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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unsere erste Ausstellung !



Doggenmutti
06.09.2004, 23:31
Am Sonntag, den 05.09.04 war unser großer Tag, wir hatten unsere Jungdogge Allegro für eine Spezialzuchtschau für Doggen in der Jüngstenklasse gemeldet.

Also quälten wir uns um 02:30 Uhr aus dem Bett. Unsere beiden Doggen Charlotte und Allegro (6,5 Monate) waren so muffelig über die frühe Aufstehzeit, daß sie die komplette Fahrt verpennt haben. :D

Nach 4 Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht, das wunderschöne Eching am See. Dann hieß es erstmal die Beine vertreten und Hunde zum Lösen führen. Zuerst gabs mal einen Hallo-wach-Kaffee und dann ab zur Meldestelle. Als ich meine Startnummer in der Hand hielt und die Uhrzeit wußten wann es losgeht sind wir nochmal spazieren und entspannen (mußte ich ganz besonders, je näher die Startzeit rücke desto nervöser wurde ich :p ). Dann war es soweit, gleich war ich
dran. Jetzt hieß es nochmal Allegro den Schlunz abwischen, sich selber den Schlunz abwischen und Startnummer aufkleben.

Dann gings ab in den Ring (wir hatten einen älteren Rüden als Konkurrenz, die Jüngstenklasse ist von 6-9 Monaten). Zuerst dem Richter die schönen Doggenbeißerchen zeigen (hat er superbrav und anstandslos über sich ergehen lassen). Dann die erste Bewertung im Stand. Auch prima geklappt und dann zwei große Runden laufen. Allegro lief kreuzbrav ohne galoppeln oder faxen machen einen bildschönen gleichmäßigen Trab. Dann nochmal stehen und beurteilen lassen. Dann kam unsere Konkurrenz dran und dann mußten wir nochmal beide zusammen mit den Hunden laufen. Nach der ersten Runde brach der Richter ab und teilte uns das Ergebnis mit:

Bestnote : VV (vielversprechend)
Richterspruch: sehr vielversprechend !

und somit den 1. Platz in der Jüngstenklasse, Rüden, schwarz

Für die einzelnen Körperpartien, Charakter, Farbe und Geschlechtsgepräge gabs 13 x Bestnote "vorzüglich"

dann 20x "sehr gut" und 4x ein "gut"

Es war ein toller Tag mit wunderschönem Wetter und wir sind supermegastolz auf unseren Kleinen!!!!

Er war superbrav, ruhig und geduldig. Menschen, Lärm, viele z.T. doch sehr aufgeregte Hunde, Musik und nicht mal das Nervenbündel (jetzt wieder Frauchen genannt) konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen, DENN: eine knappe viertel Stunde bevor wir in den Ring mußten, rollte er sich neben dem Ring auf dem Boden zusammen und fiel in Tiefschlaf :p :D

Für daheim gabs eine wunderschöne Urkunde und eine Medaille.

Das war unsere erste, aber mit Sicherheit nicht unsere letzte Ausstellung!

Bilder gibt es hier:
http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/heldin1488/album?.dir=b072&.src=ph&store=&prodid=&.done=http%3a//de.pg.photos.yahoo.com/ph/heldin1488/my_photos

Samuel
07.09.2004, 00:44
Jetzt mal eine Frage von jemandem der für Ausstellungen so überhauptnichts übrig hat: Wie kann man dort den 'Charakter' auch nur halbwegs beurteilen?

Winni
07.09.2004, 07:15
Hallo,
eine Antwort von jemanden der selber auch 2,3 Mal ausgestellt hat: eigentlich garnicht.
Bei den Dalmatiner ist das "einfach":
die sollen freundlich und aufgeschlossen sein, und Hunde, die freundlich und aufgeschlossen auf den Richter/die Richterin zugehen sind dann eben gut.
Hunde, die Richter anknurren (z.B. Zahnkontrolle) oder sich ängstlich zu Boden werfen, Rute kneifen ect. sind schlecht. So "einfach" ist das.
Allerdings ist auch schon wichtig wie sich die Hunde beim Papiere abholen benehmen, ob sie im Ring andere anknurren ect. Erstaunlicherweise bekommen die Richter sowas mit und merken es sich auch.
Und um mal die verschiedenen Einschätzungen eines Hundes von verschiedenen Richtern aufzulisten:

-sehr fröhliches Temperament
-eher ruhig
-aufgeschlossener freundlicher Hund

Such dir was aus ;)

Grüße
Sonja und der fröhliche, aufgeschlossene und ruhige Hund

Doggenmutti
07.09.2004, 10:16
@ Samuel:

Ich in der Meinung, daß man den Charakter sehr wohl beurteilen kann und er auch beurteilt werden soll.

