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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hufprobleme



julia110
15.08.2004, 15:28
Guten Tag,

mein Rheinländer-Wallach (12 Jahre) hat seit Anfang Juli Probleme mit seinen Hufeisen. Der Hufschmied war seit dem letzten Beschlag (knapp vier Wochen her) bereits dreimal da und hat entweder vorne oder hinten abgetretene oder sonstwie abgefallene Eisen wieder drangemacht. Weil die Hufe z. T. durch das Abtreten so ausgebrochen waren, hat er kalte Alueisen draufgenagelt. Die halten aber ebenso wenig. Am Freitag ist wieder ein Eisen, diesmal an seinem Bockhuf, flöten gegangen. Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Ob ich Ravel mal die kompletten Eisen abnehmen lassen soll (wäre für den Bockhuf zíemlich sch....), damit die Hufe mal wieder richtig wachsen können oder mir einen anderen Schmied suchen soll?

Freue mich auf Antworten

Julia

palü
26.08.2004, 13:35
Hallo,

erst einmal muss man sich die Frage stellen, warum ist mein Pferd überhaupt beschlagen? Wird Ravel so stark geritten, dass er Eisen braucht? Und wenn ein Beschlag nötig ist, dann ist Kunststoffbeschlag die geündere Wahl für´s Pferd, denn damit kann sich der Pferdehuf dem Boden trotzdem noch anpassen, bei einem Eisen geht das nicht.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass der Beschlag runter sollte. Und die Hufe fachgerecht bearbeitet werden. Das kann bedeuten, dass ein anderer Schmied oder Hufpfleger/Huforthopäde die Sache in angriff nehmen muss. Dafür muss man auch ein bisschen Geduld haben, denn das Horn wächst ja langsam nach. Ich schneide und rasple die Hufe meiner Pferde selbst, anfangs unter Anleitung und nun schon sehr selbständig. Ausserdem lese ich viel darüber. Mittlerweile hab ich auch schon einige Problemehufe wieder langsam in die richtige Form gebracht. Wichtig ist eigentlich, dass die Hufe wieder in Ordnung kommen und das wirst du mit immer wieder beschlagen nicht erreichen. Eher das Gegenteil, damit wirds schlimmer. Das kann auch bedeuten, dass man mal eine Weile auf das Reiten verzichten muss, doch das sollte es einem wert sein. Zumal man mit einem Beschlag das Problem nur versteckt, aber die Ursache nicht behebt.
So, das waren meine ersten Gedanken dazu.
Achso, wegen dem Bockhuf. Wir haben hier im Stall auch ein Pferd mit einem Bockhuf vorn rechts. Den hab ich allein mit Raspeln und Ausschneiden gut im Griff und das Pferd wird normal belastet (Ausritte, Dressur). Kein Eisen nötig.
Also dann, vielleicht hilft´s dir ein wenig. Ansonsten bin ich gern für weitere Fragen oder Tips offen.
Viele Grüsse,
Karina

Heike+Lina
02.09.2004, 14:16
@palü, wie bitte soll sich denn ein mit kunststoffbeschlagener Huf den Boden anpassen können???

palü
20.09.2004, 10:50
Der Kunststoffbeschlag ist ja im Gegensatz zum starren Eisen selbst in gewissen Bereichen (je nach Kunststoffart) elastisch und dadurch verformbar. Deshalb bleibt bei einem Huf, der kunststoffbeschlagen ist, die Verformbarkeit der Hornkapsel erhalten, ebenso wie die Blutversorgung. Die Elastizität der Hornkapsel wird nicht behindert. Dadurch kann sich dieser Huf fast wie ein Barhuf an den Boden anschmiegen und das wiederum schützt die Gelenke des Pferdebeines vor Verschleiß und Verletzung. Und dadurch läuft ein kunststoffbeschlagenes Pferd auch anders als eins mit Eisen, denn der Tastsinn bleibt dadurch erhalten und es geht vorsichtiger, d.h. es passt seinen Gang den Bodenverhältnissen an.
Das zu meiner Erklärung.
Übrigens finde ich unsachliche, provozierende Fragen unpassend. Man kann ja vernünftig reden, dafür ist das hier ja ein Forum...
Wenn jemand eine andere Meinung hat, ist das okay. Das muss man einfach akzeptieren.
Und ich bin kein Spinner, sondern weiss, wovon ich rede, ich bin nämlich Tierärztin mit 5 eigenen Pferden und mache die Hufe alle selbst und stand schon vor den verschiedensten Problemen, die es zu lösen galt und habe meine Erfahrungen gemacht.
Trotzdem viele Grüsse,
Karina

