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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tierarzt ohne Dr. weniger gut?



renschwein
25.06.2004, 21:46
Hallo ,habe heute erfahren das unser Ta keinen Doktertietel hat.
Ist das ok.

Bin etwas verunsichert.
Danke Manuela

olli57
25.06.2004, 22:01
Hallo,
ja, das ist schon OK. das heisst nur, dass er (noch) keine Diplomarbeit geschrieben hat.
Liebe Grüsse
Olli & Co

billymoppel
26.06.2004, 07:54
na olli,
dass er sein diplomarbeit geschrieben hat, wollen wir mal hoffen,sonst hätte er sein studium nicht beendet :D und wenn er dann praktizieren würde... das wäre schlecht, strafbar...:D

@manuela

doktorarbeiten schreibt man über völlig abstruse themen. das ist wirklich nicht wichtig. viel wichtiger ist es, wie in jedem beruf, dass man offen bleibt, sich regelmäßig fortbildet und die neueste literatur studiert. da ist ein doktortitel nicht die geringste gewähr, dass das auch gemacht wird. was nützt es, einen zehn jahr alten titel zu haben, wenn man danach nie wieder ein buch in die hand genommen hat oder auf einer weiterbildung war?

gruß
bettina

Sandra1980
26.06.2004, 22:53
??? Also tierärzte schreiben Diplomarbeit und Doktorarbeit?

kann ein allgemeinarzt dann auch keinen Doktortitel haben?

Und man braucht keinen Doktortitel zum praktizieren?
Was dann?

Das hasißt dann aber schon dass das Studium beendet wurde, oder?

Lucky Luke
26.06.2004, 23:50
Hallo


kann ein allgemeinarzt dann auch keinen Doktortitel haben?
Ja, es gibt auch praktizierende Humanärzte ohn Doktortitel.


Und man braucht keinen Doktortitel zum praktizieren?
Nö, braucht man nicht.


Was dann?
Ein abgeschlossenes Medizinstudium (Abschluss = Diplom) und eine Praxis:D

billymoppel
27.06.2004, 08:16
ganz kleine korrektur: humanärzte in deutschland machen ein staatsexamen. (besteht aus erstem, zweiten und dritten examen). danach folgt die facharztausbildung, die je nach gebiet zwischen zwei und sieben jahre dauert.
heutzutage hat fast jeder student vor dem dritten examen seinen doktortitel (die bekommt man da nachgeworfen, es gelten nicht unbedingt die gleichen regeln wie anderswo :D)

@sandra

in den meisten studiengängen (egal ob stattsexamen, diplom, magister) macht man eine doktorarbeit nur, wenn man ein karriere an der uni plant: um mal professor zu werden, braucht man halt die a-promotion und die b-promotion (habilitation). normalerweise sind die anforderungen hoch, das ganze ist zeitaufwendig und teuer (die veröffentlichung muss man regelmäßig selber zahlen). natürlich kann man sich ausrechnen, dass in einem studiengang, in dem dann inflationär doktorarbeiten geschrieben werden, die qualität und die anforderungen nachlassen.
meine schulfreundin ist übrigens hautärztin (facharzt gerade fertig) und natürlich auch schon seit jahren frau doktor: ihre arbeit hat sie in pharmokologie geschrieben :D, ich habe sie gelesen - ....:D

gruß
bettina

renschwein
27.06.2004, 10:16
Danke.
Ist ja echt interessant.Man lernt nie aus
Gruß Manuela.: )

admin
28.06.2004, 09:34
@all,
um ganz kurz Klarheit über den Studiengang und Abschluß zu schaffen.
In Deutschland ist Tiermedizin (im Gegensatz z.B. zu Österreich) kein Diplomstudiengang, sondern einer mit Staatsexamen.
Es sind 10 Pflichtemester und drei bestandene Staatsexamen nötig, um die Approbation, also die Erlaubnis den tierärztlichen Beruf auszuüben zu erhalten.

