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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : hündin fletscht



beaglebagle
06.08.2002, 09:45
meine 4-jährige foxhound-beagle hündin die ich vor einigen wochen aus dem tierheim zu mir geholt habe, droht und fletscht massiv und schnappt wenn ihr etwas nicht passt , sie sich gerügt, oder nicht genug beachtet fühlt. wie kann ich es ihr auf eine 'humane' art und weise definitiv abgewöhnen?ich möchte nicht immer mit einer rolle klopapier bereitstehen die sie an den kopf geworfen kriegt um zu verstehen dass so ein verhalten nicht geht. ausserdem wäre es schöner einen hund zu haben der nicht x-mal am tag beleidigt und reumütig in der ecke steht weil er ausgeschimpft wird.

Maggie_HH
06.08.2002, 10:03
Meinst du das ernst, dass du deinem Hund eine Rolle Klopapier an den Kopf schmeisst????? Also wo hast du das denn her?
Du solltest deinem Hund NICHT auf HUMANE weise zeigen, was er soll und was nicht! Du solltest dabei die Hundesprache sprechen!!!! (hast du schon mal was vom Schnauzgriff gehört?)
ich denke, dass dein Hund dich nicht als ranghöchstes Mitglied akzeptiert.
Was darf dein Hund denn alles zu Hause? Welche Privilegien hat sie? (darf sie aufs bett, sofa? wann und wie fütterst du sie?)

Juliane

cheroks
06.08.2002, 11:04
Ich glaube auch, human wie der Name schon sagt ist menschlich und damit kannst du keinen Hund erziehen. Anonyme Dinge nach ihr zu werfen ist kein Dominanzverhalten, du wirst dich schon persönlich mit ihr auseinandersetzen müssen, wenn du willst, dass sie dir gegenüber kein Aggressionsverhalten mehr zeigt. Ein wirksamer Schnauzengriff wird so eingesetzt: Er hat nur Erfolg, wenn er nicht später als 1-2 Sekunden nach dem gezeigten Verhalten eingesetzt wird und er nicht länger als 1-2 Sekunden dauert. Die Intensität darf nicht "zu schwach" sein und dein Hund sollte nicht das Gefühl bekommen, dass du aggressiv dabei bist. In der "Hundesprache" sagt ein Schnauzengriff des Ranghöheren : Stopp, du gehst zu weit, dieses Verhalten dulde ich auf keinen Fall. Hat der Schnauzengriff "gewirkt" sofort die Anspannung abbauen und ihr ruhiges Verhalten loben. Wie oft du das machen musst, hängt davon ab, wie lange sich deine Hündin schon so ihrer Haut wehren musste. Wichtig ist, nicht schreien oder laut werden in so einer Situtation, Aggression schürt Gegenaggression.

beaglebagle
06.08.2002, 11:19
danke für die antworten :). mit human meinte ich nicht dass ich zu ihr gehe und sage: 'dududu...so geht das aber nicht.böser wauwau' sondern ich will eine methode anwenden die wirksam ist ohne dass ich wie einige 'tolle' hundehalter ihr an den hals springe und sie verdresche was ich absolut ablehne. der schnauzengriff zeigt kurzzeitig wirkung, scheint aber nicht auf längere zeit zu wirken da sie spätestens nach 2 tagen wieder damit anfängt. sie hat feste fütterungszeiten, morgens und abends, jeweils nachdem wir selber gegessen haben, und mehr als ein hund dürfen darf, darf sie auch nicht. schliesslich ist sie nicht der chef der bande. sie scheint nur durch einige sachen verunsichert zu sein und äussert das durch fletschen und dass nicht zu knapp. manchmal bin ich nicht in nächster reichweite so dass ich diese rolle klopapier-so doof das auch klingt- nach ihr werfe. das tut ihr nicht weh und sie merkt dass sie was falsch gemacht hat. so scheint es auf jeden fall mal. ich möchte einfach eine wirksame methode gegen dieses fletschen die sie sich merkt da der schnauzengriff keine längere wirkung zeigt

cheroks
06.08.2002, 12:16
Du darfst auch nicht glauben, dass es mit einem einmaligen oder zweimaligen Schnauzengriff getan ist. Ein Lernerfolg stellt sich oft erst nach ca 50 maliger Wiederholung ein. Vielleicht hat deine Hünden ihr Leben lang so reagiert und kein Mensch hat ihr gesagt, so geht das nicht. Wenn sie dich nicht als Rudelführer akzeptiert, bzw. ihr Aggressionsverhalten dir gegenüber nicht einstellt, bringt das anonyme Wurfgeschoss auch nichts. Das verschreckt sie zwar im ersten Moment, aber ein Hund kombiniert nicht das du ihr damit Dominanz demonstrieren willst. Egal wann sie dich anknurrt, Schnauzengriff!! Das ist wirklich die beste und für sie verständlichste Art ihr zu zeigen, du bist der Boss und dieses Verhalten duldest du nicht. Sie ist 4 Jahre alt, sie hatte also lange Zeit sich so ein Verhalten zu nutzen zu machen und anzugewöhnen. Durch Wurfgeschosse (ich überspitzte es absichtlich) kannst du schnell das Vertrauen deines Hundes verlieren. Eine persönliche Maßregelung ist meiner Meinung nach immer sinnvoller als als anonyme Maßregelung, es sei denn, die persönliche Maßregelung greift überhaupt nicht. Und du sagtest ja, es wirkt immerhin zwei Tage. Jeder Hund ist lernfähig, auch wenn es länger dauert.