Natürlich bekommt ein Hund der Rute klemmt usw. eine schlechte Wertung. Einem Hund ist es naturgemäß unangenehm im Ring zu stehen und von Zuschauern und Richter fixiert zu werden, hier liegt es am Besitzer, dem Hund zu signalisieren, "alles ok". Dazu braucht es Erziehung, Vertrauen und eine gute Prägung. Am Benehmen der Hunde sieht man dann sehr wohl den Charakter und was in der Erziehung und Prägung schiefgelaufen ist. Eine Ausstellung ist mehr oder weniger eine Streßsituation und sieht der Richter auch, wie gut oder schlecht der Hund damit klarkommt.

Ich spreche jetzt allerdings nur für die Spezialzuchtschauen der Doggen, die finden nämlich alle im Freien statt und sind bei weitem nicht so ein Troubel für den Hund wie z.B. eine laute, stickige Ausstellungshalle.

Fritzfranz
07.09.2004, 10:22
@ Doggenmutti
Erst mal herzlichen Glückwusch!!! :wd:
Und weiterhin viel Spaß bei Ausstellungen mit Allegro!
Julia:cu:

Doggenmutti
07.09.2004, 10:31
@ Julia:

Vielen lieben Dank :)

Unsere nächste Ausstellung ist schon geplant und findet am 26.09.04 statt :D

Fritzfranz
07.09.2004, 17:50
*daumendrück*
:tu: :tu:

Julia:cu:

Martje
07.09.2004, 20:38
Ich hätte zwar keine Lust auf Ausstellungen zu gehen aber es scheint Dir richtig viel Spaß gemacht zu haben :D Ich wünsche Dir für die nächste Ausstellung viel Glück, doch das wirst Du nicht brauchen, bei soooooo schönen Hunden. Da ist doch der erste Platz sicher, oder? :wd: :wd: :wd:

Viel Spaß, und liebe Grüße, Martje :bl:

P.S. Ich hoffe, Du berichtest darüber :cu:

Doggenmutti
07.09.2004, 22:28
@ Martje und Julia:

Vielen Dank fürs Daumendrücken :) :)

Ja mir hat es wirklich riesigen Spaß gemacht und es ist dann ja auch die letzte für dieses Jahr.

Mal gucken wie wir diesmal abschneiden, Bericht folgt dann selbstverständlich! :D

Dagi
08.09.2004, 09:35
Hallo Katrin,

auch von uns erst mal den allerherzlichsten Glückwunsch!!! :bl:
Einmal konnten wir ja auch an einer Ausstellung teilnehmen, und auch ich finde es wichtig, dass zumindest der charakterliche erste Eindruck mit einbezogen wird.
Die Richterin damals sagte bei der Untersuchung auch gleich: na, das ist ja aber eine ganz freundliche und aufgeschlossenen Hündin, prima. Sie freute sich richtig mit - und ich war natürlich stolz.
Ich meine, der Dackel z.B. soll nervenstark sein, freundlich gegenüber Jedermann/-frau, aufmerksam, auf keinen Fall ängstlich etc. Wir haben Dackel gesehen, wo man wirklich auf den ersten Blick sagt: so ein Griesgram, oder der Hund hat überhaupt nicht auf den HF geachtet , oder total gezittert hat.
Das führt ja nicht zum Zuchtausschluss, wenn der Hund ansonsten top ist, aber es führt eben zu Abzügen.
Amy hat nur Abzüge bekommen, weil sie nicht im Stand bewertet werden konnte...sie musste sich ja immer auf ihren kleinen dicken Hintern setzten :rolleyes: naja, und sie hatte noch Welpenfell, weswegen die Fellqualität nicht so ganz bewertet werden konnte...aber sie hat trotzdem ein SG bekommen und sollte dann noch einmal vorgestellt werden...tja, mit der Kastration hat sich das dann erledigt, und ihre Schwester hat im Frühjahr den Tagespreis geholt. Da hab ich mich mitgefreut, als wenn es Amy gewesen wäre :D

