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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Äusserst dubioser Brief vom Vermieter...



miaby
18.08.2004, 12:18
Hallo,


ich hoffe, Ihr könnt mir bei einem kniffligen Problem helfen...
Wir sind kürzlich umgezogen und der Vermieter (eine Wohnungsgenossenschaft)
hat uns gesagt, das Katzenhaltung "gar kein Problem" ist, auch die
unfreundliche Dame in der Wohnung unter uns (komme ich noch drauf zu sprechen)
hält Katzen. Der Mietvertrag war auch fix unterschrieben. Ich habe ihn mir
letztens noch mal durchgelesen und dabei etwas entdeckt, dass ich auch in
einem Brief an die Wohnungsgenossenschaft geschrieben habe:


Betrifft: Katzenhaltung


Sehr geehrte Frau xxx,



In unserem Mietvertrag ist das Thema Tierhaltung wie folgt beschrieben:
§ 10 Zustimmungspflichtige Handlungen des Mieters
(1) Mit Rücksicht auf die Gesamtheit der Mieter und im Interesse einer
ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Gebäudes, des Grundstücks und der Wohnung
bedarf der Mieter der vorherigen Zustimmung des Vermieters, wenn er
...
(d) Tiere hält, soweit es sich nicht um übliche Kleintierhaltung handelt (z.B.
Fische, Hamster, Vögel), es sei denn, in § 15 ist etwas anderes vereinbart
...
In § 15 ist dazu nichts weiter vermerkt.
Bei Bezug unserer Wohnung in der xxx-str. 3 III. OG wurde uns die
Katzenhaltung mündlich gestattet, im Mietvertrag wurde die Genehmigung
allerdings nicht festgehalten. Deshalb bitte ich hiermit um die schriftliche
Genehmigung zur Katzenhaltung in der oben genannten Wohnung.



Mit freundlichen Grüssen



______________________________ ______________________

Daraufhin bekam ich folgendes Schreiben:


Betrifft: Katzenhaltung


Sehr geehrte Frau Z.,


Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom 02.08.2004 teilen wir Ihnen mit, dass wir
Ihnen nur unter Vorlage aller Unterschriften der Mitmieter eine Genehmigung
zur Katzenhaltung erteilen können.
Wir nehmen jedoch die Katzenhaltung unter folgenden Voraussetzungen hin:

1.
Ihre Tierhaltung darf nicht zu begründeten und massiven Beschwerden Anlass
geben.

2.
Sie verzichten durch Ihre Unterschrift auf der Rückseite der Zweitausfertigung
dieses Schreibens, dass Sie uns bitte wieder zurücksenden wollen, jetzt und
für die Zukunft auf die Einrede der "stillschweigenden Duldung" für den Fall,
dass wir Sie wegen vorliegender begründeter Beschwerden zur Abschaffung Ihres
Tieres auffordern müssten.

Wir hoffen, dass Sie mit dieser Regelung einverstanden sind und bitten Sie um
Rücksendung der unterschriebenen Zweitschrift bis 31.08.2004


Mit freundlichen Grüßen
Der Verwalter

______________________________ _________________________


Bei einem darauf folgenden Telefonat mit der für mich zuständigen
Mitarbeiterin kam folgendes heraus:

Dass Katzenhaltung genehmigt ist wäre nie behauptet worden, sie wird lediglich
geduldet, solange niemand eine Allergie entwickelt oder Beschwerden wegen
Rolligkeit "oder so" kämen.

Mir krampft sich wirklich alles zusammen. Die Unterschriftenliste bekomme ich
wegen dieser einen Mieterin (Katzenhalterin) unter mir, mit der ich wegen
etwas anderem im Streit liege, nie vollständig, ganz im Gegenteil, sie hat
jetzt noch etwas, mit dem sie mich rausekeln könnte (versucht sie). Sie
bräuchte ja nur behaupten, meine Katze miaut zu laut oder so. Alternativ
bräuchte dann nur jemand im Haus niessen und sich dann wegen Allergie
melden... ich mag gar nicht weiterdenken =:((

Das heftigste ist ja, dass ich auch noch aufgefordert werde, auf meine Einrede
der "stillschweigenden Duldung" zu verzichten, damit die Katzenhaltung
überhaupt "hingenommen" werden kann - unverschämt.