Thomas
06.08.2002, 13:27
Hallo Cheroks,

ich finde Deine bisherigen Beiträge durch die Bank sehr lesenswert *positiv bestärk*
Eine Frage: Weshalb bist Du der Meinung, das die Ausführung eines Schnauzengriff´s nur 1-2 Sekunden andauern sollte? Richtet sich die Dauer des Schnauzengriffs nicht nach der "Gegenwehr" des Hundes? Also ich hab schon alles mögliche zwischen 1Sekunde bis 1 Minute erlebt...?

Gruß
Thomas

Maggie_HH
06.08.2002, 17:23
ich wollte nur kurz anmerken, dass ich schon einige hunde kennengelernt habe, die nicht sehr beeindruckt waren vom schnauzgriff!!!! falls du der meinung bist, dass deine hündin darauf nicht reagiert (was tut sie denn nach dem schnauzgriff?) dann solltest du sie mal kurz auf den boden drücken, auch nur 1-2 sek und ein deutliches NEIN, das zeigt meistens noch mehr wirkung.

Juliane

beaglebagle
07.08.2002, 09:17
auf den schnauzengriff reagierte sie bis jetzt mit überraschung aber im allgemeinen war danach alles ok. ich kann bei einigen sachen noch nicht sagen wie sie spezifisch drauf reagiert da ich sie wie gesagt erst kurz habe.
eine sache verstehe ich allerdings nicht ganz und wäre für jede hilfe dankbar...sie benimmt sich zwar im alltag und zu hause als würde sie mich als chef akzeptieren, gehorcht , ist problemlos, freundlich zu menschen und tieren, aber sobald sie etwas nicht mag/will oder weiteres droht sie,wie schon beschrieben, und gestern abend hat mich der schnauzengriff für einige zeit ins krankenhaus gebracht weil der gute hund meinte er müsste anfangen zu beissen.
dementsprechend habe ich auch reagiert (so gut es ging da ich ziemlich überrascht war). sie scheint zu verstehen dass sie was falsches gemacht hat da sie sich die ganze nacht nicht unter dem bett hervorgetraut hat und heute morgen hatte ich einen extrem verschmusten und sehr gehorsamen hund vor mir.was aber an der situation nichts ändert.
ich weiss nicht was sie alles schon erlebt hat, allerdings habe ich auch nicht die absicht mich beissen und anfletschen zu lassen. habt ihr tipps? (ausser hundeschule...denn dort wird sie demnächst ein stammgast sein!)

LG
beagle

cheroks
07.08.2002, 09:45
hallo beagle,
das ist natürlich nicht so schön, und da hat Thomas wohl recht. Wenn sie sich wehrt, musst du die Schnauze zu halten und sie runter drücken nicht nur 1-2 sec. Nicht auf den Rücken sondern einfach in eine Position bringen, aus der sie nicht mehr herauskommt ( du über ihr) bis sie sich nicht mehr wehrt (eventuell die Intensität des Schnauzengriffs erhöhen). Wenn sie ruhig ist, loben und schnell den Stress abbauen, wenn sie wieder drauf los geht, nochmal das ganze. Leider gibt es manchmal Hunde, bei denen man den Rang ausfechten muss(wer weiß was sie alles schon erlebt hat)
Aber es gibt noch ein paar Dinge auf die du achten kannst, damit du in ihren Augen der Ranghöhere bist. Beginne du das Spiel und beende es auch bevor sie keine Lust mehr hat. Will sie Aufmerksamkeit, ignoriere sie . Gib ihr Aufmerksamkeit nur wenn Sie nicht darum bettelt, geh als erste durch die Tür, wechsel oft die Richtung beim Spazierengehen. Streicheleinheiten über Kopf und Rücken sind auch Gesten der Dominanz, so wie den Hund wenn er sitzt in den Arm nehmen(vorsicht, da kann sie sich auch wehren).
Es ist schwer einzuschätzen, was ein Tierheimhund so alles erlebt hat. Aber wenn du unsicher bist (vor allen Dingen jetzt nach dem sie gebissen hat) rate ich dir besorge dir ein Buch über das Verhalten und die Sprache des Hundes, dann kannst du schon sehen, wenn sich so eine Situation anbahnt und wie man sinnvoll darauf reagiert.