Mir hat das damals auch Spaß gemacht, wir haben nette Leute kennengelernt, mit denen wir dann später auch noch einen Kurs zusammen belegt haben, Amy hat gezeigt, dass ihr Massenveranstaltungen nix ausmachen, naja, und Frauchen war erst mächtig aufgeregt und dann mächtig stolz, als wir die Silbermedaille bekommen haben.
Außerdem sind die Spezialzuchtschauen ja nicht soooo groß. Das geht ja vom "Rummel" her...

Dann drücken wir auf jedenfall für Ende September ganz feste die Daumen :)

:cu: Dagi & Amy

Wheatenmummy39
09.09.2004, 01:17
Hallo Doggenmutti,


auch von mir einen herzlichen Glückwunsch.

Ich selber habe auch früher viel ausgestellt, das waren dann mal locker im Jahr 17 Ausstellungen.

14 mal hat mein Rüde das V 1 geholt, 2 mal V2 und einmal V.

Naja nun ist mein Rüde im Rentenalter und das soll er auch geniessen, aber der Nachwuchs ist in Sicht. Stehe in Kontakt mit einem Züchter den ich mir ausgeguckt habe und dort liegt gerade ein Wurf, mal sehen " vielleicht " kommt ein Welpe ins Haus.


Alles gute nochmal und fest die Daumen drücke für die nächste Ausstellung.

:cu: :cu: :cu:

Samuel
09.09.2004, 13:25
@ Doggenmutti

Eine Austellung ist doch eine Zuchtschau, oder? Es geht doch also um die Präsentation und die Bewertung möglicher Zuchttiere. Wenn ich mir nun solch eine Austellung anschaue, so bin ich davon überzeugt, daß man dort anatomische Dinge, wie Winkelungen, Proportionen u.v.m. recht gut bewerten kann. Mit etwas gutem Willen kann man evtl. noch einige einfache Bewegungsabläufe begutachten, aber das war´s doch dann auch.
Die Ansprüche die hier an die Nervenfestigkeit, die Belastbarkeit und diverse andere Charaktermerkmale gestellt werden sind so minimal, daß man nun wirklich keine sinnvolle Selektion im Sinne einer Zuchtauswahl treffen kann. Viele Anlagen werden überhaupt nicht abgefragt, warum beharren aber trotzdem so viele Austeller darauf, daß der Charakter überprüft wird?

Selbst für reine Familienhunde wäre mir das viel zu dürftig, ganz zu schweigen von den Hunderassen, die eigendlich "brauchbar" sein sollten. Wenn du dich umschaust wieviele Rassen durch das Austellungswesen und seine "Blüten" erheblichen Schaden erlitten haben wirst du vielleicht verstehen warum ich auf die Aussage, daß das Wesen überprüft wird, so "allergisch" reagiere.

