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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sehr schwere Entscheidungen...



BIa
09.08.2004, 08:25
Hallöchen,
zuerst möchte ich sagen, dass ich weiß, viele Gegensprecher hier zu finden. Aber versucht Euch in meine Lage zu versetzen.
Alles fing vor 3 Jahren an. Wir waren auf einem Bauernhof im Urlaub. Dort hatten sie super süße kleine Hasen. Leider züchten sie dort immer noch Hasen, um den Niedlichkeitscharakter und Fleischverkauf aufrecht zu erhalten. Der Blick hinter diese Kulissen erschütterte mich total.
Also entschlossen mein jetziger Mann und ich, einem kleinen das Leben zu retten. Ich weiß bis heute nicht, ob es ein Fehler war.
Max war total niedlich und auch intelligent. Er lief frei in der Wohnung und konnte damals raus in den Garten. Er hatte also ein super Leben. Er war sogar stubenrein und relativ sauber. Klar, musste er kastriert werden, weil das markieren große Ausmaße annahm.
Später stellte sich heraus, dass Max Ohrmilben hatte. Diese haben wir auch mit Orisel (oder ähnlich heißend) behandelt. Kurzfristig stellte sich auch Erfolg ein.
Leider mussten wir umziehen, jedoch war Max in der großen Küche der Chef ;o)
Sogar mit unserem später dazu gekommenen Kind war es kein Problem. Max schnupperte und meine Tochter freute sich, weil es krabbelte. Das war die soooooo schöne Zeit.
Also wir dann noch einmal umziehen mussten, blieb nur noch eine kleine Küche und Max wurde immer zurückhaltender und blieb nur noch im Käfig. Also erkundigte ich mich und wir holten Missie dazu.
Max und Missie sind ein Herz und eine Seele. Sie haben sich vom ersten Moment super verstanden. Allerdings änderte sich Max nicht sehr. Also gingen wir noch mal zum Tierarzt.
Da kam die erschütternde Nachricht, dass die Ohrmilben nicht weg waren, sondern weiter nach innen gegangen sind. Man konnte es wirklich von außen nicht sehen und nach dem ersten Mal mit Behandlung, hat er keinen mehr an seine Ohren gelassen, um richtig zu schauen. Aber angeblich war es ja auch damals weg.
Missie hatte damals keine Probleme. Bei Max war es schon so weit fortgeschritten, dass wir ihn unter Narkose behandeln lassen mussten. Danach war er wieder total fit und fast wie damals. Es war schön, wieder den „Alten“ zu haben. Er war wieder lebensfroh und neugierig. Allerdings fehlte einfach der Platz, um beide ausreichend Auslauf zu lassen. Der Balkon auf dem sie waren reichte auch nicht aus. Max scharrte an den Scheiben und wollte rein, obwohl sie ihren Käfig, Futter, Wasser und logischer Weise Schatten hatten.
Dann bekam Missie auf der Nase (nach einem Pensionsaufenthalt) solch Art Ausschlag – ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.
Wieder beim Tierarzt bekam sie eine Spritze gegen Milben, da der Verdacht nahe lag, dass sie sich doch angesteckt haben könnte.
Dazu kam das Chaos, was meine Tochter (1,5 Jahre) verursachte. Ich habe schon Fäden am Mund, dass sie den Käfig in Ruhe lassen soll, die Hobelspäne bleibt drin …… und ganz vieles mehr.
Zwischendurch hatte meine Tochter ungeklärtes, 6 Wochen anhaltendes Fieber und es wurde mir zu viel.
Klar, ich liebe alle drei, aber meine Tochter am meisten.
So wuchs mir die ganze Belastung über den Kopf.
In einer Woche bekommt Missie noch eine Spritze und dann werde ich mich sehr schweren Herzens von ihnen trennen müssen. Ich habe jemanden vom Tierschutz gefunden, der Pflegeplätze selber hat und die Tiere erfolgreich vermittelt.
Sie konnte mir zusichern, dass die beiden zusammen einen Platz finden, wo keine kleinen Kinder sind und wo sie täglichen Auslauf im Garten haben. Durch Max seine Größe muß dies einfach gegeben sein. Die Tiere werden nur mit Schutzvertrag vermittelt und auch kontrolliert. Es klingt einfach märchenhaft für die Zukunft der beiden. Ich glaube es aber wirklich, da es ja auch der Tierschutz ist.
Irgendwie ist es befreiend für mich, zu wissen, dass sie in bessere Hände als meine kommen.
Ich schreibe hier deshalb, weil sich wirklich jeder bewusst sein muß, dass die Tiere nicht nur in einen Käfig kommen. Meistens ist es doch purer Egoismus, die Tiere in solch Situationen zu behalten.
Wieso sollte man sich sinnlos quälen? Also behält man die Tiere, gibt ihnen „Gnadenbrot“ und sie sterben zeitig, weil man ihnen keine artgerechte Haltung mehr bieten kann. Wenn sie dann verstorben sind, dann redet man sich ein, dass sie es doch im groben und ganzen gut hatten. Ist das nicht sehr makaber und egoistisch? Ich denke, ich hasse den Menschen, der so etwas tut und die Grausamkeiten, die es gibt, beweisen doch alles.
Mir selber tut es natürlich sehr, sehr weh. Aber welcher Weg bleibt denn?
Wir haben keinen Garten mehr, die Auslauffläche ist einfach zu klein und Max hängt an den Gitterstäben oder an der Tür und möchte einfach mehr. Es tut auch weh, ihm nicht mehr bieten zu können. Ein Geschirr habe ich auch schon einmal angelegt und wollte mit ihm raus, aber er wehrt sich zu sehr und daher würde es auch nur in Quälerei ausarten.
Ich weiß, dieser Bericht ist sehr kalt geschrieben, aber mir ist es einfach noch nicht wirklich bewusst, dass ich sie wirklich weg gebe und sie mir sehr fehlen werden.
So schwer, wie es ist, weiß ich nicht, ob ich einen Fehler gemacht habe oder wenigstens etwas gutes getan habe, weil Max LEBT.