Schnaecke2006
20.09.2004, 12:43
Ich selber kenne dieses Problem leider auch. Deshalb habe ich mir einen Hufpfleger gesucht der aber auch beschlagen darf. Also meiner ist gelernter Hufschmied und Huftechniker hat sich aber auf die Hufpflege spezialisiert. ich gebe meinem immer wieder eine Biotin Kur. Des hilft schon ganz viel.
Am Anfang Sechs Wochen Biotin und dann immer wieder mal nur ein zwei Wochen.
Hoffe das ich dir weiterhelfen konnte.

BineXX
21.09.2004, 21:57
Ich bin vom Kunststoffbeschlag auch alles andere als begeistert. Ich wollte ihn unbedingt, da ich auch solche Sachen geglaubt habe. Mein Hufschmied hat mir davon abgeraten und hat mir auch sein Erfahrungen mit dem Beschlag geschildert. Ich habe ihm nicht geglaubt und habe es von einem anderen Schmied machen lassen.
Und prompt waren nach ca. 3 Wochen die Nagellöcher ziemlich ausgerissen. Nach 4 Wochen rissen die Nagellöcher so stark aus, dass sich die ganzen Hufwände fast ablösten. Ich bin wieder zu meinem alten Hufschmied und der hat gesagt, das war bei allen Pferden das gleiche. Da der Huf mit dem Kunststoff abrupt auf dem Boden abgebremst wird und die Kraft an den Nägeln reisst. Und das würden wohl nur wenige Hufe überstehen.

Für mich war das dann klar und ich habs später dann auch nochmal bei einer Bekannten im Stall gesehen. Da ging es dann auch so aus.

Heike+Lina
22.09.2004, 11:52
Original geschrieben von palü
Der Kunststoffbeschlag ist ja im Gegensatz zum starren Eisen selbst in gewissen Bereichen (je nach Kunststoffart) elastisch und dadurch verformbar. Deshalb bleibt bei einem Huf, der kunststoffbeschlagen ist, die Verformbarkeit der Hornkapsel erhalten, ebenso wie die Blutversorgung.

Dies halte ich für ein Gerücht, ein Huf der beschlagen ist (Kunststoff oder Eisen) hat nur einen beschränkten Hufmechanismus. Die Kunststoffeisen die ich bisher gesehen habe (das waren einige) sind alle mit einem Steg hinten verbunden, sorry aber da bewebt sich nichts!
Wenn der Kunststoffbeschlag formbar wäre dann müßte es doch gewisse Dehnfalten auf dem Beschlag geben?

Die Elastizität der Hornkapsel wird nicht behindert. Dadurch kann sich dieser Huf fast wie ein Barhuf an den Boden anschmiegen und das wiederum schützt die Gelenke des Pferdebeines vor Verschleiß und Verletzung. Und dadurch läuft ein kunststoffbeschlagenes Pferd auch anders als eins mit Eisen, denn der Tastsinn bleibt dadurch erhalten und es geht vorsichtiger, d.h. es passt seinen Gang den Bodenverhältnissen an.

Ich gebe zu das die Vibrationen die durch ein eisenbeschlagenn Pferdehuf/bein gehen sind extrem! Daher ist Kunststoffbeschlag schon besser, aber wenn man sein Pferd auch extrem harten Boden (z. B. Straße reitet stoppt der Gummibelag von Kunststoffbeschlag sehr heftig und es kommt zu oben genannten Erscheinungen)
Tastsinn kann man nur erreichen wenn das Pferd seinen Untergrund auch tätsächlich ertastet, nämlich mit seine eigenen Hufsohle!