Dagi
09.09.2004, 14:02
Hi Samuel,

auf Ausstellungen (ja, Zuchtschauen) habe ich früher ungefähr so reagiert wie Du. Ich kann ja jetzt nur für Dackel sprechen, aber da hat man aus seinen Fehlern gelernt. Damals in den 60/70er Jahren sind auch sie einer Mode verfallen. Damit hat man viele Tiere krank gemacht. Heute wird v.a. darauf geachtet, dass der Dackel nicht zu lang, und auf keinen Fall krummbeinig gezüchtet wird - ein riesen Fortschritt.
Desweiteren bin ich zu der Auffassung gelangt, dass nicht das Ausstellungswesen, sondern die Züchter selbst die Verantwortung dafür tragen, was aus einer Rasse "gemacht" wird. Denn letztlich sucht der Züchter die Tiere aus, die er miteinander verpaart. Verantwortungslos sind diejenigen Züchter, die nicht eine ordentliche Zuchtplanung machen, die nicht sorgfältig die Partner füreinander aussuchen und eine Rasse kaputtzüchten.
Ja, auch ich finde es fürchterlich, wenn bei bestimmten Rassen vor lauter aufkämmen und Haarspray hier und toupieren dort fast nix vom Hund zu sehen ist. Die Hunde tun mir leid und ich hab da nicht sonderlich viel Verständnis für. (Da gehören Dackel und Doggen nun nicht grad zu ;) ).
Doch irgendein Reglement muss ja her, und damit nicht jeder wild durch die Gegend züchtet finde ich es ok, dass Hunde offiziell begutachtet werden, ob sie dem Standard (der eben bei Dackeln heute mehr auf Stabilität und Gesundheit gerichtet ist) entsprechen, bzw. wie weit sie ihm entsprechen.
Im übrigen fand ich es schon aussagekräftig, wie z.B. ein Hund darauf reagiert, wenn er an zig anderen Hundenasen vorbeigehen muss (bei uns sind die Örtlichkeiten etwas beengt). Sagt MIR zumindest auch etwas über Sozialisierung und Erziehung des Hundes und somit etwas über den Züchter selbst.
Wie gesagt, so richtig erlebt habe ich bisher nur unsere kleinen Spezialzuchtschauen, wo natürlich längst nicht so ein "Affenzirkus" herrscht, wie auf einer Cacib mit x Rassen in riesigen Hallen. Aber das, was ich dort gesehen habe, hat mich "beruhigt" und zu einer anderen Einstellung bewogen.
Wie gesagt, ich finde, letztlich liegt die Verantwortung beim Züchter selbst. Das Ausstellungswesen gibt nur eine "Richtung" vor - er muss ja keiner "Mode" folgen. Ich trag auch keine Schlaghosen ;)

:cu: Dagi & Amy

Samuel
09.09.2004, 15:03
Es geht mir nicht um die Züchter, die eine Rasse auf Grund der Gesammtheit ihrer Eigenschaften züchtet. Sie werden immer ein Auge auf verschiedene Faktoren haben und somit zumindest bemüht sein der Rasse nicht zu schaden.
Ich meine die Züchter, die sich mit Schönheitssiegernachkommen eine goldene Nase verdienen wollen (und es in der Regel auch schaffen). Denn nichts ist leichter als eine Hündin aus einem "namenhaften" Zwinger von einem Rüden belegen zulassen, der diverse Schautitel errungen hat und die Welpen aus dieser Verbindung an 'Laien' zu verschachern.
Da die die Nachfrage nach diesen Nachkommen von Eltern mit wohlklingenden Auszeichnungen, erschreckend groß ist ist ein äußerst negativer Einfluß auf die Zucht und den Genpool der Rasse zwangsläufig.
Beispiele zu nennen bei denen durch diese geldbringende Vermehrung eine ehemals gebrauchstüchtige Rasse zu degenrierten und kränklichen Modepüppchen verkommen sind fällt nun wahrlich nicht schwer. Eigendlich alle Gebrauchshundrassen sind davon betroffen (z.B. DSH, Dobermann, Riesenschnauzer, Boxer....). Einzig der Mali wehr sich noch recht erfolgreich dagegen.
Auch bei den Jagdgebrauchshunden und diversen Anderen sieht es nicht viel besser aus.
Das liegt nicht zuletzt an Austellungen, ihren Audwüchsen im bezug auf den Standard, ihren Titeln und der damit verbundenen Verblendung der Kaufer.
Ein Weltsieger in der Ahnentafel hört sich ja auch gut an. Die Wenigsten wissen, daß der Hund dafür nur etwas im Kreis gehen brauchte und das Ganze nichts über sein Wesen, seine Gesundheit und seine Arbeitsveranlagungen aussagt.

Faxeline
09.09.2004, 18:28
Hi!