Aber es bleibt der Schmerz…
Bia

Marianne Zmija
09.08.2004, 19:25
Das hast du sehr schön geschrieben und ich finde es auch toll von dir das du sie schweren Herzens abgibst um ihnen ein gerechteres Leben zu bieten.
Du machst das Richtige!!!!!!!!!:tu:

stupsi1
10.08.2004, 11:06
Hallo!
ja, find ich auch richtig, was tu tust. genauso wies Marianne Zmija schon gesagt hat.

viele lieben grüße stupsi1:cu:

BIa
10.08.2004, 11:31
Vielen Dank.
Ihr helft mir damit wirklich sehr.
Natürlich schwankt man ... vor allen Dingen, weil die Tiere ja noch bei mir sind. Ich glaube auch, Max merkt etwas. Wir waren gestern mit ihm draußen vor der Tür und er war total lieb.
Es tut wirklich weh, aber ich denke, daß auf sie ein besseres Leben wartet.
:0( ... leider ohne mich...

Ich werde mich nur sehr schweren Herzens von ihnen trennen.

Liebe Grüße
Bianca

BIa
11.08.2004, 07:43
Hallöchen,
leider habe ich gerade feststellen müssen, dass Max wahrscheinlich doch noch diese Milben hat. Missie hat erst eine Spritze bekommen. Wißt Ihr, wie ich dieses Zeug richtig weg bekomme?
Max hatte sie wahrscheinlich schon seitdem ich ihn vom Bauernhof bekommen habe. Der TA meinte, dass sie dort mit höchster Wahrscheinlichkeit schon Max befallen haben. Später musste ich ihn sogar unter Narkose behandeln lassen, da sie sich im Ohr zu sehr festgesetzt haben.
Missie hat letzte Woche eine Spritze bekommen, damit diese Milben weg gehen. Was mache ich aber, wenn sie auf Max über gehen (was ich vermute)?
Ihren damaligen Platz habe ich schon desinfiziert und die beiden bekommen jeden Tag neue Küchenrolle rein. So meinte es der Tierarzt. Aber mir kommt es so vor, als ob ich es nur hin und her verschiebe. Der Käfig wurde natürlich auch von Grund auf gereinigt ;o)
Es geht nicht darum, dass ich sie so schnell los werden möchte, sondern dass die Tiere ja darunter leiden.
Momentan sind sie auf dem Balkon, da ich ihnen dort den meisten Auslauf bieten kann und meine Tochter nicht ran kommt.

Es wäre schön, wenn Ihr mir helfen könntet.

Danke
Bianca

Marianne Zmija
11.08.2004, 07:57
Hi Bianca
Ich hatte einmal ein Kaninchen mit Milben bekommen aber die gingen durchs Impfen weg.
Schreib am besten deine Frage unter Medizin und Gesundheit,damit sie viele lesen.

BIa
11.08.2004, 08:12
Schon geschehen :D
Vielen Dank.

Bianca