Die Doktorarbeit ist dabei nicht Pflicht, wird aber (vor allem von Patienten) erwartet. Will man eine wissenschaftliche Karriere einschlagen, ist sie ein Muss. Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion ist die Examensnote.

Die Qualität der Dorktorarbeiten ist im Schnitt sicherlich nicht mit einem Dr. phil zu vergleichen, aber grundsätzlich sind Doktorarbeiten an klinischen Instituten dazu da, die Medizin und Forschung nach vorne zu bringen. "Abstruse Themen" sind das also wirklich nicht, zumindest nicht für die Fachleute.

Es besteht dann, wie in der Humanmedizin die Möglichkeit an entsprechenden Kliniken eine mehrjährige Weiterbildung zum Fachtierarzt (z.B. Dermatologie, Innere Medizin, Chirurgie, Verhalten) zu machen.
Niedergelassene TÄ können über anerkannte Fortbildungen (ATF = Akademie für tierärztliche Fortbildung) auf bestimmten Gebieten eine Zusatzbezeichnung erwerben, die sie ebenfalls als Spezialist ausweist.

:cu:
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

Sandra1980
28.06.2004, 22:12
:cu:
Danke Frau Doc!

Brana
02.07.2004, 17:37
Also ich habe einen Tierarzt neben meiner homöopathischen Frau Dr., der keinen Dr.-Titel hat und einer der anerkanntesten Chirurgen hier in München und um München herum ist. Er setzt sehr gute Narkosen und wird daher zu sehr teueren Rassepferden und auch für extreme Kleinhunderassen oder alten Tieren mit Herzproblemen gerufen.

Der Doktortitel ist für einen praktizierenden Tierarzt nicht zwingend nötig.

LG
brana

claudia73
04.07.2004, 10:42
Weder unser TA noch mein Hausarzt haben einen Doktortitel ;)
Und ich bin mit beiden sehr zufrieden.

Wenn man eine Doktorarbeit zu einem absolut speziellen Thema geschrieben hat, sagt das ja nun wirklich nichts über die Qualität als Mediziner aus. Meine Meinung.

Sandra1980
04.07.2004, 12:29
Wenn man jedoch eine doktorarbeit schreibt setzt man sich sehr mit einer bestimmten Thematik auseinander. Ich denke dass man durch das alleine schon sehr viel lernt.

Leute mit Doktortiteln geben wohl nciht so leicht auf, sehen das ganze etwas ernster und sind es gewöhnt sich stark in etwas einzuarbeiten.

Soll natürlich nciht heißen dass Leute ohne Doktortitel faul sind, aber eben doch anders...
:?:
Na, ich weiß nciht ob das jetzt richtig rüberkommt?

Lotta
14.07.2004, 13:52
Hallo,

Rein formal darf man einen Doktortitel führen, wenn man eine Dissertation geschrieben hat und damit bewisen, dass man selbstständig wissenschaftlich arbeiten kann.
Die medizinischen und tiermedizinischen Dissertationen werden häufig in einem knappen Jahr erstellt, während Dissertationen sonst (nicht nur für den Dr. phil) mindestens drei Jahre brauchen. Da bleibt vom selbständigen Arbeiten oft wenig über, die Doktormutter oder der Doktorvater entscheiden über Fragestellung, Design und Interpretation. Allerdings gibt es auch in der Medizin und Tiermedizin aufwendige Doktorarbeiten, meist von Studierenden, die in der Wissenschaft bleiben wollen.

Bei der Promotion lernt man auf jeden Fall, wissenschaftliche Studien zu lesen, zu verstehen und zu beurteilen. Das kommt einer niedergelassenen Tierärztin natürlich zugute, wenn sie es anwendet.

Ansonsten ist Medizin und Tiermedizin auch sehr viel Erfahrungswissenschaft, da hilft einem die Promotion dann wenig.
Ich würde meinen Tierarzt nicht wechseln, nur weil er keine Promotion hat, wenn ich mit seiner Behandlung zufrieden wäre.

Grüße von Lotta