Also, ohne jemanden beleidigen zu wollen, wage ich doch zu behaupten, dass
Hundeausstellungen eher dem Ego des Züchters/Halters gut tun als dem Hund, oder?
Ich glaube, kein Hund wird sich auf einer Ausstellung 100%ig so zeigen wie er
im Alltag ist... Ob´s nun vor Aufregung ist oder weil er die „Ausstellungsetiquette“ kennt.
Mal ehrlich, glaubt ihr, es bringt einem Hund auch nur im geringen Maße Spaß?????
Ihr könnt mich gerne überzeugen. Ich selber habe Ausstellungen immer gemieden, weil ich dachte, das bringt meinem Dackelchen eh keinen Spaß, das Einzige an dem sie mal teilnahm war ein Dackelrennen und da blieb sie dann begeistert bei einem kleinen Mädchen am Rande der Bahn stehen *tststs* Naja, ich fand´s okay...
Ich glaube einfach, das eine Ausstellung nicht das in den Vordergrund stellt, was einen Hund wirklich ausmacht. Außerdem kann ein Ausstellungstitel über einiges hinwegtäuschen (zB Krankheiten), wie Samuel das schon sagte!

Doggenmutti
09.09.2004, 22:49
Du liebe Güte... :rolleyes:

@Samuel:
Also ich sag nur soviel dazu, wer als Züchter so dumm ist und für seine Hündin einen Rüden aussucht der möglichst viele Siege und Platzierungen vorweisen kann - der kann sich meiner Meinung nach überhaupt nicht Züchter nennen. Weltsieger x Weltsieger ergibt nicht unbedingt gleich einen top Wurf.

Für mich ist das Ausstellen weder die Gier nach Siegen noch nach Ansehen. Für mich zählen die verschiedenen Meinungen der Richter, da unser Kleiner grad sowieso in der Hauptwachstumsphase ist und ich Tipps von Profis gut gebrauchen kann. Ein Richter weißt mich auf evt. Fehlstellungen hin, wie sich was entwickelt, ob ich ihn schonen soll ect....

Und uns macht es ganz einfach Spaß viele wunderschöne Doggen zu sehen, Leute zu treffen und sich auszutauschen, meine Güte gönnt es uns doch. Ich hab den Thread eigentlich nur aufgemacht um von einem wirklich schönen Erlebnis zu erzählen :rolleyes:

@Faxeline: Wie es bei anderen Rassen ist weiß ich nicht, aber bei den Doggen. Und da hat es sehr viele Hunde denen es Spaß macht sich zu präsentieren und sich zu zeigen. Und die wissen am Vortag schon, wenn die Sachen gepackt werden, daß es wieder auf eine Ausstellung geht und sie den ganzen Tag im Mittelpunkt stehen. Wie schon gesagt, hat man einen Hund der mit dem Trubel einer Ausstellung nicht klarkommt stellt man ihn auch nicht aus. Ich glaub aber kaum daß es von Streß zeugt wenn eine 6 Monate alte Dogge mitten in der Menge mit anderen Hunden im Gras liegt und döst.

Und um mit einer Dogge zu züchten muß ich auf keine Ausstellung, sondern auf eine Zuchtzulassungsprüfung. Und da läuft das ganze anders ab als auf einer Ausstellung.

Chance
09.09.2004, 22:53
Original geschrieben von Faxeline
Hi!

Mal ehrlich, glaubt ihr, es bringt einem Hund auch nur im geringen Maße Spaß?????

. Außerdem kann ein Ausstellungstitel über einiges hinwegtäuschen (zB Krankheiten), wie Samuel das schon sagte!

Zuerst: Glückwunsch an die Doggenmutti!!!!!:bd:

Ja,wenn man es richtig angeht,macht es dem Hund Spaß!!!!!:D

Man darf die Sache nicht verbissen sehen sondern als eine Art Sport,die man mit dem Hund ZUSAMMEN macht.
Hier zählt nur das Team!

So sehe ich das jedenfalls.
Kann jetzt aber nur für die Aussies und ASCA-Ausstellungen sprechen.

Die Hunde ,die zu Showsklaven verunstaltet werden,wenn ich das jetzt mal so ausdrücken darf,mag ich auch nicht und ich finds nicht gut.

Werde mit Chance (5 Monate) und Grace (3 Jahre) auch in ein paar Wochen wieder zur Ausstellung fahren.
Also ich finds klasse.
Hätte ich auch nie gedacht.
:)

Zu 2tens: natürlich kann ein Titel über Krankheiten hinwegtäuschen!!!
Wie viele Aussies gibt es,die erfolgreich im Ring stehen,aber selber schwere Erbkrankheiten in sich tragen,die sie vererben können.
Darauf muß ein Züchter natürlich achten!!!