So Leute, Ihr seid gefragt, was kann ich jetzt tun?

Bitte keine wilden Spekulationen, ich brauche möglichst belegbare Tatsachen,
Aktenzeichen von Urteilen, derartige Fälle beim Mieterverein dokumentiert,
irgendwas "handfestes". Bitte helft mir!


Liebe Grüsse



Miaby

reisszweckeq
18.08.2004, 12:59
Hallo Miaby,

ich würde erstmal die Nerven behalten. Ich habe auch eine Katze und bisher zum Glück nie Probleme mit meinen Vermietern. Als ich mich mal für eine Wohnung vorgestellt habe, sagte mir mal ein Makler, dass Katzen grundsätzlich kein Hindernisgrund sind. Du musst nur die von ihnen angerichteten Schäden beim Auszug beseitigen. Hunde sind ja eigendlich nur genehemigungspflichtig, weil sie ja jeden Tag durch den Hausflur laufen.
Und das mit der Allergie ist ja wohl Schwachsinn. Wer einen Katzenallergie hat, muss ja nicht Deine Wohnung betreten, oder legst Du für einen Hausstauballergiker demnächst Deine Wohnung mit Plastikfolien und -überzügen aus?

Mit Gesetzestexten kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber vielleicht das "Forum Deutsches Recht" Abteilung "Mietrecht".

Also, auf jedenfalls würde ich den Schriebs nicht unterschreiben.

Gruss, reisszweckeq.:?:

eule2409
18.08.2004, 13:23
Hallo,

meine Katzen sind auch nur unter Auflagen geduldet.
Versuche Dich doch mit der letzen Mieterin wo die Unterschrift fehlt zu einigen. Immerhin hat sich auch Katzen und ihr habt ein gemeinsames Interesse. Oder ist der Streit so tiefgreifend dass Ihr kein Wort miteinander redet.

Aber eines kann ich Dir sagen, sobald ein Mieter im Haus auch Katzen hat müssen sie dies bei anderen auch dulden! Eine Einzelgenehmigung gibt es hier nicht. Gleiches Recht für alle Mieter.

miaby
18.08.2004, 13:54
Danke schonmal für Euren Zuspruch.

Ich habe gerade in einem anderen Forum diese Antwort erhalten:


Sie haben mit Ihrem Schreiben schlafende Hunde geweckt!
Lassen Sie die Hunde wieder einschlafen!
Reagieren Sie garnicht auf das Schreiben - fertig!
Sollten die sich nochmal melden und einen Verzicht von Ihnen fordern dann würde ich zurückschreiben das sie die Unterschrift nicht geben werden da die mündliche Zustimmung schon längst gegeben wurde und die schriftliche Wiederholung derselben im Zusammenhang mit der Einforderrung einer Verzichtserklärung an Erpressung grenzt!


Ich denke, ich werde es so handhaben.

Für weitere Tips bin ich aber weiterhin offen und dankbar!!


Liebe Grüsse


Miaby

Saraa
18.08.2004, 14:57
Hallo Miaby!
Wir haben auch nur die mündliche Erlaubnis, da wir vor dem Unterschreiben gefragt haben ob wir uns Katzen halten dürfen. Im Mietvertrag ist es grundsätzlich erstmal verboten. An deiner Stelle würde ich das Schreiben auch erstmal ignorieren. Wenn du dir aber unsicher bist, ob irgendjemand sich beschweren könnte schliess eine Rechtsversicherung ab (die sind nicht soo teuer), für den Fall der Fälle ;)

Ich habe das Glück, in einer Stadt zu wohnen, in der man sich den anderen Mietern nciht mal vorstellt und nichts miteinander zu tun hat. Völlige Anonymität also :D

RotFuchs
18.08.2004, 15:15
Hallo,

wohne auch in so einem Komplex, der einer Mietergesellschaft gehört.
Ich habe damals erst telefonisch angefragt, ob ich eine Katze halten darf, mußte das dann aber schriftlich nachholen.

Das war kein Problem.
Es hieß aber auch, das ich dafür Sorge zu tragen habe, das die Nachbarn nicht gestört werden.

Zu dieser Mieterin, die Dir das Leben zur Hölle machen will.
Sie hat doch auch Katzen...... warum wird es Ihr gestattet und Dir nicht.
Stell diese Frage schriftlich und warte erstmal die Antwort ab.
Da müssen die ja drauf reagieren.
Sie können es nicht einem erlauben und dem anderen nicht.

