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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sollte eine Hündin vor dem Kastrieren einmal trächtig gewesen sein?



sabrinchen79@gm
03.09.2004, 17:58
:confused:

Hallo, unsere Hündin ist mit fast 2 Jahren nun zum 3. Mal läufig. Nun wollen wir sie im November sterilisieren lassen. Diese Stimmungsschwankungen von ihr machen mir echt Sorgen.

Meine Frage ist nun, da die Meinungen so oft auseinander gehen:

Soll Dobby einmal Junge bekommen, damit sich alles richtig ausbildet? Sprich Milchdrüsen, Gebärmutter, usw.?

Was ist denn besser für Hündinnen?

Wie ist eure Meinung dazu?

Danke für eure Hilfe
Sabrina

neaira
03.09.2004, 18:55
Hallo Sabrina!

Hündinnen müssen keine Jungen gahabt haben, damit sie sich voll entwickeln.
Die Gebärmutter ist schon allein durch die Geschlechtsreife vollständig ausgebildet und ebenso die Milchdrüsen, überhaupt der ganze Körper.
Das passiert nach Meinung vieler anderer auch ganz ohne Läufigkeit, sprich bei Frühkastraten.
Die Milchdrüsen sollten, wenn möglich, sowieso möglichst nicht angeregt werden, wenn keine Jungen vorhanden sind, da dies gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann, aber auch ein Wurf wird diese im Zweifel nicht verhindern können!
Davon mal ganz abgesehen sitzen in unseren Tierheimen bereits etliche dieser altmodischen Vorstellungsergebnisse, die keiner haben möchte, und selbst wenn man glaubt genügend neue Herrchen/Frauchen gefunden zu haben springen garantiert noch einige ab.
Ausserdem bedeutet eine Schwangerschaft für die Hündin nicht gerade ein Vergnügen, was dir wohl auch viele Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft bestätigen können.
Sie ist eine starke Belastung für Körper und Seele und obendrein nie Risikolos.
Hunde haben i.d.Regel auch nicht wirklich Spass am Akt an sich, das ist eher das innere Arterhaltungsprogramm.
Unabhängig davon sollte nur mit Hunden gezüchtet (oder wie immer man das nennen mag) werden, die gesundheitlich 1a in Ordnung sind, charakterlich gute Anlagen haben und nicht aus fadenscheinigen Gründen (nichts gegen dich!).
Lange Rede kurzer Sinn: ich denke du solltest sie kastreiren lassen, oder wenn du schon nicht darauf verzichten möchtest absolut alles dafür tun, dass sie nicht schwanger wird!
Eine Schwangerschaft ist für die körper-oder geistliche Entwicklung unnötig!
Ich bin keine genereller Kastrationsbefürworter- oder gegner, ich handele da eher nach Gesundheitszustand und Verantwortungsbewusstsein.
Also überlegs dir gut und handele im Sinne deiner Hündin und sei dir der Verantwortung bewusst!

Viele Grüsse, Silvana

sabrinchen79@gm
06.09.2004, 08:24
Hallo,

also unbedingt schwanger werden soll sie nicht. Ich wollte mich nur vorher erkundigen. Klar sitzen unsere Tierheime voll, ebenso wurden jetzt während der Ferienzeit wieder genug Tiere ausgesetzt, das will ich auf keinen Fall unterstützen.

Nun, Dobby ist jetzt im der "heißen Phase" und ich bin schon immer am schauen, dass kein Rüde sich mit ihr vergnügt.
Sätestens Anfang Dezember lasse ich sie dann kastrieren, ich denke, dass es für sie das beste sein wird.

Danke

Sabrina

AnjaK
07.09.2004, 09:07
Hi,
ich kann mich nur anschließen, sie muß nicht vorher tragend werden. Meine Hündin wird morgen kastriert, weil sie schon bei ihrer ersten Läufigkeit Probleme hatte. Ich finds auch net grad toll so eine OP, aber in der Relation was da sonst auf uns zukommen könnte, ist es wohl das kleinere Übel.

LG aus dem Hunsrück:cu:

Anja und Rudel

KatharinaHH
09.09.2004, 14:35
Hallo,

Du mußt Deine Hündin wirklich nicht erst trächtig lassen werden! Wenn das jeder mit seiner Hündin machen würde, bevor er sie kastrieren läßt, hätten wir eine Welpenschwemme!

