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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "frauenfeindlich"?



Sula
08.07.2004, 12:38
Hallo,

meine Frage lautet ob es normal ist wenn ein Rüde eine Hündin bzw. ein Welpenmädchen "angrummelt", die Nackenhaare stellt bzw. sie dominieren will (breit auf sie legen) usw.

Ist es ein Märchen, dass Rüden nie gegen Weibchen gehen?

Vorgeschichte:
Wir trafen vorgestern ein Welpenmädchen (3 Monate alt). Mein Rüde Lenny sah sie, lief hin, schnüffelte, stellte die Haare und grummelte sie an.

Wir liefen zusammen spazieren um die Atmosphäre aufzulockern, da war auch alles in Ordnung. Dann kurz vor der Rückkehr grummelte er sie wieder an und sprang fast auf sie drauf (ohne zu zwicken oder zu beissen) und sie jaulte vor Schreck. Ich schimpfte ihn mit "nein" und zog ihn weg.

Eine Anmerkung noch... Vor Monaten hatten wir einen Spaziergang mit der Mutter der Welpen unternehmen wollten und die war damals schon total gegen den Lenny gegangen, Bellen, Knurren usw.

Kann es sein, dass Lenny sich das gemerkt hat und er den Geruch der Mutter am Welpen gerochen hat?

Oder hat er nur nen schlechten Tag gehabt?

Vielen Dank vorab für Eure Beiträge :)

billymoppel
09.07.2004, 08:31
hallo sula,
interessante frage. nach meinen erfahrungen sind rüden zu fremden hündinnen ausgesprochen großzügig - ich habe meine anfangs leicht verhaltengestörte hündin früher nur auf rüden losgelassen, weil ich von ihnen einfach erwartet habe, dass sie zumindest tolerieren.. und so war es auch. im gemeinsamen rudel gibt es natürlich zwischen rüde und hündin auch mal zoff und vor allem spielerische dominanzkämpfe, aber auch da haben die hündinnen meistens sehr viele freiheiten, ernste verwarnungen von seiten des rüden sind selten (von seiten der hündin auch).
inwieweit beim verhalten des rüden eine rolle spielt, ob der nicht geschlechtsreife welpe rüde oder hündin ist, bin ich mir nicht so sicher. billy ist mit welpen beiderlei geschlechts sehr großzügig, allerdins habe ich den eindruck, dass er bei mädchen entspannter, kindischer ist und eher auf spielversuche eingeht, während er bei kleinen rüderichen eher duldend und auch vorsichtiger ist und schneller versucht, sie los zu werden.
normalerweise sind rüden auch überhaupt nicht nachtragend, deswegen denke ich nicht, dass die sachen von vor monaten eine rolle gespielt halt. und meine persönliche meinung ist auch, dass rüden fremde schlechtgelaunte mädchen einfach zu ertragen haben und wenn alles nichts hilft, eben einfach gehen.
ich finde alles in allem das verhalten deines rüden dem welpen gegenüber ziemlich heftig, vor allem, weil der ja nicht zum eigenen rudel gehört. bei einer hündin hätte ich mich nicht gewundert, dass sie mit einem welpen, der nicht ihrer ist, so umspringt. würde billy so was machen, würde ich die welt nicht mehr verstehen.
viele rüden wollen mit sehr jungen welpen auch gar nichts zu tun haben, sie sind ihnen wohl schlicht zu nervig und auch zu empfindlich. vielleicht war der gemeinsame spaziergang einfach zu viel für deinen hund und er war extrem gestreßt?
:?:

gruß
bettina

Prince
09.07.2004, 09:03
Das ist ein völlig normales Verhalten! Viele erwachsene Hunde können mit Welpen (mit 12 Wochen ist es ja noch einer) nichts anfangen. Mach Dir keine Sorgen, Dein Hund hat sich absolut normal verhalten. Im Übrigen glaube ich, daß so ein 12 Wochen alter Welpe eher neutral wirkt und es keine Rolle spielt, ob er weiblich oder männlich ist.
Gruß
Prince

billymoppel
09.07.2004, 13:35
na ja, prince, das mag ja sein und wenn der rüde mit einem welpen zusammenlebt, auch unerläßlich sein, aber so ist der fall ja nicht. wenn der rüde angenervt ist oder nichts mit ihm zu tun haben will, hat er in so einer situation doch die möglichkeit, einfach beiseite zu gehen, oder? das erwarte ich von meinen hunden besipielswiese auch, wenn wir mal eben auf dem spaziergang einen wildfremden hund treffen. klar darf ein biss'l moderates dominanz- und angebergehabe unter rüden oder hündinnen sein, aber wirklich zu besprechen haben diese hunde m.e. nichts. dann geht man eben, wenn man sich nicht richtig einig ist und gut ist. und eigentlich halten es gut sozialisierte hunde immer so. ausnahme sind richtige jung-rüden, da lasse ich billy dann auch mal mit machen, wenn er mit freude in die altherren-trickkiste greift und sich mit ihnen einen mehr oder weniger spielerischen ringkampf liefert - natürlich nur, solange die situation nicht zu eskalieren droht und alles schön friedlich bleibt.

gruß
bettina

Rüsselterriene
09.07.2004, 20:27
Wie alt ist Lenny denn?

Ich habe die Beobachtung gemacht, das gerade junge Rüden sehr gerne an Welpen rumerziehen.
Sie üben sich in Dominanzverhalten, ohne dabei auf Gegenwehr zu stossen und sind dabei zwar heftig aber fair.

Vielleicht hat sich das Mädel einfach nicht korrekt genug verhalten und hat deswegen einen Dämpfer kassiert. Ich würde das nicht weiter tragisch sehn, so er sie nicht verletzt hat.

Anke

billymoppel
09.07.2004, 21:08
nur aus interesse habe ich mal bei meiner freundin nachgefragt: sie züchtet dackel im vdh und billy muss immer als erziehungshund herhalten, damit sie auch an große böse schwarze hunde gewöhnt sind (na ja, so schwarz isser gar nicht und auch nur 50cm hoch - aber aus dackelsicht...:D). sie hat mir meinen eindruck bestätigt, dass billy schon bei welpen von wenigen wochen (er kreuzt so im alter von vier wochen das erste mal auf - trotz des parvo-restrisikos) unterschiede im geschlecht macht. also hat mich mein eindruck nicht getäuscht. er ist deutlich liebevoller zu den mädels und weniger schnell angestrengt. ab einen gewissen alter kehrt sich das dann erstaunlicherweise um (vier, fünf monate in etwa), wie wir beim letzten wurf beobachten konnten, als eine hündin zunächst bei ihr geblieben war, weil sie ihre entwicklung beobachten wollte und ein rüde von ihr zurückgeholt wurde. da hat er das mädchen relativ ignoriert und lieber wild mit dem kleinen gerauft. mit der geschlechtsreife ändert sich das dann natürlich wieder :D