Doggenmutti
09.09.2004, 23:09
@ Anja, Dagi und Silke:

Vielen lieben Dank für die Glückwünsche :D Ihr versteht mich :p ;)

Samuel
10.09.2004, 01:25
@ Doggenmutti

Es geht mir nicht darum Ausstellungen (an sich!) zu verteufeln. Zur Rassezucht gehört es, daß die Zuchthunde einen gewissen "Formwert" aufweisen. Dazu sind Ausstellungen gedacht und sinnvoll. Aber das ist auch Alles! Die Bewertungen einer solchen Veranstaltung können aber nur etwas über die abgefragten Eigenschaften aussagen. Und in meinen Augen ist das allein die Anatomie des Tieres. Nicht mehr aber auch nicht weniger!
Meine Frage bezog sich ja anfänglich auch nur darauf wie man den Charakter eines Hundes bei einer Show beurteilen will. Gar nicht, oder?
Richtig gewertet sagt ein möglicher Titel dieser Art lediglich aus, daß die Anatomie (fast) dem Standard entspricht. Dabei sollte man auch als Aussteller bleiben.
Die spitzen Formulierungen mögest du mir verzeihen, sie entstehen aus dem Frust, der entsteht wenn ich sehe was aus großartigen Rassen gemacht wird. Und das nur um Profit zu machen und einen möglichst großen Markt zu bedienen.
Dieser Markt ist nicht zu letzt entstanden weil es immer mehr Hundehalter gibt, die Ausstellungen als 'Hobby' entdeckt haben und dort natürlich auch 'Erfolg' haben möchten, aber auch deshalb weil man die Siegertitel fälschlicher Weise als allgemeine Qualitätsauszeichnung verkauft.
Denn wie man nun auch immer Menschen bezeichnet, die Sieger mit Siegern belegen, es gibt sie. Und es gibt auch eine nicht unerhebliche Menge Welpenkäufer, die sich für die Ergebnisse dieser Akte interessieren.
Als Beispiel nenne ich hier den Dobermann, der mir besonders am Herzen liegt. Eigentlich ist er ein Gebrauchshund, ein schneller, kräftiger Hund der in seiner Lernfähigkeit seines gleichen sucht. Ein Hund der seiner Zeit aus vielen äußerlich verschieden Individuen gezüchtet wurde, einzig mit dem Ziel einen leistungsfähigen, arbeitsfreudigen Begleiter zu schaffen, der so gut wie für jede Aufgabe geeignet ist.
Er hatte nur einen 'Fehler' , es gab Menschen, die ihn edel, optisch ansprechend fanden. Und was ist aus ihm geworden?
Ein klobiger, massiger Hund, der nicht viel mehr zwischen seinen Ohren hat als einen hübschen Kopf. Ein Statussymbol mit dem sich Menschen mit Profilneurose brüsten können.
Ja, sie haben zum Teil zig 'wohlklingende' Namen. Aber es ist nicht mal mehr der Rest eines Charakters erkennbar.
Dafür hat er einen Brustkorb wie ein Bodybuilder und einen Hals wie ein Schwan. Von Arbeitsfreude keine Spur mehr, selbst das Temperament versucht man noch "in den Griff zubekommen" damit man auch ohne Training im Ring einen idiotensichern Hund hat.
Zum Ausgleich hat man durch mangelnde echte Selektion in so genannten Schönheitslinien Erbkrankheiten durch massive Inzucht gefestigt. Das führt so weit, daß man als einigermaßen kritischer Beobachter 'vorhersagen' kann, daß wohl nicht einmal die Hälfte der Hunde bestimmter Würfe älter als 6-8 Jahre werden. Da diese aber einen Schönheitstitel nach dem anderen abräumen wird sich die Lagen in Zukunft nicht verbessern. Im Gegenteil!
Das zu den Auswüchsen des Ausstellungswesens.
Ähnliche Beispiele finden sich bei diversen Rassen. Leider!

Was den Spaß der Hunde an Ausstellungen angeht, so wird der sich wohl bei den Vierbeinern in Grenzen halten. Bei richtigem Aufbau und Vorbereitung sehe ich allerdings auch keinen Grund warum ein Hund dieses nicht verkraften kann. Ideal ausgeführt kann ich nichts Verwerfliches daran finden. Ich freue mich also mit Jedem, der zufrieden ist, solange das nicht zu Lasten der ursprünglichen Eigenschaften einer Rasse oder ihrer Gesundheit geht.