Und mal ganz dumm überlegt. Wenn diese eine Frau so einen Streß macht, so von wegen, Sie unterschreibt es Dir nicht, dann frag Sie doch mal höflich, wer Ihr die Katzen erlaubt hat.
Im Grunde genommen könntest Du Dich dann ja über IHre Katze beschwerden, wenn Sie es über Deine macht.
Ist zwar wie im Kindergarten, aber bei manchen Nachbarn geht es leider nicht anders.

Ich würde halt erstmal die schriftliche Fragen stellen, wie sich das mit der Nachbarin und Ihrer Katze verhält, weil Sie die ja auch halten darf.
Was denn dann bei Dir dagegen sprechen würde?!

Viel Glück!!!!!

Fritzfranz
18.08.2004, 17:28
Such Dir mal den Thread "Verbot der Katzenhaltung" raus, da findest Du viele Urteile. Kurzfassung: 1-2 Katzen gelten idR ale nicht erlaubnisbedürftige Kleintierhaltung. Also einfach mit der Katze dort wohnen und nichts unterschreiben.
Julia:cu:

Pikephish
18.08.2004, 17:59
Hallo Miaby,

für den Fall, daß die Hunde doch noch ein bißchen bellen wollen:
Urteil des Amtsgerichts Friedberg (AZ C66/93): „Sofern die Katzen artgerecht gehalten werden und von ihnen keine Belästigung ausgeht, so zählt eine solche Tierhaltung zum Wohnbegriff, das heißt, die Katzenhaltung ist als Inhalt normalen Wohnens anzusehen, zumal durch die Haltung einer Katze die kommunikativen, pädagogischen und medizinischen Bedürfnisse erfüllt werden können.“
Erläutert wird hier, dass bei Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, kastriert sind, und sofern nicht Katzenstreu über die Toilette entsorgt wird und zu Rohrverstopfung im Haus führt, keine Belästigung für andere Mieter in puncto Allergien der Mitmieter oder Lärmbelästigung durch Schreien rolliger Katzen etc. auftreten

Der Eigentümer könne dem Mieter seine Haustiere nicht verbieten“, urteilten Hamburger Richter. „Katzen würden keinen störenden Lärm verursachen, Kratzspuren auf Tapeten seien nicht irreparabel, unangenehmer Geruch verziehe sich nach dem Auszug wieder. Alles in allem“, so die Richter, „drohe dem Vermieter kein bleibender Schaden. (...)“
(Amtsgericht Hamburg, AZ 40 a C 402/95)

Und da Deine Nachbarin auch schon Katzen hat, zieht das Argument Allergie etc. nicht, da in diesem Falle auch ihre Katzenhaltung nach dem Gebot der Gleichbehandlung aller Mieter verboten werden müßte.
Desweiteren würde ich die Unterschrift auf gar keinen Fall geben, eine mündliche Zusage ist ebenso rechtverbindlich. Allerdings bräuchtest Du einen Zeugen.
Alles in allem, mach erst mal nichts. Im Normalfall sollte nichts mehr passieren (war bei mir auch so, als ich Ärger wegen des Katzenschutznetzes am Balkon hatte).
Grüße

miaby
18.08.2004, 18:43
Hallo Pikephish,


der Passus "...keine Belästigung für andere Mieter in puncto Allergien der Mitmieter oder Lärmbelästigung durch Schreien rolliger Katzen etc...." ist ja grad das Problem.

Die Mieze sagt zu laut miau oder irgendjemand im Haus fängt an zu niessen... =:(((

Fritzfranz
18.08.2004, 20:26
Ggf. muss der Vermieter beweisen, dass Deine Katze so laut ist, dass sie stört. Was aber kaum möglich ist. Und bislang hat offenbar keiner im Haus eine Allergie - sonst könnte Deine Nachbarin keine Katze haben.