Meine Tierärztin sagte mir damals, dass es gut sei, wenn die Hündin mindestens einmal läufig gewesen ist und ausgewachsen sollte sie auch sein. Eine frühstmögliche Kastration verringert auch das Krebsrisiko.

Meine Hündin (Flatcoated Retriever) wurde mit ca. 18 Monaten kastriert. Sie hat sich in keiner Weise, weder vom Wesen noch von der Figur her, verändert. Inzwischen ist sie fast 8 Jahre alt und wir sind sehr froh, dass wir diesen Schritt damals unternommen haben.

Viel Spaß mit Deiner Hündin und liebe Grüße aus Hamburg

Katharina

Hector
18.11.2004, 13:27
Hallo zusammen,
wir beabsichtigen ebenfalls unsere Hündin sterilisieren zu lassen. Uns wurde dazu geraten es noch vor der Geschlechtsreife zu machen. Derzeit ist sie 4 Monate alt. Wann wäre eurer Meinung nach der richtige Zeitpunkt? :?:
Viele Grüße
Hector

Samuel
18.11.2004, 13:35
Sollte eine Hündin vor dem Kastrieren einmal trächtig gewesen sein?


NEIN!

billymoppel
18.11.2004, 20:47
@ hector

das ist ein ziemlich alter streit. es wird behauptet, dass eine frühkastration das risiko des krebses des brustdrüsen rapide senken soll. deisbezügliche studien finde ich statistisch fehlerhaft. demgegenüber steht die tatsache, dass bei einer frühkastration das risiko steigt, dass man wesensmäßig einen ewigen welpen behält. kann, muss aber nicht. ich kenne jedoch einen solchen fall. von daher würde ich dir raten, auch in anbetracht deines anderen postings, mindestens eine läufigkeit abzuwarten, um die volle hormonelle entwicklung zu gewährleisten.
außerdem sollte man - wenn nicht gesundheitliche probleme wie scheinschwangerschaften u.ä. im wege stehen oder mehrhundehaltung vorliegt, gar nicht kastrieren. auch ein hund hat ein recht auf sexualität - und damit ist nicht der akt als solcher gemeint, sondern das ganze drum und dran, das einer heißen hündin widerfährt. ihre verehrer. kastrieren um des kastrierens willen - warum dann nicht gleich einen rüden?
geschlechtsorgane sind doch keine nutzlosen anhängsel! sie dienen primär sicher der fortpflanzung, haben sekundär aber auch noch ein paar andere funktionen.

gruß
bettina

OESFUN
19.11.2004, 07:52
Hallo

Ich denke, wir reden von Kastration - nicht Sterilisation. Diese sollte , wenn überhaupt:( in der Ruhephase zwischen zwei Läufigkeiten stattfinden, wenn die Organe vollständig zurückgebildet sind. Also im ersten Fall frühestens 3 Monate nach der Läufigkeit.
Von Frühkastrationen halte ich persönlich gar nichts.

In der vorletzten Ausgabe (Nov.) der Zeitschrift Hund befinden sich zwei Artikel, wo es um Kastration geht. Sehr interessant. Wenn ich es heut nachmittag schaffe, werde ich die interessanten Stellen mal hier "zitieren".

LG Birgit

mit nicht kastrierten Hunden

Hector
19.11.2004, 11:35
Danke für die Antworten. Wir sind auch noch hin- und hergerissen, ob Frühsterilisation oder nicht. An eine Sterilisation denken wir, da wir u.a. keine "böse" Überraschungen mit Nachwuchs haben wollen. Unsere Hündin stammt nämlich (zum Glück *gg*) von einer solchen ab. Und wir möchte dann nicht auf einmal einen ganzen Wurf "unters Volk" bringen müssen, was ja mitunter kompliziert werden kann. Aber gerade wegen eventuell auftretender gesundheitlichen und verhaltensbedingten Problemen bei sterilisierten oder nicht steriliserten Hündinen möchte ich Risiken früh abschätzen können. Man will ja das Beste für die Kleine!
Man hört ja immer viele Meinungen; die unserer Tierärztin ist, dass eine Frühsterilisation problemlos ist und ab dem 4. Monat durchgeführt werden sollte.
@Bettina
Danke für Deine kritische Sichtweise, die Fakten werde ich mit in die Waagschale werfen!
@Birgit
Für Zitate aus der Fachzeitschrift wäre ich Dir natürlich sehr dankbar!
Viele Grüße,
Hector

OESFUN
20.11.2004, 10:28
So, gestern hab ich es nicht mehr geschafft, aber hier wie versprochen die Zitate.