beaglebagle
07.08.2002, 10:37
danke cheroks...

ich hoffe dass sich das verhalten legt weil es schon sehr belastend ist wenn sich das tier an dem man hängt auf einmal gegen einen wendet-schön ist das nicht.
das mit der tür oder dem streicheln mache ich schon seit ich sie habe, allerdings werde ich den richtungswechsel beim spazierengehen einfach noch öfter machen als bisher. ich lasse sie auch oft im wald zu mir kommen und sich hinsetzen. da sie dass macht halte ich es auch für ganz sinnvoll, auch als training wenn ich sie mal in zukunft von der leine lasse.

das mit der körpersprache: sie warnt eindeutig durch eben dieses fletschen vor.
ich bin gerade dabei ihr beizubringen dass nicht halb soviel situationen wie sie denkt bedrohlich sind, und dass ihr in bestimmten situationen keiner ans fell will.
hoffentlich verliert sich dann auch mit der zeit das drohen-wir arbeiten dran.
vielen dannk für die tipps

beagle

pepsi
07.08.2002, 21:18
Hi Beagle
Mein Hundi meint auch manchmal fletschen zu müßen ich sehe ihn dann danz böse an und sage mit sehr tiefer Stimme NEIN das hilft bei meinem ganz gut .Das mit dem Schnauzengriff habe ich am anfang auch gemacht und es half auch prima.Ich denke mit viel Zeit und Gedult bekommst du das schon im Griff.Weißt du etwas vom Vorgänger der Süssen ??Oder war sie nur im TH??Es wäre vieleicht ratsam sich dort mal zu erkundigen. Trotz allem wünsche ich dir viel Freude und Spass mit der Süssen es wird sich sicher geben;)
Gruß Pepsi

beaglebagle
07.08.2002, 22:37
hallo pepsi.

nein über ihre vorgeschichte ist garnichts bekannt. sie wurde vom hundefänger abgegeben.man weiss nur dass sie früher wohl einige sachen beigebracht gekriegt hat da sie ganz gut auf handzeichen reagiert. und bei ihrer starken interesse an mülleimern, gelben säcken u.ä. muss sie wohl eine zeit lang auf der straße gelebt haben, mit mülleimern als nahrungsquelle.

pepsi
08.08.2002, 11:52
Hi Beagle
Ich denke einfach das deine süsse auch eingewöhnungs Zeit braucht.Wenn sie wirklich eine Zeit lang draussen gelebt hat muß sie sich auch erst an das neue gewöhnen.Zeige ihr einfach immer wieder das du das Oberhaupt bist und ich bin sicher alles kommt in ordnung
Gruß Peps;)

etzel
09.08.2002, 15:23
Hi Beagle,

ich bin selbst stolze Besitzern einer Beagle-Hündin und habe ähnliche Geschichten mit ihr durch wie du mit deinem Hund. Zwischenzeitlich war ich mir gar nicht mehr soo sicher, ob das mit uns beiden gut geht, weil es mir sehr schwerfiel ihr zu vertrauen. Meine Hündin hatte schon 2-3 Vorbesitzer und wir wissen auch nicht so ganz genau, was sie hinter sich hat. Daher wird es vermutlich immer wieder Situationen geben, die sie an "früher" erinnern und ihr Furcht oder Misstrauen einflößen. Dann wird sie wahrscheinlich auch wieder mal knurren und schnappen. Zu unserem Leidwesen...
Aber wir haben uns zusammengerauft und gehen auch weiterhin brav zur Hundeschule. Da und auch hier im Forum habe ich viele gute Tipps bekommen. Also halte durch und hab' Geduld!

Ich wünsch' dir was...

etzel

Birgit
11.08.2002, 19:55
Hallo Beagle!

Ich möchte jetzt mal einen anderen Aspekt ins Spiel bringen. Vielleicht hat die Hündin bloß Angst und äußert das dadurch, dass es in Aggression ausartet.

Ich habe das Problem mit meiner Hündin und habe jetzt drei Bücher gelesen, das eine war "GRRR Vollständiger Leitfaden zum Verstehen und Vermeiden von Aggressionsverhalten bei Hunden" von Mordecai Siegal und Matthew Margolis, das zweite war "Der schwierige Hund" von Eberhard Trumler und das dritte: "Calming Signals" von Turid Rugaas.

Also ich meine, man müsste zuerst herausfinden, um welche Art der Aggression es sich bei deiner Hündin handelt, und dann kann man dagegen vorgehen.
Aber wie gesagt, das ist nur ein Vorschlag.

Liebe Grüße

Birgit