Julia:cu:

eule2409
18.08.2004, 20:37
Denke wie Du die Sache angehen willst ist genau richtig.
Lass es dabei beruhen- wie Du sagst: Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
Denn sobald Du noch mehr Stress mit Deiner Nachbarin bekommst könnt im Prinzip nur ihr beide verlieren. Gegenseitg anschwärzen ist nicht die feine Art und bringt nur Ärger. Und bevor dass passiert lieber Ruhe bewaren.
Der Klügere gibt nach :cu:

Charliemoorle
21.08.2004, 22:03
Ich habe, als ich mich zum glücklichsten Menschen der Welt machte, indem ich meinen beiden Miezen den Einzug als Hauptmieter in meine Wohnung gestattetet (:D :D :D ) überhaupt nicht überlegt oder nachgefragt , ob ich das denn darf, es war einfach so. Bei uns in den Häusern der Genossenschaft gabs&gibts Katzen, kam also gar nicht auf die Idee , um Erlaubnis zu fragen...

So, Eulchen, beim nächsten Zusammentreffen spendiere ich ne Runde :D

:wd: :cu: :wd:

Charliemoorle
21.08.2004, 22:14
entschuldige bitte: Ich wollte doch in erster Linie dir antworten und viel Glück in der Angelegenheit wünschen ,
aber so ist das bei mir: Immer so schnell und manchmal ohne zu überlegen, nee nee ne :?:

Also aber jetzt: Ich wünsche dir und Katzerl gaaanz viel Glück :bl:
:wd: :cu: :wd:

miaby
22.08.2004, 12:01
Hihi... =;)

Dankeschön Charliemoorle. Ich werd's einfach mal aussitzen. =:)

Katzenmammi
22.08.2004, 15:14
Also, wenn die nette Dame unter Dir ebenfalls Mimis hat, kann man Dir wohl kaum am Zeug flicken. Wenn Du nicht im Rechtsschutz bist, kannst Du Dir auch juristischen Rat bei den Verbraucherzentralen holen. Das ist kostenlos.

Gruß & alles Gute

Pikephish
22.08.2004, 23:06
Hallo Miaby,

was mir noch einfällt: ich meine in einem anderen Thread gelesen zu haben, daß Du züchtest. Daher wirst Du vermutlich mehr als zwei Katzen haben. Und dann kann's schon zu einem Problem werden, weil eine Zucht, bzw. mehrere Katzen nicht mehr zum Wohngedanken gehören.
Wenn Du nichts mehr gehört hast und die Hunde weiter schlafen ist gut. Aber ich wollte Dich mal kurz vorwarnen.
Grüße

Stine
30.08.2004, 18:06
Hi,
eine gute Alternative zum Rechtschutz ist auch der Mieterschutz. Die können bei Fragen oder Problemen prima weiterhelfen.
Alles Gute,
Stine

Nuk
10.09.2004, 12:57
Der Mieterverein hilft aber nur weiter, wenn man Mitglied ist, soweit meine Erfahrung.

Falls Du wirklich massive Probleme kriegen solltest, wie wär´s denn dann mit umziehen? Und dann auf jeden Fall alles vorher klären und schriftlich. Aus die Maus.

Gruß

Saraa
10.09.2004, 14:16
Man kann aber auch beitreten, wenn das Problem schon besteht, dann helfen sie auch. War bei meinen Großeltern auch so!

sandi1
15.09.2004, 01:09
hallo maiby!
als ich mir vor kurzem meine katzen angeschafft habe, hatte ich ein ähnliches problem! denn unsere vermieter waren auch nicht direckt mit den katzen einverstanden, und deshalb habe ich mich etwas schlau gemacht. diese auszüge stammen aus einem katzenbuch, das allerdings schon etwas älter ist!
also ich zitiere!
Zwar hat das Bundesverfassungsgericht unter dem Aktenzeichen 1BvR 126/80 entschieden, das ein Grundrecht auf Tierhaltung nicht gegeben ist. Die Rechtsauslegung aber geht dahin, daß ein Vermieter der Tierhaltung ohne berechtigtes Interesse versagt, gegen das Grundgerecht der freien Persönlichkeitsentfaltung verstößt.


Das Amtsgericht Hamburg - Harburg wie das Landgericht Ulm Haben festgehalten, daß eine oder zwei Katzen weder Nachbarn belästigen, noch die Wohnung stark abnutzen wird.
(Az. 613 C 452 / 82 - 01 vom 16.02.83

Wie gesagt, es sind schon etwas ältere beiträge, aber ich denke da wird sich nicht viel geändert haben!
Ich wünsche dir viel glück, und das du eine gütige einigkeit mit deinem vermieter triffst!
gruß sandi