Einmal wurde Günter Bloch interviewt und eine Frage lautete

Zitat:
Kann es Probleme zwischen kastrierten und unkastrierten Hunden geben??

Antwort G.B.: Das Aufeinandertreffen von kastriertem Rüden un unkastrierter Hündin ist normalerweise kein Problem. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Kastrieren sie Rüde oder Hündin aber zu früh, d.h. vor der ersten Hitze bzw. vor einem halben Jahr, können sie keinen Charakter formen, und andere Hunde versuchen ständig, sie zu besteigen. Das sind arme Würstchen. Ausserdem haben wir die Erfahrung gemacht, das Hündinnen, die gegenüber aneren Hündinnen sehr agressiv sind, nach der Kastration durch chemische Vorgänge männlicher und noch agressiver werden. Sie gehen nun nicht nur Hündinnen sonder auch Rüden an.

im zweiten Artikel ging es um eine Umfrage zu Todesursachen beim Hund

Zitat

....Zusammenfassend können wir also folgendes sagen: Die prophylaktische Kastration bringt keine nennenswerten gesundheitlichen Vorteile. Bei den Rüden vermindert sie nur das Risiko "typisch männlicher" Skeletterkrankungen, bei den Hündinnen die typisch "weiblichen Risiken" in der zweiten Krisenzeit (8-12 Jahren). Aber: eine Garantie für ein gesünderes , beschwerdefreies , längeres Leben ist sie nicht und eine "Krebsprophylaxe" erst recht nicht: Kastraten leben nicht länger, und sie sterben häufiger an Krebs als ihre intakten Artgenossen......

Zitat Ende

Auch noch interessant fand, das lt. Dieser Aufstellung bei frühkastrierten Hündinnen oft Nierenerkrankungen die Todesursache waren.

Es handelt sich bei Partner Hund sicherlich nicht unbedingt um eine ärztliche Fachzeitschrift, nur da es sich um eine Umfrage unter Hundehaltern handelt, spiegelt es ja wohl einen Teil der Realität wieder.

LG Birgit

Maltesergirl
20.11.2004, 19:21
Kann mich Bettina nur voll und ganz anschließen. Auch ich würde eine Hündin niemals ohne medizinische Indikation, d.h. ständige Scheinschwangerschaften o.ä., kastrieren lassen.

Bedenken sollte man immer, daß jede Operation gewisse Risiken birgt, die nicht vorhersehbar sind. Selbst wenn der Hund vorher noch so gründlich untersucht wurde, bleibt immer noch das Risiko der Narkoseunverträglichkeit bestehen.

Ehe ich meine Hündin kastrieren lassen würde, würde ich lieber 2x im Jahr für ca. 2 bis 3 Wochen gut auf meine Hündin aufpassen, indem ich sie an der Leine lasse und mir andere Auslaufgebiete suche während dieser Zeit oder die Spaziergänge vorübergehend auf andere Tageszeiten verlege.

Niemand muß heutzutage seine Hündin ohne Grund kastrieren lassen - wem die Mühe des Aufpassens während der Läufigkeit 2x pro Jahr zu viel ist oder wen die Blutstropfen in der Wohnung stören, der sollte sich vielleicht besser für einen Rüden entscheiden.

Das ist nun mal meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema...

Briddy
22.11.2004, 13:10
auch ein hund hat ein recht auf sexualität - und damit ist nicht der akt als solcher gemeint, sondern das ganze drum und dran, das einer heißen hündin widerfährt. ihre verehrer.
Mal abgesehen von den ganzen anderen Fürs und Widers zu dem Thema, ist o. g. Argument nicht arg vermenschlichend? Ist es nicht vielmehr so, daß die Tiere für einen kurzen Zeitraum 2x im Jahr nur ihren Trieben folgen? Und ob sie das Drum und dran, das einer heißen Hündin widerfährt so toll finden? Jenna jedenfalls war bei ihrer ersten (und letzten) Läufigkeit total entsetzt über die aufdringlichen Aufmerksamkeiten und verfiel daraufhin gerazu in Depressionen. Offensichtlich war ihr überhaupt nicht klar, warum da was mit ihr geschah.
Gruß
Briddy

Maltesergirl
22.11.2004, 15:39
Original geschrieben von Briddy

Jenna jedenfalls war bei ihrer ersten (und letzten) Läufigkeit total entsetzt über die aufdringlichen Aufmerksamkeiten und verfiel daraufhin gerazu in Depressionen. Offensichtlich war ihr überhaupt nicht klar, warum da was mit ihr geschah.


