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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leinenzwang. Willkür der Gemeinde ????



Sergej
31.07.2002, 14:21
Hallo erstmal,
mein Hund und ich haben seit vier Wochen einen Leinenzwang verordnet bekommen. (Gemeinde Mücke/Hessen). Zwar nicht unbegründet aber bisher nicht aufgehoben !. Der Vorfall war folgendermaßen: Ein Nachbarskind rief unseren Hund (Border-Schnauzermix) zu sich um mit ihm zu spielen. Dabei sprang der Hund am Kind(12 Jahre alt) hoch und kratzte es leicht auf der Wange. Die Folge war eine Anzeige der Eltern wegen "schwerer Körperverletzung" bei Polizei und Gemeinde. Die Eltern (welche nicht anwesend waren, behaupten unser Hund hätte das Kind ins Gesicht gebissen). Leider hat meine Frau schonmal in einem Gerichtsverfahren gegen den Opa des Kindes ausgesagt.In einem Verfahren wegen Tierquälerei. Der Opa hatte einem Nachbarshund absichtlich schwer verletzt. Wir mußten einen Wesenstest ablegen sowie unsere Sachkunde nachweisen. Den Wesenstest haben wir mit maximaler Punktzahl abgeschlossen. Sachkunde ist vorhanden, da meine Frau Tierärztin ist. Nunja nach etlichen Schreiben hin und her mit und ohne Rechtsanwalt , schickte die Gemeinde uns die veraltete Hunde VO vom August 2000. Daraufhin schickten wir der Gemeinde die neue Hunde VO vom Mai 2002 nach der lt. §9Abs1 Hunde mit positivem Wesenstest vom Leinenzwang befreit sind. Leider akzeptiert die Gemeinde das scheinbar nicht und reagiert nicht auf unsere Schreiben. Was kann ich nun noch tun ????? Unser Hund ist noch nie auffällig geworden und ist wirklich absolut ungefährlich. Bellt und springt niemanden unaufgefordert an, jagt nicht (starker Hütetrieb) und ist es gewohnt als Begleithund mit unseren Pferden größere Ausritte zu unternehmen, was momentan mit Leine nicht möglich ist ! Er ist inzwischen 9 Jahre alt geworden und ich möchte nicht, das er den "Rest" seines Lebens an der Leine verkümmern muss. Falls hier jemand einen ähnlichen Fall durchgestanden hat wäre ich für Infos dankbar, die uns weiterhelfen könnten (Urteile, Prezedenzfälle u.ä.).
Grüße
Sergej

cheroks
09.08.2002, 16:14
In deinem Fall würde ich noch nicht aufgeben. Denn die aktuelle VO 2002 ist wirksam und nicht die von 2000. Wenn aus der neuen VO eindeutig hervor geht, dass ein Hund mit positivem Wesenstest nicht an den Leinenzwang gebunden ist, dann ist er es auch nicht! Da kann auch die Behörde oder der Nachbar nicht viel machen.
Sprich mit der Behörde, am besten persönlich und mit Hund, lege ihnen den bestanden Wesenstest und die neue VO vor und warte was passiert. Warum sollte die neue VO nicht für dich gelten? Wozu wurde die von 2000 denn reformiert? Also das letzte Wort ist da ja wohl noch nicht gesprochen!

OESFUN
10.08.2002, 10:32
Hallo

Also ich gehe jetzt einmal von unserer Gemeinde in NRW aus.

IM GESAMTEN STADTGEBIET BESTEHT LEINENZWANG FÜR ALLE HUNDE - EGAL WELCHE RASSE , GRÖSSE USW.

Ausserhalb des Stadtgebietes gilt Maulkorb/Leinenzwang nur für Hunde der Anlage 1.
Wenn ein Anlage 1 Hund nun aufgrund des Wesenstestes vom Maulkorb und Leinenzwang befreit wird, heisst das ausschliesslich, das er auch AUSSERHALB des öffentlichen Gemeindegrundes von diesem befreit ist. Innerhalb der Stadtgrenzen hat er, wie jeder andere Hund, an der Leine zu bleiben, da es für ihn keine "Besserstellung" gegenüber den anderen Hunden gibt.

Birgit

cheroks
10.08.2002, 12:44
Also juristisch ist das so, wenn die Vo im Mai 2002 erlassen und in Kraft getreten ist und der Unfall sich danach ereignet hat, kannst du auf jeden Fall gegen den Erlass vorgehen und Klagen. Allerdings würde ich dir erst mal raten, mit einem Anwalt zu sprechen. Vielleicht reicht da schon ein Schreiben des Anwaltes an die zuständige Behörde. Aber es lohnt sich, denn oft ist es wirklich Willkür der Behörden oder Bequemlichkeit oder Unwissen. Ähnliches ist mir mit unserem Labrador-Dalmatiner Rüden, 8 Jahre, passiert. Laut des Amtes hat unser Hund (ich zitiere) das Grundstück des Herrn B aufgesucht um ihn und seinen Hund anzufallen. Da musste ich dem Amt erst mal erklären, dass ein Hund nicht das Grundstück eines anderen aufsucht, um einfach mal so aus Lust und Laune zu beissen. Es ging um eine läufige Hündin!!! Aber daran sieht man, wie wenig diese Leute wissen. Nach einem Gespräch mit dem Amt hab ich wenigstens erreicht, dass unser Hund keinen Maulkorb tragen muss (er war die ersten Jahre ein Begleithund für ein behindertes Kind, wir haben 4 Hunde, er ist also sehr gut sozialisiert, bei uns kommen und gehen Fremde und Bekannte und er zeigt Menschen gegenüber kein Aggressionsverhalten usw.). Allerdings darf er jetzt nicht mehr alleine durchs Dorf laufen um die Nachbarschaft zu besuchen, was ja auch nicht unbedingt sein muss. Aber klemm dich dahinter! Umsonst ist es auf jeden Fall nicht...

Chris62
16.08.2002, 09:48
na du hast ja nette nachbarn:(
ist denn das kind damals nicht beim arzt gewesen und was ist das für ein arzt der ein biss von einem kratzer nicht unterscheiden kann und ist das kind denn gar nicht mal gefragt worden wie das passiert ist? also ich find das alles sehr merkwürdig:confused:
was die leute angeht, die bei den gemeinden arbeiten, kann ich nur sagen, dass die durch die bank weg überhaupt keine ahnung haben. wahrscheinlich wußten die noch nicht mal, das es eine neue verordung gab. sie hätten ja was lesen müssen;) die meisten können ja noch nicht einmAL einen dackel von einem spitz unterscheiden. ich wäre so sauer an deiner stelle, dass ich mir einen anwalt nehmen würde um schon allein den sachverhalt klar zu stellen. außerdem würde dann auch die hundefeindlichkeit deines nachbarn zu tage kommen, denn die ist ja wohl aktenkundig. euer hund ist kein anlagehund, ihr habt den wesenstest und den sachkundenachweis, euch kann im prinzip gar nichts passieren. lass es drauf ankommen, dass wärs mir wert.
viel erfolg chris