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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Silberne Brücke



fishing_fox
31.07.2002, 22:47
Vor zwei Wochen haben wir unsere Pia hergeben müssen. Am nächsten Tag hat meine Frau mir das Kapitel mit der Silbernen Brücke vorgelesen...
Es kam alles so plötzlich. Pia hat sich ihr Hinterbein vertreten und es wurde dick. Damit sind wir dann sofort zu einem Spezialisten gefahren, weil Pia von Jugend an rassebedingt Probleme mit den Kreuzbändern hat. Sie war eine Berner Sennenhündin, zu gross für den Rassestandard und stolze 53 kg schwer... nicht so gut für die Bänder! Das dicke Bein war allerdings keine Folge des "Fehltrittes" sondern die letztendliche Diagnose war hochagressive Leukämie. Diese hatte auch die Lymphknoten und -bahnen befallen und die Tumore behinderten den Lymphfluss. Der TA gab ihr noch 2-3 Monate. Er riet von einer OP ab, die würde den Krankheitsverlauf kaum verzögern und dem Hund nur seine letzten Tage schwer machen. Ich schreib das alles jetzt auf, ich weiss, das wird langatmig... Meinen letzten Hund Terry habe ich nach einer Augenoperation verloren, ich habe mir monatelang Vorwürfe gemacht, ihn nicht in einer Spezialklinik operiert haben zu lassen mit entprechender Nachsorge! Damals habe ich meinem kleinen Freund ein Gedicht gewidmet. Das ist jetzt über drei Jahre her und ich trauere immer noch um ihn. Durch seinen Tod habe ich Pia und meine jetzige Frau kennen gelernt. Pia war nicht Terry, Terry war nicht Pia. Jetzt warten hoffentlich beide an der Silbernen Brücke...

Der TA hatte Unrecht, aus den 2-3 Monaten wurden 2 Wochen. Ich lag in der Klinik, meine Frau rief mich vormittags an. Pia war am Morgen ganz schlecht hochgekommen, die Hinterbeine waren dick angeschwollen. Sie wollte immer nur im kühlen Kellergang liegen, das verschaffte ihr Linderung. Ich habe mir sofort ein Taxi genommen und bin nach Hause gefahren, meine Frau machte sofort Feierabend und sich auf den Heimweg. Die Vorstellung: meine Pia allein im Keller... von Schmerzen gepeinigt... allein, ohne ihren "Papa"... Ich habe mein Büro im Haus, war sonst immer 24 Stunden am Tag mit Pia zusammen. Pia hat sich wahnsinnig gefreut, als ich nach Hause kam, sie hat fast geschrien wie ein Kind! Sie kam sofort zu mir auf's Sofa, das hatte sie seit Tagen nicht mehr gemacht.

Nachmittags fuhren wir mit ihr zum TA... und allein zurück. Wir haben sie im Garten des TA gelassen. Nie werde ich den Anblick vergessen, wie sie wie schlafend unter den Bäumen lag. Dort hätte sie sicherlich auch Schatten gesucht und sich ausgeruht, wenn wir ihr diesen Platz nicht für's letzte Einschlafen ausgesucht hätten.

Nächste Woche hält eine kleine Islandhund-Dame im Alter von 9 Wochen bei uns Einzug. Über sie werde ich mich freuen... und wenn sie schläft, über Pia's Tod trauern.

Frank

ChiaraKimberley
01.08.2002, 23:16
Hallo Frank,

es ist schlimm, seinen geliebten Hund zu verlieren. Aber noch schlimmer wäre es, ihn unnötig leiden zu lassen. Pia wir für immer in Euren Herzen leben, wie ihr Vorgänger. Ich finde es schön, daß Ihr Euch entschieden habt, einem neuen Hund ein glückliches, schönes Zuhause zu geben. Er verhindert nicht die Trauer, aber er erleichtert sie.
Ich wünsche Euch alles Gute und das Eure "Neue" viel Glück und Sonnenschein in Euer Leben bringt.
Viele Grüße
ChiaraKimberley

Codileine
04.08.2002, 00:23
hallo Frank, ich wünsche Euch auch viel Freude mit Eurem neuen Hundi. Unser kleiner neuer Stinker macht uns auch sehr viel Freude, obwohl wir auch für ihn schon hohe TA Kosten hatten, aber das ist egal, hauptsache dem kleinen Stinker geht es gut. Obwohl Miky ein ganz lieber süßer frecher kleiner Fratz ist, komme ich nach 1 Jahr und 2 Wochen immer noch nicht über den Tod von meinem Cookie hinweg. Ich sehe ihn noch überall und es vergeht kein Tag ohne weinen. Er war meine ganz ganz große Liebe und ich komme von meiner Trauer nicht los. Habe hier auch einen Beitrag unter Trauer. Es ist damals alles dumm gelaufen bei der TA und dafür hasse ich sie. Manchmal denke ich und mein Mann sagt es, daß der kleine Miky eine Reinkanation von Cookie ist, denn er hat viele seiner Eigenschaften, obwohl es verschiedene Mischlinge sind. Vielleicht ist es so. Komischerweise leckt mir Miky auch immer die Augen ab, als wenn er sagen will, weine nicht so viel, obwohl ich nicht in seiner Gegenwart weine.
Ich wünsche Euch alles liebe
Madeleine

Labrador
05.08.2002, 10:34
Hallo!
Mir geht es im moment gar nicht gut. Denn letztest Wochenende ist mein Baby Meerschweinchen der 1 Jahr alt war und namens Racker ein Rosttenmeerschweinchen gestorben. Ich bin so fertig mit den nerven weil ich drei Schweinis in einem Jahr verloren hab. Mein Meerschweinchen war krank. Irgendwann möchte ich mir ein Kaninchen kaufen. Kann mir jemand der ahnung hat mir seine erfahrung geben. Ja ich hoffe nur weil ich noch zwei andere habe also Meerschweinchens das die nicht auch noch eingehen =°°(
Ihr könnt ja auf meine HP gehen da sind
Meerschweinchenbabys und meine beiden anderen Schweinis


Jassi :(

Emelie
05.08.2002, 18:29
Hallö,

tut mir wirklich sehr leid, mit deinem Hund!!!
Stelle mir das als schlimmsten Tag meines Lebens vor, wenn`s bei uns soweit ist.