Das zu meiner Erklärung.
Übrigens finde ich unsachliche, provozierende Fragen unpassend. Man kann ja vernünftig reden, dafür ist das hier ja ein Forum...

übrigens, diese Frage war nicht provozierend gestellt

Wenn jemand eine andere Meinung hat, ist das okay. Das muss man einfach akzeptieren.
Und ich bin kein Spinner, sondern weiss, wovon ich rede, ich bin nämlich Tierärztin mit 5 eigenen Pferden und mache die Hufe alle selbst und stand schon vor den verschiedensten Problemen, die es zu lösen galt und habe meine Erfahrungen gemacht.
Trotzdem viele Grüsse,
Karina

Bearbeite mittlerweile die Hufe meines Pferdes auch selber so das mein Hufheilpraktiker nur noch alle 4 Wochen kommen muß. Achja, mein Hotti geht barhuf und ich akzeptiere die Meinungen anderer.

LG
Heike

Sandra1980
22.09.2004, 15:08
Hmm, ich dachte die Kunststoffeisen werden geklebt?

Julia, ich würdevielleicht wirklich mal einen anderen Schmied kommen lassen. Bzw. keinen Schmied, sondern einen Hufpfleger/techniker. Aber da dann wiederrum einen guten!

Der sollte sich eben auch mit dem Bockhuf auskennen. Ich wünsch Dir viel Glück bei der Suche!

Heike+Lina
22.09.2004, 15:17
ich meine manche werden geklebt, die meisten werden aber genagelt.

BineXX
23.09.2004, 20:01
Die meisten Kunststoffeisen werden genagelt. Übrigens haben die meisten Kunststoffeisen einen Eisenkern. Hat mir mein Hufschmied extra gezeigt.

Heike+Lina
24.09.2004, 11:40
Ja, aber ich glaube nur manche haben einen Eisenkern, nicht alle.

Das einzig "gute" an Kunststoffbeschlag gegenüber Eisen ist das die Vibrationen im Huf und Bein gedämpft werden.

Bewegen tut sich aber bei Kunststoff trotzdem nix!

Fitzelschen
17.10.2004, 01:17
Original geschrieben von julia110
Guten Tag,

mein Rheinländer-Wallach (12 Jahre) hat seit Anfang Juli Probleme mit seinen Hufeisen. Der Hufschmied war seit dem letzten Beschlag (knapp vier Wochen her) bereits dreimal da und hat entweder vorne oder hinten abgetretene oder sonstwie abgefallene Eisen wieder drangemacht. Weil die Hufe z. T. durch das Abtreten so ausgebrochen waren, hat er kalte Alueisen draufgenagelt. Die halten aber ebenso wenig. Am Freitag ist wieder ein Eisen, diesmal an seinem Bockhuf, flöten gegangen. Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Ob ich Ravel mal die kompletten Eisen abnehmen lassen soll (wäre für den Bockhuf zíemlich sch....), damit die Hufe mal wieder richtig wachsen können oder mir einen anderen Schmied suchen soll?

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Julia

Hallo,

ein Bekannter von mir hatte auch mal ein ähnliches Problem (allerdings ist sein Pferd immer hinten in die isen reingetreten) und er hat einfach vom Schmied die Schenkel bei den Eisen kürzen lassen und schon hat er sie nicht mehr verloren.

Würde allerdings auch mal einen anderen Schmied danach schauen lassen.

Gruß Fitzelschen :cu:

julia110
17.10.2004, 15:25
Ich habe meinen Schmied schon vor einiger Zeit nach Kunststoffeisen gefragt. Die Hufe meines Pferdes bzw. mein sind aber nicht dafür geeignet. Das ist auch in Ordnung.

Ich war bei meinem Beitrag lediglich verzweifelt. Allerdings ging es diesen Sommer ja ziemlich vielen Pferden so. Nass, trocken, nass, trocken usw.. Das macht nicht jeder Huf mit. Danke für Eure Beiträge. Demnächst kommen wieder Eisen drauf.