Ich kenne viele Hündinnen, denen es bei ihrer ersten Läufigkeit ähnlich ging wie Deiner Jenna. Auch meine Hündin hat etwas verstört reagiert, als mein Rüde während der Läufigkeit plötzlich versucht hat, sie zu besteigen. Aber das waren ganz sicher keine Depressionen, sorry, aber das halte ich nun doch für etwas übertrieben...

Trotzdem wäre das nie und nimmer ein Grund für mich, meine Hündin kastrieren zu lassen, denn diese "Verstörtheit", die u. U. während der ersten Läufigkeit auftreten kann, geht vorbei.

Die Hündin gewöhnt sich dran...Glaub' mir, das war bisher bei ALLEN Hündinnen, die ich kenne, so gewesen!

Keiner dieser Hündinnenbesitzer wäre auf die Idee gekommen, seine Hündin lediglich aus diesem Grund kastrieren zu lassen - es war auch nicht nötig gewesen, denn inzwischen ist die Läufigkeit für diese Hündinnen zu einem ganz normalen Vorgang geworden, der sie nicht mehr stört.

Noch etwas: was meinst Du, wie viele junge Mädchen verstört reagieren, wenn sie das erste Mal ihre Monatsblutung bekommen? Aber läßt man ihnen deshalb gleich die Gebärmutter und die Eierstöcke raus nehmen???

Der Vergleich mag zwar etwas hinken, aber letzten Endes ist es doch genau das Gleiche...

Briddy
23.11.2004, 11:04
Hi,
ich wollt' jetzt damit nicht sagen, daß ich meinen Hund nur deshalb kastrieren lassen habe, dachte mir schon, daß sie sich erst daran gewöhnen muß. Trotzdem war die Änderung ihrer Gemütslage schon immens.
Aber darum ging es mir gar nicht, es sollte ein Argument sein gegen die Einstellung, daß eine Hündin ein Recht hat auf das Drumherum ihrer Sexualität, eben ihre Verehrer. Wenn viele Hündinnen verstört darauf reagieren und sich erst daran gewöhnen müssen, weiß ich nicht, ob man das als "Recht" bezeichnen kann oder nicht doch eher als "Pflicht"? Die Frage ist doch vielmehr, ob ein Hund seiner Sexualität irgendwas abgewinnen kann, ob es ihm Vergnügen bereitet, ob er den Verlust derselben tatsächlich als Verlust empfindet oder ob er nicht vielmehr seinen Trieben folgen muß, weil er keine andere Wahl hat als das zu tun.

Maltesergirl
23.11.2004, 16:53
Original geschrieben von Briddy
Hi,
Die Frage ist doch vielmehr, ob ein Hund seiner Sexualität irgendwas abgewinnen kann, ob es ihm Vergnügen bereitet, ob er den Verlust derselben tatsächlich als Verlust empfindet oder ob er nicht vielmehr seinen Trieben folgen muß, weil er keine andere Wahl hat als das zu tun.

Ich denke mal, daß wir das sicherlich niemals ergründen werden, aber ich bin nun mal aus verschiedenen anderen Gründen gegen eine Kastration.

Das hat nichts damit zu tun, daß ich meiner Hündin ihre Sexualität nehmen bzw. nicht nehmen möchte, sondern schlicht und einfach damit, daß ich es nicht in Ordnung finde, eine gesunde Hündin zu "verstümmeln", d.h. ihr so einfach ohne medizinische Indikation die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernen zu lassen.

Sehr oft kann nämlich eine Kastration gesundheitliche Probleme wie z. B. Inkontinenz usw. zur Folge haben - eine schlechtere Fellqualität ist da sicher noch das kleinste Übel.