Aber rein aus Unwissenheit möchte ich dich fragen, was das mit dieser silbernen Brücke ist?!
Wäre lieb, du könntst mir das erklären, oder erzählen.

Liebe Grüße
Emelie

pepsi
07.08.2002, 18:36
Hallo Frank
auch mir tut es sehr leid wegen deiner Pia und ich wünsche euch viel Kraft darüber weg zu kommen.Ihr werdet Pia immer in euren Herzen haben und nie vergessen.Euer neues Mitglied wird euch sicher über die schwere Zeit hinwech helfen.
Zur Silbernen Brücke ich denke das ist die Brücke wo alle Tiere rüber gehen wenn sie ihre Familien verlassen auch Regenbogenbrücke genannt.wenn es nicht richtig war Frank dann verbessere mich bitte.
Gruß Pepsi

fishing_fox
08.08.2002, 20:47
Hallo Ihr lieben Hundefreunde und -freundinnen,

in den letzten Tagen hat mir meine Frau Eure Zuschriften vorgelesen, weil ich immer noch in der Klinik und damit nicht online bin. Jetzt habe ich mich zwischendurch heimgeschlichen.

Die Silberne Brücke kommt in dem Buch "Die drei Lichter der kleinen Veronika" von Manfred Kyber vor. Er erzählt hier die Geschichte einer Kinderseele in dieser und jener Welt. Um von dieser in jene Welt zu gelangen, musste Veronika über die Silberne Brücke gehen. Am Ende wartete ihr Kater Mutzeputz auf sie. Er war in ihrer Kindheit ihr liebster Freund und engster Vertrauter und Ratgeber.

Ich danke Euch nochmals ganz, ganz herzlich für Euren Trost, den Ihr uns gespendet habt. Wenn ich wieder aus der Klinik entlassen bin, werde ich mir mehr Zeit für den Kontakt über dieses Forum nehmen.

Frank

Leika
09.08.2002, 23:35
Hallo Frank,
habe deinen Beitrag erst heute gelesen weil ich neu im Forum bin. Ich hoffe du bist wieder gesund. Den unterträglichen Schmerz über den Verlust des geliebten Hundes kann ich gut nachvollziehen.Am 31.12.01 mußten wir uns von unserem geliebten 13jährigen Tinchen verabschieden. Sie hat eine Woche gelitten bevor sie über die silberne Brücke ging.
Wir (Eltern und zwei heranwachsende Kinder) haben sehr, sehr getrauert. Der Wechsel ins Jahr 2002 war ein Drama. Für uns unerträglich ein Wechsel mit viel Feuerwerk. Mein Mann hat alle Rolladen heruntergelassen und wir alle haben um 12.00 furchtbar geweint. Nach 2 Wochen der Trauer (es war nicht mehr auszuhalten) habe ich beschlossen einen neuen Hund nach Hause zu holen (gegen den Willen meiner Familie).
In der ersten Woche nach dem eintreffen unserer Licky tat mein Mann sich besonders schwer und fanf fast nur negative Eigenschaften an ihr. Dies alles ist nun 8 Monate her und wir sind jetzt wieder ein glückliches Rudel. Natürlich haben wir Tinchen nicht vergessen, können jetzt aber auf 11 von 13 glücklichen Jahren (sie war auch ein Second Hand Hund) zurück blicken. Ich weis, wenn sie uns aus dem Hundehimmel sieht, freut sie sich, dass es Licky jetzt so gut hat wie sie selbst es auch hatte.
Ich wünsche euch viel Spass und Glück mit eurem neuen Hund.
viele Grüße Karin

Codileine
09.08.2002, 23:47
hallo, ich findes es toll, daß Du es geschafft hast Dich zu fangen, bei mir ist es jetzt 1 Jahr und 2 Wochen her. Obwohl wir wieder einen neuen kleinen Stinker haben, schaff ich es nicht meinen Cookie loszulassen, ich weine immer noch jeden Tag.
Liebe Grüße Madeleine

Leika
10.08.2002, 11:09
Liebe Madeleine,
die schwerste Arbeit ist die Trauerarbeit und sie dauert ca. 2 Jahre. So wie unsere Licky jetzt ein schönes Leben hat, kann ich es auch von unserem Tinchen sagen. Dies ist ein gutes Gefühl. Für beide Hunde gilt, nur weil sie in unserer Obhut gelandet sind, ist ihnen das Tierheim erspart geblieben. Dies hat mir über meine Trauer hinweg geholfen. Betrachte es als Lebensaufgabe, einigen wenigen Hunden im laufe des eigenen Lebens ein gutes zu Hause zu schenken. Dies geht ja nur, weil das Hundeleben kürzer als das des Menschen ist.
Haber noch etwas Geduld und freue dich an der Dankbarkeit die du an jedem Tag auch von deinem neuen Hund bekommst.
Auch du wirst deine Trauer überwinden. Zurück bleibt eine schöne Erinnerung.
Gruß
Karin