkeit) präsentiert und es landet auch mal eine Maus vor der Haustür die, so makaber es klingt verspeist wurde und na ja auch mal was liegen gelassen wird, was nicht gefressen wurde.

Und das ist der Punkt, worum es geht es wir sich über die Kadaver Reste beschwert, die von der Katze mal hinterlassen werden können.
Dies Räume ich immer weg, wenn ich diese finde!! Mit einer kleinen Tüte entsorge ich diese Fachmännisch.

Aus diesem Grund denkt die Hausverwaltung darüber nach, die Katzenhaltung zu verbieten.
Die Sie aber bis zum heutigen Tage schon ca. fünf Jahre duldet.
Von ca. 36 Wohnparteien haben fünf eine Katze und drei einen kleinen Hund.
In unserem Mietvertrag ist die Haustierhaltung untersagt. Aber ich habe mal gehört, das Katzen keine Haustiere sind sondern Kleintiere und somit ausgeschlossen sind, stimmt das und wenn wo steht das?
Kann die Hausverwaltung fordern, dass wir die Katzen weggeben müssen? Und wenn nicht wo steht das?
Wer hat Erfahrung mit Mietverträgen und Katzen.
Wie sieht die Juristische Seite aus?
Bitte helft uns, da wir eure Unterstützung brauchen.


Davon mal abgesehen wenn jemand was gegen unsere Katzen unternehmen will, muss er erst einmal an der Alphakatze vorbei.
Was ich damit sagen will, ich würde eher ausziehen, als Meine Mäuse wegzugeben.

Viele Grüße
Nanook Pauline & Rasmus

aphrodite
15.09.2004, 08:29
Hallo Nannok, schau mal unter Nachträgliche Mietvertragsänderung was nun (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=29395) nach, die haben ein ähnliches Problem. Katzen zählen wirklich als Kleintiere und dürfen trotz Verbot gehalten werden. Wenn du also nur bis zu zwei Tiger hast, dürfen die dir nix anhaben. Und da ihr ja bis jetzt die Katzen hattet, sie ja geduldet wurden, haben die auch so zu sagen "Bestandsschutz".

astrid219
15.09.2004, 09:07
Bei uns ist die Haustierhaltung auch verboten.
Katzen weden aber geduldet solange sie in der Wohnung gehalten werden.
Bei Freigängern ist das sicher was anderes da sie ja andere belästigen können.(Kot, Mäuse, usw.)
Frag doch mal beim Mietschutz nach wie deine rechtliche Lage ist.

Pikephish
15.09.2004, 11:43
Hallo Nanook,

Urteil des Amtsgerichts Friedberg (AZ C66/93): „Sofern die Katzen artgerecht gehalten werden und von ihnen keine Belästigung ausgeht, so zählt eine solche Tierhaltung zum Wohnbegriff, das heißt, die Katzenhaltung ist als Inhalt normalen Wohnens anzusehen, zumal durch die Haltung einer Katze die kommunikativen, pädagogischen und medizinischen Bedürfnisse erfüllt werden können.“
Erläutert wird hier, dass bei Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, kastriert sind, und sofern nicht Katzenstreu über die Toilette entsorgt wird und zu Rohrverstopfung im Haus führt, keine Belästigung für andere Mieter in puncto Allergien der Mitmieter oder Lärmbelästigung durch Schreien rolliger Katzen etc. auftreten

Der Eigentümer könne dem Mieter seine Haustiere nicht verbieten“, urteilten Hamburger Richter. „Katzen würden keinen störenden Lärm verursachen, Kratzspuren auf Tapeten seien nicht irreparabel, unangenehmer Geruch verziehe sich nach dem Auszug wieder. Alles in allem“, so die Richter, „drohe dem Vermieter kein bleibender Schaden. (...)“
(Amtsgericht Hamburg, AZ 40 a C 402/95)

zu Hause habe ich weitere Urteile gesammelt, die vielleicht auch besser auf Deine Lage passen, ich stell sie heute abend hier rein, ich hoffe, Du kannst so lange warten.
Allgemein kann man sagen, daß die Vermieter auf völlig verlorenem Posten stehen, da sie die Katzen und Hunde schon so lange Dulden, daß sie auf alle Fälle bleiben dürfen. Einzig und allein wenn ein neuer Mieter einzieht, der hochgradig allergisch wäre, wäre das ein Grund für den Mieter, die Katzen verbieten zu lassen (da für das Gericht in diesem Falle die Gesundheit des Mieters vorangeht). Das wäre meines Wissens der einzig denkbare Fall, der Dich in Schwierigkeiten bringen könnte. Aber wie gesagt, heute abend mehr dazu.
Grüße

Butterling
15.09.2004, 13:17
Soweit ich weiß ist die Katzenhaltung immer noch so eine schwierige Sache. Es gibt mit Sicherheit genauso viele Urteile wie Pikephish sie aufführt (pro-katze) als auch Urteile gegen die Katzen. Es gibt nun mal keine klare Regelung bzgl. Katzen und im schlimmsten Fall ist man dem Ermessen des Richters ausgeliefert, ob Katzen als Kleintiere/Wohnbegriff gesehen werden oder ob es Haustiere sind, die dann lt. Mietvertrag verboten sind.

Auch bei Zooplus gibt es keine klare Aussage: http://www.zooplus.de/zooclub.asp?t=1320

Bei uns steht es explizit drin, dass wir 2 Katzen halten dürfen und das ist meines Ermessens nach auf jeden Fall die sicherste Lösung.

In diesem speziellen Fall ist es aber für den Vermieter sicher schwierig nach 5 Jahren Katzen zu verbieten. Wenn sich allerdings Nachbarn beschweren sieht es anders aus! Denn dann greift nicht einmal mehr das o.g. Urteil, denn dort steht Sofern die Katzen artgerecht gehalten werden und von ihnen keine Belästigung ausgeht,... was ja dann angezweifelt wird durch die Beschwerden der Nachbarn.

Wünsche euch viel Glück!

Pikephish
15.09.2004, 13:24
Hi Vanessa,
da hast Du sicherlich Recht, es gibt keinerlei verbindliche Richtlinien. In Bayern (wo die Uhren bekanntlich anders gehen), sind die Urteile im Gesamten wesentlich vermieterfreundlicher, das heißt, Mieter stehen immer schlechter da, auch in punkto Tierhaltung. Wie's in Hamburg aussieht, weiß ich nicht.
Allerdings wird's schwer für den Vermieter zu begründen sein, warum ausgerechnet nach fünf Jahren jetzt erst die Katzen stören und nicht schon früher.
Grüße