Liebe Grüße
Julia;)

*Steffily*
04.11.2004, 00:05
Hi,

hast du deinem Pferd mal Hufglocken angezogen??
Meine Stute hat sich auch immer die Eisen abgetreten, bis ich ihr Hufglocken angezogen habe seitdem hat sie kein Eisen mehr verloren!!! Sie hat sie beim reiten u´nd auch auf der Koppel an....aber das muss jeder selbst wissen wo sein Pferd sich das Eisen abtritt...
Sie hat auch einen Bockhuf und läuft mit normalen Eisen....von diesen ganzen Sachen wie Kunstoffeisen oder geklebe halte ich überhaupt nichts....aber wie gesagt das muss jeder selbst wissen...

Ich kann nur sagen das ich mit meine Hufglocken zufrieden bin....

Gruß Steffi

angle07
10.11.2004, 09:43
morgen,

also ich kann da auch ein bisschen mitreden, auch wenn ich nicht viel ahnung habe.

mein wallach hatte probleme mit dem barhuf laufen, weil sie immer wieder ausgerissen sind. auf kieswegen oder anderen (also nur mini steine wo es keinem anderen pferd weh getan hatte) konnte er kaum laufen.

eisen drauf brennen verträgt er nicht, also habe ich mich erkundigt.
ich hab nun die easy walker drauf. die haben keinen stahlkern und sind eigentlich ganz gut.
bei ihm ist nun alles wieder in ordnung. sind ja so ne art rundeisen. es reißt auc kein nagelloch aus. abbekommen hat er beim ausbuckeln auf dem paddock auch noch nicht. also bin wirklich zufrieden mit den dingern.

im winter kann man auch noch stollen anbringen lassen. sind eben ein bisschen variabel. neue müssen dann beim vierten mal beschlagen drauf. die sind zwar fast so dick wie normale eisen, aber ich finde sie nicht schlecht, weil meiner eben damit super zurecht kommt.

wer ein bildchen von den eisen braucht, weil er sie nicht kennt.
ich hatte extra welche gemacht als sie neu drauf waren.

liebe grüße
angi

Suzanne
10.11.2004, 17:23
Hallo und guten Tag!

Ich möchte gerne zum Thema Hufqualität, die oft Ursache für das eine oder andere Problem verantwortlich ist, etwas sagen. Ich kann hier keinen Kommentar abgeben, was für ein Beschlag am hier sinnvollsten wäre. Ich habe nur leider eine Erfahrung gemacht, die weder für mein Pferd, noch für meinen Geldbeutel schön gewesen ist. Wobei natürlich der schrumpfende Geldbeutel noch zu verkraften war. Wir haben eine Stute mit einer bescheidenen Hufqualität. Es wurde immer schlimmer und immer schlechter. Eines Tages kam ein Geschwür am Kronenrand hinzu, den der Tierarzt in Zusammenarbeit mit dem Hufschmied entfernten. Das Ergebnis könnt ihr, wenn ihr mögt unter www.hufschmiedbecker.de und zwar bei Problemlösungen und dann auf Hornspalt zwei Spalte im Huf + sehr groß nachsehen. Nachdem kein Eisen auf diesem Huf hielt (ist ja auch kein Wunder) habe ich mich nach Wochen (ich habe viel zu lange gewartet) entschlossen vom genannten Hufschmied einen Klebebeschlag anbringen zu lassen. Das Pferd ging dann gottseidank lahmfrei und konnte wieder auf der Koppel rennen. Den Schuh trug sie ca. 7 Monate, bis alles rausgewachsen war. ca. alle 8 wochen mußte ein neuer Schuh her. Aber Monate vorher habe ich auf diverses Anraten Biotin zugefüttert. Es dauerte einige Monate, bis man endlich ein Ergebnis sah. Heute bekommt sie immer noch eine täglich Gabe Biotin, und hat seither gute Hufe. Mein Fazit in meinem persönlichen Fall ist und bleibt: Für die Hufe von innen etwas tun.

LG

Suzanne