Doggenmutti
10.09.2004, 05:37
@Samuel,

ich bin nach wie vor der Meinung daß man den Charakter beurteilten kann. In gewisser Weise versteh ich Deinen Ärger auch, z.B. in Bezug auf den Dobermann. Da "meine" Rasse aber die Dogge ist , lasse ich Dir mit Deinem Beitrag das letzte Wort ;) und freue mich ganz einfach auf meine nächste Ausstellung :D

Faxeline
10.09.2004, 17:34
Hi!
Ah, gut, jetzt hab ich das mit den Ausstellungen unterscheiden können (Austellung nur so & Ausstellung für die Zucht).
Ich hab mir einfach nicht denken können, dass Hundis daran Spaß haben, vielleicht war ich da ein bissel "kurzsichtig"! Danke für die Aufklärung und natürlich *ups vergessen* GRATULATION @ DOGGENMUTTI!
Ich denke das du es eh nicht machen würdest, wenn du merkst, dass dein Hund drunter leidet, oder!?
Viel Spaß noch auf den Ausstellungen, auch wenn ich persönlich nicht wirklich Fan davon bin ;o)

Anna

Doggenmutti
10.09.2004, 23:16
Hallo Anna,

danke schön :)

Die erste Ausstellung war für den Kleinen sozusagen ein "antesten". Er nahms gelassen und war absolut unbeeindruckt. Menschenmassen und Lärm kennt er ja eh schon :p
Wäre er absolut nicht damit klargekommen hätte ich die Meldung natürlich zurückgezogen und wär heimgefahren.

Dagi
12.09.2004, 17:58
Hallihallo,

heute waren wir ja auf der Herbstzuchtschau unseres Teckelvereins, und ich hab natürlich, angeregt durch die Diskussion, das Ganze mit Argusaugen verfolgt :D . Gleich vorweg: wieder konnte ich nix schlimmes daran finden. Insgesamt wurde auch nur 5 x V vergeben, was mich sehr zufrieden macht und zeigte, dass der Richter damit nicht leichtfertig umgegangen ist.

Jetzt zu einem "Vorfall" während der Zuchtschau. Eine sehr betagte, etwas gehbehinderte Dame wollte ihre 14-monatige Zwerg-Langhaardackelhündin vorstellen. Und genau da, ist dem Richter fast der Kragen geplatzt...naja, er hat sich sehr zusammenreißen können, denn: er wusste kaum, wie er die Hündin bewerten sollte. So ein Angstbündel, dass auch nicht gelernt hatte, ordentlich an der Leine zu gehen. Die Frau zog sie, sie klemmte immer nur die Hinterläufe unter den Bauch, wollte "fliehen" oder sich gar nicht bewegen - es war echt ein Trauerspiel...
Da hat der Richter aber geschimpft und mal ein paar Takte zur Sozialisation und Erziehung gesagt, dass es nicht angehen kann, dass ein Hund auf dem Sofa und im heimischen Garten groß wird, kaum Kontakt zur Außenwelt etc. Er führte aus, dass man bereits den Welpen auch mal mit in die Stadt nehmen soll, Kontakt mit anderen sozialisierten Hunden und Menschen haben soll etc. Als die Dame kleinlaut sagte, dass sie doch aber nicht mehr gut zu Fuß ist, guckte er sie ernst an und sagte: dann hätten sie sich überlegen sollen, ob es ein Welpe sein muss...oder ob es nicht auch ein alter Hund getan hätte.

ICH fand das Klasse! Denn das habe ich schon gedacht, als ich die Dame auf dem Parkplatz gesehen habe.

Desweiteren hat er sehr schön auf anatomische Dinge hingewiesen, auf die neuen Zuchtziele des DTK was die Gesundheit betrifft etc.

Ich war jedenfalls wieder sehr zufrieden, wir haben wunderschöne und nette Hunde kennengelernt, Komplimente geerntet :D und hatten einen sehr abwechslungsreichen Tag.

:cu: Dagi & Amy